NachDenkSeiten – Die kritische Website https://www.nachdenkseiten.de NachDenkSeiten - Die kritische Website Sun, 31 May 2026 13:50:38 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.5 https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2018/03/cropped-cropped-nds_fb_banner-32x32.png NachDenkSeiten – Die kritische Website https://www.nachdenkseiten.de 32 32 Im Audiopodcast der NachDenkSeiten werden regelmäßig die wichtigsten Artikel des Blogs NachDenkSeiten.de zum Nachhören angeboten. Redaktion NachDenkSeiten false episodic Redaktion NachDenkSeiten webmaster@nachdenkseiten.de webmaster@nachdenkseiten.de (Redaktion NachDenkSeiten) Copyright © NachDenkSeiten - Die kritische Website NachDenkSeiten - Die kritische Website 63794212 Leserbriefe zu „Die Brandmauer im Bücherregal“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=151227 Sun, 31 May 2026 14:00:21 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151227 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Leserbriefe zu „Die Brandmauer im Bücherregal“</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p><span id="more-151227"></span><br></br> <strong>Paula Messler</strong> thematisiert <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151019">in diesem Beitrag</a> die Distanzierung von 32 Autorinnen und Autoren zum Westend Verlag. Auslöser der aktuellen Kontroverse sei das Buch <a href="https://westendverlag.de/Links-Deutsch-Deutsch-Links/2438">„Links – Deutsch , Deutsch – Links“</a> von Julian Reichelt und Pauline Voss gewesen. Mit dessen Veröffentlichung habe der Westend Verlag sein publizistisches Spektrum „bis hin zur extremen Rechten erweitert“ – so der Vorwurf. In einem Offenen Brief werde betont, man habe „im Sinne der Meinungsfreiheit selbstverständlich auch akzeptiert“, dass der Verlag in den vergangenen Jahren sein Portfolio um Autoren wie Wolfgang Kubicki und Ulf Poschardt erweitert habe. Jedoch bereits diese „Großzügigkeit“ herauskehrende Formulierung offenbare eine „gewisse Selbstüberhöhung und den Anspruch moralischer Deutungshoheit“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Zuschriften, die wir dazu bekommen haben. Hier folgt nun eine Leserbrief-Auswahl, für Sie zusammengestellt von <strong>Christian Reimann</strong>.</p><p><strong>1. Leserbrief</strong></p><p>Liebe Leute</p><p>Frei nach Das Leben des Brian:</p><blockquote><p>“Brüder, lasst uns ringen gegen den gemeinsamen Feind!”</p></blockquote><p>– “Den Westend Verlag!”</p><p>Es naht das Sommerloch…</p><p>Liebe Grüße<br></br> Michael Besteck</p><p><strong>2. Leserbrief</strong></p><p>Schön zu wissen, welche bildungspolitischen Kleingeister mir und dem Rest der Welt ihr Faible für Brandmauern und ihr ganz spezielles Verständnis von demokratischen Grundsätzen ins Wohnzimmer tragen wollen. Da weiß man doch, wessen Lektüren man sich ersparen kann.</p><p>Schon die Kirchen hatten alsbald nach Erfindung des Buchdruckes dafür sorgen wollen, daß mißliebige Literatur nicht unters gemeine Volk gerät und deshalb Konsumverzicht verordnet mit der Folge, daß nicht nur die verbotenen Bücher, sondern auch ihre Auflistungen zum Renner wurden.</p><p>Hier offenbart man nun eine bedenkliche geistige Nähe zu solchen Machenschaften und rafft dabei offenbar nicht, dass man letztlich nur Reklame fabriziert.</p><p>Aber, da die Aufklärung ohnehin den Rückwärtsgang eingelegt hat, bliebe dann ja noch eine Neuauflage von Bücherverbrennungen – vielleicht speziell solcher des Westend-Verlages. Bestimmt ließe sich dies als event aufbereiten mit vielen Freiwilligen zum Brennholz sammeln – für einen guten Zweck und gegen Rechts, versteht sich.</p><p>MfG<br></br> G. Hantke</p><p><strong>3. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrte Frau Messler,</p><p>Vielen Dank für Ihren Artikel, der alle wesentlichen Aspekte sehr gut beschreibt und denen ich voll und ganz zustimme!</p><p>Der Westend Verlag macht genau das, was in den letzten 10 Jahren an Diskussionskultur verloren gegangen ist bzw. kontinuierlich bewusst abgeschafft wurde: eine Plattform bieten für einen offenen Gedankenaustausch mit der Möglichkeit, unterschiedliche, streitbare (nicht umstrittene!) Meinungen und Theorien zu Wort kommen zu lassen. Weiter so!!!</p><p>Allerdings bin ich über eine Formulierung gestolpert: Sie schreiben an einigen Stellen von einem „linksliberalen Milieu“. Abgesehen davon, dass ich mit der Einordnung der politischen Begriffe „links“ und „rechts“ zunehmend Schwierigkeiten habe (links = gut und richtig, rechts = böse und falsch?), hat dieses Stürmchen im Wasserglas der besagten Autoren wie auch andere Aktionen, die Sie erwähnen, nichts mit „linksliberal“ zu tun, sondern geht in eine eher totalitäre Denkblase. Kennzeichen dieser Denkblase ist der Verlust (oder Unwille) einer – auch scharfen – Auseinandersetzung mit der Gegenseite, die Unfähigkeit (oder der Unwille), Argumente der Gegenseite als richtig/berechtigt anzuerkennen, eine Entfremdung von der eigenen Bevölkerung bei wesentlichen Themen – und offensichtlich ein Verlust von Humor. Das alles ist weder links noch liberal, schon gar nicht linksliberal.</p><p>Wenn doch besagtes, satirisch angelegte Buch „Links – Deutsch, Deutsch – links“ so schlimm ist: wie wäre es mit einer entsprechenden publizistischen Antwort?</p><p>Herzliche Grüße<br></br> Carsten Linck</p><p><strong>4. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrte NachDenk-Redaktion,</p><p>zum Thema Westend Verlag fehlt ein fundamentaler Aspekt:</p><p>Programm und Zielgruppe sind akzeptiert, aber es gibt eine verborgene Taktik, die in der Debatte nicht angesprochen wurde: Der Westendverlag veröffentlicht nur Bücher von Autoren, deren Name allein die Startauflage garantiert. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)</p><p>Das Image, an erster Stelle die richtigen Themen zu bedienen, ist falsch. An erster Stelle geht es darum, bequeme Verkäufe zu generieren, indem man die oppositionellen Angebote (NachDenkSeiten, Krass und Konkret etc.) verfolgt und dann Autoren nimmt, die sich, im entscheidenden Moment, selbst verkaufen.</p><p>Der Westend Verlag scheut, wie die Mainstream-Verlage, das Risiko, kritische Bücher wegen ihres Inhalts zu veröffentlichen. Vermutlich werden solche Texte im Lektorat nicht einmal gelesen, man liebt es, mit bekannten Autorinnen und Autoren, „Themen zu entwickeln“. Die entsprechenden Namen findet man leicht im Katalog des Verlages und auch in Ihrem Artikel auf NDS.</p><p>Rob Kenius, <a href="https://kritlit.de/" target="_top">kritlit.de</a></p><p>Mit besten Grüßen<br></br> Rob Kenius</p><p><strong>5. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag zusammen,</p><p>auch wenn ich regelmäßiger NDS-Leser bin, fehlt es mir in meiner Dachkammer im Rheinland an Kenntnissen und Hintergrundwissen, um die Aktion der Autoren gegen den Westend Verlag richtig einzuordnen. Deswegen habe ich auf diesen Artikel von Paula Messler – ohne die Dame zu kennen – tatsächlich gewartet!</p><p>Ich bin dankbar für diesen Artikel, erscheint er mir doch sachlich und unaufgeregt formuliert und insgesamt für mich als Außenstehender auch ziemlich plausibel und nachvollziehbar.</p><p>So ein Artikel konnte nur schwerlich von der NDS-Redaktion kommen, nicht weil ich dem Team das intellektuell nicht zutrauen würde, sondern weil die darauf folgende Auseinandersetzung wegen durchaus nachvollziehbaren Interessenkonflikten zwischen einzelnen Autoren der NDS und dem Westend Verlag die Diskussion vom eigentlichen Problem ablenken würde. Das eigentliche Problem für mich ist – und das hat Frau Messler gut beschrieben – die zunehmende Verweigerung von vermeintlich “linken” Protagonisten, sich den vorhandenen gesellschaftlichen Realitäten in einer ergebnisoffenen Diskussion zu stellen.</p><p>Die “Anderen” sind per se “Schmuddelkinder”, mit denen spielt (=redet!) man nicht und moralisch ist man sowieso der richtige (=bessere) Teil der Gesellschaft. Also warum sich die Mühe machen um dann eventuell zu riskieren festzustellen, dass es in der eigenen Argumentation und Logik durchaus auch Schwachstellen und nicht beleuchtete dunkle Gegenden der so pseudo-moralisch entwickelten Gedankenwelt gibt. Die “Intelligenzia” als neue Klasse der (hier meist grün moralisch angehauchten) “Arbeiterbewegung”?) ist bisher ein lausiger Haufen verwirrter Welterklärer und insgesamt intellektuell zumeist armselig.</p><p>Dieses überhebliche Auftreten hat die AfD in Deutschland erst stark gemacht. Die sogenannte Brandmauer im Sinne – wir ignorieren die einfach mal – und auch fehlende argumentative “Angebote” lässt immer mehr Bundesbürger bei Umfragen die AfD stärker werden. Die verantwortlichen Politiker aus SPD, CDU und Grünen gießen dann noch Öl ins Feuer der Stimmung in Deutschland indem sie unisono “erklären” dass die Bevölkerung sie nicht verstehen will und große Bevölkerungsteile plump und dumpf als Nazis diskreditiert, was sicherlich auf die wenigsten wirklich zu trifft.</p><p>Ich halte diese Art des “linken” Auftretens für narzisstisch gesteuert, gefährlich und dumm. Dies und eine immer mehr auch von linker Seite wachsende “Cancel Culture” ist auf lange Sicht Demokratie gefährdend. Wenn “Die Linke” als Partei nicht aufpasst und sich diesem Trend nicht erfolgreich entzieht wird sie trotz einer hyperaktiven Heidi Reichinnek wahrscheinlich aus dem Bundestag fliegen.</p><p>Mit den besten Wünschen und Grüßen an das NDS-Team und an Frau Messler</p><p>Claus Hübner</p><p><strong>6. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrtes NDS-Team,</p><p>ich lese seit Jahren ihre Seite und schreibe nun meinen ersten Leserbrief – aber ausgerechnet mit einer Kritik – die m.E. aber dringend notwendig ist.</p><p>Es geht um den Artikel “Brandmauer im Bücherregal” von Paula Messler.</p><p>Kurz: Ich bin der Ansicht, dass der Artikel hauptsächlich die Funktion hat, unseriösen Krawalljournalismus, der mit extrem vielen absichtlichen Falschbehauptungen arbeitet, als seriöse Kritik an der Mainsttream-Berichterstattung hinzustellen.</p><p>Ich hatte von Anfang an ein komisches Gefühl, dass sich an dieser Stelle im Artikel leider erhärtet hat:</p><blockquote><p>“Tatsächlich lässt sich die journalistische Arbeit von Nius durchaus kritisieren. Viele Beiträge wirken zugespitzt, manche Themenauswahl einseitig. Die konservative Grundhaltung des Portals ist unverkennbar. Doch darin liegt zunächst nichts Illegitimes. Das mediale Auftreten ist bewusst emotionalisiert: reißerische Überschriften, polemische Akzentuierungen und eine oft aufgeregte Inszenierung prägen das Format. Vergleichbare Vorwürfe wurden früher regelmäßig gegen die Bild-Zeitung erhoben — jenes oft verhasste Boulevardmedium, aus dem Julian Reichelt selbst hervorgegangen ist. Trotzdem wurde die Bild über Jahrzehnte hinweg als legitimer Teil der deutschen Medienlandschaft akzeptiert.” (Messler, 2026)</p></blockquote><p>An diesem Absatz ist so viel falsch, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.</p><p>Nius arbeitet, genau wie die BILD, mit Falschbehauptungen. Dafür werden sie vom Presserat häufig gerügt und die anschließenden Korrekturen werden so versteckt, dass sie kaum jemand mitbekommt. Diese Falschmeldungen haben dabei fast immer das Ziel, Hass gegen die Schwächsten der Gesellschaft zu schüren, manchmal auch gegen Politiker oder Promis.</p><p>Und gerade vom linksliberalen Millieu wurde die BILD eben nicht als legitimer teil der Medienlandschaft betrachtet. Aber hinnehmen musste man den Unfug natürlich, sonst hätte man womöglich die Pressefreiheit einschränken müssen. Und das hätte das rechte lager natürlich zum Anlass genommen, sich über linke Zensur zu beklagen, in diesem hypothetischen Fall vermutlich sogar zu Recht.</p><p>Außerdem steht in dem Artikel u.A. noch:</p><blockquote><p>“Gleichzeitig deutet sich gesellschaftlich längst ein Wandel an. Die Zeit nahezu unangefochtener linksliberaler Deutungshoheit scheint ihrem Ende entgegenzugehen.”</p></blockquote><p>Mir war gar nicht klar, dass es eine linksliberale Deutungshoheit gibt, im Mainstream dominiert seit Jahrzehnten das Mär von der gemäßigten Mitte.</p><p>Im Artikel sind noch mehr verrückte Ideen und Formulierungen. Ich wollte euch nur ein Beispiel zeigen und darum bitten, einmal zu überprüfen, ob euch da nicht ein rechter Kuckuck ein dickes Ei ins Nest gelegt hat.</p><p>Kritische Meinungen abbilden ist wichtig, daher lese euch eure Seite seit Jahren oder Jahrzehnten. Aber wenn man für das Ideal der Meinungsfreiheit und der kritischen Berichterstattung auch besagten rechten Krawalljournalisten eine Plattform bietet, wo sie ihren geistigen Mist verbreiten können, dann seid ihr meiner Meinung nach leider den rechten Hetzern auf den Leim gegangen.</p><p>Beste Grüße<br></br> Christian Sachse</p><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten</strong></p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.</p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:</p><ul> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#b5d9d0c6d0c7d7c7dcd0d3d0f5dbd4d6ddd1d0dbdec6d0dcc1d0db9bd1d0">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de</a> für Kommentare zum Inhalt von Beiträgen.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#b8d0d1d6cfddd1cbddf8d6d9dbd0dcddd6d3cbddd1ccddd696dcdd">hinweise(at)nachdenkseiten.de</a> wenn Sie Links zu Beiträgen in anderen Medien haben.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#c0b6a9a4a5afa8a9aeb7a5a9b3a580aea1a3a8a4a5aeabb3a5a9b4a5aeeea4a5">videohinweise(at)nachdenkseiten.de</a> für die Verlinkung von interessanten Videos.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#7f0d1a1b1e140b1610113f111e1c171b1a11140c1a160b1a11511b1a">redaktion(at)nachdenkseiten.de</a> für Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.</li> </ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „<a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=47939">Gebrauchsanleitung</a>“.</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Leserbriefe zu „Die Brandmauer im Bücherregal“</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p><span id="more-151227"></span><br></br> <strong>Paula Messler</strong> thematisiert <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151019">in diesem Beitrag</a> die Distanzierung von 32 Autorinnen und Autoren zum Westend Verlag. Auslöser der aktuellen Kontroverse sei das Buch <a href="https://westendverlag.de/Links-Deutsch-Deutsch-Links/2438">„Links – Deutsch , Deutsch – Links“</a> von Julian Reichelt und Pauline Voss gewesen. Mit dessen Veröffentlichung habe der Westend Verlag sein publizistisches Spektrum „bis hin zur extremen Rechten erweitert“ – so der Vorwurf. In einem Offenen Brief werde betont, man habe „im Sinne der Meinungsfreiheit selbstverständlich auch akzeptiert“, dass der Verlag in den vergangenen Jahren sein Portfolio um Autoren wie Wolfgang Kubicki und Ulf Poschardt erweitert habe. Jedoch bereits diese „Großzügigkeit“ herauskehrende Formulierung offenbare eine „gewisse Selbstüberhöhung und den Anspruch moralischer Deutungshoheit“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Zuschriften, die wir dazu bekommen haben. Hier folgt nun eine Leserbrief-Auswahl, für Sie zusammengestellt von <strong>Christian Reimann</strong>.</p><p><strong>1. Leserbrief</strong></p><p>Liebe Leute</p><p>Frei nach Das Leben des Brian:</p><blockquote><p>“Brüder, lasst uns ringen gegen den gemeinsamen Feind!”</p></blockquote><p>– “Den Westend Verlag!”</p><p>Es naht das Sommerloch…</p><p>Liebe Grüße<br></br> Michael Besteck</p><p><strong>2. Leserbrief</strong></p><p>Schön zu wissen, welche bildungspolitischen Kleingeister mir und dem Rest der Welt ihr Faible für Brandmauern und ihr ganz spezielles Verständnis von demokratischen Grundsätzen ins Wohnzimmer tragen wollen. Da weiß man doch, wessen Lektüren man sich ersparen kann.</p><p>Schon die Kirchen hatten alsbald nach Erfindung des Buchdruckes dafür sorgen wollen, daß mißliebige Literatur nicht unters gemeine Volk gerät und deshalb Konsumverzicht verordnet mit der Folge, daß nicht nur die verbotenen Bücher, sondern auch ihre Auflistungen zum Renner wurden.</p><p>Hier offenbart man nun eine bedenkliche geistige Nähe zu solchen Machenschaften und rafft dabei offenbar nicht, dass man letztlich nur Reklame fabriziert.</p><p>Aber, da die Aufklärung ohnehin den Rückwärtsgang eingelegt hat, bliebe dann ja noch eine Neuauflage von Bücherverbrennungen – vielleicht speziell solcher des Westend-Verlages. Bestimmt ließe sich dies als event aufbereiten mit vielen Freiwilligen zum Brennholz sammeln – für einen guten Zweck und gegen Rechts, versteht sich.</p><p>MfG<br></br> G. Hantke</p><p><strong>3. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrte Frau Messler,</p><p>Vielen Dank für Ihren Artikel, der alle wesentlichen Aspekte sehr gut beschreibt und denen ich voll und ganz zustimme!</p><p>Der Westend Verlag macht genau das, was in den letzten 10 Jahren an Diskussionskultur verloren gegangen ist bzw. kontinuierlich bewusst abgeschafft wurde: eine Plattform bieten für einen offenen Gedankenaustausch mit der Möglichkeit, unterschiedliche, streitbare (nicht umstrittene!) Meinungen und Theorien zu Wort kommen zu lassen. Weiter so!!!</p><p>Allerdings bin ich über eine Formulierung gestolpert: Sie schreiben an einigen Stellen von einem „linksliberalen Milieu“. Abgesehen davon, dass ich mit der Einordnung der politischen Begriffe „links“ und „rechts“ zunehmend Schwierigkeiten habe (links = gut und richtig, rechts = böse und falsch?), hat dieses Stürmchen im Wasserglas der besagten Autoren wie auch andere Aktionen, die Sie erwähnen, nichts mit „linksliberal“ zu tun, sondern geht in eine eher totalitäre Denkblase. Kennzeichen dieser Denkblase ist der Verlust (oder Unwille) einer – auch scharfen – Auseinandersetzung mit der Gegenseite, die Unfähigkeit (oder der Unwille), Argumente der Gegenseite als richtig/berechtigt anzuerkennen, eine Entfremdung von der eigenen Bevölkerung bei wesentlichen Themen – und offensichtlich ein Verlust von Humor. Das alles ist weder links noch liberal, schon gar nicht linksliberal.</p><p>Wenn doch besagtes, satirisch angelegte Buch „Links – Deutsch, Deutsch – links“ so schlimm ist: wie wäre es mit einer entsprechenden publizistischen Antwort?</p><p>Herzliche Grüße<br></br> Carsten Linck</p><p><strong>4. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrte NachDenk-Redaktion,</p><p>zum Thema Westend Verlag fehlt ein fundamentaler Aspekt:</p><p>Programm und Zielgruppe sind akzeptiert, aber es gibt eine verborgene Taktik, die in der Debatte nicht angesprochen wurde: Der Westendverlag veröffentlicht nur Bücher von Autoren, deren Name allein die Startauflage garantiert. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)</p><p>Das Image, an erster Stelle die richtigen Themen zu bedienen, ist falsch. An erster Stelle geht es darum, bequeme Verkäufe zu generieren, indem man die oppositionellen Angebote (NachDenkSeiten, Krass und Konkret etc.) verfolgt und dann Autoren nimmt, die sich, im entscheidenden Moment, selbst verkaufen.</p><p>Der Westend Verlag scheut, wie die Mainstream-Verlage, das Risiko, kritische Bücher wegen ihres Inhalts zu veröffentlichen. Vermutlich werden solche Texte im Lektorat nicht einmal gelesen, man liebt es, mit bekannten Autorinnen und Autoren, „Themen zu entwickeln“. Die entsprechenden Namen findet man leicht im Katalog des Verlages und auch in Ihrem Artikel auf NDS.</p><p>Rob Kenius, <a href="https://kritlit.de/" target="_top">kritlit.de</a></p><p>Mit besten Grüßen<br></br> Rob Kenius</p><p><strong>5. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag zusammen,</p><p>auch wenn ich regelmäßiger NDS-Leser bin, fehlt es mir in meiner Dachkammer im Rheinland an Kenntnissen und Hintergrundwissen, um die Aktion der Autoren gegen den Westend Verlag richtig einzuordnen. Deswegen habe ich auf diesen Artikel von Paula Messler – ohne die Dame zu kennen – tatsächlich gewartet!</p><p>Ich bin dankbar für diesen Artikel, erscheint er mir doch sachlich und unaufgeregt formuliert und insgesamt für mich als Außenstehender auch ziemlich plausibel und nachvollziehbar.</p><p>So ein Artikel konnte nur schwerlich von der NDS-Redaktion kommen, nicht weil ich dem Team das intellektuell nicht zutrauen würde, sondern weil die darauf folgende Auseinandersetzung wegen durchaus nachvollziehbaren Interessenkonflikten zwischen einzelnen Autoren der NDS und dem Westend Verlag die Diskussion vom eigentlichen Problem ablenken würde. Das eigentliche Problem für mich ist – und das hat Frau Messler gut beschrieben – die zunehmende Verweigerung von vermeintlich “linken” Protagonisten, sich den vorhandenen gesellschaftlichen Realitäten in einer ergebnisoffenen Diskussion zu stellen.</p><p>Die “Anderen” sind per se “Schmuddelkinder”, mit denen spielt (=redet!) man nicht und moralisch ist man sowieso der richtige (=bessere) Teil der Gesellschaft. Also warum sich die Mühe machen um dann eventuell zu riskieren festzustellen, dass es in der eigenen Argumentation und Logik durchaus auch Schwachstellen und nicht beleuchtete dunkle Gegenden der so pseudo-moralisch entwickelten Gedankenwelt gibt. Die “Intelligenzia” als neue Klasse der (hier meist grün moralisch angehauchten) “Arbeiterbewegung”?) ist bisher ein lausiger Haufen verwirrter Welterklärer und insgesamt intellektuell zumeist armselig.</p><p>Dieses überhebliche Auftreten hat die AfD in Deutschland erst stark gemacht. Die sogenannte Brandmauer im Sinne – wir ignorieren die einfach mal – und auch fehlende argumentative “Angebote” lässt immer mehr Bundesbürger bei Umfragen die AfD stärker werden. Die verantwortlichen Politiker aus SPD, CDU und Grünen gießen dann noch Öl ins Feuer der Stimmung in Deutschland indem sie unisono “erklären” dass die Bevölkerung sie nicht verstehen will und große Bevölkerungsteile plump und dumpf als Nazis diskreditiert, was sicherlich auf die wenigsten wirklich zu trifft.</p><p>Ich halte diese Art des “linken” Auftretens für narzisstisch gesteuert, gefährlich und dumm. Dies und eine immer mehr auch von linker Seite wachsende “Cancel Culture” ist auf lange Sicht Demokratie gefährdend. Wenn “Die Linke” als Partei nicht aufpasst und sich diesem Trend nicht erfolgreich entzieht wird sie trotz einer hyperaktiven Heidi Reichinnek wahrscheinlich aus dem Bundestag fliegen.</p><p>Mit den besten Wünschen und Grüßen an das NDS-Team und an Frau Messler</p><p>Claus Hübner</p><p><strong>6. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrtes NDS-Team,</p><p>ich lese seit Jahren ihre Seite und schreibe nun meinen ersten Leserbrief – aber ausgerechnet mit einer Kritik – die m.E. aber dringend notwendig ist.</p><p>Es geht um den Artikel “Brandmauer im Bücherregal” von Paula Messler.</p><p>Kurz: Ich bin der Ansicht, dass der Artikel hauptsächlich die Funktion hat, unseriösen Krawalljournalismus, der mit extrem vielen absichtlichen Falschbehauptungen arbeitet, als seriöse Kritik an der Mainsttream-Berichterstattung hinzustellen.</p><p>Ich hatte von Anfang an ein komisches Gefühl, dass sich an dieser Stelle im Artikel leider erhärtet hat:</p><blockquote><p>“Tatsächlich lässt sich die journalistische Arbeit von Nius durchaus kritisieren. Viele Beiträge wirken zugespitzt, manche Themenauswahl einseitig. Die konservative Grundhaltung des Portals ist unverkennbar. Doch darin liegt zunächst nichts Illegitimes. Das mediale Auftreten ist bewusst emotionalisiert: reißerische Überschriften, polemische Akzentuierungen und eine oft aufgeregte Inszenierung prägen das Format. Vergleichbare Vorwürfe wurden früher regelmäßig gegen die Bild-Zeitung erhoben — jenes oft verhasste Boulevardmedium, aus dem Julian Reichelt selbst hervorgegangen ist. Trotzdem wurde die Bild über Jahrzehnte hinweg als legitimer Teil der deutschen Medienlandschaft akzeptiert.” (Messler, 2026)</p></blockquote><p>An diesem Absatz ist so viel falsch, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.</p><p>Nius arbeitet, genau wie die BILD, mit Falschbehauptungen. Dafür werden sie vom Presserat häufig gerügt und die anschließenden Korrekturen werden so versteckt, dass sie kaum jemand mitbekommt. Diese Falschmeldungen haben dabei fast immer das Ziel, Hass gegen die Schwächsten der Gesellschaft zu schüren, manchmal auch gegen Politiker oder Promis.</p><p>Und gerade vom linksliberalen Millieu wurde die BILD eben nicht als legitimer teil der Medienlandschaft betrachtet. Aber hinnehmen musste man den Unfug natürlich, sonst hätte man womöglich die Pressefreiheit einschränken müssen. Und das hätte das rechte lager natürlich zum Anlass genommen, sich über linke Zensur zu beklagen, in diesem hypothetischen Fall vermutlich sogar zu Recht.</p><p>Außerdem steht in dem Artikel u.A. noch:</p><blockquote><p>“Gleichzeitig deutet sich gesellschaftlich längst ein Wandel an. Die Zeit nahezu unangefochtener linksliberaler Deutungshoheit scheint ihrem Ende entgegenzugehen.”</p></blockquote><p>Mir war gar nicht klar, dass es eine linksliberale Deutungshoheit gibt, im Mainstream dominiert seit Jahrzehnten das Mär von der gemäßigten Mitte.</p><p>Im Artikel sind noch mehr verrückte Ideen und Formulierungen. Ich wollte euch nur ein Beispiel zeigen und darum bitten, einmal zu überprüfen, ob euch da nicht ein rechter Kuckuck ein dickes Ei ins Nest gelegt hat.</p><p>Kritische Meinungen abbilden ist wichtig, daher lese euch eure Seite seit Jahren oder Jahrzehnten. Aber wenn man für das Ideal der Meinungsfreiheit und der kritischen Berichterstattung auch besagten rechten Krawalljournalisten eine Plattform bietet, wo sie ihren geistigen Mist verbreiten können, dann seid ihr meiner Meinung nach leider den rechten Hetzern auf den Leim gegangen.</p><p>Beste Grüße<br></br> Christian Sachse</p><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten</strong></p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.</p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:</p><ul> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#b5d9d0c6d0c7d7c7dcd0d3d0f5dbd4d6ddd1d0dbdec6d0dcc1d0db9bd1d0">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de</a> für Kommentare zum Inhalt von Beiträgen.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#b8d0d1d6cfddd1cbddf8d6d9dbd0dcddd6d3cbddd1ccddd696dcdd">hinweise(at)nachdenkseiten.de</a> wenn Sie Links zu Beiträgen in anderen Medien haben.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#c0b6a9a4a5afa8a9aeb7a5a9b3a580aea1a3a8a4a5aeabb3a5a9b4a5aeeea4a5">videohinweise(at)nachdenkseiten.de</a> für die Verlinkung von interessanten Videos.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#7f0d1a1b1e140b1610113f111e1c171b1a11140c1a160b1a11511b1a">redaktion(at)nachdenkseiten.de</a> für Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.</li> </ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „<a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=47939">Gebrauchsanleitung</a>“.</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151227 Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (14) https://www.nachdenkseiten.de/?p=151209 Sun, 31 May 2026 13:00:05 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151209 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/Tromsoe_Royal_Air_Force_Bomber_Command_1942-1945_CL2830.jpg" /><h1>Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (14)</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><article id="content"> <div> <p>In dieser 14. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ haben wir einige kürzere Beiträge gesammelt: Kindheitserinnerungen eines kleinen Mädchens, das im Keller des Flughafens Tempelhof auf seine Mutter wartet, Berichte über den Verlust eines guten Freundes, über ein gefährliches Missverständnis mit feindlichen Soldaten, das sich zum Glück aufklären ließ, und über Familien, in denen der Krieg tiefe Wunden riss.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151209"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260531_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_14_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151209-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260531_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_14_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260531_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_14_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Anlässlich des Gedenktages am 8. Mai hatten wir <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150104">hier</a> unsere Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, kurze Schlaglichter und Eindrücke ihrer eigenen Erinnerungen (oder der ihrer Eltern) an die Schrecken des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit aufzuschreiben und uns zu senden.</p><p>Wir bedanken uns von Herzen für die vielen und berührenden Beiträge!</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150403">ersten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150464">zweiten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150486">dritten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150605">vierten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150632">fünften Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150671">sechsten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150740">siebenten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150816">achten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150812">neunten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150802">zehnten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151038">elften Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151098">zwölften Teil</a> sowie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151156">dreizehnten Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><strong>Wir Kinder kannten nicht den Grund</strong></p><p>„Ich bin in 1938 geboren. Wir wohnten in Tempelhof nahe dem Flughafen. Als die Angriffe immer heftiger wurden und wir fast jede Nacht im Keller verbrachten, erfuhr meine Mutter von der Möglichkeit, kleine Kinder abends zum Flughafen zu bringen, damit sie die Nacht ruhig ohne Fliegeralarm dort verbringen konnten. Am Morgen wurden sie wieder von ihren Müttern abgeholt. Ich war 4-5 Jahre. Wir Kinder wurden mit dem Fahrstuhl in den unteren Teil des Flughafens gebracht. Und ich glaube, es gab auch ein Abendbrot. Die größte Sorge, die ich hatte, war, dass meiner Mutter etwas passiert sei und sie mich nicht am Morgen abholen könnte.</p><p>Ca. 1942 bin ich mit meiner Mutter nach Schlesien verschickt worden, um weiter ein etwas ruhiges Leben zu haben. Dort wurde ich ca. 1944 eingeschult und in der Erinnerung war unser Leben dort gut, bis die Russen im Dorf einmarschierten. Meine Mutter und andere Mütter mit den Kindern mussten jede Nacht ein geheimes Quartier suchen, um zu übernachten. Wir Kinder kannten nicht den Grund, aber viel später verstand ich den Grund: die Angst, dass die Russen sie vergewaltigen könnten.</p><p>Diese Erlebnisse lassen mich nicht los und ich verstehe nicht, warum wir “kriegstüchtig” werden müssen, anstatt alles dafür zu tun, um in keinen Krieg gezogen zu werden.“</p><p>Diese Zeilen habe ich heute von meiner Mutter auf meine Bitte, etwas aufzuschreiben, bekommen, handgeschrieben, fotografiert und per WhatsApp verschickt. Sie ist Großmutter von vier “Jungs” zwischen 27 und 36 Jahren und einer kleinen Enkelin.</p><p>Unsere Familie in Berlin war in meiner Erinnerung ziemlich groß, ich hatte auch das Glück, meine Urgroßeltern mütterlicherseits kennenzulernen. An meinen Urgroßvater erinnere ich mich noch sehr gut: Er war steinalt und hatte einen Klumpfuß; Verletzung aus dem Ersten Weltkrieg, wie es mir erzählt wurde.</p><p>Der Vater meines Vaters ist gefallen. Er wurde 31 Jahre alt.</p><p>Ich danke euch sehr für diese Initiative und den Anstoß, mit den Erinnerungen „rauszurücken“. Im Laufe der Jahre habe ich schon ab und zu etwas gehört über die Kriegsjahre – nicht viel. Dass meine Mutter im Alter von vier Jahren ohne ihre Mutter in den Luftschutzkeller abstieg, hörte ich erst vor Kurzem, und die Geschichte mit Oma in Schlesien las ich heute zum ersten Mal. </p><p>Wer will seine Kinder auch mit solchen Sachen belasten? Es bleiben eben Kinder, auch wenn sie 25, 40 oder jetzt 60 sind. </p><p>Und? Haben wir genug gefragt? Ich glaube, wir haben es versäumt. </p><p>Und wir waren gutgläubig in dem Mantra, dass so etwas niemals mehr passieren darf.</p><p>Petra Kabisch</p><p><strong>“Er lag da, als wäre er gar nicht tot”</strong></p><p>Liebe NachDenkSeiten,</p><p>herzlichen Dank für ihre unermesslich wertvolle Arbeit.</p><p>Veröffentlichen Sie gern unentgeltlich – wenn es passt – meinen kurzen Artikel über die Kriegserinnerungen meines Vaters.(…)</p><p>Danke<br></br> Michael Haas</p><p>Menschen, die im Frieden aufgewachsen sind, können sich das Grauen des Krieges nicht vorstellen. Danke, dass ihr Erinnerungen daran veröffentlicht und so dem Frieden dient.</p><p>Ich bin Jahrgang 1958, also 13 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs geboren.</p><p>Meine Eltern haben mir vom Krieg erzählt. Meine Mutter sagte einmal: „Die Besten sind nicht zurückgekommen.” Einmal habe ich einen Brief meines Vaters aus dem Lazarett an seine Eltern gelesen, der irgendwie die Jahre überdauert hat.</p><p>Er ist 1924 geboren, hat sich mit 17 freiwillig zur Wehrmacht gemeldet, war lange in Russland im Krieg. Er starb vor 20 Jahren. Ein Freund von ihm, Michael, ist bei einem Angriff gefallen. Wie beschönigend dieses Wort ist: „gefallen“. Niemand würde bei einem Opfer während eines Bankraubs von gefallen sprechen. Ein wenig klingt es, als könne das Sterben im Krieg richtig sein, notwendig vielleicht, als wäre es etwas Ehrenvolles.</p><p>„Er lag da, als wäre er gar nicht tot”, erzählte mein Vater. „Mit offenem Mund, auf dem Rücken, die Augen geschlossen, als schliefe er, die Arme und Beine entspannt. Sein Gesicht war friedlich. Als wir ihn umdrehten, sahen wir das Loch im Hinterkopf. Beim Laufen im Sturmangriff reißt du den Mund auf.” Mein Vater wischte sich mit der Hand eine Träne aus dem Augenwinkel. Ich frage mich manchmal, ob mein Vorname eine Erinnerung an diesen ‘Gefallenen‘ ist. Und stelle mir vor, wie es ist, einen Freund auf solche Weise zu verlieren.</p><p>„Die Propaganda der Nazis war raffiniert. Da gab es den widerlichen Film ‘Jud Süß‘, der das scheinbar Abstoßende dieser Menschen auf den Punkt bringen sollte. Die Slaven Russlands wurden als Untermenschen bezeichnet, dabei sahen sie aus wie wir und kämpften, scheinbar ohne Angst vor dem Tod. Es wurden Bilder von armen slavischen Menschen veröffentlicht. Das waren die angeblichen Untermenschen. Wenn du nichts zu essen hast, siehst du schnell ängstlich und hilflos aus und kannst als scheinbarer Beweis für Untermenschentum missbraucht werden.”</p><p>Er erzählte von Reiterangriffen in Russland in deutschem Maschinengewehrfeuer, das alles, Soldaten und Pferde niedermähte. Eine Mischung aus Grauen und Erstaunen über diese Bilder spiegelte sich in seinem Gesicht. „Hunderte starben sinnlos. Und sie wussten, dass sie keine Chance hatten. Es kam mir vor, als wollten sie uns zeigen, dass wir Russland nur besiegen können, wenn wir jeden umbringen.”</p><p>„Du kannst dir nicht vorstellen, was Menschen zu leiden im Stande sind. Wir gruben uns frierend Höhlen im Schnee, manchmal mit bloßen Händen. Nach der Kapitulation von General Paulus in Stalingrad war der Krieg im Grunde verloren. Aber wer das sagte, riskierte, wegen Wehrkraftzersetzung erschossen zu werden. Irgendwie hofften wir auf ein Wunder und darauf, dass sich die Engländer und Amis doch noch gegen die Russen werfen würden. Abwegig war diese Hoffnung nicht. Schließlich soll Churchill nach dem Krieg gesagt haben: ‚Wir haben das falsche Schwein geschlachtet.‘”</p><p>„Wir waren auf Erkundung in einem Wald, die Maschinenpistolen im Anschlag. Plötzlich sah ich Mündungsfeuer. Im selben Moment hat mich die Kugel erwischt. Die Russen saßen in den Bäumen. Verletzt lag ich im Schnee zwischen jungen Tannen, wo ich kaum zu sehen war. Unsere Einheit musste sich zurückziehen. Ich hoffte, dass mich der Feind nicht finden würde. Am Abend gelang unseren Männern ein Gegenangriff. Ich wurde in ein Lazarett gebracht.”</p><p>Die Lebenspartnerin meines Vaters zeigte mir Jahre nach seinem Tod den Brief an seine Eltern aus dem Lazarett. Er war voll Respekt ihnen gegenüber und dem Gedanken an seine Pflicht als Soldat geprägt. Außerdem schrieb er von seiner unendlichen Müdigkeit und der Hoffnung, dass der Wahnsinn ein Ende fände.</p><p>Ein Loch in der Schulter meines Vaters erinnerte an den Schuss des Russen. Einmal fragte meine Schwester Sylvia den passionierten Jäger: “Papi, haben die Russen gedacht, du bist ein Bock?”</p><p><strong>Meine Mutter guckte direkt in das Kanonenrohr eines Panzers</strong></p><p>Kleine Episode aus Kriegszeiten:</p><p>Meine Mutter wohnte in einem beschädigten Haus, der Luftdruck einer Bombe in der Nachbarschaft hatte den Dachstuhl eingedrückt. Ihr erster Mann ist in Smolensk an Fleckfieber gestorben. Meinen Vater lernte sie in dieser Zeit kennen, da er als Elektriker einen Job als Strom-Zähler-Ableser hatte. Ob es noch im Krieg war, weiß ich nicht. Jedenfalls klopfte es heftig an der Eingangstür, meine Mutter öffnete und guckte direkt in das Kanonenrohr eines Panzers, der direkt vor der Tür stand. Eine Stimme rief: „Hier vor einigen Minuten bum-bum”. Nach einigen Minuten Überlegen kam die Lösung – mein Vater hatte die Eigenart, die Holz-Rolladen an den Fenstern immer besonders schnell herunterzulassen, was ein Maschinengewehr-ähnliches Geräusch erzeugte. Der Panzerfahrer gab sich erst dann zufrieden, nachdem mein Vater noch einmal das Rolladen-Herunterlassen demonstrierte, das war das „bum-bum“.</p><p>Mein Vater war im Krieg am Scheinwerfer zu Gange, mit denen nachts die Flieger angestrahlt wurden, um sie zu lokalisieren. Ein sehr gefährlicher Job, denn nicht selten eröffneten die Flieger dann das Maschinengewehrfeuer in Richtung Scheinwerfer. Er hatte Glück.</p><p>Ich habe nach 18 Monaten Wehrdienst anschließend verweigert und wurde auch anerkannt, da mich der Militarismus regelrecht angewidert hat.</p><p>E.J.A.</p><p><strong>„Ihr wart ja nicht im Krieg, ihr wart ja nicht im Krieg“.</strong></p><p>Jahrgang 1950:</p><p>Aufgewachsen in einem Dorf, durch das der Westwall ging, alle 500 Meter ein Bunker, dort gespielt und auf Trümmergrundstücken und Feldern, auf denen Granaten lagen, Handgranate mit nach Hause genommen, sah so interessant aus, hatte einen Schutzengel. </p><p>Keinen Schutzengel hatten der Bruder meiner Mutter, die Männer meiner Tanten, Nachbar Onkel Willy im Rollstuhl „Onkel Willy, warum hast du keine Beine“, Opa vom Nachbarjungen lag zerfetzt im abgedunkelten Zimmer.</p><p>Und immer wieder mein Vater „Ihr wart ja nicht im Krieg, ihr wart ja nicht im Krieg“.</p><p>Krieg hört nicht auf mit dem Ende des Krieges.</p><p>Johanna Stürtzel</p><p><strong>Er war auf der „Tirpitz“ gewesen.</strong></p><p>Als Jg. 65 gehöre ich zu den Begnadeten, die noch keinen Krieg erleben mussten. </p><p>Erinnern kann ich mich an die Erzählungen von Großonkel Willi, der beide Weltkriege als Soldat mitgemacht hat. Wirklich betroffen gemacht hat mich, als ich herausgefunden habe, dass mein Großvater, der kurz vor meiner Geburt starb, noch weitere Söhne gehabt hat, die alle den Krieg nicht überlebt haben. Es wurde so gut wie nie darüber gesprochen. Irgendwann wurde dann der Letzte für tot erklärt. Er war auf der „Tirpitz“ gewesen.</p><p>Als ich im Winter auf einem Schiff in den nordnorwegischen Gewässern unterwegs war – warm, satt und unbedroht -, bin ich nachts draußen gewesen, habe die Kälte gespürt und in das undurchsichtige, tiefschwarze Wasser geschaut. Ich habe mir vorgestellt, wie die jungen Männer, die kaum erwachsen geworden sind,im Stahlrumpf des Schiffes eingeschlossen, gekentert, ohne große Chance auf Rettung in Dunkelheit im eisigen Wasser auf ihren Tod gewartet haben. Sie konnten nicht mal mehr um ihr Leben kämpfen. Nach dem ersten Chaos, nach dem vergeblichen Versuch, irgendetwas zu finden, um der Situation zu entkommen, wird ihnen tödlich bewußt geworden sein, dass sie hier, mutterseelenallein, irgendwo im Nirgendwo, elendig verrecken werden. Die schiere Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Panik und Überlebenskampf werden sich bis zum bitteren Ende abgewechselt haben.</p><p>Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt es, Menschen einem derartigen Horror auszusetzen. Kriege werden <strong>immer</strong> Oben gegen Unten geführt.</p><p>Ute Giesen</p><p><strong>„Denn wir waren ja im falschen Krieg gewesen!“</strong></p><p>Liebe Journalisten der NachDenkSeiten,</p><p>mit großer Hochachtung vor Ihrem unermüdlichen Bemühen um Frieden</p><p>danke und grüße ich herzlich,</p><p>Karen Bauer</p><p>Während wieder Luftwaffe mit ihren Übungen über unsere Köpfe und Häuser donnert, erinnere ich mich:</p><p>Mein Vater wurde mit 18 Jahren kurz vor dem Abitur aus der Schule heraus rekrutiert, kurzzeitig ausgebildet und als jüngster Kapitänleutnant der Marine nach Norwegen entsendet. Sein Schiff, ein als Minensuchboot umgebauter Walfischfänger als Begleitboot eines Flottenverbands, wurde von der englischen Luftwaffe angegriffen.</p><p>Mein Vater wurde schwer verwundet, Granatensplitter durchdrangen seinen Bauchraum, seine Gedärme purzelten auf den Schiffsboden, er sammelte sie wieder ein, drückte sie in den Bauch zurück und blieb auf der Brücke. Weitere Splitter verankerten sich in seinen Beinen. Später im Lazarett gab man nichts auf sein Leben, ein Sarg stand schon bereit. Er schwebte lange zwischen Leben und Tod.</p><p>Den zerstörten Körper behielt er sein Leben lang, die Splitter in den Beinen wurden nie entfernt, die Giftstoffe des Metalls waren im Verdacht, seinen Tod später durch Hautkrebs verursacht zu haben.</p><p>Mein Vater kam als 22-jähriger junger Mann aus dem Krieg heim und durfte nicht hoffen, einmal eine Frau zu finden, die mit den Verletzungen zurechtkam. Welch Kummer! Er verlor seinen Heimatort und Elternhaus, seine Eltern und Geschwister waren geflohen und zerstreut. Er sagte einmal zu mir: </p><p>„Das Grausamste aber war, heimzukehren und vom eigenen Volk angespuckt zu werden, denn wir waren ja im falschen Krieg gewesen!”</p><p>Mein Großvater mütterlicherseits starb als Soldat 1939. Meine Großmutter zog ihre drei kleinen Kinder alleine groß.</p><p>Meine Großtante und ihr Gatte verloren im Ersten Weltkrieg alle vier Söhne als Soldaten an der Front.</p><p>Mein Schwiegervater wurde mit 16 Jahren an die Front geworfen, Zeit seines Lebens durfte man ihn nicht nach seinen Erfahrungen fragen, er schwieg über seine Erlebnisse.</p><p>Meine Tante mit ihren 16 Lenzen stand in der Verantwortung für ein Dutzend weiterer Mädchen an Flakscheinwerfern. Alle ihre Kameradinnen verloren bei einem Luftangriff ihr Leben, allein meine Tante blieb zurück. Das hat sie nie verwunden.</p><p>Eine Großtante und ihre Tochter wurden von russischen Soldaten vergewaltigt. Als weitere Truppen kamen, wurde die Tochter in einem Erdloch versteckt. Diese Großtante kannte man nie mehr wirklich fröhlich.</p><p>Jungen Menschen lege ich einige Bücher ans Herz, dies nur eine kleine Auswahl:</p><ul> <li>Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses,Dee Brown</li> <li>Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque</li> <li>Eleni, Niclas Gage</li> <li>Geschichte eines Deutschen, Sebastian Haffner</li> <li>Christus kam nur bis Eboli,Carlo Levi</li> <li>Trotzdem ja zum Leben sagen, Viktor Frankl</li> <li>Geboren am 4 Juli, Ron Kovic</li> <li>Imperium USA, Daniele Ganser</li> <li>Das Ukraine-Kartell, Thomas Röper</li> </ul> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/Tromsoe_Royal_Air_Force_Bomber_Command_1942-1945_CL2830.jpg" /><h1>Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (14)</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><article id="content"> <div> <p>In dieser 14. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ haben wir einige kürzere Beiträge gesammelt: Kindheitserinnerungen eines kleinen Mädchens, das im Keller des Flughafens Tempelhof auf seine Mutter wartet, Berichte über den Verlust eines guten Freundes, über ein gefährliches Missverständnis mit feindlichen Soldaten, das sich zum Glück aufklären ließ, und über Familien, in denen der Krieg tiefe Wunden riss.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151209"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260531_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_14_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151209-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260531_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_14_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260531_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_14_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Anlässlich des Gedenktages am 8. Mai hatten wir <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150104">hier</a> unsere Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, kurze Schlaglichter und Eindrücke ihrer eigenen Erinnerungen (oder der ihrer Eltern) an die Schrecken des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit aufzuschreiben und uns zu senden.</p><p>Wir bedanken uns von Herzen für die vielen und berührenden Beiträge!</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150403">ersten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150464">zweiten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150486">dritten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150605">vierten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150632">fünften Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150671">sechsten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150740">siebenten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150816">achten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150812">neunten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150802">zehnten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151038">elften Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151098">zwölften Teil</a> sowie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151156">dreizehnten Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><strong>Wir Kinder kannten nicht den Grund</strong></p><p>„Ich bin in 1938 geboren. Wir wohnten in Tempelhof nahe dem Flughafen. Als die Angriffe immer heftiger wurden und wir fast jede Nacht im Keller verbrachten, erfuhr meine Mutter von der Möglichkeit, kleine Kinder abends zum Flughafen zu bringen, damit sie die Nacht ruhig ohne Fliegeralarm dort verbringen konnten. Am Morgen wurden sie wieder von ihren Müttern abgeholt. Ich war 4-5 Jahre. Wir Kinder wurden mit dem Fahrstuhl in den unteren Teil des Flughafens gebracht. Und ich glaube, es gab auch ein Abendbrot. Die größte Sorge, die ich hatte, war, dass meiner Mutter etwas passiert sei und sie mich nicht am Morgen abholen könnte.</p><p>Ca. 1942 bin ich mit meiner Mutter nach Schlesien verschickt worden, um weiter ein etwas ruhiges Leben zu haben. Dort wurde ich ca. 1944 eingeschult und in der Erinnerung war unser Leben dort gut, bis die Russen im Dorf einmarschierten. Meine Mutter und andere Mütter mit den Kindern mussten jede Nacht ein geheimes Quartier suchen, um zu übernachten. Wir Kinder kannten nicht den Grund, aber viel später verstand ich den Grund: die Angst, dass die Russen sie vergewaltigen könnten.</p><p>Diese Erlebnisse lassen mich nicht los und ich verstehe nicht, warum wir “kriegstüchtig” werden müssen, anstatt alles dafür zu tun, um in keinen Krieg gezogen zu werden.“</p><p>Diese Zeilen habe ich heute von meiner Mutter auf meine Bitte, etwas aufzuschreiben, bekommen, handgeschrieben, fotografiert und per WhatsApp verschickt. Sie ist Großmutter von vier “Jungs” zwischen 27 und 36 Jahren und einer kleinen Enkelin.</p><p>Unsere Familie in Berlin war in meiner Erinnerung ziemlich groß, ich hatte auch das Glück, meine Urgroßeltern mütterlicherseits kennenzulernen. An meinen Urgroßvater erinnere ich mich noch sehr gut: Er war steinalt und hatte einen Klumpfuß; Verletzung aus dem Ersten Weltkrieg, wie es mir erzählt wurde.</p><p>Der Vater meines Vaters ist gefallen. Er wurde 31 Jahre alt.</p><p>Ich danke euch sehr für diese Initiative und den Anstoß, mit den Erinnerungen „rauszurücken“. Im Laufe der Jahre habe ich schon ab und zu etwas gehört über die Kriegsjahre – nicht viel. Dass meine Mutter im Alter von vier Jahren ohne ihre Mutter in den Luftschutzkeller abstieg, hörte ich erst vor Kurzem, und die Geschichte mit Oma in Schlesien las ich heute zum ersten Mal. </p><p>Wer will seine Kinder auch mit solchen Sachen belasten? Es bleiben eben Kinder, auch wenn sie 25, 40 oder jetzt 60 sind. </p><p>Und? Haben wir genug gefragt? Ich glaube, wir haben es versäumt. </p><p>Und wir waren gutgläubig in dem Mantra, dass so etwas niemals mehr passieren darf.</p><p>Petra Kabisch</p><p><strong>“Er lag da, als wäre er gar nicht tot”</strong></p><p>Liebe NachDenkSeiten,</p><p>herzlichen Dank für ihre unermesslich wertvolle Arbeit.</p><p>Veröffentlichen Sie gern unentgeltlich – wenn es passt – meinen kurzen Artikel über die Kriegserinnerungen meines Vaters.(…)</p><p>Danke<br></br> Michael Haas</p><p>Menschen, die im Frieden aufgewachsen sind, können sich das Grauen des Krieges nicht vorstellen. Danke, dass ihr Erinnerungen daran veröffentlicht und so dem Frieden dient.</p><p>Ich bin Jahrgang 1958, also 13 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs geboren.</p><p>Meine Eltern haben mir vom Krieg erzählt. Meine Mutter sagte einmal: „Die Besten sind nicht zurückgekommen.” Einmal habe ich einen Brief meines Vaters aus dem Lazarett an seine Eltern gelesen, der irgendwie die Jahre überdauert hat.</p><p>Er ist 1924 geboren, hat sich mit 17 freiwillig zur Wehrmacht gemeldet, war lange in Russland im Krieg. Er starb vor 20 Jahren. Ein Freund von ihm, Michael, ist bei einem Angriff gefallen. Wie beschönigend dieses Wort ist: „gefallen“. Niemand würde bei einem Opfer während eines Bankraubs von gefallen sprechen. Ein wenig klingt es, als könne das Sterben im Krieg richtig sein, notwendig vielleicht, als wäre es etwas Ehrenvolles.</p><p>„Er lag da, als wäre er gar nicht tot”, erzählte mein Vater. „Mit offenem Mund, auf dem Rücken, die Augen geschlossen, als schliefe er, die Arme und Beine entspannt. Sein Gesicht war friedlich. Als wir ihn umdrehten, sahen wir das Loch im Hinterkopf. Beim Laufen im Sturmangriff reißt du den Mund auf.” Mein Vater wischte sich mit der Hand eine Träne aus dem Augenwinkel. Ich frage mich manchmal, ob mein Vorname eine Erinnerung an diesen ‘Gefallenen‘ ist. Und stelle mir vor, wie es ist, einen Freund auf solche Weise zu verlieren.</p><p>„Die Propaganda der Nazis war raffiniert. Da gab es den widerlichen Film ‘Jud Süß‘, der das scheinbar Abstoßende dieser Menschen auf den Punkt bringen sollte. Die Slaven Russlands wurden als Untermenschen bezeichnet, dabei sahen sie aus wie wir und kämpften, scheinbar ohne Angst vor dem Tod. Es wurden Bilder von armen slavischen Menschen veröffentlicht. Das waren die angeblichen Untermenschen. Wenn du nichts zu essen hast, siehst du schnell ängstlich und hilflos aus und kannst als scheinbarer Beweis für Untermenschentum missbraucht werden.”</p><p>Er erzählte von Reiterangriffen in Russland in deutschem Maschinengewehrfeuer, das alles, Soldaten und Pferde niedermähte. Eine Mischung aus Grauen und Erstaunen über diese Bilder spiegelte sich in seinem Gesicht. „Hunderte starben sinnlos. Und sie wussten, dass sie keine Chance hatten. Es kam mir vor, als wollten sie uns zeigen, dass wir Russland nur besiegen können, wenn wir jeden umbringen.”</p><p>„Du kannst dir nicht vorstellen, was Menschen zu leiden im Stande sind. Wir gruben uns frierend Höhlen im Schnee, manchmal mit bloßen Händen. Nach der Kapitulation von General Paulus in Stalingrad war der Krieg im Grunde verloren. Aber wer das sagte, riskierte, wegen Wehrkraftzersetzung erschossen zu werden. Irgendwie hofften wir auf ein Wunder und darauf, dass sich die Engländer und Amis doch noch gegen die Russen werfen würden. Abwegig war diese Hoffnung nicht. Schließlich soll Churchill nach dem Krieg gesagt haben: ‚Wir haben das falsche Schwein geschlachtet.‘”</p><p>„Wir waren auf Erkundung in einem Wald, die Maschinenpistolen im Anschlag. Plötzlich sah ich Mündungsfeuer. Im selben Moment hat mich die Kugel erwischt. Die Russen saßen in den Bäumen. Verletzt lag ich im Schnee zwischen jungen Tannen, wo ich kaum zu sehen war. Unsere Einheit musste sich zurückziehen. Ich hoffte, dass mich der Feind nicht finden würde. Am Abend gelang unseren Männern ein Gegenangriff. Ich wurde in ein Lazarett gebracht.”</p><p>Die Lebenspartnerin meines Vaters zeigte mir Jahre nach seinem Tod den Brief an seine Eltern aus dem Lazarett. Er war voll Respekt ihnen gegenüber und dem Gedanken an seine Pflicht als Soldat geprägt. Außerdem schrieb er von seiner unendlichen Müdigkeit und der Hoffnung, dass der Wahnsinn ein Ende fände.</p><p>Ein Loch in der Schulter meines Vaters erinnerte an den Schuss des Russen. Einmal fragte meine Schwester Sylvia den passionierten Jäger: “Papi, haben die Russen gedacht, du bist ein Bock?”</p><p><strong>Meine Mutter guckte direkt in das Kanonenrohr eines Panzers</strong></p><p>Kleine Episode aus Kriegszeiten:</p><p>Meine Mutter wohnte in einem beschädigten Haus, der Luftdruck einer Bombe in der Nachbarschaft hatte den Dachstuhl eingedrückt. Ihr erster Mann ist in Smolensk an Fleckfieber gestorben. Meinen Vater lernte sie in dieser Zeit kennen, da er als Elektriker einen Job als Strom-Zähler-Ableser hatte. Ob es noch im Krieg war, weiß ich nicht. Jedenfalls klopfte es heftig an der Eingangstür, meine Mutter öffnete und guckte direkt in das Kanonenrohr eines Panzers, der direkt vor der Tür stand. Eine Stimme rief: „Hier vor einigen Minuten bum-bum”. Nach einigen Minuten Überlegen kam die Lösung – mein Vater hatte die Eigenart, die Holz-Rolladen an den Fenstern immer besonders schnell herunterzulassen, was ein Maschinengewehr-ähnliches Geräusch erzeugte. Der Panzerfahrer gab sich erst dann zufrieden, nachdem mein Vater noch einmal das Rolladen-Herunterlassen demonstrierte, das war das „bum-bum“.</p><p>Mein Vater war im Krieg am Scheinwerfer zu Gange, mit denen nachts die Flieger angestrahlt wurden, um sie zu lokalisieren. Ein sehr gefährlicher Job, denn nicht selten eröffneten die Flieger dann das Maschinengewehrfeuer in Richtung Scheinwerfer. Er hatte Glück.</p><p>Ich habe nach 18 Monaten Wehrdienst anschließend verweigert und wurde auch anerkannt, da mich der Militarismus regelrecht angewidert hat.</p><p>E.J.A.</p><p><strong>„Ihr wart ja nicht im Krieg, ihr wart ja nicht im Krieg“.</strong></p><p>Jahrgang 1950:</p><p>Aufgewachsen in einem Dorf, durch das der Westwall ging, alle 500 Meter ein Bunker, dort gespielt und auf Trümmergrundstücken und Feldern, auf denen Granaten lagen, Handgranate mit nach Hause genommen, sah so interessant aus, hatte einen Schutzengel. </p><p>Keinen Schutzengel hatten der Bruder meiner Mutter, die Männer meiner Tanten, Nachbar Onkel Willy im Rollstuhl „Onkel Willy, warum hast du keine Beine“, Opa vom Nachbarjungen lag zerfetzt im abgedunkelten Zimmer.</p><p>Und immer wieder mein Vater „Ihr wart ja nicht im Krieg, ihr wart ja nicht im Krieg“.</p><p>Krieg hört nicht auf mit dem Ende des Krieges.</p><p>Johanna Stürtzel</p><p><strong>Er war auf der „Tirpitz“ gewesen.</strong></p><p>Als Jg. 65 gehöre ich zu den Begnadeten, die noch keinen Krieg erleben mussten. </p><p>Erinnern kann ich mich an die Erzählungen von Großonkel Willi, der beide Weltkriege als Soldat mitgemacht hat. Wirklich betroffen gemacht hat mich, als ich herausgefunden habe, dass mein Großvater, der kurz vor meiner Geburt starb, noch weitere Söhne gehabt hat, die alle den Krieg nicht überlebt haben. Es wurde so gut wie nie darüber gesprochen. Irgendwann wurde dann der Letzte für tot erklärt. Er war auf der „Tirpitz“ gewesen.</p><p>Als ich im Winter auf einem Schiff in den nordnorwegischen Gewässern unterwegs war – warm, satt und unbedroht -, bin ich nachts draußen gewesen, habe die Kälte gespürt und in das undurchsichtige, tiefschwarze Wasser geschaut. Ich habe mir vorgestellt, wie die jungen Männer, die kaum erwachsen geworden sind,im Stahlrumpf des Schiffes eingeschlossen, gekentert, ohne große Chance auf Rettung in Dunkelheit im eisigen Wasser auf ihren Tod gewartet haben. Sie konnten nicht mal mehr um ihr Leben kämpfen. Nach dem ersten Chaos, nach dem vergeblichen Versuch, irgendetwas zu finden, um der Situation zu entkommen, wird ihnen tödlich bewußt geworden sein, dass sie hier, mutterseelenallein, irgendwo im Nirgendwo, elendig verrecken werden. Die schiere Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Panik und Überlebenskampf werden sich bis zum bitteren Ende abgewechselt haben.</p><p>Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt es, Menschen einem derartigen Horror auszusetzen. Kriege werden <strong>immer</strong> Oben gegen Unten geführt.</p><p>Ute Giesen</p><p><strong>„Denn wir waren ja im falschen Krieg gewesen!“</strong></p><p>Liebe Journalisten der NachDenkSeiten,</p><p>mit großer Hochachtung vor Ihrem unermüdlichen Bemühen um Frieden</p><p>danke und grüße ich herzlich,</p><p>Karen Bauer</p><p>Während wieder Luftwaffe mit ihren Übungen über unsere Köpfe und Häuser donnert, erinnere ich mich:</p><p>Mein Vater wurde mit 18 Jahren kurz vor dem Abitur aus der Schule heraus rekrutiert, kurzzeitig ausgebildet und als jüngster Kapitänleutnant der Marine nach Norwegen entsendet. Sein Schiff, ein als Minensuchboot umgebauter Walfischfänger als Begleitboot eines Flottenverbands, wurde von der englischen Luftwaffe angegriffen.</p><p>Mein Vater wurde schwer verwundet, Granatensplitter durchdrangen seinen Bauchraum, seine Gedärme purzelten auf den Schiffsboden, er sammelte sie wieder ein, drückte sie in den Bauch zurück und blieb auf der Brücke. Weitere Splitter verankerten sich in seinen Beinen. Später im Lazarett gab man nichts auf sein Leben, ein Sarg stand schon bereit. Er schwebte lange zwischen Leben und Tod.</p><p>Den zerstörten Körper behielt er sein Leben lang, die Splitter in den Beinen wurden nie entfernt, die Giftstoffe des Metalls waren im Verdacht, seinen Tod später durch Hautkrebs verursacht zu haben.</p><p>Mein Vater kam als 22-jähriger junger Mann aus dem Krieg heim und durfte nicht hoffen, einmal eine Frau zu finden, die mit den Verletzungen zurechtkam. Welch Kummer! Er verlor seinen Heimatort und Elternhaus, seine Eltern und Geschwister waren geflohen und zerstreut. Er sagte einmal zu mir: </p><p>„Das Grausamste aber war, heimzukehren und vom eigenen Volk angespuckt zu werden, denn wir waren ja im falschen Krieg gewesen!”</p><p>Mein Großvater mütterlicherseits starb als Soldat 1939. Meine Großmutter zog ihre drei kleinen Kinder alleine groß.</p><p>Meine Großtante und ihr Gatte verloren im Ersten Weltkrieg alle vier Söhne als Soldaten an der Front.</p><p>Mein Schwiegervater wurde mit 16 Jahren an die Front geworfen, Zeit seines Lebens durfte man ihn nicht nach seinen Erfahrungen fragen, er schwieg über seine Erlebnisse.</p><p>Meine Tante mit ihren 16 Lenzen stand in der Verantwortung für ein Dutzend weiterer Mädchen an Flakscheinwerfern. Alle ihre Kameradinnen verloren bei einem Luftangriff ihr Leben, allein meine Tante blieb zurück. Das hat sie nie verwunden.</p><p>Eine Großtante und ihre Tochter wurden von russischen Soldaten vergewaltigt. Als weitere Truppen kamen, wurde die Tochter in einem Erdloch versteckt. Diese Großtante kannte man nie mehr wirklich fröhlich.</p><p>Jungen Menschen lege ich einige Bücher ans Herz, dies nur eine kleine Auswahl:</p><ul> <li>Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses,Dee Brown</li> <li>Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque</li> <li>Eleni, Niclas Gage</li> <li>Geschichte eines Deutschen, Sebastian Haffner</li> <li>Christus kam nur bis Eboli,Carlo Levi</li> <li>Trotzdem ja zum Leben sagen, Viktor Frankl</li> <li>Geboren am 4 Juli, Ron Kovic</li> <li>Imperium USA, Daniele Ganser</li> <li>Das Ukraine-Kartell, Thomas Röper</li> </ul> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> In dieser 14. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ haben wir einige kürzere Beiträge gesammelt: Kindheitserinnerungen eines kleinen Mädchens, das im Keller des Flughafens Tempelhof auf seine Mutter wartet, In dieser 14. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ haben wir einige kürzere Beiträge gesammelt: Kindheitserinnerungen eines kleinen Mädchens, das im Keller des Flughafens Tempelhof auf seine Mutter wartet, Berichte über den Verlust eines guten Freundes, über ein gefährliches Missverständnis mit feindlichen Soldaten, das sich zum Glück aufklären ließ, und über Familien, in denenWeiterlesen Redaktion NachDenkSeiten 16:15 151209 Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit XXXV – „Ein Feind, ein guter Feind! – Russland und seine fünften Kolonnen“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=151223 Sun, 31 May 2026 12:00:19 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151223 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/03/Woerterbuch-Kriegstuechtigkeit.jpg" /><h1>Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit XXXV – „Ein Feind, ein guter Feind! – Russland und seine fünften Kolonnen“</h1><h2>By Ein Artikel von Leo Ensel</h2><article id="content"> <div> <p>Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche, nicht zuletzt aus hygienischen Gründen, in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung teils verharmlosender, teils lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft – uns alle – an das Undenkbare zu gewöhnen und möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln. – Diesmal geht es um den alten und neuen Feind im Osten und seine berüchtigten ‚fünften Kolonnen‘ hierzulande. Von <strong>Leo Ensel</strong>.<br></br> <span id="more-151223"></span><br></br> <strong>außenpolitische Abwehrmaßnahme</strong><br></br> Nennt die EU eine im Worst Case Todesstrafe auf Raten, die aber eben – und das ist der Trick! – gar keine Strafe ist. Sprich: Sanktionen nicht etwa gegen russische Politiker oder Oligarchen, sondern gegen Privatpersonen wie den Schweizer Ex-Diplomaten <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/jacques-baud-es-gibt-keine-meinungsfreiheit-mehr-in-europa-10019864">Jacques Baud</a> oder den deutschen Journalisten <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/fall-doru-behoerde-sperrt-auch-konten-der-ehefrau-familie-steht-vor-dem-nichts-10028136">Hüseyin Doğru</a>. Deren (noch nicht mal nachgewiesene) Verbrechen, die ebenfalls keine sind: „prorussische Desinformation“, „Unterstützung destabilisierender Aktivitäten Russlands“, „Sprachrohr prorussischer Propaganda“, „Verbreitung von Verschwörungstheorien bzw. Desinformation zum Ukrainekrieg“ – kurz: Verbreitung von Informationen, die vom westlichen Mainstream abweichen! Die Höchststrafe – die eben keine ist: Kaltstellen der betreffenden Personen, am nationalen Rechtsstaat höchst elegant vorbei. Und zwar zeitlich unbefristet. (vgl. „destabilisierender Faktor“)</p><p><a href="https://www.focus.de/politik/ausland/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html"><strong>bedingungslose Kapitulation (Russlands)</strong></a><br></br> „Doch gibt es auch für Russland einen Weg zurück in eine zivilisierte und friedliche Welt: Der Weg dahin ist der militärische Sieg der Ukraine. [Bei dem wir gerne noch etwas nachhelfen.] Dies käme einer bedingungslosen Kapitulation Russlands gleich.“ – Leider ist dieser hoffnungsfrohe, um den 8./9. Mai 2026 von Roderich Kiesewetter in die deutsche Öffentlichkeit lancierte Vorschlag mit einer gewissen ‚ästhetischen Unwucht‘ behaftet: 2025 – exakt 80 Jahre ‚danach‘ – wäre erheblich wirkungsvoller gewesen! (vgl. „Stunde Null“)</p><p><a href="https://www.zeit.de/kultur/2025-04/friedensbewegung-ostermarsch-pazifismus-friedenstaube"><strong>Breitbandpazifismus</strong></a><br></br> (Angeblich auch noch unterkomplex.) Klingt nach Breitbandantibiotikum. <a href="https://www.telepolis.de/article/Kriegstuechtigkeit-im-Feuilleton-Weisse-Tauben-im-Visier-10357507.html">Entdeckt</a> hat diese Perle die kluge – ebenfalls sprachkritische – Christiane Voges in dem (pünktlich zum Ostermarsch 2025 platzierten) Essay „Die Tauben flattern nach rechts“ eines Johannes Schneider in der <em>ZEIT</em>. – Nach dem schon etwas ranzig gewordenen „Lumpenpazifismus“-Klassiker von Sascha Lobo im <em>Spiegel </em>und noch vor den „Altpazifisten“ auf der berühmten GRÜNEN Bundesdelegiertenkonferenz sah sich das einstige ‚Flaggschiff der Entspannungspolitik‘ wohl gezwungen, seinerseits mit einem frischen Neologismus nachzulegen. (vgl. „oldschool“)</p><p><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=146494"><strong>Desinformationssanktionsregime der Europäischen Union</strong></a><br></br> Ein Sanktionsregime der EU zur Durchsetzung von Desinformationen. – Oder?</p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=01hJNyph_JE"><strong>destabilisierender Faktor</strong></a><br></br> Ist jemand, der in der Strategie der transatlantischen Sicherheitseliten als schädlich für den gesellschaftlichen Zusammenhang gilt. Die argumentieren dann laut Konfliktforscherin Nel Bonilla so: „Im Moment befinden wir uns in einer Art Krieg, einer Art Frieden, in einer Grauzone. Wir können uns keinen destabilisierenden Faktor leisten. Also müssen wir die Person, Organisation, Institution aus der Gesellschaft ausschließen.“ – Kurz: Gemeint sind alle, die die offizielle Sicht der Dinge nicht teilen – und das auch noch laut zu sagen wagen. Beispiel gefällig? Dann googeln Sie mal nach Jacques Baud oder Hüseyin Dogru! (vgl. „außenpolitische Abwehrmaßnahme“, Informationsterroristen“, „Verbreiter von Verschwörungstheorien“)</p><p><a href="https://www.focus.de/politik/ausland/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html"><strong>Diktatur- und Terrorfiliale</strong></a><br></br> „Warum machen wir so weiter wie bisher und ertragen sogar ein ‚Russisches Haus‘ im Herzen Berlins, statt diese Diktatur- und Terrorfiliale zu enteignen und zu schließen?“ Ereiferte sich Roderich Donner-, ääh: Kiesewetter am 11. Mai im <em>FOCUS. </em>– Tja, warum eigentlich nicht? Und alle orthodoxen Kirchen in Deutschland gleich mit! (Russensupermärkte ebenfalls.)</p><p><a href="https://x.com/JulianRoepcke/status/1752815844378152976"><strong>Drecksregime</strong></a><br></br> Das „in Blut und Asche untergehen“ soll. (vgl. „Wahnsinniger im Kreml“)</p><p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/denk-ich-an-deutschland-der-musiker-sebastian-krumbiegel-100.html"><strong>feige</strong></a><br></br> Sind laut Sebastian Krumbiegel („Die Prinzen“) natürlich – die Pazifisten! (Weshalb er mutig darauf <a href="https://www.welt.de/vermischtes/prominente/article246449252/Die-Prinzen-Frontmann-Auszeichnung-mit-Krone-Schmalz-Krumbiegel-lehnt-Friedenspreis-ab.html">verzichtete</a>, den renommierten <em>Löwenherz Friedenspreis 2023</em> zusammen mit der unermüdlich für Deeskalation eintretenden Gabriele Krone-Schmalz anzunehmen.)</p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=0rMsgpE736o"><strong>immer dreister</strong></a><br></br> „Russland spioniert Deutschland mit Drohnen aus, vor allem Militärbasen und geheime Waffentransporte in die Ukraine. Das ist erschreckend und nicht ganz neu, aber das passiert immer häufiger, und die Spione gehen dabei immer dreister vor.“ So, sich auf die <em>New York Times</em> und die <em>WirtschaftsWoche</em> berufend, „ZDF heute“ am 30. August 2025. – „Immer dreister“: Ein Klassiker des Jargons Schwarzer Pädagogik, den sich die Erziehungsberechtigten im Öffentlichen Rundfunk einfach nicht abgewöhnen können! (Oder wollen?) (vgl. „keine Faxen reißen“, „noch dreister, rücksichtsloser und brutaler“, „Unfug machen“)</p><p><a href="https://nius.de/politik/news/komplette-rede-us-aussenminister-marco-rubio-muenchner-sicherheitskonferenz"><strong>Kräfte der zivilisatorischen Auslöschung</strong></a><br></br> Es gibt nichts, was man nicht noch steigern könnte! Schauen Sie selbst: Zuerst „Achse des Bösen“, dann „CRINK“, dann „Achse der Verachtenswerten“ – und nun Marco Rubios „Kräfte zivilisatorischer Auslöschung, die heute Amerika und Europa gleichermaßen bedrohen“! – Die <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=146482">Konsequenz</a>: „Rubio verlangt in diesem Kampf von Europa absolute Loyalität. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Es gibt keine Neutralität mehr. In diesem klassisch bipolaren Weltbild gibt es nur Gläubige und Ungläubige, Vasallen und Feinde.“ Auf Deutsch: „Entscheidet euch, Leute! Und zwar schnellstmöglich.“ (Für uns natürlich.)</p><p><a href="https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-24-september-2025-100"><strong>mal die Moskauer U-Bahn stillstellen</strong></a><br></br> Wenigstens für einen Tag – mit Cyberangriffen. Forderte fröhlich am 24. September 2025 der EVP-Vorsitzende im Europaparlament, Manfred Weber, bei „Markus Lanz“. Denn: „Der Gegner macht das jeden Tag.“</p><p><a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article69eb151dba6fbb31e59b9040/russland-cdu-politiker-kiesewetter-bezeichnet-deutschland-als-mental-schwaechstes-land.html"><strong>mental schwächstes Land</strong></a><br></br> Ist natürlich – Deutschland. (Stellt doch Kanzler Merz der Ukraine den Taurus immer noch nicht zur Verfügung!) Klagte der mental unüberschaubare Roderich Kiesewetter am 24. April ausgerechnet im <a href="https://wonderl.ink/@machtmenschen">„Machtmenschen Podcast“</a>.</p><p><a href="https://overton-magazin.de/top-story/britische-regierung-nur-russland-hatte-die-mittel-das-motiv-und-die-moeglichkeit/"><strong>Mittel, Motiv und Möglichkeit</strong></a><br></br> Alliterierte die britische Regierung punktgenau zur Münchner Sicherheitskonferenz 2026: „Nur Russland hatte die Mittel, das Motiv und die Möglichkeit“. (Die <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2756256-2756256">Bundesregierung</a>, mit Sinn für Ästhetik, lieferte noch eine weitere Variation des Alliterationshattricks: „Nur der russische Staat verfügte über die erforderliche Kombination aus Mitteln, Motiv und Missachtung des Völkerrechts, um diese Tat zu begehen.“) Gemeint war der just in diesem Moment aufgetauchte Beweis (?), dass „Putins Schergen“ den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny am 16. Februar 2024 – ebenfalls punktgenau zur Münchner Sicherheitskonferenz – mit dem hochwirksamen südamerikanischen Froschgift <a href="https://overton-magazin.de/top-story/ist-die-erklaerung-alternativenlos-dass-nawalny-vom-russischen-staat-vergiftet-wurde/">Epibatidin</a> ermordet haben sollen. Und Außenminister Wadephul <a href="https://x.com/AussenMinDE/status/2022776167766376837">apportierte</a> brav: „Klar ist: Die russischen Behörden hatten die Möglichkeit, das Motiv und die Mittel, Nawalny das Gift zu verabreichen.“ – Was eine weitere Diskussion der Beweisführung überflüssig, nein: verdächtig macht! (vgl. den beliebten Sloterdijk‘schen Hattrick „offen, öffentlich und offensiv“, der die westliche Reaktion hier sehr gut auf den Punkt gebracht hätte.)</p><p><a href="https://www.spiegel.de/ausland/nato-generalsekretaer-mark-rutte-wir-sind-russlands-naechstes-ziel-a-cf52fdcd-11f6-4927-91d5-e63574607e22"><strong>noch dreister, rücksichtsloser und brutaler</strong></a><br></br> Ist, laut NATO-Generalsekretär Mark Rutte, natürlich – Russland! Logische <a href="https://www.berliner-zeitung.de/news/nato-chef-rutte-in-berlin-wir-sind-russlands-naechstes-ziel-li.10009837?fbclid=IwY2xjawOqRExleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeskQvy_Zf9HZgWBj7ACr3N6moJs4YKwMexvS14Y0Pum1RLwhwMqD8C0XzMcc_aem_84y38WoJo5Z_bRrzowGy0Q">Konsequenz</a>: „Wir müssen uns auf ein Ausmaß von Kriegen vorbereiten, wie sie unsere Großeltern und Urgroßeltern ertragen mussten.“ („We must be prepared for the scale of war our grandparents and great-grandparents endured.“) – Any questions?</p><p><a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/deutsche-sicherheitspolitik-diplomatie-100.html"><strong>oldschool</strong></a><br></br> „Ziemlich oldschool“, untertitelte der <em>Deutschlandfunk Kultur</em> abschätzig am 14. März ein Foto von „Gegen die Wehrpflicht“ streikenden Schülern, die doch tatsächlich (noch oder wieder?) ein Plakat mit der Aufschrift „Frieden schaffen ohne Waffen“ in der Hand hielten. – Lieber <em>Deutschlandfunk Kultur </em>(!), was ist denn eigentlich „newschool“? „Krieg schaffen mit Waffen“? (vgl. „aus der Zeit gefallen“, „Breitbandpazifisten“)</p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=pR73EW-al68"><strong>pazifistisches Wolkenkuckucksheim</strong></a><br></br> Man werde sie künftig aus ihrem pazifistischen Wolkenkuckucksheim holen. Versprach kurz nach der ersten Forderung von Boris Pistorius, Deutschland solle nun „kriegstüchtig“ werden, Dirk Kurbjuweit, Chefredakteur des <em>Spiegel</em>, seinen Lesern. (Woran nicht nur er, sondern die gesamte Redaktion sich gehalten hat.)</p><p><a href="https://www.focus.de/politik/ausland/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html"><strong>Stunde Null</strong></a><br></br> „Europa muss daher konsequent auf eine ‚Stunde Null‘ Russlands hinarbeiten. Diese muss mit einer Verfolgung und Ahndung der Kriegsverbrechen einhergehen, und sie sollte der Anfang eines Prozesses sein, in dem der russischen Bevölkerung die Tragweite der russischen Verbrechen verdeutlicht wird.“ Forderten der immer rasanter zum ‚deutschen Dmitri Medwedew‘ mutierende Roderich Kiesewetter und eine Susann Worschech neulich im <em>FOCUS.</em> – Leider haben die um 80 Jahre verspäteten Rächer:innen im Eifer des Gefechts vergessen, den passenden Ort vorzuschlagen: NÜRNBERG natürlich! (vgl. „bedingungslose Kapitulation – Russlands“)</p><p><a href="https://www.berliner-kurier.de/politik-wirtschaft/ukraine-krieg/dummheit-moskaus-suff-beleidigt-aussenministerin-baerbock-wegen-ukraine-weizen-sprecherin-li.227958"><strong>Suff-Sprecherin</strong></a><br></br> „Moskaus Suff-Sprecherin beleidigt Außenministerin Baerbock wegen Ukraine-Weizen.“ – Zur Erklärung: Der <em>Berliner Kurier</em> vom 15. Mai 2022 meinte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Deren originelles Verbrechen: Sie hatte doch tatsächlich Frau Baerbock „Dummheit“ vorgeworfen!</p><p><a href="https://www.focus.de/politik/ausland/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html"><strong>Terrorstaat</strong></a><br></br> „Ein Terrorstaat, der von seinem imperialen Vernichtungswillen auch dann nicht ablässt, wenn er wirtschaftlich schwächelt“, ist natürlich laut ‚Roderich, der Taurus bricht!‘ – Russland. Wirksames Gegengift, wir Deutschen wurden auf diese Weise bereits für immer geheilt: Bedingungslose Kapitulation und Stunde Null! (Damals halfen die Russen uns, heute helfen wir ihnen.)</p><p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/die-presseschau-aus-deutschen-zeitungen-8816.html"><strong>Unwille der jungen Generation</strong></a><br></br> „Alles, was der russische Überfall auf die Ukraine hierzulande militärisch in Gang gesetzt hat, war bislang Stückwerk. Offenbart wurden die eklatanten Schwächen der Bundeswehr, gepaart mit einem verbreiteten Unwillen der jungen Generation, sich für den Wehrdienst bereitzufinden.“ Monierte am 23. April die Stimme des Volkes, ähh: <em>Volksstimme</em>, aus Magdeburg. – Subkutane Botschaft: Da müssen endlich mal andere Saiten aufgezogen werden! (vgl. „Generation Waschlappen“)</p><p><a href="https://x.com/JulianRoepcke/status/1752815844378152976"><strong>Wahnsinniger im Kreml</strong></a><br></br> „Was ich mir wünsche: Dass Russlands Armee so dramatisch an Menschen und Material verliert, dass der Wahnsinnige im Kreml seinen Vernichtungsfeldzug gegen die Ukraine endlich beendet – und wenn möglich kurz darauf gestürzt wird.“ Womit Julian („Dünger“) Röpke am 31. Januar 2024 auf seinem X-Account dem beliebten „zweiten Hitler“ zu den zahllosen bereits vorhandenen (siehe „Putin II“) noch ein weiteres Attribut verlieh. Spontane Konsequenz des eloquenten Leitenden BILD-Redakteurs: „Also: Verwechselt nicht Objektivität mit Neutralität. Ich bin nicht neutral. Ich will das Drecksregime in Blut und Asche untergehen sehen. Besser heute als morgen.“ – Aber einen Mann mit solchem Tatendrang hält es nicht lange am Schreibtisch. Zwei Jahre später, am 20. April 2026, <a href="https://x.com/JulianRoepcke/status/2046257455001215231">verkündete</a> er auf derselben Plattform: „Was ansteht, ist der Wechsel zu einem deutsch-ukrainischen Drohnenbauer, der seit 2023 operiert und zu den größten Lieferanten für die Ukraine gehört.“ (Um in ungewöhnlich gedämpfter Tonlage noch hinterherzuraunen: „Das Unternehmen betreibt seine Öffentlichkeitsarbeit zum Schutz seiner Mitarbeiter in Deutschland und der Ukraine bewusst zurückhaltend, daher ist eine zeitnahe Nennung des Firmennamens nicht vorgesehen.“)</p><p><em>(wird fortgesetzt)</em></p><p><em>Alle bisher erschienenen Folgen der Serie „Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit“ von Leo Ensel können Sie <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?tag=woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit">in dieser Übersicht finden</a> und diese auch einzeln darüber aufrufen.</em></p><p><em>Leo Ensel: <a href="https://mediashop.at/buecher/woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit/">Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit – Krieg heißt Töten.</a> Wien 2026, Promedia Verlag, Taschenbuch, 168 Seiten, ISBN 978-3-85371-563-5, 20 Euro.</em></p><p><small>Titelbild: © <a href="https://tinaovalle.com/">Tina Ovalle</a></small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/03/Woerterbuch-Kriegstuechtigkeit.jpg" /><h1>Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit XXXV – „Ein Feind, ein guter Feind! – Russland und seine fünften Kolonnen“</h1><h2>By Ein Artikel von Leo Ensel</h2><article id="content"> <div> <p>Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche, nicht zuletzt aus hygienischen Gründen, in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung teils verharmlosender, teils lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft – uns alle – an das Undenkbare zu gewöhnen und möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln. – Diesmal geht es um den alten und neuen Feind im Osten und seine berüchtigten ‚fünften Kolonnen‘ hierzulande. Von <strong>Leo Ensel</strong>.<br></br> <span id="more-151223"></span><br></br> <strong>außenpolitische Abwehrmaßnahme</strong><br></br> Nennt die EU eine im Worst Case Todesstrafe auf Raten, die aber eben – und das ist der Trick! – gar keine Strafe ist. Sprich: Sanktionen nicht etwa gegen russische Politiker oder Oligarchen, sondern gegen Privatpersonen wie den Schweizer Ex-Diplomaten <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/jacques-baud-es-gibt-keine-meinungsfreiheit-mehr-in-europa-10019864">Jacques Baud</a> oder den deutschen Journalisten <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/fall-doru-behoerde-sperrt-auch-konten-der-ehefrau-familie-steht-vor-dem-nichts-10028136">Hüseyin Doğru</a>. Deren (noch nicht mal nachgewiesene) Verbrechen, die ebenfalls keine sind: „prorussische Desinformation“, „Unterstützung destabilisierender Aktivitäten Russlands“, „Sprachrohr prorussischer Propaganda“, „Verbreitung von Verschwörungstheorien bzw. Desinformation zum Ukrainekrieg“ – kurz: Verbreitung von Informationen, die vom westlichen Mainstream abweichen! Die Höchststrafe – die eben keine ist: Kaltstellen der betreffenden Personen, am nationalen Rechtsstaat höchst elegant vorbei. Und zwar zeitlich unbefristet. (vgl. „destabilisierender Faktor“)</p><p><a href="https://www.focus.de/politik/ausland/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html"><strong>bedingungslose Kapitulation (Russlands)</strong></a><br></br> „Doch gibt es auch für Russland einen Weg zurück in eine zivilisierte und friedliche Welt: Der Weg dahin ist der militärische Sieg der Ukraine. [Bei dem wir gerne noch etwas nachhelfen.] Dies käme einer bedingungslosen Kapitulation Russlands gleich.“ – Leider ist dieser hoffnungsfrohe, um den 8./9. Mai 2026 von Roderich Kiesewetter in die deutsche Öffentlichkeit lancierte Vorschlag mit einer gewissen ‚ästhetischen Unwucht‘ behaftet: 2025 – exakt 80 Jahre ‚danach‘ – wäre erheblich wirkungsvoller gewesen! (vgl. „Stunde Null“)</p><p><a href="https://www.zeit.de/kultur/2025-04/friedensbewegung-ostermarsch-pazifismus-friedenstaube"><strong>Breitbandpazifismus</strong></a><br></br> (Angeblich auch noch unterkomplex.) Klingt nach Breitbandantibiotikum. <a href="https://www.telepolis.de/article/Kriegstuechtigkeit-im-Feuilleton-Weisse-Tauben-im-Visier-10357507.html">Entdeckt</a> hat diese Perle die kluge – ebenfalls sprachkritische – Christiane Voges in dem (pünktlich zum Ostermarsch 2025 platzierten) Essay „Die Tauben flattern nach rechts“ eines Johannes Schneider in der <em>ZEIT</em>. – Nach dem schon etwas ranzig gewordenen „Lumpenpazifismus“-Klassiker von Sascha Lobo im <em>Spiegel </em>und noch vor den „Altpazifisten“ auf der berühmten GRÜNEN Bundesdelegiertenkonferenz sah sich das einstige ‚Flaggschiff der Entspannungspolitik‘ wohl gezwungen, seinerseits mit einem frischen Neologismus nachzulegen. (vgl. „oldschool“)</p><p><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=146494"><strong>Desinformationssanktionsregime der Europäischen Union</strong></a><br></br> Ein Sanktionsregime der EU zur Durchsetzung von Desinformationen. – Oder?</p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=01hJNyph_JE"><strong>destabilisierender Faktor</strong></a><br></br> Ist jemand, der in der Strategie der transatlantischen Sicherheitseliten als schädlich für den gesellschaftlichen Zusammenhang gilt. Die argumentieren dann laut Konfliktforscherin Nel Bonilla so: „Im Moment befinden wir uns in einer Art Krieg, einer Art Frieden, in einer Grauzone. Wir können uns keinen destabilisierenden Faktor leisten. Also müssen wir die Person, Organisation, Institution aus der Gesellschaft ausschließen.“ – Kurz: Gemeint sind alle, die die offizielle Sicht der Dinge nicht teilen – und das auch noch laut zu sagen wagen. Beispiel gefällig? Dann googeln Sie mal nach Jacques Baud oder Hüseyin Dogru! (vgl. „außenpolitische Abwehrmaßnahme“, Informationsterroristen“, „Verbreiter von Verschwörungstheorien“)</p><p><a href="https://www.focus.de/politik/ausland/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html"><strong>Diktatur- und Terrorfiliale</strong></a><br></br> „Warum machen wir so weiter wie bisher und ertragen sogar ein ‚Russisches Haus‘ im Herzen Berlins, statt diese Diktatur- und Terrorfiliale zu enteignen und zu schließen?“ Ereiferte sich Roderich Donner-, ääh: Kiesewetter am 11. Mai im <em>FOCUS. </em>– Tja, warum eigentlich nicht? Und alle orthodoxen Kirchen in Deutschland gleich mit! (Russensupermärkte ebenfalls.)</p><p><a href="https://x.com/JulianRoepcke/status/1752815844378152976"><strong>Drecksregime</strong></a><br></br> Das „in Blut und Asche untergehen“ soll. (vgl. „Wahnsinniger im Kreml“)</p><p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/denk-ich-an-deutschland-der-musiker-sebastian-krumbiegel-100.html"><strong>feige</strong></a><br></br> Sind laut Sebastian Krumbiegel („Die Prinzen“) natürlich – die Pazifisten! (Weshalb er mutig darauf <a href="https://www.welt.de/vermischtes/prominente/article246449252/Die-Prinzen-Frontmann-Auszeichnung-mit-Krone-Schmalz-Krumbiegel-lehnt-Friedenspreis-ab.html">verzichtete</a>, den renommierten <em>Löwenherz Friedenspreis 2023</em> zusammen mit der unermüdlich für Deeskalation eintretenden Gabriele Krone-Schmalz anzunehmen.)</p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=0rMsgpE736o"><strong>immer dreister</strong></a><br></br> „Russland spioniert Deutschland mit Drohnen aus, vor allem Militärbasen und geheime Waffentransporte in die Ukraine. Das ist erschreckend und nicht ganz neu, aber das passiert immer häufiger, und die Spione gehen dabei immer dreister vor.“ So, sich auf die <em>New York Times</em> und die <em>WirtschaftsWoche</em> berufend, „ZDF heute“ am 30. August 2025. – „Immer dreister“: Ein Klassiker des Jargons Schwarzer Pädagogik, den sich die Erziehungsberechtigten im Öffentlichen Rundfunk einfach nicht abgewöhnen können! (Oder wollen?) (vgl. „keine Faxen reißen“, „noch dreister, rücksichtsloser und brutaler“, „Unfug machen“)</p><p><a href="https://nius.de/politik/news/komplette-rede-us-aussenminister-marco-rubio-muenchner-sicherheitskonferenz"><strong>Kräfte der zivilisatorischen Auslöschung</strong></a><br></br> Es gibt nichts, was man nicht noch steigern könnte! Schauen Sie selbst: Zuerst „Achse des Bösen“, dann „CRINK“, dann „Achse der Verachtenswerten“ – und nun Marco Rubios „Kräfte zivilisatorischer Auslöschung, die heute Amerika und Europa gleichermaßen bedrohen“! – Die <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=146482">Konsequenz</a>: „Rubio verlangt in diesem Kampf von Europa absolute Loyalität. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Es gibt keine Neutralität mehr. In diesem klassisch bipolaren Weltbild gibt es nur Gläubige und Ungläubige, Vasallen und Feinde.“ Auf Deutsch: „Entscheidet euch, Leute! Und zwar schnellstmöglich.“ (Für uns natürlich.)</p><p><a href="https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-24-september-2025-100"><strong>mal die Moskauer U-Bahn stillstellen</strong></a><br></br> Wenigstens für einen Tag – mit Cyberangriffen. Forderte fröhlich am 24. September 2025 der EVP-Vorsitzende im Europaparlament, Manfred Weber, bei „Markus Lanz“. Denn: „Der Gegner macht das jeden Tag.“</p><p><a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article69eb151dba6fbb31e59b9040/russland-cdu-politiker-kiesewetter-bezeichnet-deutschland-als-mental-schwaechstes-land.html"><strong>mental schwächstes Land</strong></a><br></br> Ist natürlich – Deutschland. (Stellt doch Kanzler Merz der Ukraine den Taurus immer noch nicht zur Verfügung!) Klagte der mental unüberschaubare Roderich Kiesewetter am 24. April ausgerechnet im <a href="https://wonderl.ink/@machtmenschen">„Machtmenschen Podcast“</a>.</p><p><a href="https://overton-magazin.de/top-story/britische-regierung-nur-russland-hatte-die-mittel-das-motiv-und-die-moeglichkeit/"><strong>Mittel, Motiv und Möglichkeit</strong></a><br></br> Alliterierte die britische Regierung punktgenau zur Münchner Sicherheitskonferenz 2026: „Nur Russland hatte die Mittel, das Motiv und die Möglichkeit“. (Die <a href="https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2756256-2756256">Bundesregierung</a>, mit Sinn für Ästhetik, lieferte noch eine weitere Variation des Alliterationshattricks: „Nur der russische Staat verfügte über die erforderliche Kombination aus Mitteln, Motiv und Missachtung des Völkerrechts, um diese Tat zu begehen.“) Gemeint war der just in diesem Moment aufgetauchte Beweis (?), dass „Putins Schergen“ den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny am 16. Februar 2024 – ebenfalls punktgenau zur Münchner Sicherheitskonferenz – mit dem hochwirksamen südamerikanischen Froschgift <a href="https://overton-magazin.de/top-story/ist-die-erklaerung-alternativenlos-dass-nawalny-vom-russischen-staat-vergiftet-wurde/">Epibatidin</a> ermordet haben sollen. Und Außenminister Wadephul <a href="https://x.com/AussenMinDE/status/2022776167766376837">apportierte</a> brav: „Klar ist: Die russischen Behörden hatten die Möglichkeit, das Motiv und die Mittel, Nawalny das Gift zu verabreichen.“ – Was eine weitere Diskussion der Beweisführung überflüssig, nein: verdächtig macht! (vgl. den beliebten Sloterdijk‘schen Hattrick „offen, öffentlich und offensiv“, der die westliche Reaktion hier sehr gut auf den Punkt gebracht hätte.)</p><p><a href="https://www.spiegel.de/ausland/nato-generalsekretaer-mark-rutte-wir-sind-russlands-naechstes-ziel-a-cf52fdcd-11f6-4927-91d5-e63574607e22"><strong>noch dreister, rücksichtsloser und brutaler</strong></a><br></br> Ist, laut NATO-Generalsekretär Mark Rutte, natürlich – Russland! Logische <a href="https://www.berliner-zeitung.de/news/nato-chef-rutte-in-berlin-wir-sind-russlands-naechstes-ziel-li.10009837?fbclid=IwY2xjawOqRExleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeskQvy_Zf9HZgWBj7ACr3N6moJs4YKwMexvS14Y0Pum1RLwhwMqD8C0XzMcc_aem_84y38WoJo5Z_bRrzowGy0Q">Konsequenz</a>: „Wir müssen uns auf ein Ausmaß von Kriegen vorbereiten, wie sie unsere Großeltern und Urgroßeltern ertragen mussten.“ („We must be prepared for the scale of war our grandparents and great-grandparents endured.“) – Any questions?</p><p><a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/deutsche-sicherheitspolitik-diplomatie-100.html"><strong>oldschool</strong></a><br></br> „Ziemlich oldschool“, untertitelte der <em>Deutschlandfunk Kultur</em> abschätzig am 14. März ein Foto von „Gegen die Wehrpflicht“ streikenden Schülern, die doch tatsächlich (noch oder wieder?) ein Plakat mit der Aufschrift „Frieden schaffen ohne Waffen“ in der Hand hielten. – Lieber <em>Deutschlandfunk Kultur </em>(!), was ist denn eigentlich „newschool“? „Krieg schaffen mit Waffen“? (vgl. „aus der Zeit gefallen“, „Breitbandpazifisten“)</p><p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=pR73EW-al68"><strong>pazifistisches Wolkenkuckucksheim</strong></a><br></br> Man werde sie künftig aus ihrem pazifistischen Wolkenkuckucksheim holen. Versprach kurz nach der ersten Forderung von Boris Pistorius, Deutschland solle nun „kriegstüchtig“ werden, Dirk Kurbjuweit, Chefredakteur des <em>Spiegel</em>, seinen Lesern. (Woran nicht nur er, sondern die gesamte Redaktion sich gehalten hat.)</p><p><a href="https://www.focus.de/politik/ausland/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html"><strong>Stunde Null</strong></a><br></br> „Europa muss daher konsequent auf eine ‚Stunde Null‘ Russlands hinarbeiten. Diese muss mit einer Verfolgung und Ahndung der Kriegsverbrechen einhergehen, und sie sollte der Anfang eines Prozesses sein, in dem der russischen Bevölkerung die Tragweite der russischen Verbrechen verdeutlicht wird.“ Forderten der immer rasanter zum ‚deutschen Dmitri Medwedew‘ mutierende Roderich Kiesewetter und eine Susann Worschech neulich im <em>FOCUS.</em> – Leider haben die um 80 Jahre verspäteten Rächer:innen im Eifer des Gefechts vergessen, den passenden Ort vorzuschlagen: NÜRNBERG natürlich! (vgl. „bedingungslose Kapitulation – Russlands“)</p><p><a href="https://www.berliner-kurier.de/politik-wirtschaft/ukraine-krieg/dummheit-moskaus-suff-beleidigt-aussenministerin-baerbock-wegen-ukraine-weizen-sprecherin-li.227958"><strong>Suff-Sprecherin</strong></a><br></br> „Moskaus Suff-Sprecherin beleidigt Außenministerin Baerbock wegen Ukraine-Weizen.“ – Zur Erklärung: Der <em>Berliner Kurier</em> vom 15. Mai 2022 meinte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Deren originelles Verbrechen: Sie hatte doch tatsächlich Frau Baerbock „Dummheit“ vorgeworfen!</p><p><a href="https://www.focus.de/politik/ausland/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html"><strong>Terrorstaat</strong></a><br></br> „Ein Terrorstaat, der von seinem imperialen Vernichtungswillen auch dann nicht ablässt, wenn er wirtschaftlich schwächelt“, ist natürlich laut ‚Roderich, der Taurus bricht!‘ – Russland. Wirksames Gegengift, wir Deutschen wurden auf diese Weise bereits für immer geheilt: Bedingungslose Kapitulation und Stunde Null! (Damals halfen die Russen uns, heute helfen wir ihnen.)</p><p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/die-presseschau-aus-deutschen-zeitungen-8816.html"><strong>Unwille der jungen Generation</strong></a><br></br> „Alles, was der russische Überfall auf die Ukraine hierzulande militärisch in Gang gesetzt hat, war bislang Stückwerk. Offenbart wurden die eklatanten Schwächen der Bundeswehr, gepaart mit einem verbreiteten Unwillen der jungen Generation, sich für den Wehrdienst bereitzufinden.“ Monierte am 23. April die Stimme des Volkes, ähh: <em>Volksstimme</em>, aus Magdeburg. – Subkutane Botschaft: Da müssen endlich mal andere Saiten aufgezogen werden! (vgl. „Generation Waschlappen“)</p><p><a href="https://x.com/JulianRoepcke/status/1752815844378152976"><strong>Wahnsinniger im Kreml</strong></a><br></br> „Was ich mir wünsche: Dass Russlands Armee so dramatisch an Menschen und Material verliert, dass der Wahnsinnige im Kreml seinen Vernichtungsfeldzug gegen die Ukraine endlich beendet – und wenn möglich kurz darauf gestürzt wird.“ Womit Julian („Dünger“) Röpke am 31. Januar 2024 auf seinem X-Account dem beliebten „zweiten Hitler“ zu den zahllosen bereits vorhandenen (siehe „Putin II“) noch ein weiteres Attribut verlieh. Spontane Konsequenz des eloquenten Leitenden BILD-Redakteurs: „Also: Verwechselt nicht Objektivität mit Neutralität. Ich bin nicht neutral. Ich will das Drecksregime in Blut und Asche untergehen sehen. Besser heute als morgen.“ – Aber einen Mann mit solchem Tatendrang hält es nicht lange am Schreibtisch. Zwei Jahre später, am 20. April 2026, <a href="https://x.com/JulianRoepcke/status/2046257455001215231">verkündete</a> er auf derselben Plattform: „Was ansteht, ist der Wechsel zu einem deutsch-ukrainischen Drohnenbauer, der seit 2023 operiert und zu den größten Lieferanten für die Ukraine gehört.“ (Um in ungewöhnlich gedämpfter Tonlage noch hinterherzuraunen: „Das Unternehmen betreibt seine Öffentlichkeitsarbeit zum Schutz seiner Mitarbeiter in Deutschland und der Ukraine bewusst zurückhaltend, daher ist eine zeitnahe Nennung des Firmennamens nicht vorgesehen.“)</p><p><em>(wird fortgesetzt)</em></p><p><em>Alle bisher erschienenen Folgen der Serie „Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit“ von Leo Ensel können Sie <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?tag=woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit">in dieser Übersicht finden</a> und diese auch einzeln darüber aufrufen.</em></p><p><em>Leo Ensel: <a href="https://mediashop.at/buecher/woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit/">Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit – Krieg heißt Töten.</a> Wien 2026, Promedia Verlag, Taschenbuch, 168 Seiten, ISBN 978-3-85371-563-5, 20 Euro.</em></p><p><small>Titelbild: © <a href="https://tinaovalle.com/">Tina Ovalle</a></small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151223 Leserbriefe zu „Ukraine huldigt Nazi-Kollaborateur – EU finanziert einen rechtsradikalen Kult“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=151214 Sun, 31 May 2026 11:00:11 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151214 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Leserbriefe zu „Ukraine huldigt Nazi-Kollaborateur – EU finanziert einen rechtsradikalen Kult“</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p><span id="more-151214"></span><br></br> In <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151085">diesem Artikel</a> kommentiert <strong>Tobias Riegel</strong> den Umstand, dass der ukrainische Nazi-Kollaborateur Andrij Melnyk in Luxemburg exhumiert, anschließend in die Ukraine überführt und bei Kiew erneut beigesetzt worden ist. Präsident Selenskyj und weitere hohe ukrainische Funktionäre hätten ihm in inakzeptabler Offenheit gehuldigt. Die Tatsache, dass viele deutsche Politiker einerseits permanent Phrasen zum „Kampf gegen Rechts“ in Deutschland von sich geben und andererseits zum rechtsradikalen Kult in Teilen des ukrainischen Staatsapparats schweigen würden, sei eine kaum zu steigernde Heuchelei. Es sollte selbstverständlich sein, dass Deutschland und die EU umgehend die Unterstützung für die offenen Nazi-Sympathisanten in der ukrainischen Staatsführung beenden müssen. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten E-Mails, die wir dazu erhalten haben. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat <strong>Christian Reimann</strong> für Sie zusammengestellt.</p><p><strong>1. Leserbrief</strong></p><p>Lieber Herr Riegel, liebe Redaktion,</p><p>vielen Dank, dass Sie dieses Thema behandeln und in den Fokus stellen.</p><p>Was stimmt nicht mit diesen Gestalten in Berlin? Während das Geld in unserem Land für dringendst benötigte Aufgaben fehlt, will Russland-wird-immer-unser-Feind-sein-Wadephul weiteres Geld in das korrupteste System Europas stecken, damit das Sterben und Leiden der Soldaten auf beiden Seiten verlängern und mit unserem Geld auch noch die Umbettung von Nazi-Kollaborateuren finanzieren. Es reicht. Wie lange müssen wir diese miserable Regierung noch ertragen?</p><p>Hoffentlich bricht bis zum Wechsel der Krieg bei uns nicht aus.</p><p>Herzliche Grüße, Joachim Seffrin</p><p><strong>2. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geschätzter Tobias Riegel, </p><p>zunächst einmal DANKE, DANKE, DANKE für diesen Artikel! Hier behandeln Sie ein Thema, das mir wie kein zweites auf der Seele brennt! </p><p>Sie sprechen aus meiner Sicht zu Recht die “politische Doppelmoral” an und fordern, dass es selbstverständlich sein sollte “…dass Deutschland und die EU umgehend die Unterstützung für die offenen Nazi-Sympathisanten in der ukrainischen Staatsführung beenden müssen.”! </p><p>Aus meiner Sicht ist Ihre Bezeichnung “politische Doppelmoral” zu schwach für das, was sich die deutschen Regierungen (und die jeweilige Mehrheit der übrigen Parlamentarier) seit dem Maidan-Putsch 2014 in Sachen Unterstützung offener Nazi-Sympathisanten in der Ukraine leisten! Eine Beendigung der Unterstützung für die offenen Nazi-Sympathisanten in der ukrainischen Staatsführung wäre zwar zu begrüßen und dringend geboten, doch aus meiner Sicht ist das nicht wieder gut zu machen und gehörte schwerst (!) bestraft! Mein Vertrauen in die deutsche (globalistische) Politik (von DieLinke bis FDP) ist unwiederruflich komplett zerstört – war aber auch noch nie sehr groß muss ich zugeben! </p><p>Was erschwerend dazu kommt, ist, dass der in Ihrem Artikel besprochene politische Skandal der deutschen politischen Unterstütung offener Nazi-Sympathisanten in der Ukraine durch die ebenfalls zutiefst zu verurteilende und ebenfalls schwerst zu bestrafende 100 prozentige Mithilfe der deutschen Leitmedien von der Bevölkerungsmehrheit ferngehalten wird – wie mittlerweile so vieles! </p><p>Abschließend noch eine sarkastische Bemerkung von mir: Es wäre schön bzw. ich würde mich bedeutend wohler fühlen, würden die ukrainischen Anhänger der Nazi-Kollaborateure auch den anderen/zweiten Anführer der OUN und Nazigehilfe Stepan Bandera zurückholen, der in München in deutscher Erde begraben liegt (so mein Kenntnisstand)! Vorausgesetzt, dies würde nicht an der deutschen “Bürokratie” scheitern (Ironie aus). </p><p>Herzliche Grüße<br></br> Andreas Rommel </p><p><strong>3. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag Herr Riegel,</p><p>Sie dürfen sich das nicht so zu Herzen nehmen. Das ist halt die deutsche Staatsräson bei der Arbeit.</p><p>Aber es ist interessant, dass man in der Ukraine mitten im Krieg so viel Aufwand für so einen Unfug betreibt.</p><p>Es geht also wohl dem Ende entgegen.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Kai P.</p><p><strong>4. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,</p><p>sehr geehrter Tobias Riegel,</p><p>erstmal vielen Dank für Ihren aufschlußreichen Artikel und besonderen Dank für den link zum hervorragenden Interview mit der Historikerin M. Havryshko.</p><p>Beide Artikel bestärken mich in meiner Auffassung, die ich von Anfang an in Bezug auf die Ukraine hatte, daß von deutscher Seite sich die Unterstützung auf humanitäre Hilfe beschränken sollte.</p><p>Die Lieferung von militärischem Gerät aller Art und finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe in die Ukraine halte ich nach wie vor für grundverkehrt.</p><p>Es ist höchst bedauerlich, daß in den Leitmedien die Themen Neonazismus und Korruption in der Ukraine geflissentlich (bewußt) ausgelassen werden.</p><p>Der frühere Botschafter der Ukraine hier bei uns ist bereits in 2022 durch seine <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/ukraine-es-gibt-keine-belege-andrij-melnyk-wegen-haltung-zu-stepan-bandera-in-der-kritik-242092">offene Bewunderung für den frühreren Nazi-Kollaborateur S. Bandera aufgefallen</a>.</p><p>Spätestens diese Begebenheit hätte doch bei einigen Leuten die Alarmglocken läuten lassen müssen – weit gefehlt.</p><p>Man mag nun zu Russland und deren Intervention in der Ukraine stehen, wie man will, die Ukraine als zu uns gehörend und Teil des Westens zu bezeichnen, halte ich für nachgerade grotesk.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Patrick Meiser</p><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten</strong></p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.</p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:</p><ul> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#771b1204120515051e121112371916141f1312191c04121e031219591312">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de</a> für Kommentare zum Inhalt von Beiträgen.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#95fdfcfbe2f0fce6f0d5fbf4f6fdf1f0fbfee6f0fce1f0fbbbf1f0">hinweise(at)nachdenkseiten.de</a> wenn Sie Links zu Beiträgen in anderen Medien haben.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#fb8d929f9e949392958c9e92889ebb959a98939f9e9590889e928f9e95d59f9e">videohinweise(at)nachdenkseiten.de</a> für die Verlinkung von interessanten Videos.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#5f2d3a3b3e342b3630311f313e3c373b3a31342c3a362b3a31713b3a">redaktion(at)nachdenkseiten.de</a> für Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.</li> </ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „<a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=47939">Gebrauchsanleitung</a>“.</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Leserbriefe zu „Ukraine huldigt Nazi-Kollaborateur – EU finanziert einen rechtsradikalen Kult“</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p><span id="more-151214"></span><br></br> In <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151085">diesem Artikel</a> kommentiert <strong>Tobias Riegel</strong> den Umstand, dass der ukrainische Nazi-Kollaborateur Andrij Melnyk in Luxemburg exhumiert, anschließend in die Ukraine überführt und bei Kiew erneut beigesetzt worden ist. Präsident Selenskyj und weitere hohe ukrainische Funktionäre hätten ihm in inakzeptabler Offenheit gehuldigt. Die Tatsache, dass viele deutsche Politiker einerseits permanent Phrasen zum „Kampf gegen Rechts“ in Deutschland von sich geben und andererseits zum rechtsradikalen Kult in Teilen des ukrainischen Staatsapparats schweigen würden, sei eine kaum zu steigernde Heuchelei. Es sollte selbstverständlich sein, dass Deutschland und die EU umgehend die Unterstützung für die offenen Nazi-Sympathisanten in der ukrainischen Staatsführung beenden müssen. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten E-Mails, die wir dazu erhalten haben. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat <strong>Christian Reimann</strong> für Sie zusammengestellt.</p><p><strong>1. Leserbrief</strong></p><p>Lieber Herr Riegel, liebe Redaktion,</p><p>vielen Dank, dass Sie dieses Thema behandeln und in den Fokus stellen.</p><p>Was stimmt nicht mit diesen Gestalten in Berlin? Während das Geld in unserem Land für dringendst benötigte Aufgaben fehlt, will Russland-wird-immer-unser-Feind-sein-Wadephul weiteres Geld in das korrupteste System Europas stecken, damit das Sterben und Leiden der Soldaten auf beiden Seiten verlängern und mit unserem Geld auch noch die Umbettung von Nazi-Kollaborateuren finanzieren. Es reicht. Wie lange müssen wir diese miserable Regierung noch ertragen?</p><p>Hoffentlich bricht bis zum Wechsel der Krieg bei uns nicht aus.</p><p>Herzliche Grüße, Joachim Seffrin</p><p><strong>2. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geschätzter Tobias Riegel, </p><p>zunächst einmal DANKE, DANKE, DANKE für diesen Artikel! Hier behandeln Sie ein Thema, das mir wie kein zweites auf der Seele brennt! </p><p>Sie sprechen aus meiner Sicht zu Recht die “politische Doppelmoral” an und fordern, dass es selbstverständlich sein sollte “…dass Deutschland und die EU umgehend die Unterstützung für die offenen Nazi-Sympathisanten in der ukrainischen Staatsführung beenden müssen.”! </p><p>Aus meiner Sicht ist Ihre Bezeichnung “politische Doppelmoral” zu schwach für das, was sich die deutschen Regierungen (und die jeweilige Mehrheit der übrigen Parlamentarier) seit dem Maidan-Putsch 2014 in Sachen Unterstützung offener Nazi-Sympathisanten in der Ukraine leisten! Eine Beendigung der Unterstützung für die offenen Nazi-Sympathisanten in der ukrainischen Staatsführung wäre zwar zu begrüßen und dringend geboten, doch aus meiner Sicht ist das nicht wieder gut zu machen und gehörte schwerst (!) bestraft! Mein Vertrauen in die deutsche (globalistische) Politik (von DieLinke bis FDP) ist unwiederruflich komplett zerstört – war aber auch noch nie sehr groß muss ich zugeben! </p><p>Was erschwerend dazu kommt, ist, dass der in Ihrem Artikel besprochene politische Skandal der deutschen politischen Unterstütung offener Nazi-Sympathisanten in der Ukraine durch die ebenfalls zutiefst zu verurteilende und ebenfalls schwerst zu bestrafende 100 prozentige Mithilfe der deutschen Leitmedien von der Bevölkerungsmehrheit ferngehalten wird – wie mittlerweile so vieles! </p><p>Abschließend noch eine sarkastische Bemerkung von mir: Es wäre schön bzw. ich würde mich bedeutend wohler fühlen, würden die ukrainischen Anhänger der Nazi-Kollaborateure auch den anderen/zweiten Anführer der OUN und Nazigehilfe Stepan Bandera zurückholen, der in München in deutscher Erde begraben liegt (so mein Kenntnisstand)! Vorausgesetzt, dies würde nicht an der deutschen “Bürokratie” scheitern (Ironie aus). </p><p>Herzliche Grüße<br></br> Andreas Rommel </p><p><strong>3. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag Herr Riegel,</p><p>Sie dürfen sich das nicht so zu Herzen nehmen. Das ist halt die deutsche Staatsräson bei der Arbeit.</p><p>Aber es ist interessant, dass man in der Ukraine mitten im Krieg so viel Aufwand für so einen Unfug betreibt.</p><p>Es geht also wohl dem Ende entgegen.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Kai P.</p><p><strong>4. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,</p><p>sehr geehrter Tobias Riegel,</p><p>erstmal vielen Dank für Ihren aufschlußreichen Artikel und besonderen Dank für den link zum hervorragenden Interview mit der Historikerin M. Havryshko.</p><p>Beide Artikel bestärken mich in meiner Auffassung, die ich von Anfang an in Bezug auf die Ukraine hatte, daß von deutscher Seite sich die Unterstützung auf humanitäre Hilfe beschränken sollte.</p><p>Die Lieferung von militärischem Gerät aller Art und finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe in die Ukraine halte ich nach wie vor für grundverkehrt.</p><p>Es ist höchst bedauerlich, daß in den Leitmedien die Themen Neonazismus und Korruption in der Ukraine geflissentlich (bewußt) ausgelassen werden.</p><p>Der frühere Botschafter der Ukraine hier bei uns ist bereits in 2022 durch seine <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/ukraine-es-gibt-keine-belege-andrij-melnyk-wegen-haltung-zu-stepan-bandera-in-der-kritik-242092">offene Bewunderung für den frühreren Nazi-Kollaborateur S. Bandera aufgefallen</a>.</p><p>Spätestens diese Begebenheit hätte doch bei einigen Leuten die Alarmglocken läuten lassen müssen – weit gefehlt.</p><p>Man mag nun zu Russland und deren Intervention in der Ukraine stehen, wie man will, die Ukraine als zu uns gehörend und Teil des Westens zu bezeichnen, halte ich für nachgerade grotesk.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Patrick Meiser</p><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten</strong></p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.</p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:</p><ul> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#771b1204120515051e121112371916141f1312191c04121e031219591312">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de</a> für Kommentare zum Inhalt von Beiträgen.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#95fdfcfbe2f0fce6f0d5fbf4f6fdf1f0fbfee6f0fce1f0fbbbf1f0">hinweise(at)nachdenkseiten.de</a> wenn Sie Links zu Beiträgen in anderen Medien haben.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#fb8d929f9e949392958c9e92889ebb959a98939f9e9590889e928f9e95d59f9e">videohinweise(at)nachdenkseiten.de</a> für die Verlinkung von interessanten Videos.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#5f2d3a3b3e342b3630311f313e3c373b3a31342c3a362b3a31713b3a">redaktion(at)nachdenkseiten.de</a> für Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.</li> </ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „<a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=47939">Gebrauchsanleitung</a>“.</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151214 Sevim Dağdelens Rede in der Cambridge Union: „Die NATO ist für die heutige Welt nicht geeignet“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=151205 Sun, 31 May 2026 10:00:47 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151205 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/02/shutterstock_2175003957.jpg" /><h1>Sevim Dağdelens Rede in der Cambridge Union: „Die NATO ist für die heutige Welt nicht geeignet“</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><article id="content"> <div> <p>An der britischen University of Cambridge wurde kürzlich zu folgendem Thema debattiert: „This House believes NATO is unfit for the world today“ („Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht geeignet ist“). Die BSW-Politikerin Sevim Dagdelen war als eine der Hauptrednerinnen dazu eingeladen. In ihrer Rede kritisierte sie zentrale Narrative der NATO: das Selbstverständnis als Verteidigungsbündnis, als Wertegemeinschaft, als Hüterin des Völkerrechts und als geopolitischer Erfolg. Wir dokumentieren die Rede im Wortlaut. Von <strong>Redaktion</strong>.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151205"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529-Dagdelens-Rede-in-der-Cambridge-Union-NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151205-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529-Dagdelens-Rede-in-der-Cambridge-Union-NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529-Dagdelens-Rede-in-der-Cambridge-Union-NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Sehr geehrter Herr Präsident,</p><p>verehrte Mitglieder des Hauses, meine Damen und Herren,</p><p>ich erhebe mich, um den Antrag zu stellen: Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht mehr geeignet ist. </p><p>Jahrzehntelang lautete die Standardverteidigung der NATO nach der Auflösung des Warschauer Pakts ganz einfach: Durch dieses Bündnis schützt die USA ihre europäischen Verbündeten. Die jüngsten Ereignisse haben diese beruhigende Erzählung jedoch gründlich erschüttert.</p><p>Washingtons eigene Partner im Nahen Osten werfen den USA inzwischen offen vor, sie im Stich gelassen zu haben. Sie wurden weder vor dem völkerrechtswidrigen Angriff der USA und Israels auf den Iran gewarnt, noch zeigten sich die USA willens – oder in der Lage –, ihre Kräfte zum Schutz der Golfstaaten zu konzentrieren.</p><p>Fünftausend amerikanische Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werden. US-Präsident Trump – wenn man ihn ernst nimmt und nicht einfach mit dem Satz abtut „He’s a sandwich short of a picnic“ – hat unmissverständlich erklärt: Wenn Europa nicht in der Straße von Hormus hilft, dann ist Amerika nicht mehr bereit, Europa zu helfen. Das Bündnis, das der Sicherung der US-Hegemonie dienen soll, wird von den USA selbst aufgegeben. Jeder Ruf nach einer NATO ohne die USA ist reines Wunschdenken.</p><p>Diese Aussage trifft den Kern des Nordatlantikvertrags. Wenn die Führungsmacht ihre Verpflichtung zur kollektiven Verteidigung infrage stellt, steht das gesamte Bündnis infrage. Selbst die deutsche Bevölkerung hat diesen Schritt längst vollzogen: Umfragen zeigen eine klare Mehrheit gegen die Bündnisverteidigung – auch weil viele Deutsche weder den baltischen Staaten noch der Türkei vertrauen. </p><p>Erst kürzlich erklärte der litauische Außenminister Budrys unverblümt:</p><blockquote><p>„We must show the Russians that we can penetrate the little fortress they have built in Kaliningrad. NATO has the means to raze the Russian air defence and missile bases there to the ground in the event of an emergency.“</p></blockquote><p>Solche Aussagen offenbaren das wahre Wesen dieses Bündnisses: eine Organisation, die ihre Mitglieder zunehmend in Kriege anderer Nationen – vor allem der USA – hineinzieht, wie wir es gerade beim Krieg gegen den Iran erleben.</p><p>Vor diesem Hintergrund könnten die Versuche zunehmen, den Krieg gegen Russland doch noch zu gewinnen, indem man die gesamte NATO hineinzieht. Genau das macht diesen Militärpakt derzeit so gefährlich für unsere Bevölkerungen. Wir müssen vor jeder Illusion warnen, die deutsche Bundeswehr könne einspringen, falls die USA die militärische Unterstützung verweigern. Selbst im Frieden fehlt es an Freiwilligen für das deutsche Panzerbataillon in Litauen, unmittelbar an der russischen Grenze. </p><p>Ein dritter großer Krieg gegen Russland innerhalb von hundert Jahren ist etwas, wofür sich in Deutschland nur sehr wenige Menschen gewinnen lassen. Um Angriffe auf Russland über NATO-Territorium mit Drohnen aus der Ukraine zu verhindern, hat die NATO inzwischen selbst eine ukrainische Drohne über den baltischen Staaten abgeschossen. Das war nichts anderes als ein Abschuss, um Deutschland am Kriegseintritt zu hindern. Aber wie lange wird das noch funktionieren?</p><p>Die Behauptung, die NATO sei eine echte Verteidigungsgemeinschaft, ist nichts als ein Mythos – und dieser Mythos verblasst vor unseren Augen.</p><p>Zweitens: Die NATO präsentiert sich als Wertegemeinschaft – Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit. Historisch war das nie stimmig. Ein Gründungsmitglied war die faschistische Salazar-Diktatur in Portugal. Die CIA unterstützte Putsche nicht nur in Chile, sondern auch im NATO-Land Türkei 1980. Geheimarmeen wie Gladio operierten in mehreren Mitgliedstaaten wie beispielsweise in Italien. </p><p>Heute ist der Widerspruch grotesk. Die USA, Deutschland und Großbritannien werden von Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen und dem UN-Menschenrechtsrat der Mittäterschaft an einem Völkermord in Gaza beschuldigt. Welche gemeinsamen Werte werden durch die Unterstützung eines Genozids verteidigt? Welche Werte verkörpert die Entführung des gewählten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau – eine eklatante Verletzung des Gewaltverbots der UN-Charta? Oder die jahrzehntelange Hungerblockade der USA gegen Kuba, die auf die Zerstörung einer gesamten Gesellschaft abzielt? Ist das Aushungern eines ganzen Volkes zu politischen Zwecken Teil des westlichen Wertekanons?</p><p>Die Behauptung, die NATO sei eine Wertegemeinschaft, ist nichts als ein Mythos – und dieser Mythos verblasst vor unseren Augen.</p><p>Drittens: Wir kritisieren zu Recht, dass Russland mit dem Einmarsch in die Ukraine das Völkerrecht gebrochen hat. Doch Kritik vonseiten der NATO und der USA hat nur dann moralische Substanz, wenn wir selbst das Völkerrecht achten. Die Bilanz der Führungsmacht des Bündnisses spricht eine andere Sprache: Vietnam, Irak – und nun ein unprovozierter Angriffskrieg gegen den Iran. Der Präsident der „Freien Welt“ hat offen erklärt: „I don’t need international law.“ Nur seine eigene Moral halte ihn zurück – ein erschreckend dünner Schutz. Er droht sogar NATO-Verbündeten und fordert Grönland.</p><p>Das inoffizielle Motto der NATO lautet „All for one and one for all.“ Wenn wir das nicht als Monty-Python-Witz verstehen, sollten wir es ernst nehmen. Wenn ein Mitglied einen Angriffskrieg beginnt, tragen die anderen zumindest die Verantwortung, dies im NATO-Rat zu thematisieren. Das tun sie nicht. „Dog don’t eat dog“ – das ist das wahre Motto.</p><p>Als Block hat die NATO das UN-Völkerrecht wiederholt gebrochen: 1999 Bombardierung Jugoslawiens ohne Sicherheitsratsbeschluss, 2011 Missbrauch einer Libyen-Resolution zum Regime-Change und zur Verwüstung des Landes, zwanzig Jahre sinnloser Krieg in Afghanistan mit Hunderttausenden Toten, der mit der Rückkehr der Taliban endete.</p><p>Die Behauptung, die NATO sei eine Hüterin des Völkerrechts, ist nichts als ein Mythos – und auch dieser Mythos verblasst.</p><p>Viertens: Wenn all dies eingeräumt wird, greifen die NATO-Verteidiger auf ein letztes Argument zurück: „Aber wir haben uns seit dem Ende des Kalten Krieges von 16 auf 32 Mitglieder erweitert – welch ein Erfolg!“</p><p>Im Gegenteil: Es ist das größte geopolitische Eigentor der jüngeren Geschichte. Die NATO-Osterweiterung hat genau das bewirkt, was Kissinger und Nixon einst verhindert hatten: Sie hat Russland in die Arme Chinas getrieben. Moskau hatte klare Zusagen erhalten, dass die NATO sich nicht nach Osten ausdehnen werde – der Preis für die deutsche Einheit und den friedlichen Abzug von 300.000 sowjetischen Soldaten aus Mitteleuropa. Russland hatte gewarnt, dass dies seine rote Linie sei. Wir haben sie dennoch überschritten. </p><p>Das Ergebnis ist die gefährlichste strategische Lage für den Westen seit Jahrzehnten. Die NATO ist kein diplomatischer Erfolg, sondern eine strategische Belastung.</p><p>Die Behauptung, sie verbessere die geopolitische Position des Westens, ist nichts als ein Mythos – und auch dieser Mythos verblasst.</p><p>Schließlich die schlimmste aller Folgen: Sie trifft den europäischen Sozialstaat. Die USA fordern, dass die NATO-Mitglieder 5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben. Für Deutschland allein wären das etwa 220 Milliarden Euro pro Jahr – fast die Hälfte des gesamten Bundeshaushalts. </p><p>Lassen Sie sich hier nicht einreden, wir hätten während des Kalten Krieges prozentual ähnlich hohe Militärausgaben gehabt. Damals gab es hohes Wirtschaftswachstum, heute herrscht Stagnation. Jeder zusätzliche Euro für Rüstung muss brutal bei Gesundheitsversorgung, Bildung oder Renten eingespart werden.</p><p>Gesundheitsversorgung, Renten, soziale Sicherung – Errungenschaften von 150 Jahren Kampf der Arbeiterbewegung – sollen auf dem Altar der endlosen Aufrüstung geopfert werden. </p><p>Die NATO behauptet, Europa zu schützen, droht aber genau die Gesellschaften zu zerstören, die sie zu verteidigen vorgibt. Sie ist wie ein Stier im Porzellanladen – sie zerschlägt genau den Wohlstand und die Stabilität, die sie eigentlich sichern sollte.</p><p>Die NATO ist bereits jetzt für 55 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben verantwortlich. Allein 2025 gab dieser Militärpakt 1,58 Billionen Dollar für Rüstung aus. Die europäischen Staaten geben bereits viermal so viel aus wie Russland – und diese Ausgaben sollen jetzt fast verdoppelt werden. </p><p>Stellen Sie sich vor, was schon ein Bruchteil dieses Geldes bewirken könnte: Wir könnten den Welthunger abschaffen und Hunderte Millionen Menschen retten, ernsthaften Klimaschutz finanzieren, den Sozialstaat stärken und unsere Infrastruktur wieder aufbauen. Oxfam schätzt, dass die Beseitigung des weltweiten Hungers lediglich 40 Milliarden Dollar erfordern würde – das sind nur 2,5 Prozent des jährlichen NATO-Rüstungsbudgets.</p><p>Stattdessen sehen wir die verheerenden inneren Kosten. In Deutschland kann inzwischen jeder vierte Schüler nicht mehr richtig lesen und schreiben – eine direkte Folge dieses Rüstungswahns. </p><p>Wir brauchen einen starken Sozialstaat, keine Aufrüstung, von der allein die Aktionäre des militärisch-industriellen Komplexes profitieren – bei Rheinmetall übrigens vor allem US-Investmentfonds wie BlackRock, Morgan Stanley und andere. </p><p>Verehrte Mitglieder des Hauses, alle zentralen Mythen der NATO – Verteidigungsbündnis, Wertegemeinschaft, Hüterin des Völkerrechts, strategisches Meisterstück – sind entlarvt. Sie überzeugen nicht mehr.</p><p>Es ist Zeit für einen Moment der Wahrheit. Es ist Zeit, sich der Wirklichkeit zu stellen.</p><p>Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht geeignet ist. Ich stelle den Antrag.</p><p>Vielen Dank.</p><p><small>Titelbild: Vitalii Vodolazskyi / Shutterstock</small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/02/shutterstock_2175003957.jpg" /><h1>Sevim Dağdelens Rede in der Cambridge Union: „Die NATO ist für die heutige Welt nicht geeignet“</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><article id="content"> <div> <p>An der britischen University of Cambridge wurde kürzlich zu folgendem Thema debattiert: „This House believes NATO is unfit for the world today“ („Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht geeignet ist“). Die BSW-Politikerin Sevim Dagdelen war als eine der Hauptrednerinnen dazu eingeladen. In ihrer Rede kritisierte sie zentrale Narrative der NATO: das Selbstverständnis als Verteidigungsbündnis, als Wertegemeinschaft, als Hüterin des Völkerrechts und als geopolitischer Erfolg. Wir dokumentieren die Rede im Wortlaut. Von <strong>Redaktion</strong>.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151205"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529-Dagdelens-Rede-in-der-Cambridge-Union-NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151205-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529-Dagdelens-Rede-in-der-Cambridge-Union-NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529-Dagdelens-Rede-in-der-Cambridge-Union-NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Sehr geehrter Herr Präsident,</p><p>verehrte Mitglieder des Hauses, meine Damen und Herren,</p><p>ich erhebe mich, um den Antrag zu stellen: Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht mehr geeignet ist. </p><p>Jahrzehntelang lautete die Standardverteidigung der NATO nach der Auflösung des Warschauer Pakts ganz einfach: Durch dieses Bündnis schützt die USA ihre europäischen Verbündeten. Die jüngsten Ereignisse haben diese beruhigende Erzählung jedoch gründlich erschüttert.</p><p>Washingtons eigene Partner im Nahen Osten werfen den USA inzwischen offen vor, sie im Stich gelassen zu haben. Sie wurden weder vor dem völkerrechtswidrigen Angriff der USA und Israels auf den Iran gewarnt, noch zeigten sich die USA willens – oder in der Lage –, ihre Kräfte zum Schutz der Golfstaaten zu konzentrieren.</p><p>Fünftausend amerikanische Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werden. US-Präsident Trump – wenn man ihn ernst nimmt und nicht einfach mit dem Satz abtut „He’s a sandwich short of a picnic“ – hat unmissverständlich erklärt: Wenn Europa nicht in der Straße von Hormus hilft, dann ist Amerika nicht mehr bereit, Europa zu helfen. Das Bündnis, das der Sicherung der US-Hegemonie dienen soll, wird von den USA selbst aufgegeben. Jeder Ruf nach einer NATO ohne die USA ist reines Wunschdenken.</p><p>Diese Aussage trifft den Kern des Nordatlantikvertrags. Wenn die Führungsmacht ihre Verpflichtung zur kollektiven Verteidigung infrage stellt, steht das gesamte Bündnis infrage. Selbst die deutsche Bevölkerung hat diesen Schritt längst vollzogen: Umfragen zeigen eine klare Mehrheit gegen die Bündnisverteidigung – auch weil viele Deutsche weder den baltischen Staaten noch der Türkei vertrauen. </p><p>Erst kürzlich erklärte der litauische Außenminister Budrys unverblümt:</p><blockquote><p>„We must show the Russians that we can penetrate the little fortress they have built in Kaliningrad. NATO has the means to raze the Russian air defence and missile bases there to the ground in the event of an emergency.“</p></blockquote><p>Solche Aussagen offenbaren das wahre Wesen dieses Bündnisses: eine Organisation, die ihre Mitglieder zunehmend in Kriege anderer Nationen – vor allem der USA – hineinzieht, wie wir es gerade beim Krieg gegen den Iran erleben.</p><p>Vor diesem Hintergrund könnten die Versuche zunehmen, den Krieg gegen Russland doch noch zu gewinnen, indem man die gesamte NATO hineinzieht. Genau das macht diesen Militärpakt derzeit so gefährlich für unsere Bevölkerungen. Wir müssen vor jeder Illusion warnen, die deutsche Bundeswehr könne einspringen, falls die USA die militärische Unterstützung verweigern. Selbst im Frieden fehlt es an Freiwilligen für das deutsche Panzerbataillon in Litauen, unmittelbar an der russischen Grenze. </p><p>Ein dritter großer Krieg gegen Russland innerhalb von hundert Jahren ist etwas, wofür sich in Deutschland nur sehr wenige Menschen gewinnen lassen. Um Angriffe auf Russland über NATO-Territorium mit Drohnen aus der Ukraine zu verhindern, hat die NATO inzwischen selbst eine ukrainische Drohne über den baltischen Staaten abgeschossen. Das war nichts anderes als ein Abschuss, um Deutschland am Kriegseintritt zu hindern. Aber wie lange wird das noch funktionieren?</p><p>Die Behauptung, die NATO sei eine echte Verteidigungsgemeinschaft, ist nichts als ein Mythos – und dieser Mythos verblasst vor unseren Augen.</p><p>Zweitens: Die NATO präsentiert sich als Wertegemeinschaft – Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit. Historisch war das nie stimmig. Ein Gründungsmitglied war die faschistische Salazar-Diktatur in Portugal. Die CIA unterstützte Putsche nicht nur in Chile, sondern auch im NATO-Land Türkei 1980. Geheimarmeen wie Gladio operierten in mehreren Mitgliedstaaten wie beispielsweise in Italien. </p><p>Heute ist der Widerspruch grotesk. Die USA, Deutschland und Großbritannien werden von Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen und dem UN-Menschenrechtsrat der Mittäterschaft an einem Völkermord in Gaza beschuldigt. Welche gemeinsamen Werte werden durch die Unterstützung eines Genozids verteidigt? Welche Werte verkörpert die Entführung des gewählten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau – eine eklatante Verletzung des Gewaltverbots der UN-Charta? Oder die jahrzehntelange Hungerblockade der USA gegen Kuba, die auf die Zerstörung einer gesamten Gesellschaft abzielt? Ist das Aushungern eines ganzen Volkes zu politischen Zwecken Teil des westlichen Wertekanons?</p><p>Die Behauptung, die NATO sei eine Wertegemeinschaft, ist nichts als ein Mythos – und dieser Mythos verblasst vor unseren Augen.</p><p>Drittens: Wir kritisieren zu Recht, dass Russland mit dem Einmarsch in die Ukraine das Völkerrecht gebrochen hat. Doch Kritik vonseiten der NATO und der USA hat nur dann moralische Substanz, wenn wir selbst das Völkerrecht achten. Die Bilanz der Führungsmacht des Bündnisses spricht eine andere Sprache: Vietnam, Irak – und nun ein unprovozierter Angriffskrieg gegen den Iran. Der Präsident der „Freien Welt“ hat offen erklärt: „I don’t need international law.“ Nur seine eigene Moral halte ihn zurück – ein erschreckend dünner Schutz. Er droht sogar NATO-Verbündeten und fordert Grönland.</p><p>Das inoffizielle Motto der NATO lautet „All for one and one for all.“ Wenn wir das nicht als Monty-Python-Witz verstehen, sollten wir es ernst nehmen. Wenn ein Mitglied einen Angriffskrieg beginnt, tragen die anderen zumindest die Verantwortung, dies im NATO-Rat zu thematisieren. Das tun sie nicht. „Dog don’t eat dog“ – das ist das wahre Motto.</p><p>Als Block hat die NATO das UN-Völkerrecht wiederholt gebrochen: 1999 Bombardierung Jugoslawiens ohne Sicherheitsratsbeschluss, 2011 Missbrauch einer Libyen-Resolution zum Regime-Change und zur Verwüstung des Landes, zwanzig Jahre sinnloser Krieg in Afghanistan mit Hunderttausenden Toten, der mit der Rückkehr der Taliban endete.</p><p>Die Behauptung, die NATO sei eine Hüterin des Völkerrechts, ist nichts als ein Mythos – und auch dieser Mythos verblasst.</p><p>Viertens: Wenn all dies eingeräumt wird, greifen die NATO-Verteidiger auf ein letztes Argument zurück: „Aber wir haben uns seit dem Ende des Kalten Krieges von 16 auf 32 Mitglieder erweitert – welch ein Erfolg!“</p><p>Im Gegenteil: Es ist das größte geopolitische Eigentor der jüngeren Geschichte. Die NATO-Osterweiterung hat genau das bewirkt, was Kissinger und Nixon einst verhindert hatten: Sie hat Russland in die Arme Chinas getrieben. Moskau hatte klare Zusagen erhalten, dass die NATO sich nicht nach Osten ausdehnen werde – der Preis für die deutsche Einheit und den friedlichen Abzug von 300.000 sowjetischen Soldaten aus Mitteleuropa. Russland hatte gewarnt, dass dies seine rote Linie sei. Wir haben sie dennoch überschritten. </p><p>Das Ergebnis ist die gefährlichste strategische Lage für den Westen seit Jahrzehnten. Die NATO ist kein diplomatischer Erfolg, sondern eine strategische Belastung.</p><p>Die Behauptung, sie verbessere die geopolitische Position des Westens, ist nichts als ein Mythos – und auch dieser Mythos verblasst.</p><p>Schließlich die schlimmste aller Folgen: Sie trifft den europäischen Sozialstaat. Die USA fordern, dass die NATO-Mitglieder 5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben. Für Deutschland allein wären das etwa 220 Milliarden Euro pro Jahr – fast die Hälfte des gesamten Bundeshaushalts. </p><p>Lassen Sie sich hier nicht einreden, wir hätten während des Kalten Krieges prozentual ähnlich hohe Militärausgaben gehabt. Damals gab es hohes Wirtschaftswachstum, heute herrscht Stagnation. Jeder zusätzliche Euro für Rüstung muss brutal bei Gesundheitsversorgung, Bildung oder Renten eingespart werden.</p><p>Gesundheitsversorgung, Renten, soziale Sicherung – Errungenschaften von 150 Jahren Kampf der Arbeiterbewegung – sollen auf dem Altar der endlosen Aufrüstung geopfert werden. </p><p>Die NATO behauptet, Europa zu schützen, droht aber genau die Gesellschaften zu zerstören, die sie zu verteidigen vorgibt. Sie ist wie ein Stier im Porzellanladen – sie zerschlägt genau den Wohlstand und die Stabilität, die sie eigentlich sichern sollte.</p><p>Die NATO ist bereits jetzt für 55 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben verantwortlich. Allein 2025 gab dieser Militärpakt 1,58 Billionen Dollar für Rüstung aus. Die europäischen Staaten geben bereits viermal so viel aus wie Russland – und diese Ausgaben sollen jetzt fast verdoppelt werden. </p><p>Stellen Sie sich vor, was schon ein Bruchteil dieses Geldes bewirken könnte: Wir könnten den Welthunger abschaffen und Hunderte Millionen Menschen retten, ernsthaften Klimaschutz finanzieren, den Sozialstaat stärken und unsere Infrastruktur wieder aufbauen. Oxfam schätzt, dass die Beseitigung des weltweiten Hungers lediglich 40 Milliarden Dollar erfordern würde – das sind nur 2,5 Prozent des jährlichen NATO-Rüstungsbudgets.</p><p>Stattdessen sehen wir die verheerenden inneren Kosten. In Deutschland kann inzwischen jeder vierte Schüler nicht mehr richtig lesen und schreiben – eine direkte Folge dieses Rüstungswahns. </p><p>Wir brauchen einen starken Sozialstaat, keine Aufrüstung, von der allein die Aktionäre des militärisch-industriellen Komplexes profitieren – bei Rheinmetall übrigens vor allem US-Investmentfonds wie BlackRock, Morgan Stanley und andere. </p><p>Verehrte Mitglieder des Hauses, alle zentralen Mythen der NATO – Verteidigungsbündnis, Wertegemeinschaft, Hüterin des Völkerrechts, strategisches Meisterstück – sind entlarvt. Sie überzeugen nicht mehr.</p><p>Es ist Zeit für einen Moment der Wahrheit. Es ist Zeit, sich der Wirklichkeit zu stellen.</p><p>Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht geeignet ist. Ich stelle den Antrag.</p><p>Vielen Dank.</p><p><small>Titelbild: Vitalii Vodolazskyi / Shutterstock</small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> An der britischen University of Cambridge wurde kürzlich zu folgendem Thema debattiert: „This House believes NATO is unfit for the world today“ („Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht geeignet ist“). An der britischen University of Cambridge wurde kürzlich zu folgendem Thema debattiert: „This House believes NATO is unfit for the world today“ („Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht geeignet ist“). Die BSW-Politikerin Sevim Dagdelen war als eine der Hauptrednerinnen dazu eingeladen. In ihrer Rede kritisierte sie zentrale NarrativeWeiterlesen Redaktion NachDenkSeiten 13:21 151205 Hinweise der Woche https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233 Sun, 31 May 2026 07:00:24 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1> Hinweise der Woche</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p>Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lesenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br></br> <span id="more-151233"></span><br></br> Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.</p><p>Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p><ol> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h01">Erich Vad und der Doppelbeschluss: Diese drei Sicherungen fehlen der EU</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h02">Auf den Spuren des Irrsinns</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h03">Nicht für unsere Sicherheit wird aufgerüstet</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h04">Gewinnt die Ukraine den Krieg? In den USA sieht man das anders</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h05">Die Zwischenbilanz des Irankriegs</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h06">Die stille Achse – vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein Bündnis?</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h07">Dramatische Rettungsmission aus Gaza unter Kriegsbedingungen</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h08">Diese Kürzungen sind ein Angriff auf Mütter</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h09">Macht eure Arbeit, schützt Journalisten!</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h10">Westend-Verlag gerät ins Visier der Selbstgerechten</a></li> </ol><p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Ursprünglich hatten wir geplant, in unserer Wochenübersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beiträge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine dafür nötige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beiträge vorzuenthalten. Daher möchten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beiträge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.</em></p><ol> <li><a name="h01"></a><strong>Erich Vad und der Doppelbeschluss: Diese drei Sicherungen fehlen der EU</strong><br></br> Der frühere Merkel-Berater E. Vad wird vom Mainstream gemieden. Doch nun war der Militärexperte überraschend bei Lanz zu Gast. Vad warnte vor unkontrollierter Aufrüstung und forderte eine Art Doppelbeschluss für die EU – wie seinerzeit bei der Nato.<br></br> „Dass wir Waffen liefern, dass wir die Ukraine unterstützen, das ist schon in Ordnung“, sagte Vad. Doch dann formulierte er seine größte Sorge: „Wir werden, wenn wir so weitermachen, in einem Krieg mit Russland landen.“<br></br> Die unkontrollierte Aufrüstung führe unweigerlich zu einer Konfrontation und am Ende womöglich zum Krieg – den unsere “anerkannten” Experten ja ohnehin ständig herbeireden (auch wenn sie behaupten, ihn verhindern zu wollen).<br></br> Laut Vad braucht es eine Art Doppelstrategie oder Doppelbeschluss wie einst in der Nato: Jede Aufrüstung müsse mit Abrüstungsinitiativen und Diplomatie verbunden werden. Die USA wisse und praktiziere dies, die EU habe es vergessen.<br></br> Quelle: <a href="https://lostineu.eu/vad-und-der-doppelbeschluss-diese-drei-sicherungen-fehlen-der-eu/">Lost in Europe</a> <p>dazu auch: <strong>Drohnenkrise: Von der Leyen sichert Balten europäischen Beistand zu</strong><br></br> Es wird immer verrückter. Nachdem ukrainische Drohnen eine schwere Krise im Baltikum ausgelöst haben, hat EU-Kommissionschefin von der Leyen den betroffenen Staaten europäischen Beistand zugesichert – gegen Russland.<br></br> „Europa steht in voller Solidarität und Einigkeit an der Seite Estlands, Lettlands und Litauens“, sagte sie bei einem Treffen mit den Präsidenten der drei Länder in Vilnius. „Wenn die baltischen Staaten auf die Probe gestellt werden, wird ganz Europa auf die Probe gestellt.“<br></br> Wie der Beistand aussehen soll, ließ VdL offen. Einen europäischen “Drohnenwall”, den sie schon im letzten Jahr versprochen hat, gibt es immer noch nicht. Auch die Nato hat sich als unfähig erwiesen, die angeblich von Russland fehlgeleiteten ukrainischen Drohnen abzuwehren.<br></br> Das einfachste wäre vermutlich, den ukrainischen Präsidenten Selenskyj anzurufen und ihm Angriffe auf Russland über EU- und Nato-Gebiet bzw. scharf an dessen Grenze – also an der sog. Ostflanke – zu untersagen. Keine Kampfdrohnen übers Baltikum, lieber Wolodymyr!<br></br> Quelle: <a href="https://lostineu.eu/drohnenkrise-von-der-leyen-sichert-balten-europaeischen-beistand-zu/">Lost in Europe</a></p> <p>und: <strong>Jeffrey Sachs an Bundeskanzler Merz: Verhindern Sie offenen Krieg mit Russland!</strong><br></br> Der Ökonom und Diplomat Jeffrey Sachs fordert Bundeskanzler Merz auf, mit Russlands Präsident Putin unverzüglich Gespräche über Frieden in Europa zu beginnen. Der Brief im Wortlaut. […]<br></br> Sie selbst forderten im Januar 2026 gemeinsam mit Premierminister Meloni und Präsident Macron die Wiederaufnahme der Beziehungen Europas zu Russland und bezeichneten Russland als „ein europäisches Land“. Dennoch haben Sie die Diplomatie nicht verfolgt. Angesichts der Zukunft Europas, die auf dem Spiel steht, ist dies ein beispielloser Verzicht auf Ihre Führungsrolle. Haben Sie in Ihrer Zeit als Bundeskanzler auch nur einen einzigen substanziellen Dialog mit Präsident Putin versucht? Hat Ihr Außenminister jemals einen substanziellen Dialog mit Außenminister Lawrow versucht? Echte Gespräche, so wie jene, die den Kalten Krieg beendeten? Soweit die öffentlichen Aufzeichnungen belegen, lautet die Antwort: Nein. Nicht ein einziges Mal. Und nicht etwa, weil die Dringlichkeit nicht erkannt worden wäre.<br></br> Quelle: <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz-verhindern-sie-offenen-krieg-mit-russland-10038620">Berliner Zeitung</a> </p></li> <li><a name="h02"></a><strong>Auf den Spuren des Irrsinns</strong><br></br> Neulich veröffentlichte der CDU-Bundestagabgeordnete, Roderich Kiesewetter, der seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine zur zweifelhaften Berühmtheit geworden ist, zusammen mit seiner Coautorin, Susann Worschech, einen am 11. Mai 2026 im Focus erschienenen Gastbeitrag, der es in sich hat. […]<br></br> Man hat den Eindruck, als ob die Autoren im falschen Jahrhundert lebten. Mit Verweis auf das Ende des Zweiten Weltkriegs ziehen sie eine unzulässige Parallele zwischen Nazideutschland und Russland und fordern Europa dazu auf, „auf die bedingungslose Kapitulation“ und „auf die ‚Stunde Null‘ Russlands hinzuarbeiten“. „Es wäre eine Kapitulation Europas, unserer gemeinsamen Freiheit und Demokratie“, „würden in Europa Grenzen durch Gewalt verschoben und das Recht des Stärkeren etabliert“. Die „russische Einflusszone würde sich (dann) ausbreiten“ und „die Nato wäre am Ende“, empörten sich Kiesewetter und seine Coautorin.<br></br> Offenbar lebte der Abgeordnete Kiesewetter in den vergangenen dreißig Jahren auf dem Mond und nicht auf dem Planet Erde und weiß nicht, dass Europa unter Führung des US-Hegemonen schon längst die „Grenzen durch Gewalt verschoben“ und „das Recht des Stärkeren etabliert“ hat.<br></br> Bereits mit dem Kosovo-Krieg 1999 etablierten die USA auch mit tatkräftiger Unterstützung Deutschlands eine Interventionspraxis unter Umgehung des UN-Rechts und machten die vom Völkerrecht geächteten Angriffskriege wieder salonfähig.<br></br> Quelle: <a href="https://overton-magazin.de/top-story/auf-den-spuren-des-irrsinns/">Overton Magazin</a> <p>dazu auch: <strong>Wiederholt sich 1914? Bricht der Krieg zwischen Europa und Russland endgültig offen aus?</strong><br></br> Die gegenwärtigen Angriffe kann man nicht mehr als ukrainisch bezeichnen. Die Ukraine amtet nur noch als Feigenblatt eines offenen Krieges Europas gegen Russland.<br></br> Diese beschriebenen Eskalationen beruhen auf der irrigen Meinung Europas, die Zurückhaltung Russlands gegenüber der seit Jahren andauernden Provokationen durch den Westen sei ein Zeichen der Schwäche. Dass die Europäer die Geduld und das Streben nach Deeskalation dergestalt auslegen, erhöht das Risiko eines grossen Konflikts um so mehr. Die Russen haben gute, ja sehr gute Gründe, einen weiteren direkten Krieg mit Europa zu verhindern. Kein Land – ausser den Chinesen – litt im Zweiten Weltkrieg auf einem derart apokalyptischen Niveau wie die Sowjetunion. Dies ist auch heute noch omnipräsent in der russischen Gesellschaft. Präsident Putin weiss das und eine deeskalierende Haltung betreffend Krieg ist Programm eines Präsidenten, welcher die 27 Millionen Opfer respektiert und achtet.<br></br> Die Europäer hingegen, speziell die Deutschen, haben die Angst vor einem Krieg – auch vor einem Atomkrieg – komplett verloren.<br></br> Quelle: <a href="https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/wiederholt-sich-1914-bricht-der-krieg-zwischen-europa-und-russland-endgueltig-offen-aus">Seniora.org</a></p> <p>und: <strong>Nehmt Moskau ernst!</strong><br></br> Ein Großmanöver, das sich „ohne jegliche Tarnung“ (Sergei Schoigu, Sekretär des russischen Sicherheitsrates) gegen Russland und Belarus richtet, folgt dem anderen. Von Januar bis März übten zum Beispiel rund 10.000 Soldaten aus elf Staaten im Rahmen von „Steadfast Dart 2026“ mit Deutschland als „Gastnation“, also Drehscheibe, die Verlegung von Truppen innerhalb Westeuropas. Das seit 2024 gültige neue Streitkräftemodell sieht vor, bis zu 800.000 Soldaten zum Einsatz zu bringen. Dem folgte unter anderem vom 27. April bis zum 13. Mai das schwedisch geführte Manöver „Aurora 26“ in der mittleren Ostsee mit rund 18.000 Soldaten aus zwölf Ländern. Am Dienstag zählte Schoigu „sieben Übungen gleichzeitig“.<br></br> Unterdessen heizen die NATO-Staaten ihren Krieg gegen Russland mit unbegrenzten Summen für die korrupte Regierungsclique in Kiew an und lassen ihre Medien deren angebliche Siege bejubeln.<br></br> Quelle: <a href="https://www.unsere-zeit.de/nehmt-moskau-ernst-4814736/">unsere zeit</a> </p></li> <li><a name="h03"></a><strong>Nicht für unsere Sicherheit wird aufgerüstet</strong><br></br> Eine neue Greenpeace-Studie zeigt: Selbst ohne US-Hilfe ist Europa Russland militärisch haushoch überlegen. Das Hochrüsten dient sowieso anderen Zwecken. […]<br></br> Was, wenn der Angriffskrieg nur ein Möglichkeitsfenster öffnete, um die öffentliche Meinung zu bearbeiten? Was, wenn es gar nicht um unsere Sicherheit geht, sondern um den Erhalt des deutschen und europäischen Machtanspruchs in der Welt?<br></br> Wer Deutschlands Stellung als drittgrößte Weltwirtschaft erhalten und Europa in der neuen Weltordnung als Machtfaktor positionieren will, braucht zwei Dinge: Wirtschaftswachstum und Aufrüstung – beides untrennbar miteinander verknüpft. Es sind die zwei zentralen Hebel in einem globalen System konkurrierender Staaten und Bündnisse. […]<br></br> Dass diesem Streben nach Machterhalt alles untergeordnet wird, spüren die meisten Menschen längst. Statt die marode soziale Infrastruktur zu finanzieren, werden Milliarden in die Rüstung gesteckt. Statt die arbeitende Bevölkerung zu entlasten, soll sie mehr, länger und effizienter arbeiten. Alles, was nicht Wachstum oder Waffen produziert, wird weggekürzt.<br></br> Günstig in den Kurzurlaub mit dem Deutschlandticket? Kein Geld da. Durchschnaufen nach dem Abi? Geht nicht, wenn Deutschland die größte konventionelle Armee Europas werden soll. Mit 65 und kaputten Knochen die letzten Lebensjahre genießen? Nichts da – und für viele dann mit 70 in die Altersarmut, weil die Rente nicht reicht.<br></br> Quelle: <a href="https://taz.de/Deutsche-Kriegstuechtigkeit/!6181964/">taz</a> <p>dazu: <strong>“Wir werden dem Bild unserer Feinde immer ähnlicher”</strong><br></br> Vier Jahre nach der Zeitenwende-Rede erodiert der Sozialstaat. Doch was bedeutet das für unsere Demokratie? Ein Telepolis-Interview.<br></br> Als der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz seine bemerkenswerte Zeitenwende-Rede hielt, konnten sich die Wenigsten die sozialpolitischen Konsequenzen ausmalen. Vier Jahre später hat sich die Lage zugespitzt: Milliarden-Investitionen in kriegswichtige Bereiche werden wie Spiel-Figuren vor dem Hintergrund einer sozial erodierenden Landschaft hin- und hergeschoben.<br></br> Ideologisch erscheint das als “notwendiges Übel”. Eine kritische Betrachtung der inneren Wirren der Zeitenwende-Zeit fehlte bislang. Diese Lücke versucht das neueste Werk “Innere Zeitenwende” von Ingar Solty, Autor und Referent für Friedens- und Sicherheitspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung, zu schließen. Ein Gespräch über Kriegsziele, Zahnputzwerbung und Zensur.<br></br> Quelle: <a href="https://www.telepolis.de/article/Wir-werden-dem-Bild-unserer-Feinde-immer-aehnlicher-11300480.html">Telepolis</a></p> <p>dazu auch: <strong>Bundeswehr-Postkarten-Aktion sorgt für Kontroverse</strong><br></br> Vor ein paar Tagen haben Jugendliche, die nächstes Jahr volljährig werden, eine Postkarte von der Bundeswehr bekommen. Das Besondere: Auf der Postkarte prangt groß der eigene Familienname. Das hat für Aufregung gesorgt.<br></br> Quelle: <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/bundeswehr-postkarten-aktion-sorgt-fuer-kontroverse,VKiMawy">BR24</a></p> <p>und: <strong>Schrödingers Russe und die Lüge der Aufrüstungsdebatte</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151183">NachDenkSeiten</a> </p></li> <li><a name="h04"></a><strong>Gewinnt die Ukraine den Krieg? In den USA sieht man das anders</strong><br></br> Ein neuer Bericht des US-Kongresses lässt Zweifel an den jüngsten westlichen Darstellungen aufkommen, wonach die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen wird.<br></br> Seit Wochen ist die Berichterstattung westlicher Medien über den Krieg in der Ukraine wieder von bekannten Schlagzeilen geprägt: Die Ukraine schlägt tief im Inneren Russlands zu, russische Infrastruktur wird beschädigt, Russland wirkt verwundbar. Die Darstellung ähnelt früheren Momenten des Kriegoptimismus – nach dem Untergang des Kreuzers „Moskwa“, während der Cherson-Offensive von 2022, vor der gescheiterten Gegenoffensive von 2023 oder während der ukrainischen Vorstöße in die Region Kursk im Jahr 2024. Heute löst jeder erfolgreiche ukrainische Drohnenangriff auf russischem Gebiet eine neue Welle von Kommentaren aus, die darauf hindeuten, dass Russland endlich die Oberhand im Krieg verliert. […]<br></br> Doch hinter den triumphalen Schlagzeilen und ehrgeizigen Verlautbarungen ergibt eine ernsthafte Betrachtung der militärischen Realitäten des Krieges ein weitaus komplexeres Bild, als es der emotionale Rhythmus des Nachrichtenzyklus und politische Parolen zulassen.<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/gewinnt-die-ukraine-den-krieg-in-den-usa-sieht-man-das-anders/">Globalbridge</a> </li> <li><a name="h05"></a><strong>Die Zwischenbilanz des Irankriegs</strong><br></br> Ohne jegliche Klärung der Perspektiven für einen etwaigen deutschen Marineeinsatz in der Straße von Hormuz nähern sich die USA und Iran einer Rahmenvereinbarung über einen verlängerten Waffenstillstand. Details sind bislang nur in Ansätzen bekannt; treffen sie zu, dann wird schon in Kürze die Straße von Hormuz wieder für den Handelsverkehr offen sein, während Iran zwar vorläufig auf Gebühren für die Durchfahrt verzichten, doch weiter die Kontrolle über die Meerenge beanspruchen könnte. Die Lage wäre für die Vereinigten Staaten dann schlechter als vor ihrem gemeinsam mit Israel gestarteten Überfall auf Iran. Zu den Gründen dafür, dass US-Präsident Trump bislang darauf verzichtet, den Krieg fortzusetzen, zählt, dass die US-Streitkräfte große Mengen an Raketen verschossen haben – etwa ein Drittel ihrer gesamten Bestände an Tomahawk-Marschflugkörpern und rund die Hälfte ihrer Patriot- und THAAD-Abwehrraketen. US-Rüstungskonzerne werden Jahre benötigen, um die Bestände wieder zu füllen. Zudem sind die Schäden an diversen US-Militärstützpunkten schwer; da Iran wohl noch 70 Prozent seiner Raketen besitzt, drohen den USA im Fall einer Fortsetzung des Krieges weitere herbe Verluste.<br></br> Quelle: <a href="https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10415">German Foreign Policy</a> </li> <li><a name="h06"></a><strong>Die stille Achse – vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein Bündnis?</strong><br></br> Wie Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei und Katar inmitten des Iran-Kriegs eine neue Sicherheitsarchitektur sondieren – und was Bennett im Februar bereits benannt hatte. Es gilt, das im Auge zu behalten.<br></br> Am 7. April 2026 verkündete der amerikanische Präsident 90 Minuten vor seiner eigenen Deadline einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran. Die Entscheidung fiel nach einem Telefonat mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef Asim Munir. Acht Tage später, am 15. April, brach Sharif mit seinem Außenminister Ishaq Dar, der zu den Vermittlern in Islamabad gehört hatte, zu einer viertägigen Reise auf. Drei Stationen: Riad, Antalya, Doha. Drei strategische Partner. Vier Tage. Während der Westen die zweite Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran beobachtete, vollzog sich im Hintergrund eine Konsultationsbewegung, die in westlichen Mainstream-Medien als Kontext-Randnotiz behandelt wurde – und die genau jene Achse umfasst, die der ehemalige israelische Premierminister Naftali Bennett im Februar bereits namentlich benannt hatte: Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei. Das vierte Land – Katar – saß bei keinem der Treffen formell mit am Tisch und ist trotzdem Teil der Bewegung.<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/die-stille-achse-vier-hauptstaedte-eine-bewegung-ein-buendnis/">Globalbridge</a> </li> <li><a name="h07"></a><strong>Dramatische Rettungsmission aus Gaza unter Kriegsbedingungen</strong><br></br> Die UNRWA schaffte Archive der Palästinenser ausser Land, um deren kollektive Erinnerung und politische Ansprüche zu wahren.<br></br> Die Archiv-Dokumente haben eine strategische Bedeutung, schrieb der «Guardian» und dokumentierte eine aussergewöhnliche, teils geheime Rettungsaktion des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), bei der über zehn Monate hinweg ein riesiges Archiv zur palästinensischen Flüchtlingsgeschichte aus Gaza und Ostjerusalem in Sicherheit gebracht wurde. […]<br></br> Was geografisch wie eine kurze Strecke erscheint – von Ostjerusalem nach Amman –, wurde 2024 zu einem hochriskanten Unterfangen. Die Rettung der Archive erforderte verdeckte Operationen über mehrere Länder hinweg, Transporte unter Bombenbeschuss sowie diplomatisches und logistisches Improvisieren. Mitarbeitende schmuggelten Dokumente in «unmarkierten Umschlägen» über Grenzen, während andere Bestände per Militärflugzeug ausgeflogen wurden.<br></br> Besonders kritisch war die Lage in Gaza: Kurz nach Beginn der israelischen Offensive mussten internationale UNRWA-Mitarbeitende das Gelände in Gaza-Stadt verlassen und konnten die Archive nicht mitnehmen. Zurück blieb ein riesiger Bestand historischer Dokumente – akut bedroht durch Luftangriffe oder mögliche Beschlagnahmung.<br></br> Ein UNRWA-Vertreter sagte: «Es bestand ein echtes Risiko, dass die Israelis sie zerstören oder dass sie einfach durch Feuer oder Explosion vernichtet werden.»<br></br> Quelle: <a href="https://www.infosperber.ch/politik/welt/dramatische-rettungsmission-aus-gaza-unter-kriegsbedingungen/">Infosperber</a> <p>dazu: <strong>Hunger und Ratten</strong><br></br> Das Leben im Gazastreifen ist geprägt vom Mangel an Nahrung und Wasser, desaströsen Hygienebedingungen, Nagetieren und sich ausbreitenden Krankheiten. Nun berichtete die New York Times sogar über den Einsatz von „sexueller Folter“.<br></br> Dass die Weltgemeinschaft in der Lage ist, sich sukzessive an kriegerische Grausamkeiten zu gewöhnen, hat die Entwicklung im Gazastreifen in den vergangenen Jahren deutlich gezeigt. Die Zustände vor Ort sind kein Geheimnis. Sie werden von internationalen Organisationen und Journalisten immer wieder dokumentiert, und auch wenn viele sie alles andere als gutheißen, passiert im Grunde nichts. Für die Menschen in Gaza bedeutet das ein Leben voller Entbehrungen, das sich die meisten hierzulande wahrscheinlich kaum vorstellen können.<br></br> Quelle: <a href="https://www.manova.news/artikel/hunger-und-ratten">Manova</a></p> <p>dazu auch: <strong>Historiker Ilan Pappe: „Israel war schon immer der Ansicht, dass es die arabische Welt beherrschen muss“</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151137">NachDenkSeiten </a> </p></li> <li><a name="h08"></a><strong>Diese Kürzungen sind ein Angriff auf Mütter</strong><br></br> Kürzungen beim Eltern- und beim Kinderkrankengeld verfestigen Anreize, die Mütter zu unbezahlter Sorgearbeit drängen. Das Gegenteil wäre richtig<br></br> Die Bundesregierung will beim Elterngeld und beim Kinderkrankengeld kürzen. Ausgerechnet da, wo das bestehende System schon heute massive Fehlanreize setzt. Statt Sorgearbeit gerecht zu verteilen, drängt es vor allem Mütter in unbezahlte Care-Arbeit – mit allen bekannten Folgen: geringere Einkommen, schlechtere Karrierechancen, niedrigere Renten (von toxischen Abhängigkeiten, die daraus entstehen, ganz zu schweigen). Nur: Wo bleibt der Aufschrei?<br></br> Statt angezündeten Windeln vor dem Bundeskanzleramt gibt es nur vereinzelt wütende Kolumnen (geschrieben von: Frauen) und 0815-Pressemitteilungen (herausgegeben von: Sozialverbänden). Vielleicht, weil uns allen ganze Zeit eingetrichtert wird, dass nun mal gespart werden und der Sozialstaat verkleinert werden müsse (Augenroll-Emoji)? Oder weil Eltern- und Kinderkrankengeld halt überwiegend von Müttern bezogen werden – und sich zu wenig Männer und Väter dafür verantwortlich fühlen? Warum auch immer, der fehlende Aufschrei ist falsche Zurückhaltung. Denn diese Kürzungen gehen alle an – zumal in einer alternden Gesellschaft, die um ihren Wohlstand fürchtet!<br></br> Quelle: <a href="https://www.geldfuerdiewelt.de/p/diese-kurzungen-sind-ein-angriff">Geld für die Welt</a> <p>dazu auch: <strong>„Müssen sparen“: CDU-Politiker Spahn stellt viele Sozialleistungen in Frage</strong><br></br> Die deutsche Wirtschaft kriselt, Arbeitsplätze werden unsicherer, der Sozialstaat gerät zunehmend unter Druck. In dieser schwierigen Gemengelage sprach sich CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) nun gegen weitere Erhöhungen beim BAföG, dem Wohngeld, dem Bürgergeld und dem Elterngeld aus. Das sagte der CDU-Politiker im Interview mit der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media mit Blick auf die wirtschaftliche Lage Deutschlands. „Staatliche Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld, BAföG werden wir absehbar nicht erhöhen können, in manchen Bereichen müssen wir sparen – jedenfalls solange wir kein Wachstum haben“, so Spahn im Interview. Widerstand folgte promt.<br></br> Quelle: <a href="https://www.fr.de/wirtschaft/buergergeld-bafoeg-wohngeld-unionsfraktionschef-spahn-will-sparen-zr-94323468.html">FR Online</a></p> <p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.B.:</strong> Jens müssen wir uns alle Spahn.</em></p> <p>und: <strong>Neoliberales Bullshit-Bingo</strong><br></br> Man fühlt sich in die frühen 2000er Jahre zurückversetzt, als mit einem medialen Trommelfeuer Hartz-Reformen und Agenda-Politik ideologisch vorbereitet wurden. Kaum ein Leitartikel, eine Nachrichtensendung oder ein Polit-Talk, in dem nicht neoliberale Ideologen aus dem Hause „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ zum Sturmangriff auf die sozialen Sicherungssysteme bliesen.<br></br> Quelle: <a href="https://www.unsere-zeit.de/neoliberales-bullshit-bingo-4814804/">unsere zeit</a> </p></li> <li><a name="h09"></a><strong>Macht eure Arbeit, schützt Journalisten!</strong><br></br> Ein offener Brief an die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion in Verdi, die zur Sanktionierung des Journalisten Hüseyin Doğru beharrlich schweigt<br></br> Der Journalist Rüdiger Göbel beklagt in einem offenen Brief an die Bundesvorsitzende der Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion DJU in Verdi, Danica Bensmail, und den Verdi-Bundesvorsitzenden Frank Werneke das Schweigen zum Fall des seit einem Jahr von der EU sanktionierten Berliner Journalisten Hüseyin Doğru.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523115.pressefreiheit-macht-eure-arbeit-sch%C3%BCtzt-journalisten.html">junge Welt</a> <p>dazu: <strong>EU-Sanktionen gegen Hüseyin Dogru: Bank friert jetzt auch das Konto seiner Mutter ein</strong><br></br> Die EU-Sanktionen gegen den Berliner Journalisten Hüseyin Dogru werden ausgeweitet. Wegen eines „Kontrollverhältnisses“ sperrte die Comdirect das Konto der Mutter.<br></br> Der Fall des Berliner Journalisten Hüseyin Dogru nimmt immer drastischere Züge an. Wie der von der EU sanktionierte Journalist am Mittwoch auf X mitteilte, wurde nun offenbar auch das Konto seiner Mutter gesperrt. Grundlage sei ein Schreiben der Bank Comdirect, das Dogru öffentlich machte. Darin heißt es, die Gelder auf den Konten seiner Mutter seien „aufgrund eines bestehenden Kontrollverhältnisses über die Gelder durch Ihren Sohn, Herrn Hüseyin Dogru, eingefroren“. Verfügungen über das Konto und das Wertpapierdepot seien nur noch möglich, wenn die Deutsche Bundesbank im Einzelfall eine Freigabe erteile.<br></br> Quelle: <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/fall-hueseyin-dogru-bank-sperrt-konto-mutter-10038734">Berliner Zeitung</a></p> <p>dazu auch: <strong>Exklusiv: Wie Bundesregierung und EU den deutschen Rechtsstaat aushöhlen</strong><br></br> Rechtsstaat adé: Wer als deutscher Staatsbürger EU-sanktioniert ist und dagegen klagen will, darf einen Anwalt nur bezahlen, wenn eine staatliche Bundesbehörde dem zustimmt. […]<br></br> Die aktuelle Regierungspressekonferenz und die Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der AfD zeichnen das Bild eines Sanktionsregimes, das sich zunehmend von rechtsstaatlichen Standards entkoppelt: vage Tatbestandsmerkmale, vertrauliche Beweispakete, fehlende Waffengleichheit, Ausweitung auf Familienangehörige, fehlerhafte Grundlagendaten und eine Verantwortungsdiffusion zwischen Brüssel, AA und BMF. Während Gerichte erste Maßnahmen kassieren und juristische Gutachten gravierende Bedenken anmelden, hält die Bundesregierung an Aufbau und Praxis des Sanktionsregimes nicht nur fest – sie arbeitet aktiv daran, künftige Sanktionsentscheidungen noch einfacher durchsetzbar zu machen.<br></br> Quelle: <a href="https://ostdeutscheallgemeine.com/article/das-eu-sanktionsregime-wie-der-deutsche-rechtsstaat-endgueltig-ins-wanken-geraet-10038878">Florian Warweg auf Ostdeutsche Allgemeine</a></p> <p>und: <strong>„Sippenhaftung“ für Familie von Hüseyin Doğru geht weiter – auch das Konto seiner Mutter gesperrt</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151147">NachDenkSeiten</a> </p></li> <li><a name="h10"></a><strong>Westend-Verlag gerät ins Visier der Selbstgerechten</strong><br></br> Weil der Westend-Verlag, der mein Buch „Der Wahrheitskomplex“ verlegt hat, angeblich nach rechts driftet, haben 32 frühere Westend-Autoren aus dem sich linksliberal nennenden Milieu in einem offenen Brief dem Verlag die Zusammenarbeit aufgekündigt.<br></br> Soweit ich sehen kann, ist der Brief nur presseöffentlich, nicht allgemein abrufbar. Bei den meisten der Autoren liegt die Zusammenarbeit schon eine ganze Weile zurück. Irreführend ist das Label „linksliberal“, weil dieses Milieu mit linker Haltung im traditionellen Sinne von „Einstehen für die Interessen der Schwachen“ nur noch sehr begrenzt etwas zu tun. Liberal ist es schon lange nicht mehr, wie diese Aktion eindrucksvoll zeigt.<br></br> Auslöser soll nämlich sein, dass Westend das Buch von Julian Reichelt und Pauline Voss, „Deutsch – Links, Links – Deutsch“ verlegt hat. Darin spießen die Autoren Heucheleien, übertriebene Empfindlichkeiten und andere tatsächliche oder vermeintliche Schwächen aus dem Milieu der 32 Briefschreiber auf. Das konnten diese nicht ertragen und griffen deshalb zum Mittel des Kontaktschuldangriffs auf den Verlag. Den FDP-Politiker Wolfgang Kubicki haben die Briefschreiber als Westend-Autor gnädig gerade noch „akzeptiert“, aber Julian Reichelt vom rechten Nachrichtenmagazin Nius war ihnen zu viel. Mit liberal hat so ein Verhalten nichts mehr zu tun. Es zeugt von überbordender Selbstgerechtigkeit und der anti-liberalen Haltung, dass man mit Menschen nicht diskutieren muss und keinen Kontakt pflegen darf, deren Meinung außerhalb der eigenen Komfortzone liegt.<br></br> Quelle: <a href="https://norberthaering.de/propaganda-zensur/westend-offener-brief/">Norbert Häring</a> <p>dazu: <strong>Westend-Verlag wehrt sich gegen Autoren: „Große Worte mit wenig Grundierung“</strong><br></br> In einem Offenen Brief werfen Autoren dem Westend-Verlag einen Rechtsruck vor. Der Geschäftsführer Markus J. Karsten sagt: Lasst uns über Argumente reden. […]<br></br> In einem Offenen Brief werfen Ihnen mehrere Autoren vor, den Verlag nach rechts gedreht zu haben. Was sagen Sie dazu?<br></br> Das sind große Worte mit wenig Grundierung. Ich kann aber verstehen, dass es auf wenig Gegenliebe stößt, wenn man sich plötzlich anstrengen und überzeugen soll. Wir wollen das Visier hochklappen und uns dezidiert inhaltlich auseinandersetzen, statt wirkungslos Haltung bekunden. Im Übrigen: Wissen Sie, wie es anders gehen soll, wenn man grundsätzlich Andersdenkende überzeugen möchte? Ignorieren, Brandmarken und Haltung zeitigen offensichtlich keine Effekte.<br></br> Quelle: <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/westend-verlag-wehrt-sich-gegen-autoren-grosse-worte-mit-wenig-grundierung-10038074">Berliner Zeitung</a></p> <p>dazu auch: <strong>Zwei Verlage rücken nach rechts</strong><br></br> In Deutschland verlassen 32 Autoren den Westend-Verlag, in Frankreich mehr als 200 das Traditionshaus Grasset. Beide protestieren gegen den Rechtsruck, doch es gibt einen entscheidenden Unterschied. […]<br></br> In Frankreich kämpfen die Autoren – staatstragende wie querdenkende Linke, Konservative wie Liberale – gegen einen rechten Eigentümer, der offenbar vorgeben will, was noch gesagt werden darf. Sie verteidigen den offenen Diskurs gegen einen, der ihn von oben verengt. In Deutschland steht die Sache fast spiegelverkehrt. Hier beruft sich der Verlag auf die Meinungsfreiheit und einen offenen Diskurs – und es sind linke Autorinnen und Autoren, die eine Grenze ziehen und in der Nähe rechter Stimmen nicht mehr auftauchen wollen.<br></br> Das ist gut begründbar. Niemand muss sein Buch in einem Verlag veröffentlichen, dessen Programm er politisch nicht mittragen möchte. Aber die Bewegung ist doch eine andere: Dort verteidigen Autoren die offene Debatte gegen die Macht des Eigentümers, hier markieren Autorinnen und Autoren selbst die diskursiven Grenzen. Ob das viel ausrichtet, darf bezweifelt werden – jedenfalls dann, wenn der Markt das Verlegen rechter Bücher offenbar goutiert. Das NIUS-Buch stand jedenfalls nach Erscheinen auf Platz eins der Bestsellerliste. Und dagegen kommt kein offener Brief an.<br></br> Quelle: <a href="https://www.ueberrechts.de/p/westend-grasset-zwei-verlage-rucken-nach-rechts">Über Rechts</a></p> <p>und: <strong>Die Brandmauer im Bücherregal</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151019">NachDenkSeiten</a></p></li> </ol> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1> Hinweise der Woche</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p>Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lesenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br></br> <span id="more-151233"></span><br></br> Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.</p><p>Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p><ol> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h01">Erich Vad und der Doppelbeschluss: Diese drei Sicherungen fehlen der EU</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h02">Auf den Spuren des Irrsinns</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h03">Nicht für unsere Sicherheit wird aufgerüstet</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h04">Gewinnt die Ukraine den Krieg? In den USA sieht man das anders</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h05">Die Zwischenbilanz des Irankriegs</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h06">Die stille Achse – vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein Bündnis?</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h07">Dramatische Rettungsmission aus Gaza unter Kriegsbedingungen</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h08">Diese Kürzungen sind ein Angriff auf Mütter</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h09">Macht eure Arbeit, schützt Journalisten!</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151233#h10">Westend-Verlag gerät ins Visier der Selbstgerechten</a></li> </ol><p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Ursprünglich hatten wir geplant, in unserer Wochenübersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beiträge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine dafür nötige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beiträge vorzuenthalten. Daher möchten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beiträge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.</em></p><ol> <li><a name="h01"></a><strong>Erich Vad und der Doppelbeschluss: Diese drei Sicherungen fehlen der EU</strong><br></br> Der frühere Merkel-Berater E. Vad wird vom Mainstream gemieden. Doch nun war der Militärexperte überraschend bei Lanz zu Gast. Vad warnte vor unkontrollierter Aufrüstung und forderte eine Art Doppelbeschluss für die EU – wie seinerzeit bei der Nato.<br></br> „Dass wir Waffen liefern, dass wir die Ukraine unterstützen, das ist schon in Ordnung“, sagte Vad. Doch dann formulierte er seine größte Sorge: „Wir werden, wenn wir so weitermachen, in einem Krieg mit Russland landen.“<br></br> Die unkontrollierte Aufrüstung führe unweigerlich zu einer Konfrontation und am Ende womöglich zum Krieg – den unsere “anerkannten” Experten ja ohnehin ständig herbeireden (auch wenn sie behaupten, ihn verhindern zu wollen).<br></br> Laut Vad braucht es eine Art Doppelstrategie oder Doppelbeschluss wie einst in der Nato: Jede Aufrüstung müsse mit Abrüstungsinitiativen und Diplomatie verbunden werden. Die USA wisse und praktiziere dies, die EU habe es vergessen.<br></br> Quelle: <a href="https://lostineu.eu/vad-und-der-doppelbeschluss-diese-drei-sicherungen-fehlen-der-eu/">Lost in Europe</a> <p>dazu auch: <strong>Drohnenkrise: Von der Leyen sichert Balten europäischen Beistand zu</strong><br></br> Es wird immer verrückter. Nachdem ukrainische Drohnen eine schwere Krise im Baltikum ausgelöst haben, hat EU-Kommissionschefin von der Leyen den betroffenen Staaten europäischen Beistand zugesichert – gegen Russland.<br></br> „Europa steht in voller Solidarität und Einigkeit an der Seite Estlands, Lettlands und Litauens“, sagte sie bei einem Treffen mit den Präsidenten der drei Länder in Vilnius. „Wenn die baltischen Staaten auf die Probe gestellt werden, wird ganz Europa auf die Probe gestellt.“<br></br> Wie der Beistand aussehen soll, ließ VdL offen. Einen europäischen “Drohnenwall”, den sie schon im letzten Jahr versprochen hat, gibt es immer noch nicht. Auch die Nato hat sich als unfähig erwiesen, die angeblich von Russland fehlgeleiteten ukrainischen Drohnen abzuwehren.<br></br> Das einfachste wäre vermutlich, den ukrainischen Präsidenten Selenskyj anzurufen und ihm Angriffe auf Russland über EU- und Nato-Gebiet bzw. scharf an dessen Grenze – also an der sog. Ostflanke – zu untersagen. Keine Kampfdrohnen übers Baltikum, lieber Wolodymyr!<br></br> Quelle: <a href="https://lostineu.eu/drohnenkrise-von-der-leyen-sichert-balten-europaeischen-beistand-zu/">Lost in Europe</a></p> <p>und: <strong>Jeffrey Sachs an Bundeskanzler Merz: Verhindern Sie offenen Krieg mit Russland!</strong><br></br> Der Ökonom und Diplomat Jeffrey Sachs fordert Bundeskanzler Merz auf, mit Russlands Präsident Putin unverzüglich Gespräche über Frieden in Europa zu beginnen. Der Brief im Wortlaut. […]<br></br> Sie selbst forderten im Januar 2026 gemeinsam mit Premierminister Meloni und Präsident Macron die Wiederaufnahme der Beziehungen Europas zu Russland und bezeichneten Russland als „ein europäisches Land“. Dennoch haben Sie die Diplomatie nicht verfolgt. Angesichts der Zukunft Europas, die auf dem Spiel steht, ist dies ein beispielloser Verzicht auf Ihre Führungsrolle. Haben Sie in Ihrer Zeit als Bundeskanzler auch nur einen einzigen substanziellen Dialog mit Präsident Putin versucht? Hat Ihr Außenminister jemals einen substanziellen Dialog mit Außenminister Lawrow versucht? Echte Gespräche, so wie jene, die den Kalten Krieg beendeten? Soweit die öffentlichen Aufzeichnungen belegen, lautet die Antwort: Nein. Nicht ein einziges Mal. Und nicht etwa, weil die Dringlichkeit nicht erkannt worden wäre.<br></br> Quelle: <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/jeffrey-sachs-an-bundeskanzler-merz-verhindern-sie-offenen-krieg-mit-russland-10038620">Berliner Zeitung</a> </p></li> <li><a name="h02"></a><strong>Auf den Spuren des Irrsinns</strong><br></br> Neulich veröffentlichte der CDU-Bundestagabgeordnete, Roderich Kiesewetter, der seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine zur zweifelhaften Berühmtheit geworden ist, zusammen mit seiner Coautorin, Susann Worschech, einen am 11. Mai 2026 im Focus erschienenen Gastbeitrag, der es in sich hat. […]<br></br> Man hat den Eindruck, als ob die Autoren im falschen Jahrhundert lebten. Mit Verweis auf das Ende des Zweiten Weltkriegs ziehen sie eine unzulässige Parallele zwischen Nazideutschland und Russland und fordern Europa dazu auf, „auf die bedingungslose Kapitulation“ und „auf die ‚Stunde Null‘ Russlands hinzuarbeiten“. „Es wäre eine Kapitulation Europas, unserer gemeinsamen Freiheit und Demokratie“, „würden in Europa Grenzen durch Gewalt verschoben und das Recht des Stärkeren etabliert“. Die „russische Einflusszone würde sich (dann) ausbreiten“ und „die Nato wäre am Ende“, empörten sich Kiesewetter und seine Coautorin.<br></br> Offenbar lebte der Abgeordnete Kiesewetter in den vergangenen dreißig Jahren auf dem Mond und nicht auf dem Planet Erde und weiß nicht, dass Europa unter Führung des US-Hegemonen schon längst die „Grenzen durch Gewalt verschoben“ und „das Recht des Stärkeren etabliert“ hat.<br></br> Bereits mit dem Kosovo-Krieg 1999 etablierten die USA auch mit tatkräftiger Unterstützung Deutschlands eine Interventionspraxis unter Umgehung des UN-Rechts und machten die vom Völkerrecht geächteten Angriffskriege wieder salonfähig.<br></br> Quelle: <a href="https://overton-magazin.de/top-story/auf-den-spuren-des-irrsinns/">Overton Magazin</a> <p>dazu auch: <strong>Wiederholt sich 1914? Bricht der Krieg zwischen Europa und Russland endgültig offen aus?</strong><br></br> Die gegenwärtigen Angriffe kann man nicht mehr als ukrainisch bezeichnen. Die Ukraine amtet nur noch als Feigenblatt eines offenen Krieges Europas gegen Russland.<br></br> Diese beschriebenen Eskalationen beruhen auf der irrigen Meinung Europas, die Zurückhaltung Russlands gegenüber der seit Jahren andauernden Provokationen durch den Westen sei ein Zeichen der Schwäche. Dass die Europäer die Geduld und das Streben nach Deeskalation dergestalt auslegen, erhöht das Risiko eines grossen Konflikts um so mehr. Die Russen haben gute, ja sehr gute Gründe, einen weiteren direkten Krieg mit Europa zu verhindern. Kein Land – ausser den Chinesen – litt im Zweiten Weltkrieg auf einem derart apokalyptischen Niveau wie die Sowjetunion. Dies ist auch heute noch omnipräsent in der russischen Gesellschaft. Präsident Putin weiss das und eine deeskalierende Haltung betreffend Krieg ist Programm eines Präsidenten, welcher die 27 Millionen Opfer respektiert und achtet.<br></br> Die Europäer hingegen, speziell die Deutschen, haben die Angst vor einem Krieg – auch vor einem Atomkrieg – komplett verloren.<br></br> Quelle: <a href="https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/wiederholt-sich-1914-bricht-der-krieg-zwischen-europa-und-russland-endgueltig-offen-aus">Seniora.org</a></p> <p>und: <strong>Nehmt Moskau ernst!</strong><br></br> Ein Großmanöver, das sich „ohne jegliche Tarnung“ (Sergei Schoigu, Sekretär des russischen Sicherheitsrates) gegen Russland und Belarus richtet, folgt dem anderen. Von Januar bis März übten zum Beispiel rund 10.000 Soldaten aus elf Staaten im Rahmen von „Steadfast Dart 2026“ mit Deutschland als „Gastnation“, also Drehscheibe, die Verlegung von Truppen innerhalb Westeuropas. Das seit 2024 gültige neue Streitkräftemodell sieht vor, bis zu 800.000 Soldaten zum Einsatz zu bringen. Dem folgte unter anderem vom 27. April bis zum 13. Mai das schwedisch geführte Manöver „Aurora 26“ in der mittleren Ostsee mit rund 18.000 Soldaten aus zwölf Ländern. Am Dienstag zählte Schoigu „sieben Übungen gleichzeitig“.<br></br> Unterdessen heizen die NATO-Staaten ihren Krieg gegen Russland mit unbegrenzten Summen für die korrupte Regierungsclique in Kiew an und lassen ihre Medien deren angebliche Siege bejubeln.<br></br> Quelle: <a href="https://www.unsere-zeit.de/nehmt-moskau-ernst-4814736/">unsere zeit</a> </p></li> <li><a name="h03"></a><strong>Nicht für unsere Sicherheit wird aufgerüstet</strong><br></br> Eine neue Greenpeace-Studie zeigt: Selbst ohne US-Hilfe ist Europa Russland militärisch haushoch überlegen. Das Hochrüsten dient sowieso anderen Zwecken. […]<br></br> Was, wenn der Angriffskrieg nur ein Möglichkeitsfenster öffnete, um die öffentliche Meinung zu bearbeiten? Was, wenn es gar nicht um unsere Sicherheit geht, sondern um den Erhalt des deutschen und europäischen Machtanspruchs in der Welt?<br></br> Wer Deutschlands Stellung als drittgrößte Weltwirtschaft erhalten und Europa in der neuen Weltordnung als Machtfaktor positionieren will, braucht zwei Dinge: Wirtschaftswachstum und Aufrüstung – beides untrennbar miteinander verknüpft. Es sind die zwei zentralen Hebel in einem globalen System konkurrierender Staaten und Bündnisse. […]<br></br> Dass diesem Streben nach Machterhalt alles untergeordnet wird, spüren die meisten Menschen längst. Statt die marode soziale Infrastruktur zu finanzieren, werden Milliarden in die Rüstung gesteckt. Statt die arbeitende Bevölkerung zu entlasten, soll sie mehr, länger und effizienter arbeiten. Alles, was nicht Wachstum oder Waffen produziert, wird weggekürzt.<br></br> Günstig in den Kurzurlaub mit dem Deutschlandticket? Kein Geld da. Durchschnaufen nach dem Abi? Geht nicht, wenn Deutschland die größte konventionelle Armee Europas werden soll. Mit 65 und kaputten Knochen die letzten Lebensjahre genießen? Nichts da – und für viele dann mit 70 in die Altersarmut, weil die Rente nicht reicht.<br></br> Quelle: <a href="https://taz.de/Deutsche-Kriegstuechtigkeit/!6181964/">taz</a> <p>dazu: <strong>“Wir werden dem Bild unserer Feinde immer ähnlicher”</strong><br></br> Vier Jahre nach der Zeitenwende-Rede erodiert der Sozialstaat. Doch was bedeutet das für unsere Demokratie? Ein Telepolis-Interview.<br></br> Als der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz seine bemerkenswerte Zeitenwende-Rede hielt, konnten sich die Wenigsten die sozialpolitischen Konsequenzen ausmalen. Vier Jahre später hat sich die Lage zugespitzt: Milliarden-Investitionen in kriegswichtige Bereiche werden wie Spiel-Figuren vor dem Hintergrund einer sozial erodierenden Landschaft hin- und hergeschoben.<br></br> Ideologisch erscheint das als “notwendiges Übel”. Eine kritische Betrachtung der inneren Wirren der Zeitenwende-Zeit fehlte bislang. Diese Lücke versucht das neueste Werk “Innere Zeitenwende” von Ingar Solty, Autor und Referent für Friedens- und Sicherheitspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung, zu schließen. Ein Gespräch über Kriegsziele, Zahnputzwerbung und Zensur.<br></br> Quelle: <a href="https://www.telepolis.de/article/Wir-werden-dem-Bild-unserer-Feinde-immer-aehnlicher-11300480.html">Telepolis</a></p> <p>dazu auch: <strong>Bundeswehr-Postkarten-Aktion sorgt für Kontroverse</strong><br></br> Vor ein paar Tagen haben Jugendliche, die nächstes Jahr volljährig werden, eine Postkarte von der Bundeswehr bekommen. Das Besondere: Auf der Postkarte prangt groß der eigene Familienname. Das hat für Aufregung gesorgt.<br></br> Quelle: <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/bundeswehr-postkarten-aktion-sorgt-fuer-kontroverse,VKiMawy">BR24</a></p> <p>und: <strong>Schrödingers Russe und die Lüge der Aufrüstungsdebatte</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151183">NachDenkSeiten</a> </p></li> <li><a name="h04"></a><strong>Gewinnt die Ukraine den Krieg? In den USA sieht man das anders</strong><br></br> Ein neuer Bericht des US-Kongresses lässt Zweifel an den jüngsten westlichen Darstellungen aufkommen, wonach die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen wird.<br></br> Seit Wochen ist die Berichterstattung westlicher Medien über den Krieg in der Ukraine wieder von bekannten Schlagzeilen geprägt: Die Ukraine schlägt tief im Inneren Russlands zu, russische Infrastruktur wird beschädigt, Russland wirkt verwundbar. Die Darstellung ähnelt früheren Momenten des Kriegoptimismus – nach dem Untergang des Kreuzers „Moskwa“, während der Cherson-Offensive von 2022, vor der gescheiterten Gegenoffensive von 2023 oder während der ukrainischen Vorstöße in die Region Kursk im Jahr 2024. Heute löst jeder erfolgreiche ukrainische Drohnenangriff auf russischem Gebiet eine neue Welle von Kommentaren aus, die darauf hindeuten, dass Russland endlich die Oberhand im Krieg verliert. […]<br></br> Doch hinter den triumphalen Schlagzeilen und ehrgeizigen Verlautbarungen ergibt eine ernsthafte Betrachtung der militärischen Realitäten des Krieges ein weitaus komplexeres Bild, als es der emotionale Rhythmus des Nachrichtenzyklus und politische Parolen zulassen.<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/gewinnt-die-ukraine-den-krieg-in-den-usa-sieht-man-das-anders/">Globalbridge</a> </li> <li><a name="h05"></a><strong>Die Zwischenbilanz des Irankriegs</strong><br></br> Ohne jegliche Klärung der Perspektiven für einen etwaigen deutschen Marineeinsatz in der Straße von Hormuz nähern sich die USA und Iran einer Rahmenvereinbarung über einen verlängerten Waffenstillstand. Details sind bislang nur in Ansätzen bekannt; treffen sie zu, dann wird schon in Kürze die Straße von Hormuz wieder für den Handelsverkehr offen sein, während Iran zwar vorläufig auf Gebühren für die Durchfahrt verzichten, doch weiter die Kontrolle über die Meerenge beanspruchen könnte. Die Lage wäre für die Vereinigten Staaten dann schlechter als vor ihrem gemeinsam mit Israel gestarteten Überfall auf Iran. Zu den Gründen dafür, dass US-Präsident Trump bislang darauf verzichtet, den Krieg fortzusetzen, zählt, dass die US-Streitkräfte große Mengen an Raketen verschossen haben – etwa ein Drittel ihrer gesamten Bestände an Tomahawk-Marschflugkörpern und rund die Hälfte ihrer Patriot- und THAAD-Abwehrraketen. US-Rüstungskonzerne werden Jahre benötigen, um die Bestände wieder zu füllen. Zudem sind die Schäden an diversen US-Militärstützpunkten schwer; da Iran wohl noch 70 Prozent seiner Raketen besitzt, drohen den USA im Fall einer Fortsetzung des Krieges weitere herbe Verluste.<br></br> Quelle: <a href="https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10415">German Foreign Policy</a> </li> <li><a name="h06"></a><strong>Die stille Achse – vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein Bündnis?</strong><br></br> Wie Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei und Katar inmitten des Iran-Kriegs eine neue Sicherheitsarchitektur sondieren – und was Bennett im Februar bereits benannt hatte. Es gilt, das im Auge zu behalten.<br></br> Am 7. April 2026 verkündete der amerikanische Präsident 90 Minuten vor seiner eigenen Deadline einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran. Die Entscheidung fiel nach einem Telefonat mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef Asim Munir. Acht Tage später, am 15. April, brach Sharif mit seinem Außenminister Ishaq Dar, der zu den Vermittlern in Islamabad gehört hatte, zu einer viertägigen Reise auf. Drei Stationen: Riad, Antalya, Doha. Drei strategische Partner. Vier Tage. Während der Westen die zweite Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran beobachtete, vollzog sich im Hintergrund eine Konsultationsbewegung, die in westlichen Mainstream-Medien als Kontext-Randnotiz behandelt wurde – und die genau jene Achse umfasst, die der ehemalige israelische Premierminister Naftali Bennett im Februar bereits namentlich benannt hatte: Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei. Das vierte Land – Katar – saß bei keinem der Treffen formell mit am Tisch und ist trotzdem Teil der Bewegung.<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/die-stille-achse-vier-hauptstaedte-eine-bewegung-ein-buendnis/">Globalbridge</a> </li> <li><a name="h07"></a><strong>Dramatische Rettungsmission aus Gaza unter Kriegsbedingungen</strong><br></br> Die UNRWA schaffte Archive der Palästinenser ausser Land, um deren kollektive Erinnerung und politische Ansprüche zu wahren.<br></br> Die Archiv-Dokumente haben eine strategische Bedeutung, schrieb der «Guardian» und dokumentierte eine aussergewöhnliche, teils geheime Rettungsaktion des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), bei der über zehn Monate hinweg ein riesiges Archiv zur palästinensischen Flüchtlingsgeschichte aus Gaza und Ostjerusalem in Sicherheit gebracht wurde. […]<br></br> Was geografisch wie eine kurze Strecke erscheint – von Ostjerusalem nach Amman –, wurde 2024 zu einem hochriskanten Unterfangen. Die Rettung der Archive erforderte verdeckte Operationen über mehrere Länder hinweg, Transporte unter Bombenbeschuss sowie diplomatisches und logistisches Improvisieren. Mitarbeitende schmuggelten Dokumente in «unmarkierten Umschlägen» über Grenzen, während andere Bestände per Militärflugzeug ausgeflogen wurden.<br></br> Besonders kritisch war die Lage in Gaza: Kurz nach Beginn der israelischen Offensive mussten internationale UNRWA-Mitarbeitende das Gelände in Gaza-Stadt verlassen und konnten die Archive nicht mitnehmen. Zurück blieb ein riesiger Bestand historischer Dokumente – akut bedroht durch Luftangriffe oder mögliche Beschlagnahmung.<br></br> Ein UNRWA-Vertreter sagte: «Es bestand ein echtes Risiko, dass die Israelis sie zerstören oder dass sie einfach durch Feuer oder Explosion vernichtet werden.»<br></br> Quelle: <a href="https://www.infosperber.ch/politik/welt/dramatische-rettungsmission-aus-gaza-unter-kriegsbedingungen/">Infosperber</a> <p>dazu: <strong>Hunger und Ratten</strong><br></br> Das Leben im Gazastreifen ist geprägt vom Mangel an Nahrung und Wasser, desaströsen Hygienebedingungen, Nagetieren und sich ausbreitenden Krankheiten. Nun berichtete die New York Times sogar über den Einsatz von „sexueller Folter“.<br></br> Dass die Weltgemeinschaft in der Lage ist, sich sukzessive an kriegerische Grausamkeiten zu gewöhnen, hat die Entwicklung im Gazastreifen in den vergangenen Jahren deutlich gezeigt. Die Zustände vor Ort sind kein Geheimnis. Sie werden von internationalen Organisationen und Journalisten immer wieder dokumentiert, und auch wenn viele sie alles andere als gutheißen, passiert im Grunde nichts. Für die Menschen in Gaza bedeutet das ein Leben voller Entbehrungen, das sich die meisten hierzulande wahrscheinlich kaum vorstellen können.<br></br> Quelle: <a href="https://www.manova.news/artikel/hunger-und-ratten">Manova</a></p> <p>dazu auch: <strong>Historiker Ilan Pappe: „Israel war schon immer der Ansicht, dass es die arabische Welt beherrschen muss“</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151137">NachDenkSeiten </a> </p></li> <li><a name="h08"></a><strong>Diese Kürzungen sind ein Angriff auf Mütter</strong><br></br> Kürzungen beim Eltern- und beim Kinderkrankengeld verfestigen Anreize, die Mütter zu unbezahlter Sorgearbeit drängen. Das Gegenteil wäre richtig<br></br> Die Bundesregierung will beim Elterngeld und beim Kinderkrankengeld kürzen. Ausgerechnet da, wo das bestehende System schon heute massive Fehlanreize setzt. Statt Sorgearbeit gerecht zu verteilen, drängt es vor allem Mütter in unbezahlte Care-Arbeit – mit allen bekannten Folgen: geringere Einkommen, schlechtere Karrierechancen, niedrigere Renten (von toxischen Abhängigkeiten, die daraus entstehen, ganz zu schweigen). Nur: Wo bleibt der Aufschrei?<br></br> Statt angezündeten Windeln vor dem Bundeskanzleramt gibt es nur vereinzelt wütende Kolumnen (geschrieben von: Frauen) und 0815-Pressemitteilungen (herausgegeben von: Sozialverbänden). Vielleicht, weil uns allen ganze Zeit eingetrichtert wird, dass nun mal gespart werden und der Sozialstaat verkleinert werden müsse (Augenroll-Emoji)? Oder weil Eltern- und Kinderkrankengeld halt überwiegend von Müttern bezogen werden – und sich zu wenig Männer und Väter dafür verantwortlich fühlen? Warum auch immer, der fehlende Aufschrei ist falsche Zurückhaltung. Denn diese Kürzungen gehen alle an – zumal in einer alternden Gesellschaft, die um ihren Wohlstand fürchtet!<br></br> Quelle: <a href="https://www.geldfuerdiewelt.de/p/diese-kurzungen-sind-ein-angriff">Geld für die Welt</a> <p>dazu auch: <strong>„Müssen sparen“: CDU-Politiker Spahn stellt viele Sozialleistungen in Frage</strong><br></br> Die deutsche Wirtschaft kriselt, Arbeitsplätze werden unsicherer, der Sozialstaat gerät zunehmend unter Druck. In dieser schwierigen Gemengelage sprach sich CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) nun gegen weitere Erhöhungen beim BAföG, dem Wohngeld, dem Bürgergeld und dem Elterngeld aus. Das sagte der CDU-Politiker im Interview mit der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media mit Blick auf die wirtschaftliche Lage Deutschlands. „Staatliche Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld, BAföG werden wir absehbar nicht erhöhen können, in manchen Bereichen müssen wir sparen – jedenfalls solange wir kein Wachstum haben“, so Spahn im Interview. Widerstand folgte promt.<br></br> Quelle: <a href="https://www.fr.de/wirtschaft/buergergeld-bafoeg-wohngeld-unionsfraktionschef-spahn-will-sparen-zr-94323468.html">FR Online</a></p> <p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.B.:</strong> Jens müssen wir uns alle Spahn.</em></p> <p>und: <strong>Neoliberales Bullshit-Bingo</strong><br></br> Man fühlt sich in die frühen 2000er Jahre zurückversetzt, als mit einem medialen Trommelfeuer Hartz-Reformen und Agenda-Politik ideologisch vorbereitet wurden. Kaum ein Leitartikel, eine Nachrichtensendung oder ein Polit-Talk, in dem nicht neoliberale Ideologen aus dem Hause „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ zum Sturmangriff auf die sozialen Sicherungssysteme bliesen.<br></br> Quelle: <a href="https://www.unsere-zeit.de/neoliberales-bullshit-bingo-4814804/">unsere zeit</a> </p></li> <li><a name="h09"></a><strong>Macht eure Arbeit, schützt Journalisten!</strong><br></br> Ein offener Brief an die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion in Verdi, die zur Sanktionierung des Journalisten Hüseyin Doğru beharrlich schweigt<br></br> Der Journalist Rüdiger Göbel beklagt in einem offenen Brief an die Bundesvorsitzende der Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion DJU in Verdi, Danica Bensmail, und den Verdi-Bundesvorsitzenden Frank Werneke das Schweigen zum Fall des seit einem Jahr von der EU sanktionierten Berliner Journalisten Hüseyin Doğru.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523115.pressefreiheit-macht-eure-arbeit-sch%C3%BCtzt-journalisten.html">junge Welt</a> <p>dazu: <strong>EU-Sanktionen gegen Hüseyin Dogru: Bank friert jetzt auch das Konto seiner Mutter ein</strong><br></br> Die EU-Sanktionen gegen den Berliner Journalisten Hüseyin Dogru werden ausgeweitet. Wegen eines „Kontrollverhältnisses“ sperrte die Comdirect das Konto der Mutter.<br></br> Der Fall des Berliner Journalisten Hüseyin Dogru nimmt immer drastischere Züge an. Wie der von der EU sanktionierte Journalist am Mittwoch auf X mitteilte, wurde nun offenbar auch das Konto seiner Mutter gesperrt. Grundlage sei ein Schreiben der Bank Comdirect, das Dogru öffentlich machte. Darin heißt es, die Gelder auf den Konten seiner Mutter seien „aufgrund eines bestehenden Kontrollverhältnisses über die Gelder durch Ihren Sohn, Herrn Hüseyin Dogru, eingefroren“. Verfügungen über das Konto und das Wertpapierdepot seien nur noch möglich, wenn die Deutsche Bundesbank im Einzelfall eine Freigabe erteile.<br></br> Quelle: <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/fall-hueseyin-dogru-bank-sperrt-konto-mutter-10038734">Berliner Zeitung</a></p> <p>dazu auch: <strong>Exklusiv: Wie Bundesregierung und EU den deutschen Rechtsstaat aushöhlen</strong><br></br> Rechtsstaat adé: Wer als deutscher Staatsbürger EU-sanktioniert ist und dagegen klagen will, darf einen Anwalt nur bezahlen, wenn eine staatliche Bundesbehörde dem zustimmt. […]<br></br> Die aktuelle Regierungspressekonferenz und die Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der AfD zeichnen das Bild eines Sanktionsregimes, das sich zunehmend von rechtsstaatlichen Standards entkoppelt: vage Tatbestandsmerkmale, vertrauliche Beweispakete, fehlende Waffengleichheit, Ausweitung auf Familienangehörige, fehlerhafte Grundlagendaten und eine Verantwortungsdiffusion zwischen Brüssel, AA und BMF. Während Gerichte erste Maßnahmen kassieren und juristische Gutachten gravierende Bedenken anmelden, hält die Bundesregierung an Aufbau und Praxis des Sanktionsregimes nicht nur fest – sie arbeitet aktiv daran, künftige Sanktionsentscheidungen noch einfacher durchsetzbar zu machen.<br></br> Quelle: <a href="https://ostdeutscheallgemeine.com/article/das-eu-sanktionsregime-wie-der-deutsche-rechtsstaat-endgueltig-ins-wanken-geraet-10038878">Florian Warweg auf Ostdeutsche Allgemeine</a></p> <p>und: <strong>„Sippenhaftung“ für Familie von Hüseyin Doğru geht weiter – auch das Konto seiner Mutter gesperrt</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151147">NachDenkSeiten</a> </p></li> <li><a name="h10"></a><strong>Westend-Verlag gerät ins Visier der Selbstgerechten</strong><br></br> Weil der Westend-Verlag, der mein Buch „Der Wahrheitskomplex“ verlegt hat, angeblich nach rechts driftet, haben 32 frühere Westend-Autoren aus dem sich linksliberal nennenden Milieu in einem offenen Brief dem Verlag die Zusammenarbeit aufgekündigt.<br></br> Soweit ich sehen kann, ist der Brief nur presseöffentlich, nicht allgemein abrufbar. Bei den meisten der Autoren liegt die Zusammenarbeit schon eine ganze Weile zurück. Irreführend ist das Label „linksliberal“, weil dieses Milieu mit linker Haltung im traditionellen Sinne von „Einstehen für die Interessen der Schwachen“ nur noch sehr begrenzt etwas zu tun. Liberal ist es schon lange nicht mehr, wie diese Aktion eindrucksvoll zeigt.<br></br> Auslöser soll nämlich sein, dass Westend das Buch von Julian Reichelt und Pauline Voss, „Deutsch – Links, Links – Deutsch“ verlegt hat. Darin spießen die Autoren Heucheleien, übertriebene Empfindlichkeiten und andere tatsächliche oder vermeintliche Schwächen aus dem Milieu der 32 Briefschreiber auf. Das konnten diese nicht ertragen und griffen deshalb zum Mittel des Kontaktschuldangriffs auf den Verlag. Den FDP-Politiker Wolfgang Kubicki haben die Briefschreiber als Westend-Autor gnädig gerade noch „akzeptiert“, aber Julian Reichelt vom rechten Nachrichtenmagazin Nius war ihnen zu viel. Mit liberal hat so ein Verhalten nichts mehr zu tun. Es zeugt von überbordender Selbstgerechtigkeit und der anti-liberalen Haltung, dass man mit Menschen nicht diskutieren muss und keinen Kontakt pflegen darf, deren Meinung außerhalb der eigenen Komfortzone liegt.<br></br> Quelle: <a href="https://norberthaering.de/propaganda-zensur/westend-offener-brief/">Norbert Häring</a> <p>dazu: <strong>Westend-Verlag wehrt sich gegen Autoren: „Große Worte mit wenig Grundierung“</strong><br></br> In einem Offenen Brief werfen Autoren dem Westend-Verlag einen Rechtsruck vor. Der Geschäftsführer Markus J. Karsten sagt: Lasst uns über Argumente reden. […]<br></br> In einem Offenen Brief werfen Ihnen mehrere Autoren vor, den Verlag nach rechts gedreht zu haben. Was sagen Sie dazu?<br></br> Das sind große Worte mit wenig Grundierung. Ich kann aber verstehen, dass es auf wenig Gegenliebe stößt, wenn man sich plötzlich anstrengen und überzeugen soll. Wir wollen das Visier hochklappen und uns dezidiert inhaltlich auseinandersetzen, statt wirkungslos Haltung bekunden. Im Übrigen: Wissen Sie, wie es anders gehen soll, wenn man grundsätzlich Andersdenkende überzeugen möchte? Ignorieren, Brandmarken und Haltung zeitigen offensichtlich keine Effekte.<br></br> Quelle: <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/westend-verlag-wehrt-sich-gegen-autoren-grosse-worte-mit-wenig-grundierung-10038074">Berliner Zeitung</a></p> <p>dazu auch: <strong>Zwei Verlage rücken nach rechts</strong><br></br> In Deutschland verlassen 32 Autoren den Westend-Verlag, in Frankreich mehr als 200 das Traditionshaus Grasset. Beide protestieren gegen den Rechtsruck, doch es gibt einen entscheidenden Unterschied. […]<br></br> In Frankreich kämpfen die Autoren – staatstragende wie querdenkende Linke, Konservative wie Liberale – gegen einen rechten Eigentümer, der offenbar vorgeben will, was noch gesagt werden darf. Sie verteidigen den offenen Diskurs gegen einen, der ihn von oben verengt. In Deutschland steht die Sache fast spiegelverkehrt. Hier beruft sich der Verlag auf die Meinungsfreiheit und einen offenen Diskurs – und es sind linke Autorinnen und Autoren, die eine Grenze ziehen und in der Nähe rechter Stimmen nicht mehr auftauchen wollen.<br></br> Das ist gut begründbar. Niemand muss sein Buch in einem Verlag veröffentlichen, dessen Programm er politisch nicht mittragen möchte. Aber die Bewegung ist doch eine andere: Dort verteidigen Autoren die offene Debatte gegen die Macht des Eigentümers, hier markieren Autorinnen und Autoren selbst die diskursiven Grenzen. Ob das viel ausrichtet, darf bezweifelt werden – jedenfalls dann, wenn der Markt das Verlegen rechter Bücher offenbar goutiert. Das NIUS-Buch stand jedenfalls nach Erscheinen auf Platz eins der Bestsellerliste. Und dagegen kommt kein offener Brief an.<br></br> Quelle: <a href="https://www.ueberrechts.de/p/westend-grasset-zwei-verlage-rucken-nach-rechts">Über Rechts</a></p> <p>und: <strong>Die Brandmauer im Bücherregal</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151019">NachDenkSeiten</a></p></li> </ol> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151233 Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (13) https://www.nachdenkseiten.de/?p=151156 Sat, 30 May 2026 13:00:52 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151156 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/junge-berlin.jpg" /><h1>Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (13)</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><article id="content"> <div> <p>In dieser 13. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ berichtet ein Leser davon, wie sein Vater fast als Deserteur erschossen wurde, ein weiterer davon, wie er als Grundschulkind die letzten Kriegsjahre erlebte, und im dritten Beitrag geht es in das brennende und zerbombte Berlin, in dem ein Kind sich zwischen Trümmerbergen und mit Hamsterfahrten durchschlägt.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151156"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151156-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Anlässlich des Gedenktages am 8. Mai hatten wir <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150104">hier</a> unsere Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, kurze Schlaglichter und Eindrücke ihrer eigenen Erinnerungen (oder der ihrer Eltern) an die Schrecken des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit aufzuschreiben und uns zu senden.</p><p>Wir bedanken uns von Herzen für die vielen und berührenden Beiträge!</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150403">ersten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150464">zweiten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150486">dritten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150605">vierten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150632">fünften Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150671">sechsten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150740">siebenten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150816">achten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150812">neunten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150802">zehnten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151038">elften Teil</a> sowie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151098">zwölften Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><strong>„Wir haben nur gedacht: du Arschloch! Du hättest uns gestern noch alle erschießen lassen!“</strong></p><p>Liebe Mannschaft der NachDenkSeiten, </p><p>Unser Vater musste den Krieg gegen die Sowjetunion mitmachen. Er hat uns über die Verbrechen der deutschen Wehrmacht berichtet, über das Erschießen von Kommissaren und Partisanen und die Taktik der verbrannten Erde. Selbst Gießereiarbeiter, bekam er den Befehl, eine Gießerei vollständig zu zerstören: </p><blockquote><p> „Da musste in jeden Schmelzofen und auch noch in jede Werkbank eine Sprengladung rein, damit nichts, aber auch gar nichts erhalten blieb.“ </p></blockquote><p>Als er sich weigerte, einen Kommissar zu erschießen, wurde dieser von einem anderen Soldaten erschossen.</p><p>Zusammen mit weiteren Soldaten musste unser Vater verkohlte Leichen aus Eisenbahnwaggons bergen; verwundete Soldaten, die bei lebendigem Leibe verbrannt waren, weil beim Rückzug im eisigen russischen Winter der Kanonenofen umgestürzt war und das Stroh, auf dem die Verwundeten lagen, sofort Feuer gefangen hatte.</p><p>Ende Januar 1945 sollte unser Vater als Deserteur hingerichtet werden, weil er befehlsgemäß (!) aus dem Kessel an der Weichsel ausgebrochen war und das überlebt hat, zusammen mit den letzten 30 Mann seines Regiments. Befehlsgemäß, aber logischerweise ohne schriftliche Marschpapiere, hatten sie sich tagelang in winzigen Grüppchen bis nach Rathenow zum Standort ihrer Einheit durchgeschlagen. </p><p>Unser Vater berichtete: </p><blockquote><p> „In Rathenow kam uns in der Straße eine Nachrichtenhelferin entgegen; die war schon völlig aufgelöst:</p> <p>‘Ihr müsst sofort verschwinden! Gestern sind schon welche von euch angekommen, die sollen erschossen werden als Deserteure!’“ </p></blockquote><p>Unser Vater zu seinen drei Kameraden:</p><blockquote><p> „Wir <em>müssen</em> zur Kaserne. Wir haben keine Marschpapiere. Wenn wir irgendwo aufgegriffen werden, werden wir erst recht erschossen; so haben wir vielleicht noch eine Möglichkeit.“ </p></blockquote><p>Unser Vater weiter: </p><blockquote><p> „Dort sind wir von so einem einarmigen Major erst mal zur Sau gemacht worden.“  </p></blockquote><p>Der schrie uns an:</p><blockquote><p> „Wo wart ihr? Im Kessel? Am Kessel! Am Kochkessel habt ihr gesessen! Und mit der Suppenkelle hat euch der Russe verjagt! Ich habe meinen Gefechtsstand 1914 nicht verlassen! Mit dem Krückstock hab’ ich die verjagt! …“ </p></blockquote><p>Manch einem mag das heute und aus sicherer Entfernung wie Kabarett klingen, aber hier zeigt sich die ganze Menschenverachtung der Offiziere gegenüber dem einfachen Soldaten, dem „Menschenmaterial“. </p><p>Unser Vater weiter: </p><blockquote><p> „Dann sind wir alle eingesperrt worden. Und nur, weil auch der Regimentskommandeur rausgekommen war [aus dem Kessel] und einen Tag später eintraf und bestätigt hat, daß die Einheit zerschlagen war, wurden wir dann nicht erschossen.</p> <p>Am nächsten Tag ließ dieser Major uns dann antreten und sagte:</p> <p>‘Heil, Soldaten! Ich soll euch grüßen von eurem Oberst! Ihr habt euch tapfer geschlagen!’“ </p></blockquote><p>Unser Vater: </p><blockquote><p> „Wir haben nur gedacht: du Arschloch! Du hättest uns gestern noch alle erschießen lassen!“ </p></blockquote><p>Die neu aufgestellte Einheit wurde im März nach Dänemark verlegt. Aber mit dem 8. Mai war das Sterben noch nicht zu Ende. Die Einheit ging in britische Kriegsgefangenschaft und wurde zum Minenräumen eingesetzt, wobei von 600 Mann nochmal 150 ums Leben kamen.</p><p>Im Dezember 1945 gelang es unserem Vater, aus der Gefangenschaft zu entkommen und auf heute unvorstellbare Weise Ende 1946 in seine Heimat bei Leipzig zurückzukehren. </p><p>Unser Vater ist bis zu seinem Tod mit 91 Jahren immer wieder nachts aus dem Bett gestürzt, weil er in Deckung springen wollte, wenn er vom Krieg geträumt hat.</p><p>Dabei waren das hier nur winzige Bruchstücke seiner Erlebnisse, die ich auf Dutzenden Seiten festgehalten habe.</p><p>Unsere Mutter berichtete uns vom April 1945: </p><blockquote><p> „Als wir auf dem Feld gearbeitet haben, sind die Amis mit ihren Tieffliegern gekommen und haben auf alles geschossen, was sich bewegt hat, auch auf Pferdefuhrwerke von Bauern, die auf der Straße fuhren, obwohl da kein deutscher Soldat weit und breit war …“ </p></blockquote><p>Im Januar 2023, als der Bundestag die Panzerlieferung an die Ukraine beschlossen hat, habe ich diese und weitere Kriegserlebnisse meiner Eltern aufgeschrieben und in einem Brief allen Fraktionen von Linkspartei bis AfD zugeschickt und vorgeschlagen, zur Vernunft und Diplomatie zurückzukehren. Jedoch von keiner einzigen Fraktion habe ich auch nur eine Eingangsbestätigung erhalten. Sogar für die Linkspartei war es wohl wichtiger, sich von der Friedens-Demo zu distanzieren, die Frau Wagenknecht und Frau Schwarzer für den 25. Februar in Berlin organisiert hatten. Auf Vernunft und Mitmenschlichkeit kann man wohl bei den meisten unserer Politiker (und Medien) nicht mehr setzen. </p><p>Und in wenigen Wochen jährt sich nun zum 85. Mal der Tag, an dem unter dem Decknamen „Fall Barbarossa“ die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion überfiel und die meisten sowjetischen Einheiten im Schlaf überrascht wurden – der 22. Juni 1941. </p><p>Jörg Fauser</p><p>Stadtroda</p><p>PS:<br></br> Wie soll man sechs Jahre Tod und Schrecken in einem für den Leser nicht zu langen Brief zusammenfassen?</p><p><strong>Die Schulklassen mussten auf dem Feld mitarbeiten</strong></p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p><p>Sie fragten nach Kriegserinnerungen. Nun, ich bin im Jahr 1958 geboren, sodass ich den Krieg nicht direkt erlebt habe. </p><p>Mein Vater, Jahrgang 1932, hat einiges erzählt:</p><p>Mein Vater war 7 Jahre alt, als sein Vater in den Krieg gezogen ist. Er war mit seiner Zwillingsschwester und ihrer kranken Mutter alleine zu Hause. Mit fortschreitendem Verlauf des Krieges fand immer weniger Schulunterricht statt. Die Schulklassen mussten die örtlichen Bauern bei ihrer Arbeit unterstützen, also auf dem Feld mitarbeiten. Mein Vater hatte ein Gespür für das Pferd des Bauern, bei dem er regelmäßig war, sodass er das Pferd führen konnte.</p><p>Bombardierungen trafen diese Kleinstadt am Rande des westfälischen Münsterlandes vor allem auf der anderen Seite des Eisenbahnstranges, da dort die Industrieanlagen angesiedelt waren. </p><p>Zum Kriegsende musste die Familie ihr Haus räumen. Es wurden russische Offiziere einquartiert. Es gab also auch russische Soldaten im heutigen Nordrhein-Westfalen.</p><p>Obwohl meine Großeltern Haus und Garten hatten, haben auch sie Hunger erlebt. Meine Großmutter konnte Klöppeln. Mein Vater und seine Schwester sind mit deren Handarbeiten zu den Bauern gezogen und haben diese gegen Lebensmittel eingetauscht.</p><p>Meine ganze Familie hat den Krieg körperlich unversehrt überstanden. Mein Vater hat seinen Vater 1949 wieder gesehen. Da war er 17, und mein Großvater kam aus französischer Gefangenschaft zurück. Mit den seelischen Folgen, die diese schlimmen Jahre in meiner Familie angerichtet haben, bin ich groß geworden.</p><p>Das sind die Erinnerungen, die ich beisteuern kann.</p><p>Ich danke Ihnen für Ihr Friedensengagement.<br></br> Ralf Brester</p><p><strong>Man konnte die Gesichter der Piloten erkennen</strong></p><p>Geschätzte Redaktion,</p><p>hatte bereits 2023 mal einige eigene Gedanken zum Ukrainekrieg und dem darauf entbrannten, im Grunde uns selbst ruinierenden extremen Russenhaß im Lande zusammengetragen (…), wo auch einige (…) eigene Kriegserlebnisse dargelegt wurden. Nachstehend einiges dazu. Wenn man sich damit beschäftigt, fallen einem Sachen ohne Ende ein.</p><p>Man selbst erfreut sich mit 88 der Gnade der frühen Geburt, weshalb das alles hier nicht mehr lange ertragen werden muß. Nichtsdestotrotz kommen aber kriegsbedingt immer mehr Kindheitserinnerungen auf. </p><p>Berlin hat man nach Bomben-Hageln aus dem Luftschutzkeller kommend brennen sehen. Den Vater, im Krieg seit Oktober 1939 (man selbst vierjährig) und Hauptmann einer Pionier-Kompanie, die beim Rückzug immer die letzten sind, um alles zu sprengen, verlor man am 13. März 1945, seinem 11-jährigen Hochzeitstag, auf dem Felde der Ehre durch einen Volltreffer der eigenen Artillerie, die beim Rückzug immer die ersten sind und ihre Munition verballern – offenbar egal wohin und modern als „Kollateralschaden“ bezeichnet. </p><p>Einen gewissen Bezug zur Ukraine hatte man als Kind auch. Es gab mal die Einquartierung eines Offiziers der Waffen-SS. Das war ein Ukrainer. In der Nähe der elterlichen Wohnung in Berlin-Wilmersdorf gab es eine SS-Schule. </p><p>Um die Ecke besagter Schule, Berliner Str. Ecke Kaiserallee, wurde 1938 in der Babelsberger Str. eine Synagoge abgefackelt. Die Ruine diente Kindern lange als Spielplatz, bis dann auch vor der eigenen Haustür weitere Ruinen in großer Zahl als Spielplätze verfügbar waren. </p><p>Als 10-Jähriger geriet man mal in Thüringen beim Milchholen in einen US-Kampfflieger-Angriff. Man konnte die Gesichter der Piloten erkennen, und es schien ihnen Spaß zu machen. Sie flogen immer hin und her und ballerten auf Menschen. </p><p>Nach dem Krieg waren in Berlin viele Straßen nur noch schmale Fußwege zwischen Trümmerbergen. Auch die Reichstagsruine war ein hoch interessanter Spielplatz. Nach dem mit immer höherer Wahrscheinlichkeit zu erwartenden provozierten WK III mit Kernwaffeneinsatz zumindest in Europa werden aber wohl kaum noch Kinder übrig bleiben, um dann wieder in einer Reichstagsruine spielen zu können! </p><p>Man erinnert sich auch an die vielen gelben Sterne am Revers von Passanten, denen von Kindern „Jude Itzig“ hinterher gerufen wurde. Diese waren aber vergleichsweise schnell aus dem Straßenbild wieder verschwunden. </p><p>Hakenkreuzfahnen gab es damals viele. Hatte man keine am Fenster, gab es Ärger. Aber die Deutschen lieben ja wohl Fahnen über alles, was man jetzt wieder an den vielen gelb/blauen überall sieht – auch an Kirche und am Gemeindehaus. Man hätte sich allerdings auch gewünscht, die 10 Millionen vertriebenen Deutschen wären seiner Zeit einst ebenso freundlich aufgenommen worden wie jetzt die geflohenen Ukrainer, was mitnichten der Fall war. Bekanntlich wurden einst deutsche Juden, denen die Flucht ins benachbarte Ausland gelang, in die Heimat zurückgeschickt, sofern sie kein Geld für den eigenen Unterhalt hatten. </p><p>Man erinnert sich an einen zunächst ganz seltenen Bombentrichter im Park an der Kaiserallee/Ecke Hindenburgdamm, jetzt Bundesallee/Ecke Volkspark. Da kamen Leute mit der S-Bahn, um sich den anzusehen. Solche Raritäten wurden dann aber sehr schnell Gemeingut, und man konnte zu Hause bleiben, um so etwas zu sehen. Unter Kindern beliebt war auch das Sammeln und Tauschen von Granat- bzw. Bombensplittern. Was aber bald auch nicht mehr so interessant war, wenn man so etwas auch im eigenen Balkonblumenkasten finden konnte. </p><p>In Berlin wurde 1942 die Schulen geschlossen, sodass alle Mütter mit schulpflichtigen Kindern die Stadt verlassen mußten – evakuiert wurden. </p><p>Die Hungerei nach dem Krieg ist ein Kapitel für sich. Statt Pausenbrot in der Schule hatte man zeitweilig ein Tütchen mit Rübenschnitzeln. Das ist der Abfall bei der Zuckerherstellung aus Zuckerrüben und dient in der Regel als Schweinefutter. Es gab dann aber auch Schulspeisung. Das war ein Brötchen, ein Becher wässeriger Kakao und ein Napf mit Suppe aus Dörrkohl und Trockenkartoffeln – igitt. Im Klassenzimmer stand ein Ofen, und ein langes, an der Decke hängendes Ofenrohr führte zu einem der überwiegend mit Pappe verkleideten Fenster hinaus. Und Schüler wurden abwechselnd dazu verdonnert, ein Brikett zum Heizen mit in die Schule zu bringen. </p><p>Dann gab es die Hamsterfahrten in völlig überfüllten Zügen, zum Teil auf dem Trittbrett stehend. Der letzte Schmuck wurde für etwas Butter, ein paar Mohrrüben und Kartoffeln eingetauscht. Und wenn man Pech hatte, nahm einem die VoPo dann das, was man 4 km von Liepe bis Bukow durch das Luch geschleppt hatte, am Bahnhof alles wieder ab …</p><p>Hartmut Wohler</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151209">vierzehnten Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><small>Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%D0%9D%D0%B5%D0%BC%D0%B5%D1%86%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D0%BC%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D1%87%D0%B8%D0%BA_%D0%BD%D0%B0_%D1%80%D0%B0%D0%B7%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B0%D1%85_%D0%B2_%D0%B3.%D0%91%D0%B5%D1%80%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B5.jpg">wikicommons</a></small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/junge-berlin.jpg" /><h1>Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (13)</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><article id="content"> <div> <p>In dieser 13. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ berichtet ein Leser davon, wie sein Vater fast als Deserteur erschossen wurde, ein weiterer davon, wie er als Grundschulkind die letzten Kriegsjahre erlebte, und im dritten Beitrag geht es in das brennende und zerbombte Berlin, in dem ein Kind sich zwischen Trümmerbergen und mit Hamsterfahrten durchschlägt.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151156"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151156-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260528_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_13_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Anlässlich des Gedenktages am 8. Mai hatten wir <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150104">hier</a> unsere Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, kurze Schlaglichter und Eindrücke ihrer eigenen Erinnerungen (oder der ihrer Eltern) an die Schrecken des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit aufzuschreiben und uns zu senden.</p><p>Wir bedanken uns von Herzen für die vielen und berührenden Beiträge!</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150403">ersten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150464">zweiten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150486">dritten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150605">vierten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150632">fünften Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150671">sechsten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150740">siebenten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150816">achten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150812">neunten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150802">zehnten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151038">elften Teil</a> sowie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151098">zwölften Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><strong>„Wir haben nur gedacht: du Arschloch! Du hättest uns gestern noch alle erschießen lassen!“</strong></p><p>Liebe Mannschaft der NachDenkSeiten, </p><p>Unser Vater musste den Krieg gegen die Sowjetunion mitmachen. Er hat uns über die Verbrechen der deutschen Wehrmacht berichtet, über das Erschießen von Kommissaren und Partisanen und die Taktik der verbrannten Erde. Selbst Gießereiarbeiter, bekam er den Befehl, eine Gießerei vollständig zu zerstören: </p><blockquote><p> „Da musste in jeden Schmelzofen und auch noch in jede Werkbank eine Sprengladung rein, damit nichts, aber auch gar nichts erhalten blieb.“ </p></blockquote><p>Als er sich weigerte, einen Kommissar zu erschießen, wurde dieser von einem anderen Soldaten erschossen.</p><p>Zusammen mit weiteren Soldaten musste unser Vater verkohlte Leichen aus Eisenbahnwaggons bergen; verwundete Soldaten, die bei lebendigem Leibe verbrannt waren, weil beim Rückzug im eisigen russischen Winter der Kanonenofen umgestürzt war und das Stroh, auf dem die Verwundeten lagen, sofort Feuer gefangen hatte.</p><p>Ende Januar 1945 sollte unser Vater als Deserteur hingerichtet werden, weil er befehlsgemäß (!) aus dem Kessel an der Weichsel ausgebrochen war und das überlebt hat, zusammen mit den letzten 30 Mann seines Regiments. Befehlsgemäß, aber logischerweise ohne schriftliche Marschpapiere, hatten sie sich tagelang in winzigen Grüppchen bis nach Rathenow zum Standort ihrer Einheit durchgeschlagen. </p><p>Unser Vater berichtete: </p><blockquote><p> „In Rathenow kam uns in der Straße eine Nachrichtenhelferin entgegen; die war schon völlig aufgelöst:</p> <p>‘Ihr müsst sofort verschwinden! Gestern sind schon welche von euch angekommen, die sollen erschossen werden als Deserteure!’“ </p></blockquote><p>Unser Vater zu seinen drei Kameraden:</p><blockquote><p> „Wir <em>müssen</em> zur Kaserne. Wir haben keine Marschpapiere. Wenn wir irgendwo aufgegriffen werden, werden wir erst recht erschossen; so haben wir vielleicht noch eine Möglichkeit.“ </p></blockquote><p>Unser Vater weiter: </p><blockquote><p> „Dort sind wir von so einem einarmigen Major erst mal zur Sau gemacht worden.“  </p></blockquote><p>Der schrie uns an:</p><blockquote><p> „Wo wart ihr? Im Kessel? Am Kessel! Am Kochkessel habt ihr gesessen! Und mit der Suppenkelle hat euch der Russe verjagt! Ich habe meinen Gefechtsstand 1914 nicht verlassen! Mit dem Krückstock hab’ ich die verjagt! …“ </p></blockquote><p>Manch einem mag das heute und aus sicherer Entfernung wie Kabarett klingen, aber hier zeigt sich die ganze Menschenverachtung der Offiziere gegenüber dem einfachen Soldaten, dem „Menschenmaterial“. </p><p>Unser Vater weiter: </p><blockquote><p> „Dann sind wir alle eingesperrt worden. Und nur, weil auch der Regimentskommandeur rausgekommen war [aus dem Kessel] und einen Tag später eintraf und bestätigt hat, daß die Einheit zerschlagen war, wurden wir dann nicht erschossen.</p> <p>Am nächsten Tag ließ dieser Major uns dann antreten und sagte:</p> <p>‘Heil, Soldaten! Ich soll euch grüßen von eurem Oberst! Ihr habt euch tapfer geschlagen!’“ </p></blockquote><p>Unser Vater: </p><blockquote><p> „Wir haben nur gedacht: du Arschloch! Du hättest uns gestern noch alle erschießen lassen!“ </p></blockquote><p>Die neu aufgestellte Einheit wurde im März nach Dänemark verlegt. Aber mit dem 8. Mai war das Sterben noch nicht zu Ende. Die Einheit ging in britische Kriegsgefangenschaft und wurde zum Minenräumen eingesetzt, wobei von 600 Mann nochmal 150 ums Leben kamen.</p><p>Im Dezember 1945 gelang es unserem Vater, aus der Gefangenschaft zu entkommen und auf heute unvorstellbare Weise Ende 1946 in seine Heimat bei Leipzig zurückzukehren. </p><p>Unser Vater ist bis zu seinem Tod mit 91 Jahren immer wieder nachts aus dem Bett gestürzt, weil er in Deckung springen wollte, wenn er vom Krieg geträumt hat.</p><p>Dabei waren das hier nur winzige Bruchstücke seiner Erlebnisse, die ich auf Dutzenden Seiten festgehalten habe.</p><p>Unsere Mutter berichtete uns vom April 1945: </p><blockquote><p> „Als wir auf dem Feld gearbeitet haben, sind die Amis mit ihren Tieffliegern gekommen und haben auf alles geschossen, was sich bewegt hat, auch auf Pferdefuhrwerke von Bauern, die auf der Straße fuhren, obwohl da kein deutscher Soldat weit und breit war …“ </p></blockquote><p>Im Januar 2023, als der Bundestag die Panzerlieferung an die Ukraine beschlossen hat, habe ich diese und weitere Kriegserlebnisse meiner Eltern aufgeschrieben und in einem Brief allen Fraktionen von Linkspartei bis AfD zugeschickt und vorgeschlagen, zur Vernunft und Diplomatie zurückzukehren. Jedoch von keiner einzigen Fraktion habe ich auch nur eine Eingangsbestätigung erhalten. Sogar für die Linkspartei war es wohl wichtiger, sich von der Friedens-Demo zu distanzieren, die Frau Wagenknecht und Frau Schwarzer für den 25. Februar in Berlin organisiert hatten. Auf Vernunft und Mitmenschlichkeit kann man wohl bei den meisten unserer Politiker (und Medien) nicht mehr setzen. </p><p>Und in wenigen Wochen jährt sich nun zum 85. Mal der Tag, an dem unter dem Decknamen „Fall Barbarossa“ die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion überfiel und die meisten sowjetischen Einheiten im Schlaf überrascht wurden – der 22. Juni 1941. </p><p>Jörg Fauser</p><p>Stadtroda</p><p>PS:<br></br> Wie soll man sechs Jahre Tod und Schrecken in einem für den Leser nicht zu langen Brief zusammenfassen?</p><p><strong>Die Schulklassen mussten auf dem Feld mitarbeiten</strong></p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p><p>Sie fragten nach Kriegserinnerungen. Nun, ich bin im Jahr 1958 geboren, sodass ich den Krieg nicht direkt erlebt habe. </p><p>Mein Vater, Jahrgang 1932, hat einiges erzählt:</p><p>Mein Vater war 7 Jahre alt, als sein Vater in den Krieg gezogen ist. Er war mit seiner Zwillingsschwester und ihrer kranken Mutter alleine zu Hause. Mit fortschreitendem Verlauf des Krieges fand immer weniger Schulunterricht statt. Die Schulklassen mussten die örtlichen Bauern bei ihrer Arbeit unterstützen, also auf dem Feld mitarbeiten. Mein Vater hatte ein Gespür für das Pferd des Bauern, bei dem er regelmäßig war, sodass er das Pferd führen konnte.</p><p>Bombardierungen trafen diese Kleinstadt am Rande des westfälischen Münsterlandes vor allem auf der anderen Seite des Eisenbahnstranges, da dort die Industrieanlagen angesiedelt waren. </p><p>Zum Kriegsende musste die Familie ihr Haus räumen. Es wurden russische Offiziere einquartiert. Es gab also auch russische Soldaten im heutigen Nordrhein-Westfalen.</p><p>Obwohl meine Großeltern Haus und Garten hatten, haben auch sie Hunger erlebt. Meine Großmutter konnte Klöppeln. Mein Vater und seine Schwester sind mit deren Handarbeiten zu den Bauern gezogen und haben diese gegen Lebensmittel eingetauscht.</p><p>Meine ganze Familie hat den Krieg körperlich unversehrt überstanden. Mein Vater hat seinen Vater 1949 wieder gesehen. Da war er 17, und mein Großvater kam aus französischer Gefangenschaft zurück. Mit den seelischen Folgen, die diese schlimmen Jahre in meiner Familie angerichtet haben, bin ich groß geworden.</p><p>Das sind die Erinnerungen, die ich beisteuern kann.</p><p>Ich danke Ihnen für Ihr Friedensengagement.<br></br> Ralf Brester</p><p><strong>Man konnte die Gesichter der Piloten erkennen</strong></p><p>Geschätzte Redaktion,</p><p>hatte bereits 2023 mal einige eigene Gedanken zum Ukrainekrieg und dem darauf entbrannten, im Grunde uns selbst ruinierenden extremen Russenhaß im Lande zusammengetragen (…), wo auch einige (…) eigene Kriegserlebnisse dargelegt wurden. Nachstehend einiges dazu. Wenn man sich damit beschäftigt, fallen einem Sachen ohne Ende ein.</p><p>Man selbst erfreut sich mit 88 der Gnade der frühen Geburt, weshalb das alles hier nicht mehr lange ertragen werden muß. Nichtsdestotrotz kommen aber kriegsbedingt immer mehr Kindheitserinnerungen auf. </p><p>Berlin hat man nach Bomben-Hageln aus dem Luftschutzkeller kommend brennen sehen. Den Vater, im Krieg seit Oktober 1939 (man selbst vierjährig) und Hauptmann einer Pionier-Kompanie, die beim Rückzug immer die letzten sind, um alles zu sprengen, verlor man am 13. März 1945, seinem 11-jährigen Hochzeitstag, auf dem Felde der Ehre durch einen Volltreffer der eigenen Artillerie, die beim Rückzug immer die ersten sind und ihre Munition verballern – offenbar egal wohin und modern als „Kollateralschaden“ bezeichnet. </p><p>Einen gewissen Bezug zur Ukraine hatte man als Kind auch. Es gab mal die Einquartierung eines Offiziers der Waffen-SS. Das war ein Ukrainer. In der Nähe der elterlichen Wohnung in Berlin-Wilmersdorf gab es eine SS-Schule. </p><p>Um die Ecke besagter Schule, Berliner Str. Ecke Kaiserallee, wurde 1938 in der Babelsberger Str. eine Synagoge abgefackelt. Die Ruine diente Kindern lange als Spielplatz, bis dann auch vor der eigenen Haustür weitere Ruinen in großer Zahl als Spielplätze verfügbar waren. </p><p>Als 10-Jähriger geriet man mal in Thüringen beim Milchholen in einen US-Kampfflieger-Angriff. Man konnte die Gesichter der Piloten erkennen, und es schien ihnen Spaß zu machen. Sie flogen immer hin und her und ballerten auf Menschen. </p><p>Nach dem Krieg waren in Berlin viele Straßen nur noch schmale Fußwege zwischen Trümmerbergen. Auch die Reichstagsruine war ein hoch interessanter Spielplatz. Nach dem mit immer höherer Wahrscheinlichkeit zu erwartenden provozierten WK III mit Kernwaffeneinsatz zumindest in Europa werden aber wohl kaum noch Kinder übrig bleiben, um dann wieder in einer Reichstagsruine spielen zu können! </p><p>Man erinnert sich auch an die vielen gelben Sterne am Revers von Passanten, denen von Kindern „Jude Itzig“ hinterher gerufen wurde. Diese waren aber vergleichsweise schnell aus dem Straßenbild wieder verschwunden. </p><p>Hakenkreuzfahnen gab es damals viele. Hatte man keine am Fenster, gab es Ärger. Aber die Deutschen lieben ja wohl Fahnen über alles, was man jetzt wieder an den vielen gelb/blauen überall sieht – auch an Kirche und am Gemeindehaus. Man hätte sich allerdings auch gewünscht, die 10 Millionen vertriebenen Deutschen wären seiner Zeit einst ebenso freundlich aufgenommen worden wie jetzt die geflohenen Ukrainer, was mitnichten der Fall war. Bekanntlich wurden einst deutsche Juden, denen die Flucht ins benachbarte Ausland gelang, in die Heimat zurückgeschickt, sofern sie kein Geld für den eigenen Unterhalt hatten. </p><p>Man erinnert sich an einen zunächst ganz seltenen Bombentrichter im Park an der Kaiserallee/Ecke Hindenburgdamm, jetzt Bundesallee/Ecke Volkspark. Da kamen Leute mit der S-Bahn, um sich den anzusehen. Solche Raritäten wurden dann aber sehr schnell Gemeingut, und man konnte zu Hause bleiben, um so etwas zu sehen. Unter Kindern beliebt war auch das Sammeln und Tauschen von Granat- bzw. Bombensplittern. Was aber bald auch nicht mehr so interessant war, wenn man so etwas auch im eigenen Balkonblumenkasten finden konnte. </p><p>In Berlin wurde 1942 die Schulen geschlossen, sodass alle Mütter mit schulpflichtigen Kindern die Stadt verlassen mußten – evakuiert wurden. </p><p>Die Hungerei nach dem Krieg ist ein Kapitel für sich. Statt Pausenbrot in der Schule hatte man zeitweilig ein Tütchen mit Rübenschnitzeln. Das ist der Abfall bei der Zuckerherstellung aus Zuckerrüben und dient in der Regel als Schweinefutter. Es gab dann aber auch Schulspeisung. Das war ein Brötchen, ein Becher wässeriger Kakao und ein Napf mit Suppe aus Dörrkohl und Trockenkartoffeln – igitt. Im Klassenzimmer stand ein Ofen, und ein langes, an der Decke hängendes Ofenrohr führte zu einem der überwiegend mit Pappe verkleideten Fenster hinaus. Und Schüler wurden abwechselnd dazu verdonnert, ein Brikett zum Heizen mit in die Schule zu bringen. </p><p>Dann gab es die Hamsterfahrten in völlig überfüllten Zügen, zum Teil auf dem Trittbrett stehend. Der letzte Schmuck wurde für etwas Butter, ein paar Mohrrüben und Kartoffeln eingetauscht. Und wenn man Pech hatte, nahm einem die VoPo dann das, was man 4 km von Liepe bis Bukow durch das Luch geschleppt hatte, am Bahnhof alles wieder ab …</p><p>Hartmut Wohler</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151209">vierzehnten Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><small>Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%D0%9D%D0%B5%D0%BC%D0%B5%D1%86%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D0%BC%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D1%87%D0%B8%D0%BA_%D0%BD%D0%B0_%D1%80%D0%B0%D0%B7%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B0%D1%85_%D0%B2_%D0%B3.%D0%91%D0%B5%D1%80%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B5.jpg">wikicommons</a></small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> In dieser 13. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ berichtet ein Leser davon, wie sein Vater fast als Deserteur erschossen wurde, ein weiterer davon, wie er als Grundschulkind die letzten Kriegsjahre erlebte, In dieser 13. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ berichtet ein Leser davon, wie sein Vater fast als Deserteur erschossen wurde, ein weiterer davon, wie er als Grundschulkind die letzten Kriegsjahre erlebte, und im dritten Beitrag geht es in das brennende und zerbombte Berlin, in dem ein Kind sich zwischen Trümmerbergen und mit HamsterfahrtenWeiterlesen Redaktion NachDenkSeiten 12:51 151156 Journalismus gegen das Volk: „Leit“-Medien mit Trommelfeuer für „Zivilschutz“, der in Wahrheit einzig Bestandteil der Aufrüstung ist https://www.nachdenkseiten.de/?p=151238 Sat, 30 May 2026 12:00:35 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151238 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2501996129.jpg" /><h1>Journalismus gegen das Volk: „Leit“-Medien mit Trommelfeuer für „Zivilschutz“, der in Wahrheit einzig Bestandteil der Aufrüstung ist</h1><h2>By Ein Artikel von Frank Blenz</h2><article id="content"> <div> <p>Ist das Journalismus oder ist das Trommeln für eine derzeit nicht zu bremsende Entwicklung, die unsere Gesellschaft demontiert, bis sie zerstört ist? Es ist Trommeln, hinterlistiges Werben von außer Rand und Band geratenen Akteuren. Für Krieg. Der Umbau und die Vorbereitungen für den großen Knall befinden sich in einer bedrohlichen Phase, Beispiel „Zivilschutz“, in Gänsefüßchen geschrieben. Egal wohin Bürger in führende Medien blickt – Edelfedern, Sprecher und Gefolgschaft heizen ein, übergriffig, Schlagzeile auf Schlagzeile. Eine Überschrift zum Kopfschütteln lautet: <a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a0c5381f0f7eb608db76ede/ruestung-bunker-medikamente-feldbetten-uns-fehlt-eigentlich-alles.html">„Uns fehlt eigentlich alles.“</a> Sie meinen Bunker, Medikamente, Feldbetten. Ich entgegne, es fehlt an anderer Stelle, und denke: „Gott, lass Hirn regnen …“ Ein Zwischenruf von <strong>Frank Blenz</strong>.<br></br> <span id="more-151238"></span><br></br> <strong>Nichts fürs Herz und Hirn: App für Bunker</strong></p><p>Kriegerische Zeiten. Und wenn schon, es gibt einfache Lösungen. Wie wäre es mit „Bunker suchen per App“? So titelte die Springer-Gazette <em>Berliner Morgenpost</em> und zollte dem zuständigen Minister Respekt für dessen Entscheidungsfreude, plant er doch nach vielen Milliarden für die militärische Aufrüstung, nun auch Geld für den Ausbau des Zivilschutzes einzusetzen. Die zustimmenden Leser werden sich gefreut haben, als sie schon in der Einleitung der Morgenpost lasen: <a href="https://www.morgenpost.de/politik/article412024130/wir-ruesten-auf-dobrindt-plant-offenbar-milliardenprogramm-fuer-zivilschutz.html">„Was geplant ist“</a>.</p><p>Überall ist die Zivilbevölkerung und deren Schutz im Gespräch. Der öffentlich-rechtliche <em>Deutschlandfunk (DLF)</em> nimmt sich des Themas ebenfalls regelmäßig intensiv an. Das geschieht nur eben inakzeptablerweise so, dass Redakteure und Autoren der Perspektive der Regierung und der Befürworter von Aufrüstung und behaupteten Alternativlosigkeit des Irrsinns folgen. Die Frage „Wie gut ist Deutschland auf Kriege und Katastrophen vorbereitet?“ lässt das Wort „Krieg“ unwidersprochen zu, als ob wir Deutschen, wir Europäer einen Krieg in Erwägung ziehen müssten. „Man hat das Gefühl, dass Deutschland förmlich in eine Art Kriegsrausch hineingeraten ist, wobei der Krieg vorbereitet wird wie der Besuch auf einem Abenteuer-Camp“, meint dazu die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Ulrike Guérot und fährt fort: „Der belgische Psychologe Mathias Desmet spricht in diesem Zusammenhang von einer „Massenformation“. Das erinnert fast an die „Fackel im Ohr“ von Elias Canetti.</p><p>Die eigentliche Frage „Wie viel unternimmt Deutschland, dass es keinen Krieg gibt, und wie viel, dass andere Katastrophen in ihrem Ausmaß begrenzt werden?“ ist nicht zu hören. Stattdessen transportiert der <em>DLF</em> die Wortgruppe <a href="https://www.deutschlandfunk.de/bevoelkerungsschutz-zivilschutz-katastrophenschutz-dobrindt-100.html#_blank">„eine veränderte Sicherheitslage“</a>, als wäre die ein Naturgesetz. Der brave DLF-Hörer nickt. Der zweifelnde Hörer nicht, der fragt: Warum hat die sich geändert? Soll der sogenannten „Lage“ begegnet werden, in dem ohne Luft zu holen aufgerüstet und ein wenig in den Zivilschutz (aus anderen Gründen) investiert wird, statt die Sicherheitslage zu stabilisieren, zu deeskalieren? Mängel im Zivilschutz gibt es, so wie es zahlreiche Mängel in vielen Bereichen der Zivilgesellschaft gibt. Doch hat das bislang wenig interessiert. Nun wird auf einmal die Zivilbevölkerung eingebunden. Nicht zum Schutz, zur Ertüchtigung. Der Zivilschutz wird eingebunden in die große Vorbereitung.</p><p><strong>Nur eine Notlösung</strong></p><p>Bei der Schlagzeile „Die Schutzräume reichen für 0,5 Prozent der Bevölkerung“ atmete ich geradezu auf. Diese Zeile offenbart die Sinnlosigkeit von Apps und Maßnahmen und Plänen der Entscheidungsträger. In einem Spiegel-Artikel <a href="https://www.spiegel.de/panorama/bunker-in-deutschland-die-schutzraeume-reichen-fuer-0-5-prozent-der-bevoelkerung-a-5757a33c-3eb2-45ba-a5c2-1f7f377948ae#_blank">kommt ein Experte zu Wort</a> – einer, der Schutzräume baut und gleich mit auf den Weg gibt: Die seien nur eine Notlösung.</p><p><strong>DLF: Wir müssen uns vorbereiten</strong></p><p>Das verbale Trommelfeuer wird nicht eingestellt. Die Bevölkerung müsse sich auf den Notfall vorbereiten – aber nicht jeder für sich, sondern gemeinschaftlich. So sehen es solidarische Prepper, <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/solidarisch-preppen-krisenvorsorge-100.html#_blank">verbreitet der Kultursender des <em>DLF</em></a>. Preppen kommt vom englischen Wort prepare, das heißt vorbereiten – ach ja, müssen wir ja, die veränderte Lage.</p><p>Auch der Heimatschutz werde immer wichtiger, <a href="https://www.zeit.de/news/2026-05/20/heimatschutz-wird-wichtiger-reservisten-bei-grossuebung#_blank">schreibt die Wochenzeitung <em>Zeit</em></a>. Dafür trainierten Reservisten schon mal bei einer Großübung. Und so kommen wir dem Militärischen wieder näher.</p><p>Erfahrene Experten dürfen sich maximal zu Wort melden, die einzige Bedingung für die Präsenz in führenden Leitmedien scheint zu sein, keine Zweifel anzumelden. So hält es auch ein ehemaliger Chef des Technischen Hilfswerks (THW), der den Pakt für Bevölkerungsschutz selbstverständlich für einen „großen Schritt in die richtige Richtung“ hält. Und der öffentlich-rechtliche Rundfunksender <em>NDR</em> <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/info/broemme-pakt-fuer-bevoelkerungsschutz-grosser-schritt-in-richtige-richtung,audio-3264016.html">findet das auch</a> Andere Richtungen werden erst gar nicht besprochen. Der Gleichschritt tönt laut und unaufhaltsam.</p><p><strong>Die Zivilbevölkerung wird schwer betroffen sein, Bunker sinnlos und alles andere auch</strong></p><p>Dem Gleichschritt stellt sich ausgerechnet ein General a. D. entgegen. Erich Vad warnte im <em>ZDF</em> bei „Lanz“ vor der schlimmen Szenerie, wenn es ernst werde. Ich habe seine Worte noch im Ohr: „Wir sind Aufmarschgebiet der NATO, logistische Drehscheibe der NATO, wenn es einen europäischen Krieg gibt, läuft der in unserem Land.“ Ein anderer Experte, Marcel Bohnert, Offizier im Generalstabsdienst der Bundeswehr, skizzierte diese Szenerie, in der für den Anfang mindestens 800.000 Soldaten, 200.000 Fahrzeuge Deutschland, das Drehkreuz, durchqueren und „das Straßennetz, Schienennetz, Häfen, Flughäfen in bestimmten Leitkorridoren beanspruchen werden, die sich von West nach Ost bewegen. Und dann nach einer gewissen Zeit wird es auch in die Gegenrichtung eine Bewegung geben, also von Ost nach West, nämlich Gefallene, Verwundete, Flüchtlinge, Schadmaterial, Kriegsgefangene und so weiter.“ Und die Zivilbevölkerung? Sie wird ebenfalls schwer betroffen sein, Bunker sinnlos und alles andere auch.</p><p>„Konsequenterweise“, führt Ulrike Guérot weiter aus, „bereitet sich die Zivilbevölkerung – die ab jetzt eigentlich „Militärbevölkerung“ heißen sollte – auf den Krieg vor, anstatt dagegen zu demonstrieren. Zum Beispiel auch die Kirchen, die doch eigentlich institutionelle Garanten für Friedenspolitik sein müssten, endet doch jede christliche Messe mit dem Spruch: „<em>Gehet hin in Frieden“. </em>Stattdessen haben die Kirchen jetzt ein Papier über die „notwendige ökumenische Geschlossenheit“ herausgegeben. Darin finden sich als „Vorbereitungen“ auf den Krieg schon Aussagen wie die, dass die Kirchen vermehrt Seelsorger brauchen werden, um demnächst die Eltern gefallener Soldaten angemessen seelisch zu betreuen. Dafür solle es dann auch entsprechende Schulungen geben. Eine derartige kognitive Dissonanz gerade bei Kirchenvertretern kann nur noch befremdend anmuten“, so Guérot.</p><p><strong>Was soll‘s, bis dahin üben wir Krieg – auch die Reserve</strong></p><p>Der Spiegel darf auch nicht fehlen, <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-boris-pistorius-plant-rueckkehr-der-reservepflicht-a-d224d737-c789-4c03-9495-1c42f1af76aa?fbclid=IwY2xjawSE55BleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeWjIxqlwOKbIP0VJ0H9eOME0fCKGWTiSMd3xPpVm28Uw5ondAK2D7SJDGwpU_aem_roEvvmyW22EpSkIuhjtnSw&amp;sara_ref=re-so-facebook-rss#ref=rss">der verkündet</a>, dass Verteidigungsminister Pistorius die Rückkehr der Reservepflicht plant. Per Gesetz soll künftig zu Übungen verpflichtet werden können. Bisher sei das freiwillig gewesen. Ganz nach Plan sei das Ziel, eine verlässliche Verfügbarkeit der Reserve herzustellen.</p><p><small>Titelbild: VGV MEDIA / Shutterstock</small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2501996129.jpg" /><h1>Journalismus gegen das Volk: „Leit“-Medien mit Trommelfeuer für „Zivilschutz“, der in Wahrheit einzig Bestandteil der Aufrüstung ist</h1><h2>By Ein Artikel von Frank Blenz</h2><article id="content"> <div> <p>Ist das Journalismus oder ist das Trommeln für eine derzeit nicht zu bremsende Entwicklung, die unsere Gesellschaft demontiert, bis sie zerstört ist? Es ist Trommeln, hinterlistiges Werben von außer Rand und Band geratenen Akteuren. Für Krieg. Der Umbau und die Vorbereitungen für den großen Knall befinden sich in einer bedrohlichen Phase, Beispiel „Zivilschutz“, in Gänsefüßchen geschrieben. Egal wohin Bürger in führende Medien blickt – Edelfedern, Sprecher und Gefolgschaft heizen ein, übergriffig, Schlagzeile auf Schlagzeile. Eine Überschrift zum Kopfschütteln lautet: <a href="https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a0c5381f0f7eb608db76ede/ruestung-bunker-medikamente-feldbetten-uns-fehlt-eigentlich-alles.html">„Uns fehlt eigentlich alles.“</a> Sie meinen Bunker, Medikamente, Feldbetten. Ich entgegne, es fehlt an anderer Stelle, und denke: „Gott, lass Hirn regnen …“ Ein Zwischenruf von <strong>Frank Blenz</strong>.<br></br> <span id="more-151238"></span><br></br> <strong>Nichts fürs Herz und Hirn: App für Bunker</strong></p><p>Kriegerische Zeiten. Und wenn schon, es gibt einfache Lösungen. Wie wäre es mit „Bunker suchen per App“? So titelte die Springer-Gazette <em>Berliner Morgenpost</em> und zollte dem zuständigen Minister Respekt für dessen Entscheidungsfreude, plant er doch nach vielen Milliarden für die militärische Aufrüstung, nun auch Geld für den Ausbau des Zivilschutzes einzusetzen. Die zustimmenden Leser werden sich gefreut haben, als sie schon in der Einleitung der Morgenpost lasen: <a href="https://www.morgenpost.de/politik/article412024130/wir-ruesten-auf-dobrindt-plant-offenbar-milliardenprogramm-fuer-zivilschutz.html">„Was geplant ist“</a>.</p><p>Überall ist die Zivilbevölkerung und deren Schutz im Gespräch. Der öffentlich-rechtliche <em>Deutschlandfunk (DLF)</em> nimmt sich des Themas ebenfalls regelmäßig intensiv an. Das geschieht nur eben inakzeptablerweise so, dass Redakteure und Autoren der Perspektive der Regierung und der Befürworter von Aufrüstung und behaupteten Alternativlosigkeit des Irrsinns folgen. Die Frage „Wie gut ist Deutschland auf Kriege und Katastrophen vorbereitet?“ lässt das Wort „Krieg“ unwidersprochen zu, als ob wir Deutschen, wir Europäer einen Krieg in Erwägung ziehen müssten. „Man hat das Gefühl, dass Deutschland förmlich in eine Art Kriegsrausch hineingeraten ist, wobei der Krieg vorbereitet wird wie der Besuch auf einem Abenteuer-Camp“, meint dazu die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Ulrike Guérot und fährt fort: „Der belgische Psychologe Mathias Desmet spricht in diesem Zusammenhang von einer „Massenformation“. Das erinnert fast an die „Fackel im Ohr“ von Elias Canetti.</p><p>Die eigentliche Frage „Wie viel unternimmt Deutschland, dass es keinen Krieg gibt, und wie viel, dass andere Katastrophen in ihrem Ausmaß begrenzt werden?“ ist nicht zu hören. Stattdessen transportiert der <em>DLF</em> die Wortgruppe <a href="https://www.deutschlandfunk.de/bevoelkerungsschutz-zivilschutz-katastrophenschutz-dobrindt-100.html#_blank">„eine veränderte Sicherheitslage“</a>, als wäre die ein Naturgesetz. Der brave DLF-Hörer nickt. Der zweifelnde Hörer nicht, der fragt: Warum hat die sich geändert? Soll der sogenannten „Lage“ begegnet werden, in dem ohne Luft zu holen aufgerüstet und ein wenig in den Zivilschutz (aus anderen Gründen) investiert wird, statt die Sicherheitslage zu stabilisieren, zu deeskalieren? Mängel im Zivilschutz gibt es, so wie es zahlreiche Mängel in vielen Bereichen der Zivilgesellschaft gibt. Doch hat das bislang wenig interessiert. Nun wird auf einmal die Zivilbevölkerung eingebunden. Nicht zum Schutz, zur Ertüchtigung. Der Zivilschutz wird eingebunden in die große Vorbereitung.</p><p><strong>Nur eine Notlösung</strong></p><p>Bei der Schlagzeile „Die Schutzräume reichen für 0,5 Prozent der Bevölkerung“ atmete ich geradezu auf. Diese Zeile offenbart die Sinnlosigkeit von Apps und Maßnahmen und Plänen der Entscheidungsträger. In einem Spiegel-Artikel <a href="https://www.spiegel.de/panorama/bunker-in-deutschland-die-schutzraeume-reichen-fuer-0-5-prozent-der-bevoelkerung-a-5757a33c-3eb2-45ba-a5c2-1f7f377948ae#_blank">kommt ein Experte zu Wort</a> – einer, der Schutzräume baut und gleich mit auf den Weg gibt: Die seien nur eine Notlösung.</p><p><strong>DLF: Wir müssen uns vorbereiten</strong></p><p>Das verbale Trommelfeuer wird nicht eingestellt. Die Bevölkerung müsse sich auf den Notfall vorbereiten – aber nicht jeder für sich, sondern gemeinschaftlich. So sehen es solidarische Prepper, <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/solidarisch-preppen-krisenvorsorge-100.html#_blank">verbreitet der Kultursender des <em>DLF</em></a>. Preppen kommt vom englischen Wort prepare, das heißt vorbereiten – ach ja, müssen wir ja, die veränderte Lage.</p><p>Auch der Heimatschutz werde immer wichtiger, <a href="https://www.zeit.de/news/2026-05/20/heimatschutz-wird-wichtiger-reservisten-bei-grossuebung#_blank">schreibt die Wochenzeitung <em>Zeit</em></a>. Dafür trainierten Reservisten schon mal bei einer Großübung. Und so kommen wir dem Militärischen wieder näher.</p><p>Erfahrene Experten dürfen sich maximal zu Wort melden, die einzige Bedingung für die Präsenz in führenden Leitmedien scheint zu sein, keine Zweifel anzumelden. So hält es auch ein ehemaliger Chef des Technischen Hilfswerks (THW), der den Pakt für Bevölkerungsschutz selbstverständlich für einen „großen Schritt in die richtige Richtung“ hält. Und der öffentlich-rechtliche Rundfunksender <em>NDR</em> <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/info/broemme-pakt-fuer-bevoelkerungsschutz-grosser-schritt-in-richtige-richtung,audio-3264016.html">findet das auch</a> Andere Richtungen werden erst gar nicht besprochen. Der Gleichschritt tönt laut und unaufhaltsam.</p><p><strong>Die Zivilbevölkerung wird schwer betroffen sein, Bunker sinnlos und alles andere auch</strong></p><p>Dem Gleichschritt stellt sich ausgerechnet ein General a. D. entgegen. Erich Vad warnte im <em>ZDF</em> bei „Lanz“ vor der schlimmen Szenerie, wenn es ernst werde. Ich habe seine Worte noch im Ohr: „Wir sind Aufmarschgebiet der NATO, logistische Drehscheibe der NATO, wenn es einen europäischen Krieg gibt, läuft der in unserem Land.“ Ein anderer Experte, Marcel Bohnert, Offizier im Generalstabsdienst der Bundeswehr, skizzierte diese Szenerie, in der für den Anfang mindestens 800.000 Soldaten, 200.000 Fahrzeuge Deutschland, das Drehkreuz, durchqueren und „das Straßennetz, Schienennetz, Häfen, Flughäfen in bestimmten Leitkorridoren beanspruchen werden, die sich von West nach Ost bewegen. Und dann nach einer gewissen Zeit wird es auch in die Gegenrichtung eine Bewegung geben, also von Ost nach West, nämlich Gefallene, Verwundete, Flüchtlinge, Schadmaterial, Kriegsgefangene und so weiter.“ Und die Zivilbevölkerung? Sie wird ebenfalls schwer betroffen sein, Bunker sinnlos und alles andere auch.</p><p>„Konsequenterweise“, führt Ulrike Guérot weiter aus, „bereitet sich die Zivilbevölkerung – die ab jetzt eigentlich „Militärbevölkerung“ heißen sollte – auf den Krieg vor, anstatt dagegen zu demonstrieren. Zum Beispiel auch die Kirchen, die doch eigentlich institutionelle Garanten für Friedenspolitik sein müssten, endet doch jede christliche Messe mit dem Spruch: „<em>Gehet hin in Frieden“. </em>Stattdessen haben die Kirchen jetzt ein Papier über die „notwendige ökumenische Geschlossenheit“ herausgegeben. Darin finden sich als „Vorbereitungen“ auf den Krieg schon Aussagen wie die, dass die Kirchen vermehrt Seelsorger brauchen werden, um demnächst die Eltern gefallener Soldaten angemessen seelisch zu betreuen. Dafür solle es dann auch entsprechende Schulungen geben. Eine derartige kognitive Dissonanz gerade bei Kirchenvertretern kann nur noch befremdend anmuten“, so Guérot.</p><p><strong>Was soll‘s, bis dahin üben wir Krieg – auch die Reserve</strong></p><p>Der Spiegel darf auch nicht fehlen, <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-boris-pistorius-plant-rueckkehr-der-reservepflicht-a-d224d737-c789-4c03-9495-1c42f1af76aa?fbclid=IwY2xjawSE55BleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeWjIxqlwOKbIP0VJ0H9eOME0fCKGWTiSMd3xPpVm28Uw5ondAK2D7SJDGwpU_aem_roEvvmyW22EpSkIuhjtnSw&amp;sara_ref=re-so-facebook-rss#ref=rss">der verkündet</a>, dass Verteidigungsminister Pistorius die Rückkehr der Reservepflicht plant. Per Gesetz soll künftig zu Übungen verpflichtet werden können. Bisher sei das freiwillig gewesen. Ganz nach Plan sei das Ziel, eine verlässliche Verfügbarkeit der Reserve herzustellen.</p><p><small>Titelbild: VGV MEDIA / Shutterstock</small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151238 Leserbriefe zu „Wehrdienst: Steinmeier bezweifelt, ob Freiwilligkeit „ausreicht““ https://www.nachdenkseiten.de/?p=151194 Sat, 30 May 2026 11:00:47 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151194 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Leserbriefe zu „Wehrdienst: Steinmeier bezweifelt, ob Freiwilligkeit „ausreicht““</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p><span id="more-151194"></span><br></br> <strong>Marcus Klöckner</strong> kommentiert <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151081">in diesem Beitrag</a> die Äußerung <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101262014/wehrdienst-in-deutschland-steinmeier-zieht-neues-modell-in-zweifel.html">„Ich zweifle, ob Freiwilligkeit ausreicht“</a>, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem Podcast des Portals <em>t-online </em>gesagt habe. Hinterfragt wird u.a., was hier denn „ausreicht“ heiße und wo die mahnenden Worte von Steinmeier in Richtung der Feindbildbauer seien. Man müsse es sich vor Augen halten: „Die Republik soll kriegstüchtig werden. Die Rede ist davon, dass deutsche Soldaten in einen Krieg gegen Russland ziehen könnten“. Jeder mit einem Funken Verstand könne sich denken, dass die Wiedereinführung der Wehrpflicht längst beschlossene Sache sei. Verständlich sei daher: „Junge Menschen haben keine Lust, sich den Gefahren eines von der Politik heraufbeschworenen Krieges auszusetzen“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interessante Leserbriefe bekommen. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich. Hier folgt nun eine Auswahl, die <strong>Christian Reimann</strong> für Sie zusammengestellt hat.</p><p><strong>1. Leserbrief</strong></p><p>Lieber Herr Klöckner,</p><p>was Herr Frank-Walter Steinmeier sagt, hat mich eigentlich noch nie interessiert. (…) Der Satz “Ich bezweifele, ob Freiwilligkeit ausreicht”, ist allerdings interessant. Habe ich doch schon als Student gelernt, wenn man seriös auftreten will, beginne man nie einen Artikel, einen Absatz oder auch ein wichtiges Statement mit dem Wörtchen “Ich”. Aber das sag mal einer unserer Narzisstenriege da in Berlin.</p><p>Noch was bemerkenswertes an Steinmeier seinem Satz. Inhaltlich bedeutet er: “Männer an die Gewehre, aber hop hop!” Diese Direktheit ist ihm dann wohl doch zu gefährlich. Am Ende will’s ja wieder keiner gewesen sein.</p><p>Wozu braucht man dieses Amt, Bundespräsident, eigentlich noch? Um die Fassade einer bröckelnden Demokratie aufrecht zu erhalten. Seit über 40 Jahren geht es den Bach runter. Erst die bleiernen Kohl-Jahre, dann Schröders Bruch von Wahlversprechen und Verstoß gegen das Völkerrecht (eigene Aussage). Dann noch einmal 16 bleierne Jahre unter “Kohls Mädchen”. Und was danach kam, ein einziges Schmierentheater, mit dicken Backen und schönen Versprechen vor der Wahl, und Exekutieren des Gegenteils nach der Wahl.</p><p>Viele Grüße,<br></br> Rolf Henze</p><p><strong>2. Leserbrief</strong></p><p>Ausgerechnet Steinmeier</p><p>Dank an Markus Klöckner für diese Auseinandersetzung mit dem jüngsten unerträglichen Fehltritt Steinmeiers. Ich möchte die Kritik (…) im protokollarisch höchsten Staatsamt um ein pikantes Detail erweitern: Die ganze Wehrdienstdebatte hat die Wurzel im Ukrainekrieg, in dessen Vorgeschichte ausgerechnet Steinmeier seinerzeit als Außenminister eine ausgesprochen jämmerliche Rolle gespielt hat. Er ließ zu, dass das maßgeblich von ihm mitausgehandelte Abkommen für eine friedliche Lösung der damaligen Krise von militanten Gruppen – rechtsradikal und vermutlich von den USA unterstützt – zerrissen und damit der Weg in den Bürgerkrieg geöffnet wurde. Für das Blut, das seither geflossen ist, für die ungeheuren Zerstörungen, die inzwischen angerichtet wurden, trifft Steinmeier damit eine wesentliche (Mit-)Verantwortung. Selbstkritik von ihm zu erwarten, hieße Unmögliches zu verlangen. Wenn er doch wenigstens schweigen würde… </p><p>Heiko Schlottke</p><p><strong>3. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag,</p><p>Steinmeier wäre dringend eine Selbstreflexion anzuraten.</p><p>Die Bodenhaftung zu den Menschen, die er als Staatsoberhaupt repräsentieren soll, hat er, falls jemals vorhanden, schon lange verloren.</p><p>Wohl nicht um sonst wird er von nicht wenigen Zeitgenossen auch als Spalter der Nation bezeichnet.</p><p>Seine Aussagen, wie genannt, zu den Spaziergängen während Corona oder auch seine Aussagen und Selektion zu „unserer” Demokratie sprechen für sich.</p><p>Auch sollte er sich genau an seine Mitwirkung als Merkels Außenminister bei den Minsker Abkommen 2014 und 2015 zurück erinnern. Vielleicht könnte man Steinmeier auch einen Täuscher und Doppelmoralisten nennen.</p><p>Scheinbar will er nun die anstehende Wehrpflicht forcieren und bezweifelt öffentlich, ob Freiwilligkeit ausreicht.</p><p>Ganz dem vorherrschenden Narrativ, der Kriegstreiber und Hetzer zum Wohlgefallen.</p><p>Nur gut, dass den Mann sowieso fast keiner, ok, die Gedanken sind frei.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Thomas Stöbe</p><p><strong>4. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag Herr Klöckner,</p><p>was erwarten Sie denn von Herrn Steinmeier? Er selbst hat am aktuellen Zustand im Osten federführend mitgefeilt. Hätte er dies nicht getan, wäre er heute nicht Bundespräsident. Da fangen UNSERE aktuellen Kernprobleme an.</p><p>Mit der Wehrpflicht ist es aber nicht so einfach, ohne Wehrgerechtigkeit herzustellen. Da dies nicht über objektive Kriterien umsetzbar ist, muss nur einer gegen seine Einberufung klagen. Zumindest theoretisch, sollte sich noch ein Richter finden lassen, der sich mutig an die Gesetze hält.</p><p>Darum soll bekanntlich das Losverfahren eingeführt werden. Aber wenn die Eliten einen Weg suchen und finden, ihren Nachwuchs dort rauszuhalten und daran besteht in Deutschland nicht der Hauch eines Zweifels, wird es eng, wenn dies rauskommt.</p><p>Wie auch immer, ich war einige Zeit bei der Bundeswehr. Wenn ein Wehrpflichtiger sein infanteristisches Seepferdchen gemacht hat, dann schickt man ihn im Zeitalter der KI-Drohnen ganz klassisch zum Sterben aufs Schlachtfeld. Das sollte man den mutigen „Abenteurern“ in Spe schon sagen.</p><p>Aber wayne interessierts? Die Politik will ihre heilige Zielquote erfüllen, völlig egal ob das Ergebnis Sinn ergibt oder nicht.</p><p>Da hat man mit „klugen“ Reden und Aufsätzen zuerst wortreich begründet, warum man eine Berufsarmee benötigt. Nun springt man wortreich mit „klugen“ Reden und Aufsätzen wieder in die Kartoffeln. Das wirkt ausgesprochen souverän.</p><p>Nicht so souverän ist jedoch die Begründung. Denn das ein paar Wehrpflichtige und später Menschen mit offiziellem Reservistenstatus mehr (evtl. bald bis zum siebzigsten Lebensjahr *LOL*) einen ernsthaften Faktor bei der feindlichen Risikoabwägung darstellen, ist 2026 nur für kriegsfern Informierte vorstellbar.</p><p>Das kommt halt noch hinzu. Man wird nicht nur selektiv oder per Los zum Kämpfen gezwungen. Sondern auch noch von Ideologen, die absolut keine Ahnung, kein Ziel und daher auch keinen Plan haben. Erst hinter denen kommen dann irgendwann Deutschland, Freiheit und das übrige Kampfgrund-Gewäsch, welches man den Hinterbliebenen zum Trost erzählt.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Kai P.</p><p><strong>5. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Klöckner,</p><p>aus der Sicht der herrschenden politischen, ökonomischen und medialen “Elite” oder treffender formuliert: der herrschenden Klasse – und dazu gehört sicherlich auch der Politiker Frank-Walter Steinmeier von der ehemaligen Partei der “kleinen Leute”, der Geringverdiener, Normalverdiener und Angehörigen der “gehobenen Mittelschicht” (mit Auto aber ohne Privatflugzeug, ohne Ferienhaus auf Sylt, ohne Ferienvilla am Starnberger See und ohne 3.000-PS-Motoryacht im Hafen von Nizza oder wo auch immer), den chronisch Kranken, Behinderten, kleinen Rentnerinnen und kleinen Rentnern, Obdachlosen, Arbeitslosen usw., die sich selbst immer noch “sozialdemokratisch” nennt – war die Vorgehensweise zweifelsohne kalkuliert. Man setzt ganz im Sinne des neoliberalen Marktes erst einmal auf “Freiwilligkeit” und “Anreize”, wenn es um die Rekrutierung junger Soldatinnen und Soldaten für den Krieg geht.</p><p>Offenkundig hat der “Markt” wieder einmal versagt und die Taktik, Schulabsolventen und junge Erwachsene mit Geld, Abenteuerromantik und einer tollen “Karriere” bei der Armee (Bundeswehr) zu ködern, ist nicht ganz aufgegangen, weil viele, wenn auch nicht alle Schülerinnen/Schüler und junge Erwachsene in Deutschland nachdenken, die politische und mediale Propaganda durchschauen und fragen:</p><p>Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Putin und Russland, die es in vier Jahren nicht geschafft haben, die Ukraine zu besiegen, in ein paar Monaten oder wenigen Jahren, Deutschland und Europa angreifen werden, weil Putin und die Russen was wollen?</p><p>Man muss Putin nicht mögen und die Russen nicht lieben, aber man sollte aus der Sicht eines objektiven und neutralen Dritten die einfache Frage stellen und beantworten:</p><p>Was wollen Putin und “die” Russen, deren Truppen 1989/90 aus der ehemaligen DDR und den anderen Staaten des sogenannten “Warschauer Paktes” abgezogen sind, 2026 in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Tschechien, Holland, Belgien und anderen Ländern Europas? Erdöl, Erdgas, Silber, Gold, Platin, Diamanten, Kupferminen und seltene Erden gibt es in Deutschland nicht. Die “Wirtschaftssanktionen” von Frau von der Leyen (CDU) und der EU gegen Russland und das teuere Frackinggas aus den USA helfen auch noch dabei mit, Deutschland zu deindustrialisieren. Es gibt also in Deutschland auch immer weniger Industrieanlagen, die man gegebenenfalls demontieren und abtransportieren könnte wie dies einige Jahre lang nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg 1945 tatsächlich der Fall war.</p><p>Diese gigantische Aufrüstungsorgie (mit seinen negativen volkswirtschaftlichen, negativen sozialen und auch negativen ökologischen Folgen) hat nichts mehr mit Verteidigung zu tun zumal deutsche Politikerinnen/Politiker und die deutschen Mainstream-Medien selbst permanent von “Kriegstüchtigkeit” reden und nicht mehr von Verteidigung. Vielleicht wäre es in propagandistischer Hinsicht besser gewesen, man hätte auch weiterhin von “Verteidigungsbereitschaft” gesprochen?</p><p>Wenn Schülerinnen/Schüler und junge Erwachsene in diesem “demokratischen und sozialen Bundesstaat” (Art. 20 Grundgesetz von 1949) für Diplomatie, für Friedensverhandlungen und für ein Ende des Krieges in der Ukraine auf der Straße demonstrieren, dann werden sie von “Journalisten” des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Rundfunks als “Verfassungsfeinde” geframt, weil unter den 10.000 Demonstranten angeblich auch 10 oder 20 Extremisten gewesen wären, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden.</p><p>Würden diese “Journalisten” auch 83 Millionen Steuerzahler in diesem Land mit Betrügern in Verbindung bringen, die sich vom Finanzamt auf Kosten der Allgemeinheit jahrelang cum ex Milliarden Steuern “erstatten” lassen und zwar Steuern, die sie vorher nie gezahlt haben? Warum werden Steuerhinterzieher und Steuerflüchtlinge, die ihre Millionen und Milliarden auf Offshore-Konten transferieren, nicht vom Verfassungsschutz beobachtet? Jährlich werden in Deutschland zwischen 50 und 150 Milliarden Steuern hinterzogen. So genau weiß man das nicht, weil die herrschende Klasse (siehe oben) davon nichts wissen will. Mit Steuerhinterziehern sind in diesem Zusammenhang nicht die Steuerpflichtigen gemeint, die in ihrer Steuererklärung bei den Fahrtkosten zur regelmäßigen Arbeitsstätte 23 Kilometer angeben, obwohl es nur 21 Kilometer sind, denn auch das ist Steuerhinterziehung. Zwei Kilometer mehr entsprechen derzeit einer jährlichen “Steuerersparnis” von 35 bis 75 Euro (je nach Einkommen und Grenzsteuersatz). Im Vergleich zu den großen Steuerhinterziehern sind das aber noch weniger als “Peanuts”.</p><p>Zurück zu Krieg und Frieden: Im letzten Jahrhundert starben deutsche Soldaten für den Kaiser, den Führer, das Volk und hehre Werte wie Vaterland, Heimat, Ehre und Treue. Heute sollen die deutschen Bürgerinnen und Bürger im Winter nicht nur für die Freiheit frieren, sondern im Winter, im Frühling, im Sommer und im Herbst auch für die Freiheit und die angeblich “beste Demokratie, die wir in Deutschland je hatten”, sterben.</p><p>Im Ersten Weltkrieg waren es rund zwei Millionen deutsche Soldaten (von insgesamt rund neun Millionen Soldaten), im Zweiten Weltkrieg rund 5,5 Mio. deutsche Soldaten und rund zwei Mio. deutsche Zivilisten von weltweit insgesamt 60 Millionen Toten. Andere Schätzungen gehen auch von 64 Millionen oder noch mehr Toten aus. So genau weiß man das auch heute 81 Jahre nach dem offiziellen Ende des Zweiten Weltkrieges noch nicht und man wird es auch nie wissen, da im Krieg viele getötete Soldaten und verstorbene Kriegsgefangene einfach nur verscharrt wurden und bis heute als vermisst gelten wie auch viele zivile getötete Opfer in vielen Ländern. Die vielen Kriegsversehrten in Russland, Deutschland, Frankreich, Polen, Italien, Ungarn, Holland (Niederlande), Belgien, Griechenland usw. sind da selbstverständlich noch nicht mitgezählt eben so wenig wie die vielen Kriegswitwen, Kriegswitwer und Kriegswaisen, die ohne Vater und/oder Mutter aufwachsen mussten oder ihre Großeltern nie kennenlernen konnten, weil diese im Krieg ihr Leben verloren.</p><p>Offenkundig haben viele Schülerinnen/Schüler und junge Erwachsene in Deutschland auch verstanden, dass der Krieg kein regenbogenfarbenes und wokes Adventure-Videospiel am Computer, Tablet oder Smartphone ist, sondern aus diesem “Spiel” bzw. dieser “App” realer blutiger und tödlicher Ernst werden kann und es dann vor allem sie sein werden, die im Namen der Freiheit und der Demokratie an der Front nicht nur kämpfen und im Winter auch einmal frieren, sondern auch (einmal) sterben werden. Frieren kann man in der Tat mehrmals, erfrieren und sterben kann man nur einmal. Ob das alle ehemaligen Pastoren und Pastorentöchter aus der ehemaligen DDR wissen, die ständig und überall von Freiheit reden, aber erst 1990 auf den fahrenden Zug der Freiheit aufgesprungen sind nachdem die innerdeutsche Mauer bereits gefallen war?</p><p>Frank-Walter Steinmeier ist Geburtsjahrgang 1956, Friedrich Merz wurde 1955 geboren, Boris Pistorius 1960. Im Vergleich dazu gehören Politiker wie Markus Söder (Geburtsjahrgang 1967), Lars Klingbeil (Jahrgang 1978) und die ehemalige nato-olivgrüne Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Jahrgang 1980) schon zu den “Jüngeren”, aber man kann begründete Zweifel daran haben, dass sie im Ernstfall an der Front den eigenen Kopf hinhalten werden. Dabei könnten ja die Frisur, das Make-Up und die teuren Schuhe leiden.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Detlef Schmiedel</p><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten</strong></p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.</p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:</p><ul> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#81ede4f2e4f3e3f3e8e4e7e4c1efe0e2e9e5e4efeaf2e4e8f5e4efafe5e4">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de</a> für Kommentare zum Inhalt von Beiträgen.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#e088898e9785899385a08e81838884858e8b93858994858ece8485">hinweise(at)nachdenkseiten.de</a> wenn Sie Links zu Beiträgen in anderen Medien haben.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#16607f7273797e7f7861737f6573567877757e7273787d65737f627378387273">videohinweise(at)nachdenkseiten.de</a> für die Verlinkung von interessanten Videos.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#65170001040e110c0a0b250b04060d01000b0e16000c11000b4b0100">redaktion(at)nachdenkseiten.de</a> für Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.</li> </ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „<a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=47939">Gebrauchsanleitung</a>“.</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Leserbriefe zu „Wehrdienst: Steinmeier bezweifelt, ob Freiwilligkeit „ausreicht““</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p><span id="more-151194"></span><br></br> <strong>Marcus Klöckner</strong> kommentiert <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151081">in diesem Beitrag</a> die Äußerung <a href="https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101262014/wehrdienst-in-deutschland-steinmeier-zieht-neues-modell-in-zweifel.html">„Ich zweifle, ob Freiwilligkeit ausreicht“</a>, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem Podcast des Portals <em>t-online </em>gesagt habe. Hinterfragt wird u.a., was hier denn „ausreicht“ heiße und wo die mahnenden Worte von Steinmeier in Richtung der Feindbildbauer seien. Man müsse es sich vor Augen halten: „Die Republik soll kriegstüchtig werden. Die Rede ist davon, dass deutsche Soldaten in einen Krieg gegen Russland ziehen könnten“. Jeder mit einem Funken Verstand könne sich denken, dass die Wiedereinführung der Wehrpflicht längst beschlossene Sache sei. Verständlich sei daher: „Junge Menschen haben keine Lust, sich den Gefahren eines von der Politik heraufbeschworenen Krieges auszusetzen“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interessante Leserbriefe bekommen. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich. Hier folgt nun eine Auswahl, die <strong>Christian Reimann</strong> für Sie zusammengestellt hat.</p><p><strong>1. Leserbrief</strong></p><p>Lieber Herr Klöckner,</p><p>was Herr Frank-Walter Steinmeier sagt, hat mich eigentlich noch nie interessiert. (…) Der Satz “Ich bezweifele, ob Freiwilligkeit ausreicht”, ist allerdings interessant. Habe ich doch schon als Student gelernt, wenn man seriös auftreten will, beginne man nie einen Artikel, einen Absatz oder auch ein wichtiges Statement mit dem Wörtchen “Ich”. Aber das sag mal einer unserer Narzisstenriege da in Berlin.</p><p>Noch was bemerkenswertes an Steinmeier seinem Satz. Inhaltlich bedeutet er: “Männer an die Gewehre, aber hop hop!” Diese Direktheit ist ihm dann wohl doch zu gefährlich. Am Ende will’s ja wieder keiner gewesen sein.</p><p>Wozu braucht man dieses Amt, Bundespräsident, eigentlich noch? Um die Fassade einer bröckelnden Demokratie aufrecht zu erhalten. Seit über 40 Jahren geht es den Bach runter. Erst die bleiernen Kohl-Jahre, dann Schröders Bruch von Wahlversprechen und Verstoß gegen das Völkerrecht (eigene Aussage). Dann noch einmal 16 bleierne Jahre unter “Kohls Mädchen”. Und was danach kam, ein einziges Schmierentheater, mit dicken Backen und schönen Versprechen vor der Wahl, und Exekutieren des Gegenteils nach der Wahl.</p><p>Viele Grüße,<br></br> Rolf Henze</p><p><strong>2. Leserbrief</strong></p><p>Ausgerechnet Steinmeier</p><p>Dank an Markus Klöckner für diese Auseinandersetzung mit dem jüngsten unerträglichen Fehltritt Steinmeiers. Ich möchte die Kritik (…) im protokollarisch höchsten Staatsamt um ein pikantes Detail erweitern: Die ganze Wehrdienstdebatte hat die Wurzel im Ukrainekrieg, in dessen Vorgeschichte ausgerechnet Steinmeier seinerzeit als Außenminister eine ausgesprochen jämmerliche Rolle gespielt hat. Er ließ zu, dass das maßgeblich von ihm mitausgehandelte Abkommen für eine friedliche Lösung der damaligen Krise von militanten Gruppen – rechtsradikal und vermutlich von den USA unterstützt – zerrissen und damit der Weg in den Bürgerkrieg geöffnet wurde. Für das Blut, das seither geflossen ist, für die ungeheuren Zerstörungen, die inzwischen angerichtet wurden, trifft Steinmeier damit eine wesentliche (Mit-)Verantwortung. Selbstkritik von ihm zu erwarten, hieße Unmögliches zu verlangen. Wenn er doch wenigstens schweigen würde… </p><p>Heiko Schlottke</p><p><strong>3. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag,</p><p>Steinmeier wäre dringend eine Selbstreflexion anzuraten.</p><p>Die Bodenhaftung zu den Menschen, die er als Staatsoberhaupt repräsentieren soll, hat er, falls jemals vorhanden, schon lange verloren.</p><p>Wohl nicht um sonst wird er von nicht wenigen Zeitgenossen auch als Spalter der Nation bezeichnet.</p><p>Seine Aussagen, wie genannt, zu den Spaziergängen während Corona oder auch seine Aussagen und Selektion zu „unserer” Demokratie sprechen für sich.</p><p>Auch sollte er sich genau an seine Mitwirkung als Merkels Außenminister bei den Minsker Abkommen 2014 und 2015 zurück erinnern. Vielleicht könnte man Steinmeier auch einen Täuscher und Doppelmoralisten nennen.</p><p>Scheinbar will er nun die anstehende Wehrpflicht forcieren und bezweifelt öffentlich, ob Freiwilligkeit ausreicht.</p><p>Ganz dem vorherrschenden Narrativ, der Kriegstreiber und Hetzer zum Wohlgefallen.</p><p>Nur gut, dass den Mann sowieso fast keiner, ok, die Gedanken sind frei.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Thomas Stöbe</p><p><strong>4. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag Herr Klöckner,</p><p>was erwarten Sie denn von Herrn Steinmeier? Er selbst hat am aktuellen Zustand im Osten federführend mitgefeilt. Hätte er dies nicht getan, wäre er heute nicht Bundespräsident. Da fangen UNSERE aktuellen Kernprobleme an.</p><p>Mit der Wehrpflicht ist es aber nicht so einfach, ohne Wehrgerechtigkeit herzustellen. Da dies nicht über objektive Kriterien umsetzbar ist, muss nur einer gegen seine Einberufung klagen. Zumindest theoretisch, sollte sich noch ein Richter finden lassen, der sich mutig an die Gesetze hält.</p><p>Darum soll bekanntlich das Losverfahren eingeführt werden. Aber wenn die Eliten einen Weg suchen und finden, ihren Nachwuchs dort rauszuhalten und daran besteht in Deutschland nicht der Hauch eines Zweifels, wird es eng, wenn dies rauskommt.</p><p>Wie auch immer, ich war einige Zeit bei der Bundeswehr. Wenn ein Wehrpflichtiger sein infanteristisches Seepferdchen gemacht hat, dann schickt man ihn im Zeitalter der KI-Drohnen ganz klassisch zum Sterben aufs Schlachtfeld. Das sollte man den mutigen „Abenteurern“ in Spe schon sagen.</p><p>Aber wayne interessierts? Die Politik will ihre heilige Zielquote erfüllen, völlig egal ob das Ergebnis Sinn ergibt oder nicht.</p><p>Da hat man mit „klugen“ Reden und Aufsätzen zuerst wortreich begründet, warum man eine Berufsarmee benötigt. Nun springt man wortreich mit „klugen“ Reden und Aufsätzen wieder in die Kartoffeln. Das wirkt ausgesprochen souverän.</p><p>Nicht so souverän ist jedoch die Begründung. Denn das ein paar Wehrpflichtige und später Menschen mit offiziellem Reservistenstatus mehr (evtl. bald bis zum siebzigsten Lebensjahr *LOL*) einen ernsthaften Faktor bei der feindlichen Risikoabwägung darstellen, ist 2026 nur für kriegsfern Informierte vorstellbar.</p><p>Das kommt halt noch hinzu. Man wird nicht nur selektiv oder per Los zum Kämpfen gezwungen. Sondern auch noch von Ideologen, die absolut keine Ahnung, kein Ziel und daher auch keinen Plan haben. Erst hinter denen kommen dann irgendwann Deutschland, Freiheit und das übrige Kampfgrund-Gewäsch, welches man den Hinterbliebenen zum Trost erzählt.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Kai P.</p><p><strong>5. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Klöckner,</p><p>aus der Sicht der herrschenden politischen, ökonomischen und medialen “Elite” oder treffender formuliert: der herrschenden Klasse – und dazu gehört sicherlich auch der Politiker Frank-Walter Steinmeier von der ehemaligen Partei der “kleinen Leute”, der Geringverdiener, Normalverdiener und Angehörigen der “gehobenen Mittelschicht” (mit Auto aber ohne Privatflugzeug, ohne Ferienhaus auf Sylt, ohne Ferienvilla am Starnberger See und ohne 3.000-PS-Motoryacht im Hafen von Nizza oder wo auch immer), den chronisch Kranken, Behinderten, kleinen Rentnerinnen und kleinen Rentnern, Obdachlosen, Arbeitslosen usw., die sich selbst immer noch “sozialdemokratisch” nennt – war die Vorgehensweise zweifelsohne kalkuliert. Man setzt ganz im Sinne des neoliberalen Marktes erst einmal auf “Freiwilligkeit” und “Anreize”, wenn es um die Rekrutierung junger Soldatinnen und Soldaten für den Krieg geht.</p><p>Offenkundig hat der “Markt” wieder einmal versagt und die Taktik, Schulabsolventen und junge Erwachsene mit Geld, Abenteuerromantik und einer tollen “Karriere” bei der Armee (Bundeswehr) zu ködern, ist nicht ganz aufgegangen, weil viele, wenn auch nicht alle Schülerinnen/Schüler und junge Erwachsene in Deutschland nachdenken, die politische und mediale Propaganda durchschauen und fragen:</p><p>Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Putin und Russland, die es in vier Jahren nicht geschafft haben, die Ukraine zu besiegen, in ein paar Monaten oder wenigen Jahren, Deutschland und Europa angreifen werden, weil Putin und die Russen was wollen?</p><p>Man muss Putin nicht mögen und die Russen nicht lieben, aber man sollte aus der Sicht eines objektiven und neutralen Dritten die einfache Frage stellen und beantworten:</p><p>Was wollen Putin und “die” Russen, deren Truppen 1989/90 aus der ehemaligen DDR und den anderen Staaten des sogenannten “Warschauer Paktes” abgezogen sind, 2026 in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Tschechien, Holland, Belgien und anderen Ländern Europas? Erdöl, Erdgas, Silber, Gold, Platin, Diamanten, Kupferminen und seltene Erden gibt es in Deutschland nicht. Die “Wirtschaftssanktionen” von Frau von der Leyen (CDU) und der EU gegen Russland und das teuere Frackinggas aus den USA helfen auch noch dabei mit, Deutschland zu deindustrialisieren. Es gibt also in Deutschland auch immer weniger Industrieanlagen, die man gegebenenfalls demontieren und abtransportieren könnte wie dies einige Jahre lang nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg 1945 tatsächlich der Fall war.</p><p>Diese gigantische Aufrüstungsorgie (mit seinen negativen volkswirtschaftlichen, negativen sozialen und auch negativen ökologischen Folgen) hat nichts mehr mit Verteidigung zu tun zumal deutsche Politikerinnen/Politiker und die deutschen Mainstream-Medien selbst permanent von “Kriegstüchtigkeit” reden und nicht mehr von Verteidigung. Vielleicht wäre es in propagandistischer Hinsicht besser gewesen, man hätte auch weiterhin von “Verteidigungsbereitschaft” gesprochen?</p><p>Wenn Schülerinnen/Schüler und junge Erwachsene in diesem “demokratischen und sozialen Bundesstaat” (Art. 20 Grundgesetz von 1949) für Diplomatie, für Friedensverhandlungen und für ein Ende des Krieges in der Ukraine auf der Straße demonstrieren, dann werden sie von “Journalisten” des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Rundfunks als “Verfassungsfeinde” geframt, weil unter den 10.000 Demonstranten angeblich auch 10 oder 20 Extremisten gewesen wären, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden.</p><p>Würden diese “Journalisten” auch 83 Millionen Steuerzahler in diesem Land mit Betrügern in Verbindung bringen, die sich vom Finanzamt auf Kosten der Allgemeinheit jahrelang cum ex Milliarden Steuern “erstatten” lassen und zwar Steuern, die sie vorher nie gezahlt haben? Warum werden Steuerhinterzieher und Steuerflüchtlinge, die ihre Millionen und Milliarden auf Offshore-Konten transferieren, nicht vom Verfassungsschutz beobachtet? Jährlich werden in Deutschland zwischen 50 und 150 Milliarden Steuern hinterzogen. So genau weiß man das nicht, weil die herrschende Klasse (siehe oben) davon nichts wissen will. Mit Steuerhinterziehern sind in diesem Zusammenhang nicht die Steuerpflichtigen gemeint, die in ihrer Steuererklärung bei den Fahrtkosten zur regelmäßigen Arbeitsstätte 23 Kilometer angeben, obwohl es nur 21 Kilometer sind, denn auch das ist Steuerhinterziehung. Zwei Kilometer mehr entsprechen derzeit einer jährlichen “Steuerersparnis” von 35 bis 75 Euro (je nach Einkommen und Grenzsteuersatz). Im Vergleich zu den großen Steuerhinterziehern sind das aber noch weniger als “Peanuts”.</p><p>Zurück zu Krieg und Frieden: Im letzten Jahrhundert starben deutsche Soldaten für den Kaiser, den Führer, das Volk und hehre Werte wie Vaterland, Heimat, Ehre und Treue. Heute sollen die deutschen Bürgerinnen und Bürger im Winter nicht nur für die Freiheit frieren, sondern im Winter, im Frühling, im Sommer und im Herbst auch für die Freiheit und die angeblich “beste Demokratie, die wir in Deutschland je hatten”, sterben.</p><p>Im Ersten Weltkrieg waren es rund zwei Millionen deutsche Soldaten (von insgesamt rund neun Millionen Soldaten), im Zweiten Weltkrieg rund 5,5 Mio. deutsche Soldaten und rund zwei Mio. deutsche Zivilisten von weltweit insgesamt 60 Millionen Toten. Andere Schätzungen gehen auch von 64 Millionen oder noch mehr Toten aus. So genau weiß man das auch heute 81 Jahre nach dem offiziellen Ende des Zweiten Weltkrieges noch nicht und man wird es auch nie wissen, da im Krieg viele getötete Soldaten und verstorbene Kriegsgefangene einfach nur verscharrt wurden und bis heute als vermisst gelten wie auch viele zivile getötete Opfer in vielen Ländern. Die vielen Kriegsversehrten in Russland, Deutschland, Frankreich, Polen, Italien, Ungarn, Holland (Niederlande), Belgien, Griechenland usw. sind da selbstverständlich noch nicht mitgezählt eben so wenig wie die vielen Kriegswitwen, Kriegswitwer und Kriegswaisen, die ohne Vater und/oder Mutter aufwachsen mussten oder ihre Großeltern nie kennenlernen konnten, weil diese im Krieg ihr Leben verloren.</p><p>Offenkundig haben viele Schülerinnen/Schüler und junge Erwachsene in Deutschland auch verstanden, dass der Krieg kein regenbogenfarbenes und wokes Adventure-Videospiel am Computer, Tablet oder Smartphone ist, sondern aus diesem “Spiel” bzw. dieser “App” realer blutiger und tödlicher Ernst werden kann und es dann vor allem sie sein werden, die im Namen der Freiheit und der Demokratie an der Front nicht nur kämpfen und im Winter auch einmal frieren, sondern auch (einmal) sterben werden. Frieren kann man in der Tat mehrmals, erfrieren und sterben kann man nur einmal. Ob das alle ehemaligen Pastoren und Pastorentöchter aus der ehemaligen DDR wissen, die ständig und überall von Freiheit reden, aber erst 1990 auf den fahrenden Zug der Freiheit aufgesprungen sind nachdem die innerdeutsche Mauer bereits gefallen war?</p><p>Frank-Walter Steinmeier ist Geburtsjahrgang 1956, Friedrich Merz wurde 1955 geboren, Boris Pistorius 1960. Im Vergleich dazu gehören Politiker wie Markus Söder (Geburtsjahrgang 1967), Lars Klingbeil (Jahrgang 1978) und die ehemalige nato-olivgrüne Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Jahrgang 1980) schon zu den “Jüngeren”, aber man kann begründete Zweifel daran haben, dass sie im Ernstfall an der Front den eigenen Kopf hinhalten werden. Dabei könnten ja die Frisur, das Make-Up und die teuren Schuhe leiden.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Detlef Schmiedel</p><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten</strong></p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.</p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:</p><ul> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#81ede4f2e4f3e3f3e8e4e7e4c1efe0e2e9e5e4efeaf2e4e8f5e4efafe5e4">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de</a> für Kommentare zum Inhalt von Beiträgen.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#e088898e9785899385a08e81838884858e8b93858994858ece8485">hinweise(at)nachdenkseiten.de</a> wenn Sie Links zu Beiträgen in anderen Medien haben.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#16607f7273797e7f7861737f6573567877757e7273787d65737f627378387273">videohinweise(at)nachdenkseiten.de</a> für die Verlinkung von interessanten Videos.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#65170001040e110c0a0b250b04060d01000b0e16000c11000b4b0100">redaktion(at)nachdenkseiten.de</a> für Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.</li> </ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „<a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=47939">Gebrauchsanleitung</a>“.</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151194 „Gold gegen Glasperlen”: Kritik an neuem Freihandelsabkommen EU-Mexiko https://www.nachdenkseiten.de/?p=151201 Sat, 30 May 2026 10:00:17 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151201 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2590925595.jpg" /><h1>„Gold gegen Glasperlen”: Kritik an neuem Freihandelsabkommen EU-Mexiko</h1><h2>By Ein Artikel von amerika21</h2><article id="content"> <div> <p>Das Abkommen wurde neun Jahre verhandelt und braucht noch die Ratifizierung. 72 Organisationen aus Lateinamerika und der EU warnen vor einseitigen Vorteilen für Konzerne. Von <strong>Philipp Gerber</strong>.<br></br> <span id="more-151201"></span><br></br> Mexiko-Stadt. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum haben in Mexikos Hauptstadt ein neues Freihandelsabkommen unterzeichnet. Im Rahmen der Unterzeichnungszeremonie kritisierten 72 Organisationen aus Lateinamerika und der EU das Abkommen, da in erster Linie die Privilegien für Konzerne ausgeweitet würden.</p><p>Angesichts der Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump wollen Mexiko und die EU ihre Handelsbeziehungen und ihre internationale Zusammenarbeit ausbauen. Im Gegensatz zum ersten Freihandelsvertrag aus dem Jahr 2000 werden im „modernisierten Globalabkommen” neben Handelsfragen auch der Klimawandel, Menschenrechte und internationale Zusammenarbeit thematisiert.</p><p>Europäische Unternehmen sollen künftig stärker in Bereichen wie Infrastruktur, Energie oder Pharmaindustrie investieren. Mexikanische Agrarbetriebe erhalten zollfreien Zugang zu europäischen Absatzmärkten. Anlässlich der Unterzeichnung des Abkommens am 22. Mai sprach von der Leyen von einem „fantastischen Abkommen” und kündigte Investitionen im Wert von fünf Milliarden Euro an. Sheinbaum erklärte, der Vertrag biete die Möglichkeit, „eine strategische Beziehung zu festigen”, die auf gegenseitigem Respekt und einer gemeinsamen Zukunft beruhe.</p><p>Den hohen Erwartungen der mexikanischen Regierung zum Trotz kritisieren viele Organisationen die umstrittenen Aspekte des Abkommens, das neun Jahre lang ausgehandelt wurde und nun noch von den jeweiligen Parlamenten ratifiziert werden muss.</p><p>Bettina Müller, Referentin für Handels- und Investitionspolitik der Berliner NGO PowerShift, kritisiert, dass im Abkommen Umwelt- und Menschenrechtsstandards unverbindlich bleiben, „während Unternehmen sehr konkrete Zugangsrechte erhalten”. Zudem erleichtere das Abkommen europäischen Unternehmen den Zugang zu mexikanischen Rohstoffen.</p><p>Auch die Mechanismen zum Schutz ausländischer Investitionen werden gestärkt, insbesondere in strategischen Sektoren wie Energie und Bergbau. Raúl Benet, Biologe an der Fakultät für Naturwissenschaften der mexikanischen Universität UNAM, warnt, dass diese Mechanismen es europäischen Unternehmen ermöglichen, vor internationalen Schiedsgerichten Klage gegen den mexikanischen Staat zu erheben, wenn sie der Ansicht sind, dass neue Gesetze ihre Investitionen oder erwarteten Gewinne beeinträchtigen. „Dies könnte beispielsweise der Fall sein, wenn Mexiko Umweltvorschriften verschärft, Bergbauprojekte einschränkt, indigene Gebiete schützt oder Energievorschriften ändert, wobei fairerweise anzumerken ist, dass das Abkommen die Energiesouveränität und das Recht des mexikanischen Staates, in diesem Bereich Gesetze zu erlassen, formal anerkennt”, schreibt Benet.</p><p>Der Aktivist und Biologe erinnert daran, dass europäische Unternehmen in Mexiko nicht unbedingt als Träger fortschrittlicher Umweltstandards auftreten, sondern vielmehr „an Rohstoffgewinnung, Energieversorgung, Industrie, Immobilienwirtschaft und Tourismus beteiligt sind, die zu territorialen Konflikten führen”. Das Paradoxon bestehe darin, dass ein als „grün” präsentiertes Abkommen letztendlich „unter dem Deckmantel der Dekarbonisierung eine neue Welle der Rohstoffausbeutung in mexikanischen Territorien” auslösen könnte. „Wir tauschen immer noch Gold gegen Glasperlen ein”, bedauert Benet.</p><p>Die jüngsten Beispiele für solche Projekte sind der umstrittene Bau der größten Ammoniakfabrik Lateinamerikas auf indigenem Gebiet in Sinaloa durch das schweizerisch-deutsche Unternehmen Proman, finanziert durch die deutsche KfW IPEX-Bank (<em>amerika21</em> berichtete). In Michoacán beschuldigen Vertreter von indigenen Nahua-Gemeinden das Bergbauunternehmen Ternium mit Hauptsitz in Luxemburg, in das gewaltsame Verschwinden des Anwalts Ricardo Lagunes und des Aktivisten Antonio Díaz Valencia verwickelt zu sein (<em>amerika21</em> berichtete).</p><p>Auch Manuel Pérez Rocha, Forscher am Institute for Policy Studies mit Sitz in Washington, sieht „eine sehr starke Ungleichheit” in den Freihandelsabkommen. „Die Gewinner sind die großen Konzerne, die exportieren und importieren; ich glaube nicht, dass dies für den Kleinbauern von Vorteil ist”, erklärt er. Pérez Rocha ist der Ansicht, das Hauptinteresse der europäischen Unternehmen sei es, sich in Mexiko als Exportplattform für den US-Markt zu etablieren.</p><p>Das für Mexiko besorgniserregendste Thema, betont Pérez Rocha, seien „die zahlreichen Klagen ausländischer Unternehmen, bei denen Zahlungen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar ausstehen”. Er bedauert, dass „es in Mode gekommen ist, zu sagen, man müsse Rechtssicherheit schaffen, um Investitionen anzuziehen, doch Rechtssicherheit sollte eigentlich dem Staat und den Gemeinden zugutekommen”.</p><p><em>Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href="https://amerika21.de/2026/05/285688/freihandelsabkommen-eu-mexiko">Amerika21</a>.</em></p><p><small>Titelbild: Zafer Kurt / Shutterstock</small></p> </div> </article><div> <p>Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe Leser, um Ihre Unterstützung.<br></br>Herzlichen Dank!</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2590925595.jpg" /><h1>„Gold gegen Glasperlen”: Kritik an neuem Freihandelsabkommen EU-Mexiko</h1><h2>By Ein Artikel von amerika21</h2><article id="content"> <div> <p>Das Abkommen wurde neun Jahre verhandelt und braucht noch die Ratifizierung. 72 Organisationen aus Lateinamerika und der EU warnen vor einseitigen Vorteilen für Konzerne. Von <strong>Philipp Gerber</strong>.<br></br> <span id="more-151201"></span><br></br> Mexiko-Stadt. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum haben in Mexikos Hauptstadt ein neues Freihandelsabkommen unterzeichnet. Im Rahmen der Unterzeichnungszeremonie kritisierten 72 Organisationen aus Lateinamerika und der EU das Abkommen, da in erster Linie die Privilegien für Konzerne ausgeweitet würden.</p><p>Angesichts der Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump wollen Mexiko und die EU ihre Handelsbeziehungen und ihre internationale Zusammenarbeit ausbauen. Im Gegensatz zum ersten Freihandelsvertrag aus dem Jahr 2000 werden im „modernisierten Globalabkommen” neben Handelsfragen auch der Klimawandel, Menschenrechte und internationale Zusammenarbeit thematisiert.</p><p>Europäische Unternehmen sollen künftig stärker in Bereichen wie Infrastruktur, Energie oder Pharmaindustrie investieren. Mexikanische Agrarbetriebe erhalten zollfreien Zugang zu europäischen Absatzmärkten. Anlässlich der Unterzeichnung des Abkommens am 22. Mai sprach von der Leyen von einem „fantastischen Abkommen” und kündigte Investitionen im Wert von fünf Milliarden Euro an. Sheinbaum erklärte, der Vertrag biete die Möglichkeit, „eine strategische Beziehung zu festigen”, die auf gegenseitigem Respekt und einer gemeinsamen Zukunft beruhe.</p><p>Den hohen Erwartungen der mexikanischen Regierung zum Trotz kritisieren viele Organisationen die umstrittenen Aspekte des Abkommens, das neun Jahre lang ausgehandelt wurde und nun noch von den jeweiligen Parlamenten ratifiziert werden muss.</p><p>Bettina Müller, Referentin für Handels- und Investitionspolitik der Berliner NGO PowerShift, kritisiert, dass im Abkommen Umwelt- und Menschenrechtsstandards unverbindlich bleiben, „während Unternehmen sehr konkrete Zugangsrechte erhalten”. Zudem erleichtere das Abkommen europäischen Unternehmen den Zugang zu mexikanischen Rohstoffen.</p><p>Auch die Mechanismen zum Schutz ausländischer Investitionen werden gestärkt, insbesondere in strategischen Sektoren wie Energie und Bergbau. Raúl Benet, Biologe an der Fakultät für Naturwissenschaften der mexikanischen Universität UNAM, warnt, dass diese Mechanismen es europäischen Unternehmen ermöglichen, vor internationalen Schiedsgerichten Klage gegen den mexikanischen Staat zu erheben, wenn sie der Ansicht sind, dass neue Gesetze ihre Investitionen oder erwarteten Gewinne beeinträchtigen. „Dies könnte beispielsweise der Fall sein, wenn Mexiko Umweltvorschriften verschärft, Bergbauprojekte einschränkt, indigene Gebiete schützt oder Energievorschriften ändert, wobei fairerweise anzumerken ist, dass das Abkommen die Energiesouveränität und das Recht des mexikanischen Staates, in diesem Bereich Gesetze zu erlassen, formal anerkennt”, schreibt Benet.</p><p>Der Aktivist und Biologe erinnert daran, dass europäische Unternehmen in Mexiko nicht unbedingt als Träger fortschrittlicher Umweltstandards auftreten, sondern vielmehr „an Rohstoffgewinnung, Energieversorgung, Industrie, Immobilienwirtschaft und Tourismus beteiligt sind, die zu territorialen Konflikten führen”. Das Paradoxon bestehe darin, dass ein als „grün” präsentiertes Abkommen letztendlich „unter dem Deckmantel der Dekarbonisierung eine neue Welle der Rohstoffausbeutung in mexikanischen Territorien” auslösen könnte. „Wir tauschen immer noch Gold gegen Glasperlen ein”, bedauert Benet.</p><p>Die jüngsten Beispiele für solche Projekte sind der umstrittene Bau der größten Ammoniakfabrik Lateinamerikas auf indigenem Gebiet in Sinaloa durch das schweizerisch-deutsche Unternehmen Proman, finanziert durch die deutsche KfW IPEX-Bank (<em>amerika21</em> berichtete). In Michoacán beschuldigen Vertreter von indigenen Nahua-Gemeinden das Bergbauunternehmen Ternium mit Hauptsitz in Luxemburg, in das gewaltsame Verschwinden des Anwalts Ricardo Lagunes und des Aktivisten Antonio Díaz Valencia verwickelt zu sein (<em>amerika21</em> berichtete).</p><p>Auch Manuel Pérez Rocha, Forscher am Institute for Policy Studies mit Sitz in Washington, sieht „eine sehr starke Ungleichheit” in den Freihandelsabkommen. „Die Gewinner sind die großen Konzerne, die exportieren und importieren; ich glaube nicht, dass dies für den Kleinbauern von Vorteil ist”, erklärt er. Pérez Rocha ist der Ansicht, das Hauptinteresse der europäischen Unternehmen sei es, sich in Mexiko als Exportplattform für den US-Markt zu etablieren.</p><p>Das für Mexiko besorgniserregendste Thema, betont Pérez Rocha, seien „die zahlreichen Klagen ausländischer Unternehmen, bei denen Zahlungen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar ausstehen”. Er bedauert, dass „es in Mode gekommen ist, zu sagen, man müsse Rechtssicherheit schaffen, um Investitionen anzuziehen, doch Rechtssicherheit sollte eigentlich dem Staat und den Gemeinden zugutekommen”.</p><p><em>Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href="https://amerika21.de/2026/05/285688/freihandelsabkommen-eu-mexiko">Amerika21</a>.</em></p><p><small>Titelbild: Zafer Kurt / Shutterstock</small></p> </div> </article><div> <p>Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe Leser, um Ihre Unterstützung.<br></br>Herzlichen Dank!</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151201 Videohinweise am Samstag https://www.nachdenkseiten.de/?p=151281 Sat, 30 May 2026 07:00:41 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151281 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1> Videohinweise am Samstag</h1><h2>By Ein Artikel von: Redakteur</h2><div><a name="h04"></a><strong>[Alexander Mercouris] Iran-Krieg wird weitergehen – Trump vor schwieriger Entscheidung: Waffenlieferung an Taiwan stockt, Ukraine-Krieg eskaliert</strong><br></br> 0:00 Wie ist der Stand des Iran-Kriegs<br></br> 7:08 Trump kann sich nicht entscheiden. Die USA müssen die Straße von Hormus ‘öffnen’<br></br> 11:07 Trump drängt Länder, dem Abraham-Abkommen beizutreten<br></br> 13:42 Was wird als Nächstes passieren<br></br> 15:59 Waffenverkauf an Taiwan und Chinas Rolle sowie der Mangel an Wolfram<br></br> 21:49 Beim Waffenhandel geht es auch um Korruption. Die taiwanischen Separatisten brauchen die U.S.-Waffen als Zeichen der Unterstützung durch die USA<br></br> 24:39 Die Ukraine bombardierte ein russisches Studentenwohnheim. Was wird Russland tun?<br></br> 30:12 Putin ist eine ‘disziplinierte Person’. Xi Jinping wird zunehmend ungeduldiger<br></br> 35:24 Die USA vergessen manchmal, dass sie es waren, die die Atombombe auf Japan abgeworfen haben<br></br> 35:44 Huaweis Durchbruch in der Chipentwicklung, Russland ist interessiert<br></br> 40:26 Wie die technologische Entwicklung gestoppt wird<br></br> 44:05 Das Ende<br></br> Original Video <a href="https://www.youtube.com/watch?v=oFmEKpFGiGY">[LINK]</a><br></br> Disclaimer: Read by A.I. Voices. Auto-translated.<br></br> Quelle: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zCVVvTazC1U">Small Town Voice Deutsch, 27.05.2026</a> <div data-provider="Youtube" data-provider-slug="youtube"><div><p><strong>Externer Inhalt</strong></p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.</p></div><p><iframe allowfullscreen="" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/zCVVvTazC1U" frameborder="0" height="315" loading="lazy" src="" width="560"></iframe></p></div> <p><em><strong>Sofia Midkiff</strong> [Auszüge transkribiert, CG]: „Was ist eigentlich los in der Straße von Hormus, mit diesem Abkommen? Vor ein paar Tagen hat Trump auf ‘Truth Social’ angekündigt, dass ein Deal kurz bevorsteht und jetzt greifen sie wieder den Iran an, reden aber trotzdem weiter von einem bevorstehenden Abkommen. Können Sie mir das bitte erklären? Ich komme da nicht mehr mit.“</em></p> <p><em>Alexander Mercouris: „Es ist ganz einfach: Die Amerikaner haben diesen Krieg gegen den Iran geführt. Sie haben erwartet, dass der Iran fast sofort zusammenbricht. Netanyahu hat ihnen gesagt, dass das passieren würde und sie haben es selbst geglaubt. Also haben sie den Iran sofort angegriffen. Aber der Iran ist nicht sofort zusammengebrochen. Im Gegenteil, er hat zurückgeschlagen und die Straße von Hormus geschlossen. Damit hatten die Amerikaner nicht gerechnet. Das Ergebnis ist, dass die Amerikaner jetzt in einer Lage sind, in der sie den Krieg verlieren – und das tun sie tatsächlich. Und Amerika verliert nicht gern. Donald Trump verliert nicht gern. Gleichzeitig müssen sie aber erreichen, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Und um das zu schaffen, brauchen Sie die Zustimmung der Iraner.</em></p> <p><em>Also, was Sie in den letzten zwei Wochen getan haben, ist Folgendes: Zuerst ist Trump, wie wir wissen, nach China gereist. Er hat versucht, China dazu zu bringen, Druck auf den Iran auszuüben, damit die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Ich erfinde das nicht! Das ist keine Vermutung von mir. Das stand überall in der ‘Financial Times’. Es gab dort einen sehr ausführlichen Artikel darüber. Die Reporter sind nach China gereist. Sie haben herausgefunden, dass China – das wie ich finde, übrigens deutlich verärgerter über Trump und die Amerikaner ist, als man öffentlich zugibt – nicht bereit war, Druck auf den Iran auszuüben, nur damit Trump am Ende einen Erfolg vorweisen kann. Und China leidet auch nicht unter den wirtschaftlichen Belastungen, die die Amerikaner erwartet hatten. Ich denke, die Chinesen sind sich sehr bewusst, was in westlichen Medien über sie geschrieben wird. Nämlich, dass diese Blockade gegen den Iran in Wahrheit eine Blockade gegen China ist. Ich glaube nicht, dass das die Chinesen in eine besonders kooperative Stimmung bezüglich des Iran bringt. Also geht Trump mit leeren Händen nach Hause und dann bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Verhandlungen mit den Iranern wieder aufzunehmen.</em></p> <p><em>Die Verhandlungen sind sehr komplex, aber es gab so etwas wie eine Einigung zwischen den beiden Seiten. Man war sich einig, dass es zunächst ein ‘Memorandum of understanding’ geben sollte, also im Grunde ein rechtlich unverbindliches Dokument, das den Waffenstillstand um 30 oder 60 Tage verlängern würde. Dieses Memorandum sollte bestimmte Bedingungen enthalten. Eine davon war, dass Iran Schiffe durch die Straße von Hormus passieren lassen würde. Es würde die Kontrolle nicht aufgeben und die USA würden die Seeblockade aufheben. Außerdem würden die USA zusichern, Iran nicht erneut anzugreifen. Das ist ein vernünftiger Kompromiss, der den Weg für weitere Verhandlungen öffnet, auch für Gespräche, die schließlich das Problem der Uran-Anreicherung lösen könnten.</em></p> <p><em>Was dann geschah, war völlig vorhersehbar: In dem Moment, als sich die Nachricht verbreitete, dass dieses Memorandum vorbereitet wurde, nahm alles seinen Lauf. Israel war sehr unzufrieden, weil der Krieg damit beendet wäre. Die Regierung im Iran ist immer noch an der Macht. Die Straße von Hormus bleibt unter iranischer Kontrolle und Iran behält die Kontrolle über sein angereichertes Uran. Also hat Israel seine Freunde mobilisiert. Ted Cruz, Mike Pompeo, John Bolton, Lindsay Graham, all diese Leute. Und sie begannen Druck auf Trump auszuüben. Sie sagten, das sei völlig inakzeptabel. Mit so einem Abkommen könnten sie nicht einverstanden sein. Daraufhin setzten sie Trump weiter unter Druck und sagten ihm, in dieser Form könnten sie dem nicht zustimmen. Also ging Trump zurück zu den Iranern und sagte, er wolle Zusagen, dass sie ihr gesamtes Uranlager abgeben. Das war bevor überhaupt ernsthafte Verhandlungen begonnen hatten. Die Iraner sagten: “Nein, das machen wir nicht.” Und das Ergebnis war, dass die gesamten Gespräche, die wir am Wochenende geführt hatten, im Grunde zum Stillstand kamen.</em></p> <p><em>Es wird sehr schwierig sein, zu einer Situation zu kommen, in der die Amerikaner sich endlich hinsetzen und ernsthaft mit den Iranern verhandeln. Denn im Moment ist der wirtschaftliche Druck in den USA nicht stark genug, um selbst die extremen Hardliner dazu zu zwingen, einzusehen, dass irgendeine Form von Verhandlung mit dem Iran stattfinden muss und zwar eine, die etwas stärker in Richtung Iran geht. Dazu sind sie einfach nicht bereit.</em></p> <p><em>Gleichzeitig hat Amerika keine militärischen Optionen mehr. Die militärischen Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Das Ergebnis ist also, dass wir immer wieder in eine Lage kommen, in der es so aussieht, als stünden wir kurz vor einer Einigung und dann bricht alles wieder zusammen, weil die Hardliner in Amerika das nicht akzeptieren.</em></p> <p><em>Das ist – so scheint es mir – die Lage. Es braucht etwas Zeit, um das zu verstehen, aber die eigentlichen Probleme – psychologisch und mental – liegen in den Vereinigten Staaten. Wenn die Amerikaner die Verhandlungen richtig geführt hätten, also wenn sie mit einer ganz anderen Haltung nach China gegangen wären und gesagt hätten: “China, ihr habt ein Interesse daran, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird und wir haben dasselbe Interesse. Lasst uns einen ganz einfachen Deal machen. Wir beenden unsere Blockade und Iran öffnet die Straße von Hormus.” Wie wäre es mit so einer Absichtserklärung? China hätte gesagt: „Natürlich, wir werden alles tun, was wir können, um mit den Iranern sicherzustellen, dass sie zustimmen.“ Und die Iraner würden zustimmen. Ich meine, sie haben sehr klar gemacht, dass sie das tun würden, aber was die Amerikaner stattdessen wollen, ist den Iran zur Kapitulation zu zwingen, obwohl Iran auf dem Schlachtfeld gar nicht besiegt wurde. Da gibt es einen klaren Unterschied zwischen amerikanischer Diplomatie und den tatsächlichen Realitäten des Krieges und der Lage im persischen Golf.“</em> </p></div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1> Videohinweise am Samstag</h1><h2>By Ein Artikel von: Redakteur</h2><div><a name="h04"></a><strong>[Alexander Mercouris] Iran-Krieg wird weitergehen – Trump vor schwieriger Entscheidung: Waffenlieferung an Taiwan stockt, Ukraine-Krieg eskaliert</strong><br></br> 0:00 Wie ist der Stand des Iran-Kriegs<br></br> 7:08 Trump kann sich nicht entscheiden. Die USA müssen die Straße von Hormus ‘öffnen’<br></br> 11:07 Trump drängt Länder, dem Abraham-Abkommen beizutreten<br></br> 13:42 Was wird als Nächstes passieren<br></br> 15:59 Waffenverkauf an Taiwan und Chinas Rolle sowie der Mangel an Wolfram<br></br> 21:49 Beim Waffenhandel geht es auch um Korruption. Die taiwanischen Separatisten brauchen die U.S.-Waffen als Zeichen der Unterstützung durch die USA<br></br> 24:39 Die Ukraine bombardierte ein russisches Studentenwohnheim. Was wird Russland tun?<br></br> 30:12 Putin ist eine ‘disziplinierte Person’. Xi Jinping wird zunehmend ungeduldiger<br></br> 35:24 Die USA vergessen manchmal, dass sie es waren, die die Atombombe auf Japan abgeworfen haben<br></br> 35:44 Huaweis Durchbruch in der Chipentwicklung, Russland ist interessiert<br></br> 40:26 Wie die technologische Entwicklung gestoppt wird<br></br> 44:05 Das Ende<br></br> Original Video <a href="https://www.youtube.com/watch?v=oFmEKpFGiGY">[LINK]</a><br></br> Disclaimer: Read by A.I. Voices. Auto-translated.<br></br> Quelle: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zCVVvTazC1U">Small Town Voice Deutsch, 27.05.2026</a> <div data-provider="Youtube" data-provider-slug="youtube"><div><p><strong>Externer Inhalt</strong></p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.</p></div><p><iframe allowfullscreen="" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/zCVVvTazC1U" frameborder="0" height="315" loading="lazy" src="" width="560"></iframe></p></div> <p><em><strong>Sofia Midkiff</strong> [Auszüge transkribiert, CG]: „Was ist eigentlich los in der Straße von Hormus, mit diesem Abkommen? Vor ein paar Tagen hat Trump auf ‘Truth Social’ angekündigt, dass ein Deal kurz bevorsteht und jetzt greifen sie wieder den Iran an, reden aber trotzdem weiter von einem bevorstehenden Abkommen. Können Sie mir das bitte erklären? Ich komme da nicht mehr mit.“</em></p> <p><em>Alexander Mercouris: „Es ist ganz einfach: Die Amerikaner haben diesen Krieg gegen den Iran geführt. Sie haben erwartet, dass der Iran fast sofort zusammenbricht. Netanyahu hat ihnen gesagt, dass das passieren würde und sie haben es selbst geglaubt. Also haben sie den Iran sofort angegriffen. Aber der Iran ist nicht sofort zusammengebrochen. Im Gegenteil, er hat zurückgeschlagen und die Straße von Hormus geschlossen. Damit hatten die Amerikaner nicht gerechnet. Das Ergebnis ist, dass die Amerikaner jetzt in einer Lage sind, in der sie den Krieg verlieren – und das tun sie tatsächlich. Und Amerika verliert nicht gern. Donald Trump verliert nicht gern. Gleichzeitig müssen sie aber erreichen, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Und um das zu schaffen, brauchen Sie die Zustimmung der Iraner.</em></p> <p><em>Also, was Sie in den letzten zwei Wochen getan haben, ist Folgendes: Zuerst ist Trump, wie wir wissen, nach China gereist. Er hat versucht, China dazu zu bringen, Druck auf den Iran auszuüben, damit die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Ich erfinde das nicht! Das ist keine Vermutung von mir. Das stand überall in der ‘Financial Times’. Es gab dort einen sehr ausführlichen Artikel darüber. Die Reporter sind nach China gereist. Sie haben herausgefunden, dass China – das wie ich finde, übrigens deutlich verärgerter über Trump und die Amerikaner ist, als man öffentlich zugibt – nicht bereit war, Druck auf den Iran auszuüben, nur damit Trump am Ende einen Erfolg vorweisen kann. Und China leidet auch nicht unter den wirtschaftlichen Belastungen, die die Amerikaner erwartet hatten. Ich denke, die Chinesen sind sich sehr bewusst, was in westlichen Medien über sie geschrieben wird. Nämlich, dass diese Blockade gegen den Iran in Wahrheit eine Blockade gegen China ist. Ich glaube nicht, dass das die Chinesen in eine besonders kooperative Stimmung bezüglich des Iran bringt. Also geht Trump mit leeren Händen nach Hause und dann bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Verhandlungen mit den Iranern wieder aufzunehmen.</em></p> <p><em>Die Verhandlungen sind sehr komplex, aber es gab so etwas wie eine Einigung zwischen den beiden Seiten. Man war sich einig, dass es zunächst ein ‘Memorandum of understanding’ geben sollte, also im Grunde ein rechtlich unverbindliches Dokument, das den Waffenstillstand um 30 oder 60 Tage verlängern würde. Dieses Memorandum sollte bestimmte Bedingungen enthalten. Eine davon war, dass Iran Schiffe durch die Straße von Hormus passieren lassen würde. Es würde die Kontrolle nicht aufgeben und die USA würden die Seeblockade aufheben. Außerdem würden die USA zusichern, Iran nicht erneut anzugreifen. Das ist ein vernünftiger Kompromiss, der den Weg für weitere Verhandlungen öffnet, auch für Gespräche, die schließlich das Problem der Uran-Anreicherung lösen könnten.</em></p> <p><em>Was dann geschah, war völlig vorhersehbar: In dem Moment, als sich die Nachricht verbreitete, dass dieses Memorandum vorbereitet wurde, nahm alles seinen Lauf. Israel war sehr unzufrieden, weil der Krieg damit beendet wäre. Die Regierung im Iran ist immer noch an der Macht. Die Straße von Hormus bleibt unter iranischer Kontrolle und Iran behält die Kontrolle über sein angereichertes Uran. Also hat Israel seine Freunde mobilisiert. Ted Cruz, Mike Pompeo, John Bolton, Lindsay Graham, all diese Leute. Und sie begannen Druck auf Trump auszuüben. Sie sagten, das sei völlig inakzeptabel. Mit so einem Abkommen könnten sie nicht einverstanden sein. Daraufhin setzten sie Trump weiter unter Druck und sagten ihm, in dieser Form könnten sie dem nicht zustimmen. Also ging Trump zurück zu den Iranern und sagte, er wolle Zusagen, dass sie ihr gesamtes Uranlager abgeben. Das war bevor überhaupt ernsthafte Verhandlungen begonnen hatten. Die Iraner sagten: “Nein, das machen wir nicht.” Und das Ergebnis war, dass die gesamten Gespräche, die wir am Wochenende geführt hatten, im Grunde zum Stillstand kamen.</em></p> <p><em>Es wird sehr schwierig sein, zu einer Situation zu kommen, in der die Amerikaner sich endlich hinsetzen und ernsthaft mit den Iranern verhandeln. Denn im Moment ist der wirtschaftliche Druck in den USA nicht stark genug, um selbst die extremen Hardliner dazu zu zwingen, einzusehen, dass irgendeine Form von Verhandlung mit dem Iran stattfinden muss und zwar eine, die etwas stärker in Richtung Iran geht. Dazu sind sie einfach nicht bereit.</em></p> <p><em>Gleichzeitig hat Amerika keine militärischen Optionen mehr. Die militärischen Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Das Ergebnis ist also, dass wir immer wieder in eine Lage kommen, in der es so aussieht, als stünden wir kurz vor einer Einigung und dann bricht alles wieder zusammen, weil die Hardliner in Amerika das nicht akzeptieren.</em></p> <p><em>Das ist – so scheint es mir – die Lage. Es braucht etwas Zeit, um das zu verstehen, aber die eigentlichen Probleme – psychologisch und mental – liegen in den Vereinigten Staaten. Wenn die Amerikaner die Verhandlungen richtig geführt hätten, also wenn sie mit einer ganz anderen Haltung nach China gegangen wären und gesagt hätten: “China, ihr habt ein Interesse daran, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird und wir haben dasselbe Interesse. Lasst uns einen ganz einfachen Deal machen. Wir beenden unsere Blockade und Iran öffnet die Straße von Hormus.” Wie wäre es mit so einer Absichtserklärung? China hätte gesagt: „Natürlich, wir werden alles tun, was wir können, um mit den Iranern sicherzustellen, dass sie zustimmen.“ Und die Iraner würden zustimmen. Ich meine, sie haben sehr klar gemacht, dass sie das tun würden, aber was die Amerikaner stattdessen wollen, ist den Iran zur Kapitulation zu zwingen, obwohl Iran auf dem Schlachtfeld gar nicht besiegt wurde. Da gibt es einen klaren Unterschied zwischen amerikanischer Diplomatie und den tatsächlichen Realitäten des Krieges und der Lage im persischen Golf.“</em> </p></div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151281 Termine und Veranstaltungen der Gesprächskreise https://www.nachdenkseiten.de/?p=151263 Sat, 30 May 2026 06:00:00 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151263 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Termine und Veranstaltungen der Gesprächskreise</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p>An jedem Samstag informieren wir Sie über die Termine für Veranstaltungen von Gesprächskreisen der NachDenkSeiten. Heute liegen uns Informationen für Termine in <strong>Frankfurt am Main</strong>, <strong>Heidelberg</strong>, <strong>Rostock</strong>, <strong>Werder</strong>, <strong>Düsseldorf</strong>, <strong>Berlin</strong> und <strong>Speyer</strong> vor. Wenn Sie auch in der weiteren Zeit auf dem Laufenden bleiben wollen, dann schauen Sie <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=102992">hier</a>. Da werden mögliche neue Termine ergänzt. Außerdem bitten wir hiermit auch auf diesem Wege die Verantwortlichen in den Gesprächskreisen, uns rechtzeitig Termine zu melden.<br></br> <span id="more-151263"></span></p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis <a href="https://nachdenken-in-frankfurt.de/" target="_blank">Frankfurt am Main</a> in Kooperation mit BSW Frankfurt am Main</strong></p><p>Am Freitag, 29. Mai 2026, um 19:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Buchvorstellung – „Der Wahrheitskomplex: Wie NGOs im Staatsauftrag unerwünschte Meinungen bekämpfen”</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Norbert Häring</strong></p><p>Ort: SAALBAU Gallus<br></br> Frankenallee 111<br></br> 60326 Frankfurt am Main</p><p><a href="https://nachdenken-in-frankfurt.de/mc-events/buchvorstellung-und-diskussion-mit-norbert-haering/" target="_blank">Zur Webseite der Veranstaltung</a></p><p><strong><a href="https://westendverlag.de/Der-Wahrheitskomplex/2379">Der Wahrheitskomplex</a>: Wie NGOs im Staatsauftrag unerwünschte Meinungen bekämpfen – Buchvorstellung und Diskussion mit Norbert Häring</strong></p><p>Wir laden zu einer besonderen Veranstaltung nach Frankfurt am Main ein: Der Journalist und Autor Norbert Häring stellt sein neues Buch vor und eröffnet damit einen Raum für die Diskussion zentraler Fragen unserer Zeit.</p><p>Häring gehört seit Jahren zu den profiliertesten kritischen Stimmen im deutschsprachigen Raum. Als langjähriger Wirtschaftsjournalist hat er sich einen Namen gemacht, wenn es darum geht, wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen verständlich einzuordnen und zugleich unbequeme Fragen zu stellen.</p><p>Sein neues Buch knüpft daran an – und geht noch einen Schritt weiter. Es beleuchtet aktuelle Entwicklungen mit analytischer Schärfe und fordert dazu auf, gängige Narrative zu hinterfragen.</p><p>Im Zentrum steht ein hochaktuelles Thema: Der zunehmende Einfluss vermeintlich unabhängiger Nichtregierungsorganisationen auf öffentliche Debatten. Norbert Häring beschreibt, wie ein eng vernetztes, vielfach staatlich finanziertes System darauf wirkt, Informationen zu steuern, Narrative zu prägen und kritische Stimmen unter Druck zu setzen – mit weitreichenden Folgen für Meinungsvielfalt und demokratische Prozesse.</p><p>Die Veranstaltung im Saalbau Gallus ist bewusst als größer angelegtes Format konzipiert: Sie versteht sich nicht nur als Lesung, sondern als offenes Forum für Austausch und vertiefte Diskussion. Ziel ist es, die Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen.</p><p>Wir laden alle Interessierten herzlich ein, diesen Abend zu nutzen, um sich aus erster Hand mit den Thesen des Buches auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen und die Diskussion aktiv mitzugestalten. Gerade in einer Zeit, in der viele Debatten zunehmend oberflächlich geführt werden, bietet sich hier die Gelegenheit zum vertieften Austausch.</p><p>Wir freuen uns auf eine lebendige und erkenntnisreiche Veranstaltung.</p><p>Der Eintritt ist frei, um Spenden zur Kostendeckung wird gebeten.</p><p><strong>Anmeldung per E-Mail an: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#5f3e31323a333b2a313872373e3a2d3631387a6b6f313e3c373b3a31343a3172363172392d3e3134392a2d2b713b3a602c2a3d353a3c2b621e31323a333b2a31387a6d6f11302d3d3a2d2b7a6d6f177a1c6c7a1e6b2d3631387a6d6f7a1a6d7a676f7a666c7a6d6f6d66717a6d6f123e367a6d6f192d3e3134392a2d2b793e322f643d303b266217363a2d32362b7a6d6f323a333b3a7a6d6f363c377a6d6f32363c377a6d6f397a1c6c7a1d1c2d7a6d6f3b363a7a6d6f093a2d3e312c2b3e332b2a31387a6d6f32362b7a6d6f11302d3d3a2d2b7a6d6f177a1c6c7a1e6b2d3631387a6d6f3e317a6d1c7a6f1e3e327a6d6f192d3a362b3e387a6d1c7a6d6f3b3a317a6d6f6d66717a6d6f123e367a6d6f6d6f6d697a6d1c7a6d6f6e667a6c1e6f6f7a6d6f0a372d7a6f1e36327a6d6f0c1e1e131d1e0a7a6d6f183e33332a2c7a6d1c7a6d6f192d3e31343a313e33333a3a7a6d6f6e6e6e7a6d1c7a6d6f696f6c6d697a6d6f192d3e3134392a2d2b7a6d6f3e327a6d6f123e36317a6f1e08362d7a6d6f2c36313b7a6d6f36312c383a2c3e322b7a6d6f7a6a1d7a6d6f007a6d6f7a6a1b7a6d6f0f3a2d2c30313a3171"><span data-cfemail="d3b2bdbeb6bfb7a6bdb4febbb2b6a1babdb493bdb2b0bbb7b6bdb8b6bdfebabdfeb5a1b2bdb8b5a6a1a7fdb7b6">[email protected]</span></a></strong></p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Heidelberg</strong></p><p>Am Samstag, 13. Juni 2026, um 14:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>3. HEIDELBERGER FRIEDENSKONFERENZ</strong></p><p>Ort: Haus der Begegnung – Jesuitenkirche<br></br> Merianstr. 1<br></br> Heidelberg-Altstadt</p><p>Diese Konferenz wird eröffnet – von dem EU-Abgeordneten Michael von der Schulenburg, Brüssel.</p><p><strong>„Wir müssen mit Russland reden”</strong> – das war  seine Mitteilung im November 2025. Daher wird am 13. Juni der direkte Dialog mit dem Generalkonsul der Russischen Föderation, Oleg Ju. Krasnitskiy, Bonn, stattfinden. Außerdem werden sich weitere Referenten beteiligen:<br></br>  <br></br> …Arno Gottschalk, Eppler-Kreis, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft – Landtag der Freien Hansestadt Bremen<br></br>  <br></br> …Joachim Guilliard, Heidelberger Friedensbündnis<br></br>  <br></br> …Dr. Theodor Ziegler, Religionspädagoge, Baiersbronn, Sicherheit neu denken,  “Mehr Diplomatie wagen” Baden-Württemberg</p><p><strong>„Europa braucht jetzt den Mut zum Frieden”</strong>  </p><p>Der Vorbereitungskreis hat sich am 13. März 26 in der Heidelberger Altstadt mit dem Mahnruf von General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges befasst. Wir müssen endlich mit Russland über eine friedliche Lösung verhandeln, denn nur so schaffen wir die Voraussetzungen für eine dauerhafte gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung im Interesse aller Europäer.</p><p><strong>„Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden”</strong></p><p>Bereits Anfang Januar 2026 haben Professor Dr. Peter Brandt, Prof. Dr. Hajo Funke, Prof. Dr. h.c. Horst Teltschick, Dr. Johannes Klotz, General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg einen detaillierten <strong>Vorschlag zu Friedensverhandlungen</strong> vorgestellt. Es muss eine Atmosphäre der Verständigung geschaffen werden. Wer einen Verhandlungsfrieden anstrebt, muss auch seine Sprache ändern.</p><p><strong>Die deutsche Bundesregierung</strong> könnte eine Führungsrolle bei der Suche nach einer friedlichen Lösung einnehmen. Das Grundgesetz ist eine Friedensverfassung. Die besondere historische Verantwortung Deutschlands erfordert eine dauerhafte Verständigung mit Russland!<br></br>  <br></br> <strong>Heidelberger NachDenkseiten-Gesprächskreis und paxchristi-Heidelberg-Rhein-Neckar</strong><br></br> sowie örtliche und regionale Friedensorganisationen<br></br> Dr. Detlef Thiel – Hartmut Müller – Christine Brauss<br></br> Kontakt: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#48000c660c212924272f66060c1b083f2d2a662c2d" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><span data-cfemail="256d610b614c44494a420b6b6176655240470b4140">[email protected]</span></a></p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis <a href="https://nachdenken-in-rostock.de/" target="_blank">Rostock</a></strong></p><p>Am Samstag, 13. Juni 2026, um 10:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Reichtum und Ungleichheit – Wer profitiert?</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Wilfried Falk, Finanz- und Unternehmensberatung</strong></p><p>Ort: Druckerei Blaudruck Reinhard Haase<br></br> Bei der Petrikirche 7<br></br> 18055 Rostock</p><p><strong>Impulse zum Einstieg:</strong></p><ul> <li>Über 200 Milliardäre in Deutschland – so viele wie nie zuvor</li> <li>Vermögen wächst an der Spitze schneller als die Gesamtwirtschaft</li> <li>Große Ungleichheit beim Besitz von Vermögen</li> </ul><p><strong>Diskussionsfragen:</strong></p><ul> <li>Warum wächst der Reichtum an der Spitze so stark?</li> <li>Ist diese Entwicklung gerecht oder problematisch für unsere Gesellschaft?</li> <li>Welche Folgen hat das für die Chancengleichheit?</li> </ul><p>Ich freue mich auf eine lebendige und spannende Diskussion mit Ihnen.</p><p>Gäste sind wie immer herzlich willkommen!</p><p>Der Eintritt ist frei – Spenden sind jederzeit willkommen. Wir freuen uns auf einen spannenden Vormittag und einen offenen Dialog mit euch.</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin und Umland</strong></p><p>Am Montag, 15. Juni 2026, um 19:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Die Krise als Chance und Herausforderung: Rückbesinnung auf Errungenschaften europäischer Friedenspolitik und Kultur</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Vortrag und Diskussion mit Hauke Ritz</strong></p><p>Ort: Kräutermanufaktur Kasimir &amp; Lieselotte<br></br> Eisenbahnstraße 73<br></br> 14542 Werder</p><p><a href="https://www.werderstehtauf.de/veranstaltungen#Hauke-Ritz-20.04.2026" target="_blank">Zur Webseite der Veranstaltung</a></p><p>Europa auf dem Weg ins weltpolitische Abseits?</p><p>Was sind die kulturellen und geistigen Hintergründe der Konflikte der westlichen Welt? </p><p>Könnte die Krise nicht auch eine neue Chance für Humanismus und Aufklärung sein? </p><p>Und warum ist Europa für den Weltfrieden so wichtig? </p><p>Mehr Informationen und Anmeldung*:<br></br> <a href="https://www.werderstehtauf.de/veranstaltungen#Hauke-Ritz-20.04.2026">https://www.werderstehtauf.de/veranstaltungen</a></p><p>* Falls die Veranstaltung abgesagt werden muss, z.B. wegen Krankheit des Referenten, können wir nur angemeldete Teilnehmer informieren.</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Düsseldorf</strong></p><p>Am Dienstag, 16. Juni 2026, um 18:30 Uhr<br></br> Thema: <strong>Buchvorstellung – „BlackRock Germany: Die heimliche Weltmacht, ihre Praktiken in Deutschland und Friedrich Merz”</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Dr. Werner Rügemer</strong></p><p>Ort: Gaststätte Hirschchen<br></br> Alt Pempelfort 2<br></br> Düsseldorf-Innenstadt</p><p>BlackRock ist der größte Aktionär in den 150 wichtigsten Aktiengesellschaften in Deutschland, von Adidas, Allianz über Deutsche Telekom, Deutsche Bank, Deutsche Post, Rheinmetall, Siemens bis Vonovia und Zalando. BlackRock ist auch größter Aktionär bei Mietwohnungen, z.B. bei Vonovia, Deutsche Wohnen usw., und immer zusammen mit anderen, etwas kleineren, allermeist ebenfalls US-Investoren wie Vanguard, State Street und Capital Group. BlackRock hat nur 170 Mitarbeiter in Deutschland, es gibt keine Bankschalter, keine Konten für Normalbürger. An keiner Hauswand in Deutschland gibt es ein Firmenschild. Die Unsichtbarkeit hilft bei der Herrschaft – und bei den Supergewinnen.</p><p>Zu den Praktiken gehören Arbeitsplatzabbau, Verleihen von Aktien an Spekulanten und Cum-Ex-Betrüger, Erhöhung von Mieten und Nebenkosten, Nutzung von Finanzoasen, Kriegslieferungen an die Ukraine und weltweit. Der christlich lackierte Bundeskanzler und Multimillionär Friedrich Merz war 2016 bis 2020 Funktionär von BlackRock, Vorsitzender des Aufsichtsrats von BlackRock Asset Management Deutschland AG: im Wahlkampf davon kein Wort, aber mit Privatrente, Sozialkürzungen, Aufrüstung und noch mehr Staatssubventionen für Großaktionäre und noch mehr US-Vasallentum gilt das BlackRock-Programm. Die notwendige demokratische Alternative ist nur möglich, wenn man diese offenen und verdeckten gefährlichen Praktiken kennt.</p><p>Dr. Werner Rügemer hat zu diesem brisanten Thema 2025 ein Buch geschrieben. Er lebt in Köln und arbeitet als Publizist, Buchautor, Referent, Berater und Stadtführer. Im Anschluss an seinen Vortrag wird Gelegenheit sein zum Austausch und zur Diskussion. </p><p>Die Veranstaltung ist kostenfrei; über eine Spende zur Deckung von Kosten freuen wir uns.</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin | www.nachdenken-in-berlin.de</strong></p><p>Am Dienstag, 16. Juni 2026, um 18:30 Uhr<br></br> Thema: <strong>Eine Reise nach Moskau für den Frieden und gegen den Hass</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Reiner Braun</strong></p><p>Ort: Zunftwirtschaft<br></br> Arminiusstr. 2-4<br></br> 10551 Berlin</p><p><a href="https://www.nachdenken-in-berlin.de/veranstaltungen/#20260616-Reiner-Braun" target="_blank">Zur Webseite der Veranstaltung</a></p><p>Der “Petersburger Dialog”, von Gerhard Schröder und Wladimir Putin im Jahre 2001 ins Leben gerufen, wurde von deutscher Seite im April 2023 aufgekündigt, aber die russische Seite führt den Dialog fort. Im April war Reiner Braun in Moskau. Er nahm teil am Petersburger Dialog und an einem „Runden Tisch“ beim Europainstitut der Akademie der Wissenschaften.</p><p>Die in Deutschland grassierende Russophobie und Kriegsvorbereitung wird in Russland von den außen- und sicherheitspolitischen Eliten aufmerksam beobachtet. Russland hat gute Beziehungen zu den BRICS-Ländern entwickelt, vor allem mit China, Indien und dem Iran ist es eng verbunden. Trotzdem bleibt der Wunsch nach Entspannung und Kooperation auch mit Deutschland und der EU in Russland lebendig. Russland möchte den Ukrainekrieg beenden, um sich auf wirtschaftliche Entwicklung und die Verbesserung der Lebensverhältnisse seiner Bevölkerung konzentrieren zu können. Es verlangt aber die Berücksichtigung seiner Sicherheitsinteressen.</p><p>Die Friedensbewegung in Deutschland ist derzeit schwach, aber die weltpolitischen Entwicklungen kommen ihr entgegen. Die Entstehung einer multipolaren Weltordnung ist nicht umkehrbar. In der UNO ist der Westen isoliert, die Welt treibt zu Dialog und Kooperation. Die Veränderung der globalen Kräfteverhältnisse wird sich auch in den Ländern des Westens auswirken.</p><p>Die deutsche Regierung verweigert den Dialog mit Russland, wir aber können „Diplomatie von unten“ betreiben. Russland ist ein schönes und gastfreundliches Land, und es ist an Dialog und Austausch interessiert. Wir können nach Russland reisen und Gäste aus Russland zu uns einladen.</p><p>Vor allem sollten wir uns bemühen, das Feindbild Russland zu überwinden:<br></br> „Das Feindbild Russland heißt Krieg in Europa, Freundschaft mit Russland heißt Frieden.“</p><p><em>Reiner Braun</em><br></br> Reiner Braun, Jahrgang 1952, studierte Literatur, Geschichte und Journalismus. Er ist einer der erfahrensten deutschen Friedensaktivisten und war schon in den 1980er-Jahren am „Krefelder Appell“ beteiligt. Er war Geschäftsführer des VDW, von NatWiss und IALANA und Co-Präsident des IPB. Der Friedenswinter und die Kampagnen „Stopp Airbase Ramstein“ und „Abrüsten statt aufrüsten“ wurden maßgeblich durch ihn initiiert. Er kennt Russland gut und hat seit vielen Jahren Kontakte zu russischen Friedensaktiven. Mit den NachDenkSeiten-Gesprächskreisen in Berlin ist er freundschaftlich verbunden.</p><p><em>Zunftwirtschaft</em><br></br> Den Veranstaltungsraum stellt uns die Zunftwirtschaft für eine günstige Miete zur Verfügung. Bitte bringt etwas Durst (und vielleicht Hunger?) mit, damit sich auch die Zunftwirtschaft über unseren Gesprächsabend freut. Wenn ihr essen möchtet und genügend Zeit habt, speist vielleicht in der Gastwirtschaft schon vor dem Beginn des Gesprächsabends. Und bringt bitte fürs Bezahlen ein paar kleine Geldscheine und Münzen mit, damit der Zunftwirtschaft nicht das Wechselgeld ausgeht.</p><p><em>Kennenlernen und Gedankenaustausch</em><br></br> Der Vortrag beginnt im Versammlungsraum um 18:30 Uhr. Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr aber gerne schon früher kommen. Wir treffen uns ab 17:30 Uhr in der Gastwirtschaft. Dort könnt ihr politisch interessierte Menschen kennenlernen und mit ihnen ins Gespräch kommen (und schon mal euren Sitzplatz im Versammlungsraum reservieren).</p><p>Einlass ab 17:30 Uhr, Beginn 18:30 Uhr</p><p>Der Eintritt ist frei, wir bitten um Spenden</p><p>Anmeldung erforderlich, bitte hier:<br></br> <a href="https://www.nachdenken-in-berlin.de/veranstaltungen/#20260616-Reiner-Braun">https://www.nachdenken-in-berlin.de/veranstaltungen/#20260616-Reiner-Braun</a><br></br> (Die Anzahl der Plätze ist begrenzt)</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis <a href="https://www.nachdenken-in-ffm-2020.de" target="_blank">Frankfurt seit 2020</a> in Kooperation mit dem <a href="https://www.freidenker-hessen.de/" target="_blank">Freidenker-Verband e.V.</a></strong></p><p>Am Freitag, 19. Juni 2026, um 19:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Den Bruch mit NATO und USA wagen</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Sevim Dağdelen</strong></p><p>Ort: SAALBAU Südbahnhof<br></br> Hedderichstraße 51<br></br> 60594 Frankfurt am Main</p><p>Erreichbarkeit über öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien 15, 16 oder 18, sowie S-Bahn (Haltestelle „Frankfurt Süd“). </p><p><a href="https://goo.gl/maps/wloIs" target="_blank">Anfahrt</a></p><p><a href="https://nachdenken-in-ffm-2020.de/?content=page-1776192823562" target="_blank">Zur Webseite der Veranstaltung</a></p><p><strong>Freier Eintritt</strong>; um eine Spende zur Deckung unserer Kosten wird gebeten. Anmeldung ist unter folgender E-Mail-Adresse erwünscht: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#e2d6d0d4a28d848e838c86cc8687"><span data-cfemail="f6c2c4c0b699909a979892d89293">[email protected]</span></a><br></br> Dann garantieren wir Ihnen einen Sitzplatz.</p><p><strong>Den Bruch mit NATO und USA wagen</strong></p><p>Die bedingungslose Treue zur NATO und die Unterwerfung unter die USA treiben Deutschland in den sozialen und industriellen Abgrund. Wer den Ruin des Landes noch abwenden will, muss den Bruch endgültig wagen …</p><p><a href="https://www.sevimdagdelen.de/den-bruch-mit-nato-und-usa-wagen">Hier weiterlesen</a></p><p><em>die Referentin</em><br></br> Sevim Dağdelen, geboren in Duisburg, ist eine deutsche Journalistin und Politikerin der Partei BSW. Seit Dezember 2025 ist sie im Bundesvorstand des BSW. Von 2005 bis 2025 war sie Bundestagsabgeordnete. Ihre Hauptbetätigungsfelder sind außenpolitische Themen sowie Migration und Integration.</p><p>Sevim Dağdelen war viele Jahre Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO, in der Abgeordnete aus den Mitgliedsländern der NATO über sicherheits-/verteidigungspolitische Themen beraten.</p><p>Zuletzt erschien ihr Buch „Die NATO – Eine Abrechnung mit dem Wertebündnis“.</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Speyer</strong></p><p>Am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 18:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Mit dem PKW nach Russland zu Freunden</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Inge Moser und Reinhold Groß</strong></p><p>Ort: Im Restaurant DELPHI-Nebenzimmer<br></br> Tullastr. 50<br></br> 67346 Speyer</p><p>Seit zehn Jahren begleiten Inge Moser und Reinhold Groß von der Gruppe DRUSCHBA GLOBAL Fahrten mit Privat-PKW aus Deutschland nach Russland. Ziel dieser Reisen sind freundschaftliche Begegnungen mit Menschen in unterschiedlichen russischen Städten und Regionen, Kennenlernen des Landes und Kennenlernen der russischen Kultur und Lebensweise.</p><p>Inge Moser und Reinhold Groß berichten über die Reise im Jahr 2025 nach Kursk, Rostow am Don und Belgorod. Ihre persönlichen Erlebnisse vermitteln authentische Momente.</p><p>Eine Fahrt in diesem Jahr wird vorbereitet, weitere Fahrten in den nächsten Jahren sind geplant.</p><p>Im Anschluss an die Präsentation ist Gelegenheit, Fragen zu stellen, Meinungen auszutauschen und intensivere Auskünfte zu erhalten.</p><p>Die Veranstaltung ist kostenfrei – über eine Spende zur Deckung der Kosten freuen wir uns.</p><p>Ab 18:00 Uhr – für Getränke oder Essen bestellen<br></br> Ab 19:00 Uhr – Vortrag mit Power-Point-Präsentation</p><p>Aufgrund begrenzter Platzsituation bitten wir für den Fall einer Teilnahme um eine kurze und rechtzeitige Anmeldung per Mail an <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#70021f07111b30171d085e1415"><span data-cfemail="66140911070d26010b1e480203">[email protected]</span></a></p><p>Auf Ihren Besuch freuen wir uns.<br></br> Dieter Urban und Roland Kern</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Termine und Veranstaltungen der Gesprächskreise</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p>An jedem Samstag informieren wir Sie über die Termine für Veranstaltungen von Gesprächskreisen der NachDenkSeiten. Heute liegen uns Informationen für Termine in <strong>Frankfurt am Main</strong>, <strong>Heidelberg</strong>, <strong>Rostock</strong>, <strong>Werder</strong>, <strong>Düsseldorf</strong>, <strong>Berlin</strong> und <strong>Speyer</strong> vor. Wenn Sie auch in der weiteren Zeit auf dem Laufenden bleiben wollen, dann schauen Sie <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=102992">hier</a>. Da werden mögliche neue Termine ergänzt. Außerdem bitten wir hiermit auch auf diesem Wege die Verantwortlichen in den Gesprächskreisen, uns rechtzeitig Termine zu melden.<br></br> <span id="more-151263"></span></p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis <a href="https://nachdenken-in-frankfurt.de/" target="_blank">Frankfurt am Main</a> in Kooperation mit BSW Frankfurt am Main</strong></p><p>Am Freitag, 29. Mai 2026, um 19:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Buchvorstellung – „Der Wahrheitskomplex: Wie NGOs im Staatsauftrag unerwünschte Meinungen bekämpfen”</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Norbert Häring</strong></p><p>Ort: SAALBAU Gallus<br></br> Frankenallee 111<br></br> 60326 Frankfurt am Main</p><p><a href="https://nachdenken-in-frankfurt.de/mc-events/buchvorstellung-und-diskussion-mit-norbert-haering/" target="_blank">Zur Webseite der Veranstaltung</a></p><p><strong><a href="https://westendverlag.de/Der-Wahrheitskomplex/2379">Der Wahrheitskomplex</a>: Wie NGOs im Staatsauftrag unerwünschte Meinungen bekämpfen – Buchvorstellung und Diskussion mit Norbert Häring</strong></p><p>Wir laden zu einer besonderen Veranstaltung nach Frankfurt am Main ein: Der Journalist und Autor Norbert Häring stellt sein neues Buch vor und eröffnet damit einen Raum für die Diskussion zentraler Fragen unserer Zeit.</p><p>Häring gehört seit Jahren zu den profiliertesten kritischen Stimmen im deutschsprachigen Raum. Als langjähriger Wirtschaftsjournalist hat er sich einen Namen gemacht, wenn es darum geht, wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen verständlich einzuordnen und zugleich unbequeme Fragen zu stellen.</p><p>Sein neues Buch knüpft daran an – und geht noch einen Schritt weiter. Es beleuchtet aktuelle Entwicklungen mit analytischer Schärfe und fordert dazu auf, gängige Narrative zu hinterfragen.</p><p>Im Zentrum steht ein hochaktuelles Thema: Der zunehmende Einfluss vermeintlich unabhängiger Nichtregierungsorganisationen auf öffentliche Debatten. Norbert Häring beschreibt, wie ein eng vernetztes, vielfach staatlich finanziertes System darauf wirkt, Informationen zu steuern, Narrative zu prägen und kritische Stimmen unter Druck zu setzen – mit weitreichenden Folgen für Meinungsvielfalt und demokratische Prozesse.</p><p>Die Veranstaltung im Saalbau Gallus ist bewusst als größer angelegtes Format konzipiert: Sie versteht sich nicht nur als Lesung, sondern als offenes Forum für Austausch und vertiefte Diskussion. Ziel ist es, die Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen.</p><p>Wir laden alle Interessierten herzlich ein, diesen Abend zu nutzen, um sich aus erster Hand mit den Thesen des Buches auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen und die Diskussion aktiv mitzugestalten. Gerade in einer Zeit, in der viele Debatten zunehmend oberflächlich geführt werden, bietet sich hier die Gelegenheit zum vertieften Austausch.</p><p>Wir freuen uns auf eine lebendige und erkenntnisreiche Veranstaltung.</p><p>Der Eintritt ist frei, um Spenden zur Kostendeckung wird gebeten.</p><p><strong>Anmeldung per E-Mail an: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#5f3e31323a333b2a313872373e3a2d3631387a6b6f313e3c373b3a31343a3172363172392d3e3134392a2d2b713b3a602c2a3d353a3c2b621e31323a333b2a31387a6d6f11302d3d3a2d2b7a6d6f177a1c6c7a1e6b2d3631387a6d6f7a1a6d7a676f7a666c7a6d6f6d66717a6d6f123e367a6d6f192d3e3134392a2d2b793e322f643d303b266217363a2d32362b7a6d6f323a333b3a7a6d6f363c377a6d6f32363c377a6d6f397a1c6c7a1d1c2d7a6d6f3b363a7a6d6f093a2d3e312c2b3e332b2a31387a6d6f32362b7a6d6f11302d3d3a2d2b7a6d6f177a1c6c7a1e6b2d3631387a6d6f3e317a6d1c7a6f1e3e327a6d6f192d3a362b3e387a6d1c7a6d6f3b3a317a6d6f6d66717a6d6f123e367a6d6f6d6f6d697a6d1c7a6d6f6e667a6c1e6f6f7a6d6f0a372d7a6f1e36327a6d6f0c1e1e131d1e0a7a6d6f183e33332a2c7a6d1c7a6d6f192d3e31343a313e33333a3a7a6d6f6e6e6e7a6d1c7a6d6f696f6c6d697a6d6f192d3e3134392a2d2b7a6d6f3e327a6d6f123e36317a6f1e08362d7a6d6f2c36313b7a6d6f36312c383a2c3e322b7a6d6f7a6a1d7a6d6f007a6d6f7a6a1b7a6d6f0f3a2d2c30313a3171"><span data-cfemail="d3b2bdbeb6bfb7a6bdb4febbb2b6a1babdb493bdb2b0bbb7b6bdb8b6bdfebabdfeb5a1b2bdb8b5a6a1a7fdb7b6">[email protected]</span></a></strong></p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Heidelberg</strong></p><p>Am Samstag, 13. Juni 2026, um 14:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>3. HEIDELBERGER FRIEDENSKONFERENZ</strong></p><p>Ort: Haus der Begegnung – Jesuitenkirche<br></br> Merianstr. 1<br></br> Heidelberg-Altstadt</p><p>Diese Konferenz wird eröffnet – von dem EU-Abgeordneten Michael von der Schulenburg, Brüssel.</p><p><strong>„Wir müssen mit Russland reden”</strong> – das war  seine Mitteilung im November 2025. Daher wird am 13. Juni der direkte Dialog mit dem Generalkonsul der Russischen Föderation, Oleg Ju. Krasnitskiy, Bonn, stattfinden. Außerdem werden sich weitere Referenten beteiligen:<br></br>  <br></br> …Arno Gottschalk, Eppler-Kreis, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft – Landtag der Freien Hansestadt Bremen<br></br>  <br></br> …Joachim Guilliard, Heidelberger Friedensbündnis<br></br>  <br></br> …Dr. Theodor Ziegler, Religionspädagoge, Baiersbronn, Sicherheit neu denken,  “Mehr Diplomatie wagen” Baden-Württemberg</p><p><strong>„Europa braucht jetzt den Mut zum Frieden”</strong>  </p><p>Der Vorbereitungskreis hat sich am 13. März 26 in der Heidelberger Altstadt mit dem Mahnruf von General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges befasst. Wir müssen endlich mit Russland über eine friedliche Lösung verhandeln, denn nur so schaffen wir die Voraussetzungen für eine dauerhafte gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung im Interesse aller Europäer.</p><p><strong>„Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden”</strong></p><p>Bereits Anfang Januar 2026 haben Professor Dr. Peter Brandt, Prof. Dr. Hajo Funke, Prof. Dr. h.c. Horst Teltschick, Dr. Johannes Klotz, General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg einen detaillierten <strong>Vorschlag zu Friedensverhandlungen</strong> vorgestellt. Es muss eine Atmosphäre der Verständigung geschaffen werden. Wer einen Verhandlungsfrieden anstrebt, muss auch seine Sprache ändern.</p><p><strong>Die deutsche Bundesregierung</strong> könnte eine Führungsrolle bei der Suche nach einer friedlichen Lösung einnehmen. Das Grundgesetz ist eine Friedensverfassung. Die besondere historische Verantwortung Deutschlands erfordert eine dauerhafte Verständigung mit Russland!<br></br>  <br></br> <strong>Heidelberger NachDenkseiten-Gesprächskreis und paxchristi-Heidelberg-Rhein-Neckar</strong><br></br> sowie örtliche und regionale Friedensorganisationen<br></br> Dr. Detlef Thiel – Hartmut Müller – Christine Brauss<br></br> Kontakt: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#48000c660c212924272f66060c1b083f2d2a662c2d" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><span data-cfemail="256d610b614c44494a420b6b6176655240470b4140">[email protected]</span></a></p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis <a href="https://nachdenken-in-rostock.de/" target="_blank">Rostock</a></strong></p><p>Am Samstag, 13. Juni 2026, um 10:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Reichtum und Ungleichheit – Wer profitiert?</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Wilfried Falk, Finanz- und Unternehmensberatung</strong></p><p>Ort: Druckerei Blaudruck Reinhard Haase<br></br> Bei der Petrikirche 7<br></br> 18055 Rostock</p><p><strong>Impulse zum Einstieg:</strong></p><ul> <li>Über 200 Milliardäre in Deutschland – so viele wie nie zuvor</li> <li>Vermögen wächst an der Spitze schneller als die Gesamtwirtschaft</li> <li>Große Ungleichheit beim Besitz von Vermögen</li> </ul><p><strong>Diskussionsfragen:</strong></p><ul> <li>Warum wächst der Reichtum an der Spitze so stark?</li> <li>Ist diese Entwicklung gerecht oder problematisch für unsere Gesellschaft?</li> <li>Welche Folgen hat das für die Chancengleichheit?</li> </ul><p>Ich freue mich auf eine lebendige und spannende Diskussion mit Ihnen.</p><p>Gäste sind wie immer herzlich willkommen!</p><p>Der Eintritt ist frei – Spenden sind jederzeit willkommen. Wir freuen uns auf einen spannenden Vormittag und einen offenen Dialog mit euch.</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin und Umland</strong></p><p>Am Montag, 15. Juni 2026, um 19:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Die Krise als Chance und Herausforderung: Rückbesinnung auf Errungenschaften europäischer Friedenspolitik und Kultur</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Vortrag und Diskussion mit Hauke Ritz</strong></p><p>Ort: Kräutermanufaktur Kasimir &amp; Lieselotte<br></br> Eisenbahnstraße 73<br></br> 14542 Werder</p><p><a href="https://www.werderstehtauf.de/veranstaltungen#Hauke-Ritz-20.04.2026" target="_blank">Zur Webseite der Veranstaltung</a></p><p>Europa auf dem Weg ins weltpolitische Abseits?</p><p>Was sind die kulturellen und geistigen Hintergründe der Konflikte der westlichen Welt? </p><p>Könnte die Krise nicht auch eine neue Chance für Humanismus und Aufklärung sein? </p><p>Und warum ist Europa für den Weltfrieden so wichtig? </p><p>Mehr Informationen und Anmeldung*:<br></br> <a href="https://www.werderstehtauf.de/veranstaltungen#Hauke-Ritz-20.04.2026">https://www.werderstehtauf.de/veranstaltungen</a></p><p>* Falls die Veranstaltung abgesagt werden muss, z.B. wegen Krankheit des Referenten, können wir nur angemeldete Teilnehmer informieren.</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Düsseldorf</strong></p><p>Am Dienstag, 16. Juni 2026, um 18:30 Uhr<br></br> Thema: <strong>Buchvorstellung – „BlackRock Germany: Die heimliche Weltmacht, ihre Praktiken in Deutschland und Friedrich Merz”</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Dr. Werner Rügemer</strong></p><p>Ort: Gaststätte Hirschchen<br></br> Alt Pempelfort 2<br></br> Düsseldorf-Innenstadt</p><p>BlackRock ist der größte Aktionär in den 150 wichtigsten Aktiengesellschaften in Deutschland, von Adidas, Allianz über Deutsche Telekom, Deutsche Bank, Deutsche Post, Rheinmetall, Siemens bis Vonovia und Zalando. BlackRock ist auch größter Aktionär bei Mietwohnungen, z.B. bei Vonovia, Deutsche Wohnen usw., und immer zusammen mit anderen, etwas kleineren, allermeist ebenfalls US-Investoren wie Vanguard, State Street und Capital Group. BlackRock hat nur 170 Mitarbeiter in Deutschland, es gibt keine Bankschalter, keine Konten für Normalbürger. An keiner Hauswand in Deutschland gibt es ein Firmenschild. Die Unsichtbarkeit hilft bei der Herrschaft – und bei den Supergewinnen.</p><p>Zu den Praktiken gehören Arbeitsplatzabbau, Verleihen von Aktien an Spekulanten und Cum-Ex-Betrüger, Erhöhung von Mieten und Nebenkosten, Nutzung von Finanzoasen, Kriegslieferungen an die Ukraine und weltweit. Der christlich lackierte Bundeskanzler und Multimillionär Friedrich Merz war 2016 bis 2020 Funktionär von BlackRock, Vorsitzender des Aufsichtsrats von BlackRock Asset Management Deutschland AG: im Wahlkampf davon kein Wort, aber mit Privatrente, Sozialkürzungen, Aufrüstung und noch mehr Staatssubventionen für Großaktionäre und noch mehr US-Vasallentum gilt das BlackRock-Programm. Die notwendige demokratische Alternative ist nur möglich, wenn man diese offenen und verdeckten gefährlichen Praktiken kennt.</p><p>Dr. Werner Rügemer hat zu diesem brisanten Thema 2025 ein Buch geschrieben. Er lebt in Köln und arbeitet als Publizist, Buchautor, Referent, Berater und Stadtführer. Im Anschluss an seinen Vortrag wird Gelegenheit sein zum Austausch und zur Diskussion. </p><p>Die Veranstaltung ist kostenfrei; über eine Spende zur Deckung von Kosten freuen wir uns.</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin | www.nachdenken-in-berlin.de</strong></p><p>Am Dienstag, 16. Juni 2026, um 18:30 Uhr<br></br> Thema: <strong>Eine Reise nach Moskau für den Frieden und gegen den Hass</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Reiner Braun</strong></p><p>Ort: Zunftwirtschaft<br></br> Arminiusstr. 2-4<br></br> 10551 Berlin</p><p><a href="https://www.nachdenken-in-berlin.de/veranstaltungen/#20260616-Reiner-Braun" target="_blank">Zur Webseite der Veranstaltung</a></p><p>Der “Petersburger Dialog”, von Gerhard Schröder und Wladimir Putin im Jahre 2001 ins Leben gerufen, wurde von deutscher Seite im April 2023 aufgekündigt, aber die russische Seite führt den Dialog fort. Im April war Reiner Braun in Moskau. Er nahm teil am Petersburger Dialog und an einem „Runden Tisch“ beim Europainstitut der Akademie der Wissenschaften.</p><p>Die in Deutschland grassierende Russophobie und Kriegsvorbereitung wird in Russland von den außen- und sicherheitspolitischen Eliten aufmerksam beobachtet. Russland hat gute Beziehungen zu den BRICS-Ländern entwickelt, vor allem mit China, Indien und dem Iran ist es eng verbunden. Trotzdem bleibt der Wunsch nach Entspannung und Kooperation auch mit Deutschland und der EU in Russland lebendig. Russland möchte den Ukrainekrieg beenden, um sich auf wirtschaftliche Entwicklung und die Verbesserung der Lebensverhältnisse seiner Bevölkerung konzentrieren zu können. Es verlangt aber die Berücksichtigung seiner Sicherheitsinteressen.</p><p>Die Friedensbewegung in Deutschland ist derzeit schwach, aber die weltpolitischen Entwicklungen kommen ihr entgegen. Die Entstehung einer multipolaren Weltordnung ist nicht umkehrbar. In der UNO ist der Westen isoliert, die Welt treibt zu Dialog und Kooperation. Die Veränderung der globalen Kräfteverhältnisse wird sich auch in den Ländern des Westens auswirken.</p><p>Die deutsche Regierung verweigert den Dialog mit Russland, wir aber können „Diplomatie von unten“ betreiben. Russland ist ein schönes und gastfreundliches Land, und es ist an Dialog und Austausch interessiert. Wir können nach Russland reisen und Gäste aus Russland zu uns einladen.</p><p>Vor allem sollten wir uns bemühen, das Feindbild Russland zu überwinden:<br></br> „Das Feindbild Russland heißt Krieg in Europa, Freundschaft mit Russland heißt Frieden.“</p><p><em>Reiner Braun</em><br></br> Reiner Braun, Jahrgang 1952, studierte Literatur, Geschichte und Journalismus. Er ist einer der erfahrensten deutschen Friedensaktivisten und war schon in den 1980er-Jahren am „Krefelder Appell“ beteiligt. Er war Geschäftsführer des VDW, von NatWiss und IALANA und Co-Präsident des IPB. Der Friedenswinter und die Kampagnen „Stopp Airbase Ramstein“ und „Abrüsten statt aufrüsten“ wurden maßgeblich durch ihn initiiert. Er kennt Russland gut und hat seit vielen Jahren Kontakte zu russischen Friedensaktiven. Mit den NachDenkSeiten-Gesprächskreisen in Berlin ist er freundschaftlich verbunden.</p><p><em>Zunftwirtschaft</em><br></br> Den Veranstaltungsraum stellt uns die Zunftwirtschaft für eine günstige Miete zur Verfügung. Bitte bringt etwas Durst (und vielleicht Hunger?) mit, damit sich auch die Zunftwirtschaft über unseren Gesprächsabend freut. Wenn ihr essen möchtet und genügend Zeit habt, speist vielleicht in der Gastwirtschaft schon vor dem Beginn des Gesprächsabends. Und bringt bitte fürs Bezahlen ein paar kleine Geldscheine und Münzen mit, damit der Zunftwirtschaft nicht das Wechselgeld ausgeht.</p><p><em>Kennenlernen und Gedankenaustausch</em><br></br> Der Vortrag beginnt im Versammlungsraum um 18:30 Uhr. Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr aber gerne schon früher kommen. Wir treffen uns ab 17:30 Uhr in der Gastwirtschaft. Dort könnt ihr politisch interessierte Menschen kennenlernen und mit ihnen ins Gespräch kommen (und schon mal euren Sitzplatz im Versammlungsraum reservieren).</p><p>Einlass ab 17:30 Uhr, Beginn 18:30 Uhr</p><p>Der Eintritt ist frei, wir bitten um Spenden</p><p>Anmeldung erforderlich, bitte hier:<br></br> <a href="https://www.nachdenken-in-berlin.de/veranstaltungen/#20260616-Reiner-Braun">https://www.nachdenken-in-berlin.de/veranstaltungen/#20260616-Reiner-Braun</a><br></br> (Die Anzahl der Plätze ist begrenzt)</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis <a href="https://www.nachdenken-in-ffm-2020.de" target="_blank">Frankfurt seit 2020</a> in Kooperation mit dem <a href="https://www.freidenker-hessen.de/" target="_blank">Freidenker-Verband e.V.</a></strong></p><p>Am Freitag, 19. Juni 2026, um 19:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Den Bruch mit NATO und USA wagen</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Sevim Dağdelen</strong></p><p>Ort: SAALBAU Südbahnhof<br></br> Hedderichstraße 51<br></br> 60594 Frankfurt am Main</p><p>Erreichbarkeit über öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien 15, 16 oder 18, sowie S-Bahn (Haltestelle „Frankfurt Süd“). </p><p><a href="https://goo.gl/maps/wloIs" target="_blank">Anfahrt</a></p><p><a href="https://nachdenken-in-ffm-2020.de/?content=page-1776192823562" target="_blank">Zur Webseite der Veranstaltung</a></p><p><strong>Freier Eintritt</strong>; um eine Spende zur Deckung unserer Kosten wird gebeten. Anmeldung ist unter folgender E-Mail-Adresse erwünscht: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#e2d6d0d4a28d848e838c86cc8687"><span data-cfemail="f6c2c4c0b699909a979892d89293">[email protected]</span></a><br></br> Dann garantieren wir Ihnen einen Sitzplatz.</p><p><strong>Den Bruch mit NATO und USA wagen</strong></p><p>Die bedingungslose Treue zur NATO und die Unterwerfung unter die USA treiben Deutschland in den sozialen und industriellen Abgrund. Wer den Ruin des Landes noch abwenden will, muss den Bruch endgültig wagen …</p><p><a href="https://www.sevimdagdelen.de/den-bruch-mit-nato-und-usa-wagen">Hier weiterlesen</a></p><p><em>die Referentin</em><br></br> Sevim Dağdelen, geboren in Duisburg, ist eine deutsche Journalistin und Politikerin der Partei BSW. Seit Dezember 2025 ist sie im Bundesvorstand des BSW. Von 2005 bis 2025 war sie Bundestagsabgeordnete. Ihre Hauptbetätigungsfelder sind außenpolitische Themen sowie Migration und Integration.</p><p>Sevim Dağdelen war viele Jahre Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO, in der Abgeordnete aus den Mitgliedsländern der NATO über sicherheits-/verteidigungspolitische Themen beraten.</p><p>Zuletzt erschien ihr Buch „Die NATO – Eine Abrechnung mit dem Wertebündnis“.</p><p><strong>NachDenkSeiten-Gesprächskreis Speyer</strong></p><p>Am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 18:00 Uhr<br></br> Thema: <strong>Mit dem PKW nach Russland zu Freunden</strong><br></br> Redner/Diskussionspartner: <strong>Inge Moser und Reinhold Groß</strong></p><p>Ort: Im Restaurant DELPHI-Nebenzimmer<br></br> Tullastr. 50<br></br> 67346 Speyer</p><p>Seit zehn Jahren begleiten Inge Moser und Reinhold Groß von der Gruppe DRUSCHBA GLOBAL Fahrten mit Privat-PKW aus Deutschland nach Russland. Ziel dieser Reisen sind freundschaftliche Begegnungen mit Menschen in unterschiedlichen russischen Städten und Regionen, Kennenlernen des Landes und Kennenlernen der russischen Kultur und Lebensweise.</p><p>Inge Moser und Reinhold Groß berichten über die Reise im Jahr 2025 nach Kursk, Rostow am Don und Belgorod. Ihre persönlichen Erlebnisse vermitteln authentische Momente.</p><p>Eine Fahrt in diesem Jahr wird vorbereitet, weitere Fahrten in den nächsten Jahren sind geplant.</p><p>Im Anschluss an die Präsentation ist Gelegenheit, Fragen zu stellen, Meinungen auszutauschen und intensivere Auskünfte zu erhalten.</p><p>Die Veranstaltung ist kostenfrei – über eine Spende zur Deckung der Kosten freuen wir uns.</p><p>Ab 18:00 Uhr – für Getränke oder Essen bestellen<br></br> Ab 19:00 Uhr – Vortrag mit Power-Point-Präsentation</p><p>Aufgrund begrenzter Platzsituation bitten wir für den Fall einer Teilnahme um eine kurze und rechtzeitige Anmeldung per Mail an <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#70021f07111b30171d085e1415"><span data-cfemail="66140911070d26010b1e480203">[email protected]</span></a></p><p>Auf Ihren Besuch freuen wir uns.<br></br> Dieter Urban und Roland Kern</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151263 Hinweise des Tages II https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290 Fri, 29 May 2026 15:01:06 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1> Hinweise des Tages II</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p>Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br></br> <span id="more-151290"></span><br></br> Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.</p><p>Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p><ol> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h01">Die Dummschwätzer sind das Problem, nicht die Gesellschaft </a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h02">Das größte Problem der Welt: Menschliche Widersprüchlichkeit</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h03">„Macht den Mund auf!“ – Im Gespräch mit Fabian Goldmann</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h04">Friedensnobelpreisträgerorganisation fordert Ende der diplomatischen Blockade</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h05">Europa vor einem blutigen Bruderkrieg</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h06">China löst “blankes Entsetzen” in deutscher Industrie aus</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h07">Militarisierung im Gesundheitswesen: Was soll diese Kriegsklinik kosten?</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h08">Die Nächte von Mukran</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h09">“Zurück vor 1918” – Bundestag debattiert das Ende des Achtstundentages </a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h10">Die Zukunft vor der Haustür: Von Menschen, Maschinen und Märkten im kommenden Jahrzehnt</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h11">Finanzielle Inquisition: Über sein Geld verfügen darf bald nur noch, wer sich komplett durchleuchten lässt</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h12">Umsatz im Gastgewerbe im März auf niedrigstem Stand seit 2022</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h13">Ebola-Notstand 2026 – die offenen Fragen</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h14">Westend-Verlag wehrt sich gegen Autoren: „Große Worte mit wenig Grundierung“</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h15">Veranstaltungshinweise der Woche</a></li> </ol><p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.</em></p><ol> <li><a name="h01"></a><strong>Die Dummschwätzer sind das Problem, nicht die Gesellschaft</strong><br></br> Unter dem Titel „Nicht nur die Regierung ist das Problem, sondern auch die Gesellschaft“ schreibt der ehemalige Verfassungsrichter und ehemalige saarländische Ministerpräsident in einer Kolumne der Süddeutschen Zeitung, Deutschland brauche eine neue „Agenda 2010“: „Sinkende Wettbewerbsfähigkeit, Investitionszurückhaltung, Beschäftigungsabbau, zunehmende Überlastung der sozialen Sicherungssysteme und die Gefahr nachhaltiger Wohlstandseinbußen zeigen: Es besteht Handlungsbedarf, soll die Bundesrepublik nicht dauerhaft zum Absteigerland werden.“<br></br> Das ist wirklich schlimm. Ich schreibe nicht über das Verfassungsrecht, weil ich keine Ahnung davon habe. Wieso glaubt ein ehemaliger Verfassungsrichter und Jurist, er könne einfach mal so, ohne jede Ahnung von der Sache, über die deutsche Wirtschaft urteilen? Wieder einmal gefällt sich die Süddeutsche Zeitung als Transporteur der „Erzählung“, man müsse die Agenda einfach noch einmal machen und alles werde gut. Nach dem Motto: Wenn man dem dummen Volk diese Erzählung lange genug um die Ohren haut, dann wird es sie früher oder später schon fressen.<br></br> Quelle 1: <a href="https://www.relevante-oekonomik.com/2026/05/28/die-dummschwaetzer-sind-das-problem-nicht-die-gesellschaft/">Relevante Ökonomik</a><br></br> Quelle 2: <a href="https://makroskop.eu/192026/die-dummschwatzer-sind-das-problem-nicht-die-gesellschaft/">Makroskop</a> </li> <li><a name="h02"></a><strong>Das größte Problem der Welt: Menschliche Widersprüchlichkeit</strong><br></br> Eine der tiefgreifendsten Ursachen von Leid ist heutzutage die menschliche Widersprüchlichkeit. Kriege, ökonomische Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Ausbeutung, psychische Gewalt und gesellschaftliche Zersplitterung sind keine naturbedingten Unfälle. Sie sind Folgen menschlicher Entscheidungen und Verhaltensweisen. Natürlich ereignen sich Naturkatastrophen. Jedoch besitzt der Mensch genügend Wissen und Fähigkeiten, ihre Wirkungen deutlich zu vermindern, vorausgesetzt, es gibt einen kollektiven Willen zu handeln. Die Tragödie liegt nicht einfach darin, dass Leiden existiert, sondern dass so viel Leid unnötigerweise fortbesteht, weil die menschlichen Prioritäten falsch gesetzt werden.<br></br> Quelle: <a href="https://www.pressenza.com/de/2026/05/das-groesste-problem-der-welt-menschliche-widerspruechlichkeit/">pressenza</a> </li> <li><a name="h03"></a><strong>„Macht den Mund auf!“ – Im Gespräch mit Fabian Goldmann</strong><br></br> Der Autor Fabian Goldmann wurde vom AStA der Uni Köln und der Studi-Gruppe „Camp for Palestine“ eingeladen, um über sein medienkritisches Buch „Staatsräsonfunk“ zu sprechen. Die Uni-Leitung war dagegen und hat die Veranstaltung gecancelt – aus „Sicherheitsbedenken“, wie es hieß. Im Interview mit etos.media berichtet Goldmann über seine Erfahrungen im Rahmen der Lesereise und fordert kollektiven Widerstand gegen die Repressionen in Zeiten des autoritären Staatsumbaus.<br></br> Quelle: <a href="https://etosmedia.de/kultur/macht-den-mund-auf-im-gespraech-mit-fabian-goldmann/">etos.media</a> </li> <li><a name="h04"></a><strong>Friedensnobelpreisträgerorganisation fordert Ende der diplomatischen Blockade</strong><br></br> Die Friedensorganisation IPPNW fordert von der Bundesregierung ein Ende der diplomatischen Blockade und die Ernennung eines Sondergesandten für die Ukraine und Russland. Erst kürzlich hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel von Europa mehr diplomatische Anstrengungen zur Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland gefordert. Sie halte es für nicht ausreichend, wenn nur US-Präsident Trump den Kontakt zu Russland halte und bedauere es, dass Europa sein diplomatisches Potential nicht ausreichend einsetze.<br></br> Quelle: <a href="https://www.ippnw.de/startseite/artikel/de/friedensnobelpreistraegerorganisation-7.html">IPPNW</a> <p>dazu: <strong>Waffenstillstand oder Eskalation?</strong><br></br> Zähes Ringen an der Front, ausufernder Drohnen- und Raketenkrieg, eine neue Welle im Informationskrieg und gleichzeitig Andeutungen betreffend Verhandlungen. Was haben wir in den nächsten Wochen in Sachen Ukraine zu erwarten? Wird Volodymyr Selenskyj zur Belastung für seine engsten Partner?<br></br> Wenn man die internationalen Nachrichten verfolgt, entsteht der Eindruck einer völligen Ruhe an der russisch-ukrainischen Front. Manche westlichen Medien sprechen von einer angeblichen Offensive der ukrainischen Armee im Süden der Oblast Saporischschja. Die aktuelle Lage vor Ort ist allerdings eine andere. In den letzten Tagen war ein knappes halbes Dutzend ukrainischer Angriffe über die gesamte Front hinweg zu beobachten, von Kupjansk über Krasnyi Liman und Orikhiv (1) bis hin in den Raum unmittelbar südlich von Saporischschja. Eine zusammenhängende, koordinierte Offensive ist das nicht, eher eine Reihe von isolierten Angriffen der Stufen Kompanie, vielleicht Bataillon, an erkannten Schwachstellen der russischen Front. In militärischer Hinsicht ist mit solchen verzettelten Angriffen nicht viel zu erreichen, da wird es eher um die Wirkung im Informationsraum gehen. Über den tatsächlichen Frontverlauf sind sich pro-russische, pro-ukrainische und eher neutrale Quellen im Übrigen weitgehend einig (2).<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/waffenstillstand-oder-eskalation/">Globalbridge</a></p> <p>dazu auch: <strong>Matt schon in einem Zug …</strong><br></br> Unsere Leserinnen und Leser kennen den Globalbridge-Autor Stefan Nold schon länger. Auch diesmal hat er, wie er uns geschrieben hat, einfach „schreiben müssen“. Die westlichen Medien erwähnen regelmäßig die Kriegseinsätze der Russen, das korrupte Regime unter Wolodymyr Selenskyj in Kiev und die äußerst provokanten Bombardierungen der ukrainischen Armee im Donbass und im Innern Russlands sind aber nach wie vor kein Thema. (cm)<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/matt-schon-in-einem-zug/">Globalbridge</a></p> <p>und: <strong>Manifesto: Rediscovering the Spirit of Helsinki</strong><br></br> Fifty years ago, the Helsinki Declaration established the foundation for European security. It was a remarkable achievement that sealed the détente of the Cold War. It came after three years of difficult talks within the framework of the Conference on Security and Co-operation in Europe. The West and the Soviet bloc set aside their huge ideological differences and agreed upon the so-called Decalogue, a list of ten points “guiding relations between participating states”. Among these were sovereign equality, refraining from the threat or use of force, territorial integrity of states, peaceful settlement of disputes, and non-intervention in internal affairs.<br></br> Quelle: <a href="https://eastandwestnewspaper.com/2026/05/29/manifesto-rediscovering-the-spirit-of-helsinki/">East and West</a> </p></li> <li><a name="h05"></a><strong>Europa vor einem blutigen Bruderkrieg</strong><br></br> Europa will sich auf Grundlage des Blutvergießens in Einigkeit üben. Dabei wird – auch das könnte man mit den Vorgängen im Römischen Reich vergleichen, zu dessen Zeiten Bruderkriege häufig vorkamen und deren man sich durchaus schämte – ausgeblendet, dass dieses Europa gegen Europa vorgeht. Russland liegt zwar größtenteils auf dem asiatischen Kontinent, ist aber ein Land europäischer Kultur. Es ist eine europäische Brudernation, auf deren Rücken die Einigung der westlichen europäischen Hemisphäre gewährleistet werden sollte. Ein europäischer Bruderkrieg zeichnet sich ab – 2029 oder danach. Und auf Blut soll die Union gründen, mit Blut soll sie neu besiegelt, ein neuer europäischer Pakt und Zusammenhalt beschlossen werden.<br></br> Hier gleicht die Einigung des Kontinents durchaus jenen beiden kriegerischen Einigungsabsichten, die ab dem 18. Jahrhundert nach der Kontinentalmacht griffen.<br></br> Quelle: <a href="https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/europa-vor-einem-blutigen-bruderkrieg/">Overton Magazin </a> </li> <li><a name="h06"></a><strong>China löst “blankes Entsetzen” in deutscher Industrie aus</strong><br></br> China reduziert die Exporte wichtiger Rohstoffe immer weiter. Das kann für die deutsche Rüstungsindustrie gravierende Folgen haben.<br></br> Deutschland rüstet auf. Angesichts der russischen Bedrohung wird die Bundeswehr in großem Rahmen neu ausgestattet, die Schuldenbremse wurde dafür ausgesetzt. Doch neben den finanziellen Voraussetzungen und technischem Know-how braucht es für die Aufrüstung auch die entsprechenden Rohstoffe. Und an denen mangelt es hierzulande zumindest teilweise.<br></br> Grund dafür sind die komplizierten Beziehungen zu China. Denn unter anderem beim Import der seltenen Sondermetalle Gallium und Germanium ist Deutschland stark von der Volksrepublik abhängig. Dort verfolgt man aber einen neuen Kurs. Ausfuhren werden beschränkt, die Exporte schwanken erheblich. Zuletzt kam aus China weltweit fast gar kein Gallium und Germanium an. […]<br></br> Es ist denkbar, dass Chinas Lieferstopp eine Reaktion auf Deutschlands Aufrüstungsbestreben ist.<br></br> Quelle: <a href="https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101270748/china-rohstoffexporte-gallium-und-germanium-werden-in-deutschland-knapp.html">t-online</a> </li> <li><a name="h07"></a><strong>Militarisierung im Gesundheitswesen: Was soll diese Kriegsklinik kosten?</strong><br></br> Köln will Hunderte Krankenhausbetten streichen und plant zugleich ein Bunkerkrankenhaus, kritisiert Eva Gürster<br></br> Der Klinikstandort im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Merheim soll mit dem Krankenhaus Holweide und der Kinderklinik zu »einem modernen Gesundheitscampus« zusammenwachsen. So jedenfalls sieht es ein Ratsbeschluss vom 15. Juni 2023 vor. Was haben Sie dagegen?<br></br> Von Zusammenwachsen kann keine Rede sein. Hier geht es ganz klar um den Abbau von 400 Planbetten. Zudem ist von der Kämmerin der Stadt geplant, 381 Planstellen abzubauen. Es geht also nicht ansatzweise um eine Zusammenlegung, sondern ganz klar um eine Verkleinerung und Konzentration. Angefangen hat alles mit dem Schließungsbeschluss für das Krankenhaus Holweide 2019, später kam dann der Beschluss vom Stadtrat, auch die Kinderklinik zu schließen. Als Begründung wurde auf die Defizite verwiesen, die aber Ergebnis politisch gewollter Unterfinanzierung der Krankenhäuser sind. Von Anfang an gab es Widerstand, die Schließungen sind bis heute noch nicht umgesetzt. Im Stadtbezirk wären von der Abwicklung des einzigen Krankenhauses in Holweide übrigens 150.000 Menschen betroffen, die dann wesentlich weitere Wege und längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssten – und das, wohlgemerkt, auch in einer Notfallsituation.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523330.militarisierung-im-gesundheitswesen-was-soll-diese-kriegsklinik-kosten.html">junge Welt</a> </li> <li><a name="h08"></a><strong>Die Nächte von Mukran</strong><br></br> Seit Monaten sammeln Anwohner eigene Aufzeichnungen. Sie notieren Uhrzeiten, Windrichtungen und Geräusche. Manche messen mit handelsüblichen Geräten, andere filmen nachts ihre Displays oder schicken Screenshots an die Bürgerinitiative Lebenswertes Rügen. Was früher nur ein Gefühl war, dieses ständige tieffrequente Dröhnen aus Richtung LNG-Terminal, soll jetzt sichtbar gemacht werden.<br></br> Thomas Kunstmann sitzt an diesem Abend vor einem Laptop voller Messkurven, Behördenantworten und Beschwerden von Anwohnern. Seit Jahren begleitet er den Protest gegen das LNG-Terminal auf Rügen. Früher ging es vor allem um Umweltfragen, Fracking-Gas oder die Sorge vor der Industrialisierung der Insel. Heute reden viele Menschen zuerst über etwas anderes. Über Schlaf.<br></br> „Die Leute melden sich nachts“, sagt Kunstmann. „Manche wissen irgendwann nicht mehr, an wen sie sich noch wenden sollen.“<br></br> Besonders betroffen seien Bewohner rund um Mukran, aber auch aus Prora, Binz oder Lietzow gebe es immer wieder Beschwerden. Viele Menschen dort leben seit Jahrzehnten mit dem Hafen. Sie kennen Schiffslärm, Bauarbeiten oder Verladungen. Doch das tiefe Brummen, sagen viele, habe erst mit dem LNG-Terminal begonnen.<br></br> Quelle: <a href="https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/die-naechte-von-mukran/">Overton Magazin</a> <p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin S.B.:</strong> Nicht schlafen zu können bedeutet, dass man langfristig krank wird. Und neben den Menschen betrifft das ja auch die Tierwelt, besonders die Meerestiere. Das könnte deren Orientierungssinn gewaltig stören. Auf eine so schöne Insel ein LNG Terminal zu bauen, war schon ein Frevel an sich. Gibt es solches Brummen, solche Schlafstörungen, auch in der Nähe von anderen LNG-Terminals?</em> </p></li> <li><a name="h09"></a><strong>“Zurück vor 1918” – Bundestag debattiert das Ende des Achtstundentages </strong><br></br> Nachdem die Merz-Regierung das Sanktionsregime gegen Arbeitslose massiv verschärft hat, geht sie dem Rest der Arbeiterklasse ans Eingemachte. Die soll neben Renten-, Gesundheits- und Wohngeldleistungen auch den Achtstundentag für die Profite des Inlandskapitals opfern.<br></br> Kurz bevor Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas einen Gesetzentwurf dazu vorlegen will, debattierte der Bundestag letzten Freitag zwei Anträge aus der Opposition dazu: ein Papier der Grünen, das eher einer Fantasiewelt zu entspringen scheint, und eins der Linken, das System-Widersprüche verdeutlicht, an denen auch sie nicht vorbeikommen.<br></br> Quelle: <a href="https://fromrussiawithlove.rtde.world/meinung/281276-zurueck-vor-1918-bundestag-debattiert/">RT DE</a> </li> <li><a name="h10"></a><strong>Die Zukunft vor der Haustür: Von Menschen, Maschinen und Märkten im kommenden Jahrzehnt</strong><br></br> Immer häufiger lesen wir von Technologien und Anwendungen, die man vor ein paar Jahren noch für puren Stoff aus Hollywood-Blockbustern hielt: KI-Assistenten wie Jarvis von Tony Stark oder humanoide Roboter in den Fabrikhallen und am Bügelbrett. All diese Nachrichten sind erste Anzeichen vom Entstehen gänzlich neuer Märkte, welche neue Herausforderungen, aber auch Chancen für Beschäftigung und Wohlstand mit sich bringen. Gleichzeitig stellen sich Fragen über die Bedingungen, unter denen Technologien entwickelt und angewendet werden sollen und wo nicht. Genau darin kann Europas wirtschaftliche Stärke liegen.<br></br> Quelle: <a href="https://www.awblog.at/Wirtschaft/Menschen-Maschinen-und-Maerkte-im-kommenden-Jahrzehnt">A&amp;Wblog</a> </li> <li><a name="h11"></a><strong>Finanzielle Inquisition: Über sein Geld verfügen darf bald nur noch, wer sich komplett durchleuchten lässt</strong><br></br> Gedrängt von staatlichen Regulierern verlangen Banken immer genauere Auskünfte über das Vermögen und die Herkunft des Geldes ihrer Kunden und darüber, was diese damit tun oder zu tun beabsichtigen. Ein aktueller Fall zeigt drastisch, was passieren kann, wenn man sich der finanziellen Inquisition verweigert.<br></br> Quelle: <a href="https://norberthaering.de/news/finanzielle-inquisition/">Norbert Häring</a> </li> <li><a name="h12"></a><strong>Umsatz im Gastgewerbe im März auf niedrigstem Stand seit 2022</strong><br></br> Im deutschen Gastgewerbe ist der Umsatz im März auf das niedrigste Niveau seit Frühjahr 2022 gesunken. Preisbereinigt lag der Umsatzrückgang bei ⁠5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit ist der Umsatz so gering ausgefallen wie seit der Coronakrise nicht mehr.<br></br> Der Rückgang betraf den Angaben nach vor allem Hotels und Beherbergungsunternehmen. Das reale Umsatzminus für Beherbergungsunternehmen betrug 5,6 Prozent im Vergleich zum Februar. In der Gastronomie sank der Umsatz um 0,1 Prozent.<br></br> Quelle: <a href="https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-05/gastgewerbe-einnahmen-inflation-kaufkraft-umsatz-gxe">Zeit Online</a> <p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:</strong> Die Behauptung mit der Inflation ist völliger Unsinn, vor allem angesichts einer nur minimal erhöhten Inflationsrate von 3 statt 2 Prozent. Das Problem ist nicht die Inflation, das Problem sind die Reallohnsenkungen, weil die nominalen Lohnerhöhungen zu niedrig sind und über Jahre nicht einmal die Preiszuwächse ausgeglichen haben. Bekanntermaßen haben die Reallöhne 2025 gerade mal wieder das Niveau von 2019 erreicht. Und ja, die Konjunkturentwicklung ist im vierten Jahr einer Rezession und bei steigender Arbeitslosigkeit schlecht. Deshalb ist es eine Superidee unserer Regierung, weitere Lohn- und Sozialkürzungen anzukündigen; das wird die Gastronomie und die Binnenwirtschaft insgesamt bestimmt beflügeln.</em> </p></li> <li><a name="h13"></a><strong>Ebola-Notstand 2026 – die offenen Fragen</strong><br></br> Vor Monaten gab die Gates-Stiftung Geld, damit ein Impfstoff entwickelt wird. Beteiligt sind Moderna, die EU und die Uni Oxford. […]<br></br> Als Infektiologe und Virologe halte ich fest: Ebola gehört zweifellos zu den gefährlichsten bekannten Virusinfektionen überhaupt. Die Sterblichkeit kann je nach Virus-Stamm extrem hoch sein.<br></br> Trotzdem unterscheidet sich Ebola fundamental von respiratorischen Viren wie Influenza oder Sars-CoV-2. Ebola wird nicht effizient über Aerosole übertragen. Die Ansteckung erfolgt primär über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten symptomatischer Personen. Erkrankte sind meist schwer krank, oft bettlägerig, und die Übertragungsketten lassen sich epidemiologisch vergleichsweise gut nachvollziehen.<br></br> Deshalb sehen wir seit fast fünfzig Jahren immer wieder Ebola-Ausbrüche – aber nie eine globale Pandemie im Sinne von Covid-19.<br></br> Quelle: <a href="https://www.infosperber.ch/gesundheit/ebola-notstand-2026-die-offenen-fragen/">Infosperber</a> </li> <li><a name="h14"></a><strong>Westend-Verlag wehrt sich gegen Autoren: „Große Worte mit wenig Grundierung“</strong><br></br> In einem Offenen Brief werfen Autoren dem Westend-Verlag einen Rechtsruck vor. Der Geschäftsführer Markus J. Karsten sagt: Lasst uns über Argumente reden. […]<br></br> In einem Offenen Brief werfen Ihnen mehrere Autoren vor, den Verlag nach rechts gedreht zu haben. Was sagen Sie dazu?<br></br> Das sind große Worte mit wenig Grundierung. Ich kann aber verstehen, dass es auf wenig Gegenliebe stößt, wenn man sich plötzlich anstrengen und überzeugen soll. Wir wollen das Visier hochklappen und uns dezidiert inhaltlich auseinandersetzen, statt wirkungslos Haltung bekunden. Im Übrigen: Wissen Sie, wie es anders gehen soll, wenn man grundsätzlich Andersdenkende überzeugen möchte? Ignorieren, Brandmarken und Haltung zeitigen offensichtlich keine Effekte.<br></br> Quelle: <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/westend-verlag-wehrt-sich-gegen-autoren-grosse-worte-mit-wenig-grundierung-10038074">Berliner Zeitung</a> <p>dazu auch: <strong>Die Brandmauer im Bücherregal</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151019">NachDenkSeiten</a> </p></li> <li><a name="h15"></a><strong>Veranstaltungshinweise der Woche</strong> <ol type="a"> <li><strong>Nein zum Veteranentag</strong><br></br> Am 15. Juni findet der zweite bundesweite Veteranentag statt. Im Namen der Zeitenwende. Ausgesprochenes Ziel ist es „die Bande zwischen Bundeswehr und Gesellschaft“ zu stärken.<br></br> Kommt zum Protest<br></br> Nein zum Veteranentag<br></br> 21.06. um 14:00 Uhr Bebelplatz!<br></br> An diesem Tag veranstaltet die Bundesregierung im Reichstagsgebäude ein großes Fest mit Musik, Reden und Infoständen. Ziel ist es, Soldaten – und die Bundeswehr insgesamt – als integralen Bestandteil der Gesellschaft und als deren besondere Helden zu umwerben.<br></br> Quelle: <a href="https://www.pressenza.com/de/2026/05/nein-zum-veteranentag/">pressenza</a></li> <li> <strong>Tschingis Aitmatow und Tino Eisbrenner – Botschafter des Friedens und der Liebe</strong><br></br> Zeit: Samstag, 6. Juni, 17 Uhr<br></br> Ort: Saal Heinrichstraße 11, Bremen<br></br> Aitmatows Klassiker „Djamila“ – die schönste Liebesgeschichte der Welt, wie der französische Dichter Louis Aragon betont, wird weltweit verehrt. Übersetzt in mehr als 170 Sprachen ergreift seine vielgestaltige Dichtung die Herzen und den Verstand. In Kirgisistan geboren, in der Sowjetunion zum verehrten Literaten gereift, nutzt sein Werk die kirgisische und russische Sprache. Frieden und Liebe zu den Menschen sind Triebkraft seines Schaffens.<br></br> Für dieses Kulturfest haben es Irene Baumann und Torsten Kühn mit der Lyrik-Gruppe und dem Zupfinstrumente-Trio Volante übernommen, Tschingis Aitmatows literarisches Schaffen mit einer Lesung erlebbar zu machen. <p> Tino Eisbrenner ist wieder in Bremen!</p> <p> Songpoet Tino Eisbrenner, der im 2. Teil des Abends Eigenes, Puschkin und Nachgedichtetes zu Gehör bringt, wird gesanglich von Larissa Scherschel begleitet.<br></br> In den Tagen um den 9. Mai begeisterte der Musiker mit seinen Liedern in Moskau das Publikum. Kostproben davon wird es sicher auch für die Bremer Gäste im Rahmen dieser besonderen Veranstaltung geben.<br></br> Veranstalter / Programm: <a href="https://deutsch-russische-friedenstage.de/wp-content/uploads/2026/04/drf_flyer-achte-ftage_8-scroll.pdf">deutsch-russische-friedenstage.de</a> </p></li> </ol> <p><em><strong>Anmerkung der Redaktion:</strong> Wenn Sie auf eine interessante Veranstaltung hinweisen wollen, dann schicken Sie uns bitte die nötigen Informationen mit dem Betreff „Veranstaltungshinweise“ an <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#afc7c6c1d8cac6dccaefc1ceccc7cbcac1c4dccac6dbcac181cbca"><span data-cfemail="1c7475726b79756f795c727d7f74787972776f7975687972327879">[email protected]</span></a>. Die Veranstaltungshinweise erscheinen wöchentlich am Freitag im Rahmen der Hinweise des Tages II.</em></p></li> </ol> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1> Hinweise des Tages II</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p>Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br></br> <span id="more-151290"></span><br></br> Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.</p><p>Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p><ol> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h01">Die Dummschwätzer sind das Problem, nicht die Gesellschaft </a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h02">Das größte Problem der Welt: Menschliche Widersprüchlichkeit</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h03">„Macht den Mund auf!“ – Im Gespräch mit Fabian Goldmann</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h04">Friedensnobelpreisträgerorganisation fordert Ende der diplomatischen Blockade</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h05">Europa vor einem blutigen Bruderkrieg</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h06">China löst “blankes Entsetzen” in deutscher Industrie aus</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h07">Militarisierung im Gesundheitswesen: Was soll diese Kriegsklinik kosten?</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h08">Die Nächte von Mukran</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h09">“Zurück vor 1918” – Bundestag debattiert das Ende des Achtstundentages </a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h10">Die Zukunft vor der Haustür: Von Menschen, Maschinen und Märkten im kommenden Jahrzehnt</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h11">Finanzielle Inquisition: Über sein Geld verfügen darf bald nur noch, wer sich komplett durchleuchten lässt</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h12">Umsatz im Gastgewerbe im März auf niedrigstem Stand seit 2022</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h13">Ebola-Notstand 2026 – die offenen Fragen</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h14">Westend-Verlag wehrt sich gegen Autoren: „Große Worte mit wenig Grundierung“</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151290#h15">Veranstaltungshinweise der Woche</a></li> </ol><p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.</em></p><ol> <li><a name="h01"></a><strong>Die Dummschwätzer sind das Problem, nicht die Gesellschaft</strong><br></br> Unter dem Titel „Nicht nur die Regierung ist das Problem, sondern auch die Gesellschaft“ schreibt der ehemalige Verfassungsrichter und ehemalige saarländische Ministerpräsident in einer Kolumne der Süddeutschen Zeitung, Deutschland brauche eine neue „Agenda 2010“: „Sinkende Wettbewerbsfähigkeit, Investitionszurückhaltung, Beschäftigungsabbau, zunehmende Überlastung der sozialen Sicherungssysteme und die Gefahr nachhaltiger Wohlstandseinbußen zeigen: Es besteht Handlungsbedarf, soll die Bundesrepublik nicht dauerhaft zum Absteigerland werden.“<br></br> Das ist wirklich schlimm. Ich schreibe nicht über das Verfassungsrecht, weil ich keine Ahnung davon habe. Wieso glaubt ein ehemaliger Verfassungsrichter und Jurist, er könne einfach mal so, ohne jede Ahnung von der Sache, über die deutsche Wirtschaft urteilen? Wieder einmal gefällt sich die Süddeutsche Zeitung als Transporteur der „Erzählung“, man müsse die Agenda einfach noch einmal machen und alles werde gut. Nach dem Motto: Wenn man dem dummen Volk diese Erzählung lange genug um die Ohren haut, dann wird es sie früher oder später schon fressen.<br></br> Quelle 1: <a href="https://www.relevante-oekonomik.com/2026/05/28/die-dummschwaetzer-sind-das-problem-nicht-die-gesellschaft/">Relevante Ökonomik</a><br></br> Quelle 2: <a href="https://makroskop.eu/192026/die-dummschwatzer-sind-das-problem-nicht-die-gesellschaft/">Makroskop</a> </li> <li><a name="h02"></a><strong>Das größte Problem der Welt: Menschliche Widersprüchlichkeit</strong><br></br> Eine der tiefgreifendsten Ursachen von Leid ist heutzutage die menschliche Widersprüchlichkeit. Kriege, ökonomische Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Ausbeutung, psychische Gewalt und gesellschaftliche Zersplitterung sind keine naturbedingten Unfälle. Sie sind Folgen menschlicher Entscheidungen und Verhaltensweisen. Natürlich ereignen sich Naturkatastrophen. Jedoch besitzt der Mensch genügend Wissen und Fähigkeiten, ihre Wirkungen deutlich zu vermindern, vorausgesetzt, es gibt einen kollektiven Willen zu handeln. Die Tragödie liegt nicht einfach darin, dass Leiden existiert, sondern dass so viel Leid unnötigerweise fortbesteht, weil die menschlichen Prioritäten falsch gesetzt werden.<br></br> Quelle: <a href="https://www.pressenza.com/de/2026/05/das-groesste-problem-der-welt-menschliche-widerspruechlichkeit/">pressenza</a> </li> <li><a name="h03"></a><strong>„Macht den Mund auf!“ – Im Gespräch mit Fabian Goldmann</strong><br></br> Der Autor Fabian Goldmann wurde vom AStA der Uni Köln und der Studi-Gruppe „Camp for Palestine“ eingeladen, um über sein medienkritisches Buch „Staatsräsonfunk“ zu sprechen. Die Uni-Leitung war dagegen und hat die Veranstaltung gecancelt – aus „Sicherheitsbedenken“, wie es hieß. Im Interview mit etos.media berichtet Goldmann über seine Erfahrungen im Rahmen der Lesereise und fordert kollektiven Widerstand gegen die Repressionen in Zeiten des autoritären Staatsumbaus.<br></br> Quelle: <a href="https://etosmedia.de/kultur/macht-den-mund-auf-im-gespraech-mit-fabian-goldmann/">etos.media</a> </li> <li><a name="h04"></a><strong>Friedensnobelpreisträgerorganisation fordert Ende der diplomatischen Blockade</strong><br></br> Die Friedensorganisation IPPNW fordert von der Bundesregierung ein Ende der diplomatischen Blockade und die Ernennung eines Sondergesandten für die Ukraine und Russland. Erst kürzlich hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel von Europa mehr diplomatische Anstrengungen zur Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland gefordert. Sie halte es für nicht ausreichend, wenn nur US-Präsident Trump den Kontakt zu Russland halte und bedauere es, dass Europa sein diplomatisches Potential nicht ausreichend einsetze.<br></br> Quelle: <a href="https://www.ippnw.de/startseite/artikel/de/friedensnobelpreistraegerorganisation-7.html">IPPNW</a> <p>dazu: <strong>Waffenstillstand oder Eskalation?</strong><br></br> Zähes Ringen an der Front, ausufernder Drohnen- und Raketenkrieg, eine neue Welle im Informationskrieg und gleichzeitig Andeutungen betreffend Verhandlungen. Was haben wir in den nächsten Wochen in Sachen Ukraine zu erwarten? Wird Volodymyr Selenskyj zur Belastung für seine engsten Partner?<br></br> Wenn man die internationalen Nachrichten verfolgt, entsteht der Eindruck einer völligen Ruhe an der russisch-ukrainischen Front. Manche westlichen Medien sprechen von einer angeblichen Offensive der ukrainischen Armee im Süden der Oblast Saporischschja. Die aktuelle Lage vor Ort ist allerdings eine andere. In den letzten Tagen war ein knappes halbes Dutzend ukrainischer Angriffe über die gesamte Front hinweg zu beobachten, von Kupjansk über Krasnyi Liman und Orikhiv (1) bis hin in den Raum unmittelbar südlich von Saporischschja. Eine zusammenhängende, koordinierte Offensive ist das nicht, eher eine Reihe von isolierten Angriffen der Stufen Kompanie, vielleicht Bataillon, an erkannten Schwachstellen der russischen Front. In militärischer Hinsicht ist mit solchen verzettelten Angriffen nicht viel zu erreichen, da wird es eher um die Wirkung im Informationsraum gehen. Über den tatsächlichen Frontverlauf sind sich pro-russische, pro-ukrainische und eher neutrale Quellen im Übrigen weitgehend einig (2).<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/waffenstillstand-oder-eskalation/">Globalbridge</a></p> <p>dazu auch: <strong>Matt schon in einem Zug …</strong><br></br> Unsere Leserinnen und Leser kennen den Globalbridge-Autor Stefan Nold schon länger. Auch diesmal hat er, wie er uns geschrieben hat, einfach „schreiben müssen“. Die westlichen Medien erwähnen regelmäßig die Kriegseinsätze der Russen, das korrupte Regime unter Wolodymyr Selenskyj in Kiev und die äußerst provokanten Bombardierungen der ukrainischen Armee im Donbass und im Innern Russlands sind aber nach wie vor kein Thema. (cm)<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/matt-schon-in-einem-zug/">Globalbridge</a></p> <p>und: <strong>Manifesto: Rediscovering the Spirit of Helsinki</strong><br></br> Fifty years ago, the Helsinki Declaration established the foundation for European security. It was a remarkable achievement that sealed the détente of the Cold War. It came after three years of difficult talks within the framework of the Conference on Security and Co-operation in Europe. The West and the Soviet bloc set aside their huge ideological differences and agreed upon the so-called Decalogue, a list of ten points “guiding relations between participating states”. Among these were sovereign equality, refraining from the threat or use of force, territorial integrity of states, peaceful settlement of disputes, and non-intervention in internal affairs.<br></br> Quelle: <a href="https://eastandwestnewspaper.com/2026/05/29/manifesto-rediscovering-the-spirit-of-helsinki/">East and West</a> </p></li> <li><a name="h05"></a><strong>Europa vor einem blutigen Bruderkrieg</strong><br></br> Europa will sich auf Grundlage des Blutvergießens in Einigkeit üben. Dabei wird – auch das könnte man mit den Vorgängen im Römischen Reich vergleichen, zu dessen Zeiten Bruderkriege häufig vorkamen und deren man sich durchaus schämte – ausgeblendet, dass dieses Europa gegen Europa vorgeht. Russland liegt zwar größtenteils auf dem asiatischen Kontinent, ist aber ein Land europäischer Kultur. Es ist eine europäische Brudernation, auf deren Rücken die Einigung der westlichen europäischen Hemisphäre gewährleistet werden sollte. Ein europäischer Bruderkrieg zeichnet sich ab – 2029 oder danach. Und auf Blut soll die Union gründen, mit Blut soll sie neu besiegelt, ein neuer europäischer Pakt und Zusammenhalt beschlossen werden.<br></br> Hier gleicht die Einigung des Kontinents durchaus jenen beiden kriegerischen Einigungsabsichten, die ab dem 18. Jahrhundert nach der Kontinentalmacht griffen.<br></br> Quelle: <a href="https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/europa-vor-einem-blutigen-bruderkrieg/">Overton Magazin </a> </li> <li><a name="h06"></a><strong>China löst “blankes Entsetzen” in deutscher Industrie aus</strong><br></br> China reduziert die Exporte wichtiger Rohstoffe immer weiter. Das kann für die deutsche Rüstungsindustrie gravierende Folgen haben.<br></br> Deutschland rüstet auf. Angesichts der russischen Bedrohung wird die Bundeswehr in großem Rahmen neu ausgestattet, die Schuldenbremse wurde dafür ausgesetzt. Doch neben den finanziellen Voraussetzungen und technischem Know-how braucht es für die Aufrüstung auch die entsprechenden Rohstoffe. Und an denen mangelt es hierzulande zumindest teilweise.<br></br> Grund dafür sind die komplizierten Beziehungen zu China. Denn unter anderem beim Import der seltenen Sondermetalle Gallium und Germanium ist Deutschland stark von der Volksrepublik abhängig. Dort verfolgt man aber einen neuen Kurs. Ausfuhren werden beschränkt, die Exporte schwanken erheblich. Zuletzt kam aus China weltweit fast gar kein Gallium und Germanium an. […]<br></br> Es ist denkbar, dass Chinas Lieferstopp eine Reaktion auf Deutschlands Aufrüstungsbestreben ist.<br></br> Quelle: <a href="https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101270748/china-rohstoffexporte-gallium-und-germanium-werden-in-deutschland-knapp.html">t-online</a> </li> <li><a name="h07"></a><strong>Militarisierung im Gesundheitswesen: Was soll diese Kriegsklinik kosten?</strong><br></br> Köln will Hunderte Krankenhausbetten streichen und plant zugleich ein Bunkerkrankenhaus, kritisiert Eva Gürster<br></br> Der Klinikstandort im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Merheim soll mit dem Krankenhaus Holweide und der Kinderklinik zu »einem modernen Gesundheitscampus« zusammenwachsen. So jedenfalls sieht es ein Ratsbeschluss vom 15. Juni 2023 vor. Was haben Sie dagegen?<br></br> Von Zusammenwachsen kann keine Rede sein. Hier geht es ganz klar um den Abbau von 400 Planbetten. Zudem ist von der Kämmerin der Stadt geplant, 381 Planstellen abzubauen. Es geht also nicht ansatzweise um eine Zusammenlegung, sondern ganz klar um eine Verkleinerung und Konzentration. Angefangen hat alles mit dem Schließungsbeschluss für das Krankenhaus Holweide 2019, später kam dann der Beschluss vom Stadtrat, auch die Kinderklinik zu schließen. Als Begründung wurde auf die Defizite verwiesen, die aber Ergebnis politisch gewollter Unterfinanzierung der Krankenhäuser sind. Von Anfang an gab es Widerstand, die Schließungen sind bis heute noch nicht umgesetzt. Im Stadtbezirk wären von der Abwicklung des einzigen Krankenhauses in Holweide übrigens 150.000 Menschen betroffen, die dann wesentlich weitere Wege und längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssten – und das, wohlgemerkt, auch in einer Notfallsituation.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523330.militarisierung-im-gesundheitswesen-was-soll-diese-kriegsklinik-kosten.html">junge Welt</a> </li> <li><a name="h08"></a><strong>Die Nächte von Mukran</strong><br></br> Seit Monaten sammeln Anwohner eigene Aufzeichnungen. Sie notieren Uhrzeiten, Windrichtungen und Geräusche. Manche messen mit handelsüblichen Geräten, andere filmen nachts ihre Displays oder schicken Screenshots an die Bürgerinitiative Lebenswertes Rügen. Was früher nur ein Gefühl war, dieses ständige tieffrequente Dröhnen aus Richtung LNG-Terminal, soll jetzt sichtbar gemacht werden.<br></br> Thomas Kunstmann sitzt an diesem Abend vor einem Laptop voller Messkurven, Behördenantworten und Beschwerden von Anwohnern. Seit Jahren begleitet er den Protest gegen das LNG-Terminal auf Rügen. Früher ging es vor allem um Umweltfragen, Fracking-Gas oder die Sorge vor der Industrialisierung der Insel. Heute reden viele Menschen zuerst über etwas anderes. Über Schlaf.<br></br> „Die Leute melden sich nachts“, sagt Kunstmann. „Manche wissen irgendwann nicht mehr, an wen sie sich noch wenden sollen.“<br></br> Besonders betroffen seien Bewohner rund um Mukran, aber auch aus Prora, Binz oder Lietzow gebe es immer wieder Beschwerden. Viele Menschen dort leben seit Jahrzehnten mit dem Hafen. Sie kennen Schiffslärm, Bauarbeiten oder Verladungen. Doch das tiefe Brummen, sagen viele, habe erst mit dem LNG-Terminal begonnen.<br></br> Quelle: <a href="https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/die-naechte-von-mukran/">Overton Magazin</a> <p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin S.B.:</strong> Nicht schlafen zu können bedeutet, dass man langfristig krank wird. Und neben den Menschen betrifft das ja auch die Tierwelt, besonders die Meerestiere. Das könnte deren Orientierungssinn gewaltig stören. Auf eine so schöne Insel ein LNG Terminal zu bauen, war schon ein Frevel an sich. Gibt es solches Brummen, solche Schlafstörungen, auch in der Nähe von anderen LNG-Terminals?</em> </p></li> <li><a name="h09"></a><strong>“Zurück vor 1918” – Bundestag debattiert das Ende des Achtstundentages </strong><br></br> Nachdem die Merz-Regierung das Sanktionsregime gegen Arbeitslose massiv verschärft hat, geht sie dem Rest der Arbeiterklasse ans Eingemachte. Die soll neben Renten-, Gesundheits- und Wohngeldleistungen auch den Achtstundentag für die Profite des Inlandskapitals opfern.<br></br> Kurz bevor Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas einen Gesetzentwurf dazu vorlegen will, debattierte der Bundestag letzten Freitag zwei Anträge aus der Opposition dazu: ein Papier der Grünen, das eher einer Fantasiewelt zu entspringen scheint, und eins der Linken, das System-Widersprüche verdeutlicht, an denen auch sie nicht vorbeikommen.<br></br> Quelle: <a href="https://fromrussiawithlove.rtde.world/meinung/281276-zurueck-vor-1918-bundestag-debattiert/">RT DE</a> </li> <li><a name="h10"></a><strong>Die Zukunft vor der Haustür: Von Menschen, Maschinen und Märkten im kommenden Jahrzehnt</strong><br></br> Immer häufiger lesen wir von Technologien und Anwendungen, die man vor ein paar Jahren noch für puren Stoff aus Hollywood-Blockbustern hielt: KI-Assistenten wie Jarvis von Tony Stark oder humanoide Roboter in den Fabrikhallen und am Bügelbrett. All diese Nachrichten sind erste Anzeichen vom Entstehen gänzlich neuer Märkte, welche neue Herausforderungen, aber auch Chancen für Beschäftigung und Wohlstand mit sich bringen. Gleichzeitig stellen sich Fragen über die Bedingungen, unter denen Technologien entwickelt und angewendet werden sollen und wo nicht. Genau darin kann Europas wirtschaftliche Stärke liegen.<br></br> Quelle: <a href="https://www.awblog.at/Wirtschaft/Menschen-Maschinen-und-Maerkte-im-kommenden-Jahrzehnt">A&amp;Wblog</a> </li> <li><a name="h11"></a><strong>Finanzielle Inquisition: Über sein Geld verfügen darf bald nur noch, wer sich komplett durchleuchten lässt</strong><br></br> Gedrängt von staatlichen Regulierern verlangen Banken immer genauere Auskünfte über das Vermögen und die Herkunft des Geldes ihrer Kunden und darüber, was diese damit tun oder zu tun beabsichtigen. Ein aktueller Fall zeigt drastisch, was passieren kann, wenn man sich der finanziellen Inquisition verweigert.<br></br> Quelle: <a href="https://norberthaering.de/news/finanzielle-inquisition/">Norbert Häring</a> </li> <li><a name="h12"></a><strong>Umsatz im Gastgewerbe im März auf niedrigstem Stand seit 2022</strong><br></br> Im deutschen Gastgewerbe ist der Umsatz im März auf das niedrigste Niveau seit Frühjahr 2022 gesunken. Preisbereinigt lag der Umsatzrückgang bei ⁠5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit ist der Umsatz so gering ausgefallen wie seit der Coronakrise nicht mehr.<br></br> Der Rückgang betraf den Angaben nach vor allem Hotels und Beherbergungsunternehmen. Das reale Umsatzminus für Beherbergungsunternehmen betrug 5,6 Prozent im Vergleich zum Februar. In der Gastronomie sank der Umsatz um 0,1 Prozent.<br></br> Quelle: <a href="https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-05/gastgewerbe-einnahmen-inflation-kaufkraft-umsatz-gxe">Zeit Online</a> <p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:</strong> Die Behauptung mit der Inflation ist völliger Unsinn, vor allem angesichts einer nur minimal erhöhten Inflationsrate von 3 statt 2 Prozent. Das Problem ist nicht die Inflation, das Problem sind die Reallohnsenkungen, weil die nominalen Lohnerhöhungen zu niedrig sind und über Jahre nicht einmal die Preiszuwächse ausgeglichen haben. Bekanntermaßen haben die Reallöhne 2025 gerade mal wieder das Niveau von 2019 erreicht. Und ja, die Konjunkturentwicklung ist im vierten Jahr einer Rezession und bei steigender Arbeitslosigkeit schlecht. Deshalb ist es eine Superidee unserer Regierung, weitere Lohn- und Sozialkürzungen anzukündigen; das wird die Gastronomie und die Binnenwirtschaft insgesamt bestimmt beflügeln.</em> </p></li> <li><a name="h13"></a><strong>Ebola-Notstand 2026 – die offenen Fragen</strong><br></br> Vor Monaten gab die Gates-Stiftung Geld, damit ein Impfstoff entwickelt wird. Beteiligt sind Moderna, die EU und die Uni Oxford. […]<br></br> Als Infektiologe und Virologe halte ich fest: Ebola gehört zweifellos zu den gefährlichsten bekannten Virusinfektionen überhaupt. Die Sterblichkeit kann je nach Virus-Stamm extrem hoch sein.<br></br> Trotzdem unterscheidet sich Ebola fundamental von respiratorischen Viren wie Influenza oder Sars-CoV-2. Ebola wird nicht effizient über Aerosole übertragen. Die Ansteckung erfolgt primär über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten symptomatischer Personen. Erkrankte sind meist schwer krank, oft bettlägerig, und die Übertragungsketten lassen sich epidemiologisch vergleichsweise gut nachvollziehen.<br></br> Deshalb sehen wir seit fast fünfzig Jahren immer wieder Ebola-Ausbrüche – aber nie eine globale Pandemie im Sinne von Covid-19.<br></br> Quelle: <a href="https://www.infosperber.ch/gesundheit/ebola-notstand-2026-die-offenen-fragen/">Infosperber</a> </li> <li><a name="h14"></a><strong>Westend-Verlag wehrt sich gegen Autoren: „Große Worte mit wenig Grundierung“</strong><br></br> In einem Offenen Brief werfen Autoren dem Westend-Verlag einen Rechtsruck vor. Der Geschäftsführer Markus J. Karsten sagt: Lasst uns über Argumente reden. […]<br></br> In einem Offenen Brief werfen Ihnen mehrere Autoren vor, den Verlag nach rechts gedreht zu haben. Was sagen Sie dazu?<br></br> Das sind große Worte mit wenig Grundierung. Ich kann aber verstehen, dass es auf wenig Gegenliebe stößt, wenn man sich plötzlich anstrengen und überzeugen soll. Wir wollen das Visier hochklappen und uns dezidiert inhaltlich auseinandersetzen, statt wirkungslos Haltung bekunden. Im Übrigen: Wissen Sie, wie es anders gehen soll, wenn man grundsätzlich Andersdenkende überzeugen möchte? Ignorieren, Brandmarken und Haltung zeitigen offensichtlich keine Effekte.<br></br> Quelle: <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/westend-verlag-wehrt-sich-gegen-autoren-grosse-worte-mit-wenig-grundierung-10038074">Berliner Zeitung</a> <p>dazu auch: <strong>Die Brandmauer im Bücherregal</strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151019">NachDenkSeiten</a> </p></li> <li><a name="h15"></a><strong>Veranstaltungshinweise der Woche</strong> <ol type="a"> <li><strong>Nein zum Veteranentag</strong><br></br> Am 15. Juni findet der zweite bundesweite Veteranentag statt. Im Namen der Zeitenwende. Ausgesprochenes Ziel ist es „die Bande zwischen Bundeswehr und Gesellschaft“ zu stärken.<br></br> Kommt zum Protest<br></br> Nein zum Veteranentag<br></br> 21.06. um 14:00 Uhr Bebelplatz!<br></br> An diesem Tag veranstaltet die Bundesregierung im Reichstagsgebäude ein großes Fest mit Musik, Reden und Infoständen. Ziel ist es, Soldaten – und die Bundeswehr insgesamt – als integralen Bestandteil der Gesellschaft und als deren besondere Helden zu umwerben.<br></br> Quelle: <a href="https://www.pressenza.com/de/2026/05/nein-zum-veteranentag/">pressenza</a></li> <li> <strong>Tschingis Aitmatow und Tino Eisbrenner – Botschafter des Friedens und der Liebe</strong><br></br> Zeit: Samstag, 6. Juni, 17 Uhr<br></br> Ort: Saal Heinrichstraße 11, Bremen<br></br> Aitmatows Klassiker „Djamila“ – die schönste Liebesgeschichte der Welt, wie der französische Dichter Louis Aragon betont, wird weltweit verehrt. Übersetzt in mehr als 170 Sprachen ergreift seine vielgestaltige Dichtung die Herzen und den Verstand. In Kirgisistan geboren, in der Sowjetunion zum verehrten Literaten gereift, nutzt sein Werk die kirgisische und russische Sprache. Frieden und Liebe zu den Menschen sind Triebkraft seines Schaffens.<br></br> Für dieses Kulturfest haben es Irene Baumann und Torsten Kühn mit der Lyrik-Gruppe und dem Zupfinstrumente-Trio Volante übernommen, Tschingis Aitmatows literarisches Schaffen mit einer Lesung erlebbar zu machen. <p> Tino Eisbrenner ist wieder in Bremen!</p> <p> Songpoet Tino Eisbrenner, der im 2. Teil des Abends Eigenes, Puschkin und Nachgedichtetes zu Gehör bringt, wird gesanglich von Larissa Scherschel begleitet.<br></br> In den Tagen um den 9. Mai begeisterte der Musiker mit seinen Liedern in Moskau das Publikum. Kostproben davon wird es sicher auch für die Bremer Gäste im Rahmen dieser besonderen Veranstaltung geben.<br></br> Veranstalter / Programm: <a href="https://deutsch-russische-friedenstage.de/wp-content/uploads/2026/04/drf_flyer-achte-ftage_8-scroll.pdf">deutsch-russische-friedenstage.de</a> </p></li> </ol> <p><em><strong>Anmerkung der Redaktion:</strong> Wenn Sie auf eine interessante Veranstaltung hinweisen wollen, dann schicken Sie uns bitte die nötigen Informationen mit dem Betreff „Veranstaltungshinweise“ an <a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#afc7c6c1d8cac6dccaefc1ceccc7cbcac1c4dccac6dbcac181cbca"><span data-cfemail="1c7475726b79756f795c727d7f74787972776f7975687972327879">[email protected]</span></a>. Die Veranstaltungshinweise erscheinen wöchentlich am Freitag im Rahmen der Hinweise des Tages II.</em></p></li> </ol> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151290 Leserbriefe zu „Will Merz den Krieg nach Deutschland tragen?“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=151143 Fri, 29 May 2026 15:00:33 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151143 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Leserbriefe zu „Will Merz den Krieg nach Deutschland tragen?“</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p><span id="more-151143"></span><br></br> <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150878">In diesem Beitrag</a> kommentiert <strong>Marcus Klöckner</strong> die Forderung von Bundeskanzler Merz, der Ukraine einen EU-Sonderstatus inklusive einer Beistandsklausel zu ermöglichen. Darauf bezogen habe Brigadegeneral a.D. Erich Vad bei Markus Lanz <a href="https://www.zdf.de/video/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-21-mai-2026-100">„Wir holen den Krieg mit Russland nach Europa“</a> gesagt. Der Bundeskanzler wolle offensichtlich die Ukraine an die EU inklusive einer Beistandsverpflichtung binden. Politisch sei das Vorhaben Wahnsinn. Die militärische Beistandsverpflichtung sei für Russland das rote Tuch – ob NATO-Mitgliedschaft oder ein EU-Sonderstatus. Das sei keine neue europäische Friedensordnung, sondern der Weg in einen großen Krieg. Mit dem „Wohle des deutschen Volkes“ habe Merz’ Vorstoß nichts zu tun. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Von unseren Leserinnen und Lesern haben wir dazu interessante Zuschriften bekommen, für die wir uns herzlich bedanken. Die nun folgende Leserbriefe-Auswahl hat <strong>Christian Reimann</strong> für Sie zusammengestellt.</p><p><strong>1. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Klöckner,</p><p>gibt es einen besseren Beweis dafür, dass dieser Bundeskanzler und seine Koalitionäre nicht das geringste Interesse daran haben dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen?</p><p>Wann wird man je verstehen …?</p><p>Es grüßt Sie<br></br> Ralf Glahn</p><p><strong>2. Leserbrief</strong></p><p>Hallo NDS!</p><p>Das Verrückte ist ja, daß diese Beistandsklausel im EU-Vertrag sogar deutlich über das hinausgeht, was die NATO im Artikel 5 (Bündnisfall) als Beistandsverpflichtung für ihre Mitglieder formuliert. Dort heißt es:</p><blockquote><p>“…. indem jede von ihnen (den Parteien im NATO-Bündnis) unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.”</p></blockquote><p>Das ist ein sehr viel größerer Spielraum, im Zweifelsfall auch nichts zu tun, eben wenn man es nicht “für erforderlich erachtet”. </p><p>Die EU-Beistandsklausel ist da weit zwangsläufiger und ohne echte Handlungsalternativen. </p><p>Das ist wirklich hart! Das “zivile Wirtschaftsbündnis” EU ist militärischer, um nicht zu sagen, militanter aufgestellt, als das Militärbündnis NATO.</p><p>Gruß. Ole</p><p><strong>3. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Klöckner,</p><p>ich weiß nicht, wem Friedrich Merz dient, dem deutschen Volk definitiv nicht. Genau so wenig dienen die EU Politiker den Völkern der EU. Deren gemeinsamer Herr ist der militärisch industrielle US- Komplex, heute als US- DeepState bezeichnet. In einem interessanten Interview äußerte sich Michael von der Schulenburg (EU Abgeordneter des BSW) sinngemäß zur EU, dass dort die große Mehrheit für einen Krieg gegen Russland ist. Das begründet dann auch das Gefasel von „einer Position der Stärke“ oder auch Forderungen an Russland, die die niemals erfüllen können, die kämen einer Kapitulation Russlands gleich.</p><p>Verantwortungslose, größenwahnsinnige Typen wollen den Krieg mit Russland und glauben tatsächlich, den gewinnen zu können. Wir brauchen keine Angst vor Russland zu haben. Die bedrohen uns nicht. Wir aber bedrohen Russland und das schon mit Beginn der NATO-Osterweiterung. Die Chance gemeinsam in Frieden zu leben (von Lissabon bis Wladiwostok), die haben gewissenlose westliche Hasardeure im US- Auftrag verspielt.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> R. Binde</p><p><strong>4. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag,</p><p>unverantwortlich und zum Unwohl des ,, Deutschen Volkes ” sind Merzens Forderungen.</p><p>In bester Gesellschaft mit Pistorius, der mit der Ukraine einen Drohnen und Raketenpakt vor Russlands Haustür abgeschlossen hat und dem, wie kann man einen Wadenbeißer, Hetzer und Kriegstreiber höflich betiteln? Belassen wir es einfach bei Kiesewetter, der eine Stunde Null und die Auflösung des russischen Staates fordert. Alle bewegen sich fernab des Friedensgebotes, ,, Das deutsche Volk bekennt sich zum Willen dem Frieden der Welt zu dienen “. Zudem haben Merz und Pistorius noch einen Amtseid abgelegt.</p><p>Diese drei Figuren in erster Reihe spielen mit dem Feuer und gefährden durch ihre eigentlich Grundgesetz fernen Handlungen den Frieden in Deutschland und Europa.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Thomas Stöbe</p><p><strong>5. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag,</p><p>Deutschland rüstet massiv zum Krieg gegen Russland – warum ?</p><p>Hat Russland Deutschland angegriffen? was hat Russland Deutschland angetan? Nichts! 0,0 nichts!</p><p>Das heisst : Deutschland will den Krieg gegen Russland und sie fürhrrn ihn schon, mit der Lieferung von langstreckenwaffen, mit deutsch-ukrainischen Drohnen joint ventures , mit Ptoduktionsstäätten in Deutschland!</p><p>Neuer grosser Krieg EU gegen Russland – die Amis freuts , sie liefern Waffen gegen Geld und der Eurasische Kontinent wird wieder mit Tod und Zerstörung überzogen, zwei US rRivalen “eingedämmt”, – diese Politik muss gestoppt werden. </p><p>Nie wieder Faschismus! Nie wiieder Krieg! – so heisst der historische Aufeuf, denn das verkürzte “Nie wieder” heisst gar nichts, nie wieder WAS? </p><p>Ich wiederhole : was hat Russland Deutschland angetan? Für Leute wie Kiesewetter natürlich die Kapitulation Deutschlands im 2.Weltkrieg.</p><p>Ich verstehe sehr gut, dass Herr Vad bei Lanz laut wird gegenüber diesem katastrophalen Zeitgenossen.</p><p>mit freundlichen Grüssen<br></br> Theresia Forsthofer</p><p><strong>6. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Klöckner,</p><p>ich danke Ihnen für Ihre klare unmissverständliche Kommentierung zur Geostrategie des Bundeskanzlers, die Ukraine im Rahmen eines EU-Sonderstatus inklusive einer Beistandsklausel enger an die die europäische Gemeinschaft zu binden. Es kann als gesichert unterstellt werden, dass Friedrich Merz durchaus bewusst sein dürfte, dass ein solcher Schritt seitens Russlands als unerhörte Provokation und als ein völlig inakzeptables Überschreiten deutlich aufgezeigter roter Linien verstanden werden würde mit weitreichenden zu erwartenden verheerenden militärischen Konsequenzen für Zentraleuropa! Es ist für mich mit meinen 77 Jahren unfassbar, dass ein deutscher Regierungschef im Alleingang, ohne Einbindung des Parlaments, mit einem Brandbeschleuniger in der Hinterhand dabei ist, möglicherweise die Büchse der Pandora zu öffnen. Wo bleibt der Aufschrei der christlichen Kirchen? Wo bleiben unsere Volksvertreter als oberster Souverän des Deutschen Volkes? Und, last not least, wo bleiben die Mainstream-Medien als „Vierte Gewalt“? </p><p>Heute, am 23. Mai 2026, begehen wir den 77. Geburtstag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. In der Präambel zum Grundgesetz vom 23.5.1949 heißt es unter anderem: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben“.</p><p>Und, so frage ich, welche juristische Konsequenz erwächst aus dem Amtseid eines Bundeskanzlers, Schaden von ihm ( dem Volke -eigene Anmerkung) abzuwenden, wenn sehenden Auges die Gefahr eines Flächenbrandes gegeben ist?</p><p>Viel ist darüber gerätselt worden, wie es möglich sein konnte, dass im August des Jahres 1914 weite Kreise fast euphorisch –“ Weihnachten sind wir wieder zu Hause“ – in den Ersten Weltkrieg gezogen sind. Heute, 112 Jahre später und nach einem verheerenden Zweiten Weltkrieg, sehen wir das drohende Unheil heraufziehen, doch der „einfache“ Bürger scheint machtlos. Freunde des Friedens werden als“ Putinknechte“ diffamiert und gesellschaftlich ausgegrenzt. Kriegstüchtigkeit ist das Gebot im Hier und Jetzt, anstatt des Strebens nach Friedfertigkeit und Diplomatie. Doch es gibt einen winzigen Hoffnungsschimmer am politischen Horizont: Heute vor genau 15 Monaten, am 23. Februar 2025, wurde der 21. Deutsche Bundestag gewählt. Das BSW erhielt laut amtlichem endgültigem Ergebnis 4,981 % der Zweitstimmen und verfehlte mit rund 9500 Stimmen den Einzug in den 21. Deutschen Bundestag. Bislang hat das Bundesverfassungsgericht noch nicht über eine Klage des BSW auf Neuauszählung entschieden. Aufgrund von teils nachgewiesenen Zählfehlern dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch bei einer Neuauszählung der Stimmen das BSW die Fünf-Prozent-Hürde knacken und in den 21. Deutschen Bundestag einziehen und damit die politischen Karten neu mischen.</p><p>Mit freundlichem Gruß<br></br> Wilfried Böckmann</p><p><strong>7.Leserbrief</strong></p><p>Ja – so, wie es scheint, wollen Merz und seine agressiven ‘Brüder und Schwestern im Geiste’ den Krieg nach Europa holen, mit bestmöglicher Unterstützung der EU-‘Knallchargen’. Dieser Kanzler-Diabolo ist der Super-GAU für die BRD – innen- und außenpolitisch. Völlig verantwortungslos gegenüber dem Volk, völlig ungebunden an seinen Amtseid, völlig inkompetent, stets Demokratie-beschwörend, aber selbst demokratiefeindlich und sich maßlos selbst überschätzend. Das Grundgesetz in seinen innersten Werten großzügig missachtend. Rechtsbruch statt Rechtsstaatlichkeit willkürlich fördernd. Wenn es das Kruger-Dunning-Syndrom nicht bereits gäbe – für diesen GröKaZ müsste es ‘erfunden’ werden – größtmögliche Selbstüberschätzung bei totaler Inkompetenz. Man ist geneigt, diesem ‘Ausnahme-Politiker’ zusätzlich noch ein gehöriges Maß an Bosheit, Kungelei mit Seinesgleichen und gezielter Volksverachtung zu unterstellen.</p><p>Selbstredend maßt sich dieser ‘Herrscher’ ohne irgendwelche Skrupel an, das steuerzahlende Volk für seinen gefährlichen Rüstungswahn kräftig bluten zu lassen und die korrupte, Deutschland stets genussvoll beleidigende Ukraine devot und untertänigst mit Geld zuzuschütteten, dafür den Sozialstaat zu schleifen und dabei seine Günstlinge aus der Finanz-, Versicherungs- und Rüstungsindustrie bestmöglich zu ‘pampern’. Wissend, dass er nach seiner – wie auch immer befristeten Amtszeit – in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird – allenfalls noch als abschreckendes Beispiel eines unfähigen Kanzlers dienend. Devise: ‘Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert’. (…) </p><p>Anonym</p><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten</strong></p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.</p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:</p><ul> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#90fcf5e3f5e2f2e2f9f5f6f5d0fef1f3f8f4f5fefbe3f5f9e4f5febef4f5">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de</a> für Kommentare zum Inhalt von Beiträgen.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#670f0e0910020e1402270906040f0302090c14020e130209490302">hinweise(at)nachdenkseiten.de</a> wenn Sie Links zu Beiträgen in anderen Medien haben.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#c8bea1acada7a0a1a6bfada1bbad88a6a9aba0acada6a3bbada1bcada6e6acad">videohinweise(at)nachdenkseiten.de</a> für die Verlinkung von interessanten Videos.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#92e0f7f6f3f9e6fbfdfcd2fcf3f1faf6f7fcf9e1f7fbe6f7fcbcf6f7">redaktion(at)nachdenkseiten.de</a> für Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.</li> </ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „<a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=47939">Gebrauchsanleitung</a>“.</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1>Leserbriefe zu „Will Merz den Krieg nach Deutschland tragen?“</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p><span id="more-151143"></span><br></br> <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150878">In diesem Beitrag</a> kommentiert <strong>Marcus Klöckner</strong> die Forderung von Bundeskanzler Merz, der Ukraine einen EU-Sonderstatus inklusive einer Beistandsklausel zu ermöglichen. Darauf bezogen habe Brigadegeneral a.D. Erich Vad bei Markus Lanz <a href="https://www.zdf.de/video/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-21-mai-2026-100">„Wir holen den Krieg mit Russland nach Europa“</a> gesagt. Der Bundeskanzler wolle offensichtlich die Ukraine an die EU inklusive einer Beistandsverpflichtung binden. Politisch sei das Vorhaben Wahnsinn. Die militärische Beistandsverpflichtung sei für Russland das rote Tuch – ob NATO-Mitgliedschaft oder ein EU-Sonderstatus. Das sei keine neue europäische Friedensordnung, sondern der Weg in einen großen Krieg. Mit dem „Wohle des deutschen Volkes“ habe Merz’ Vorstoß nichts zu tun. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Von unseren Leserinnen und Lesern haben wir dazu interessante Zuschriften bekommen, für die wir uns herzlich bedanken. Die nun folgende Leserbriefe-Auswahl hat <strong>Christian Reimann</strong> für Sie zusammengestellt.</p><p><strong>1. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Klöckner,</p><p>gibt es einen besseren Beweis dafür, dass dieser Bundeskanzler und seine Koalitionäre nicht das geringste Interesse daran haben dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen?</p><p>Wann wird man je verstehen …?</p><p>Es grüßt Sie<br></br> Ralf Glahn</p><p><strong>2. Leserbrief</strong></p><p>Hallo NDS!</p><p>Das Verrückte ist ja, daß diese Beistandsklausel im EU-Vertrag sogar deutlich über das hinausgeht, was die NATO im Artikel 5 (Bündnisfall) als Beistandsverpflichtung für ihre Mitglieder formuliert. Dort heißt es:</p><blockquote><p>“…. indem jede von ihnen (den Parteien im NATO-Bündnis) unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.”</p></blockquote><p>Das ist ein sehr viel größerer Spielraum, im Zweifelsfall auch nichts zu tun, eben wenn man es nicht “für erforderlich erachtet”. </p><p>Die EU-Beistandsklausel ist da weit zwangsläufiger und ohne echte Handlungsalternativen. </p><p>Das ist wirklich hart! Das “zivile Wirtschaftsbündnis” EU ist militärischer, um nicht zu sagen, militanter aufgestellt, als das Militärbündnis NATO.</p><p>Gruß. Ole</p><p><strong>3. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Klöckner,</p><p>ich weiß nicht, wem Friedrich Merz dient, dem deutschen Volk definitiv nicht. Genau so wenig dienen die EU Politiker den Völkern der EU. Deren gemeinsamer Herr ist der militärisch industrielle US- Komplex, heute als US- DeepState bezeichnet. In einem interessanten Interview äußerte sich Michael von der Schulenburg (EU Abgeordneter des BSW) sinngemäß zur EU, dass dort die große Mehrheit für einen Krieg gegen Russland ist. Das begründet dann auch das Gefasel von „einer Position der Stärke“ oder auch Forderungen an Russland, die die niemals erfüllen können, die kämen einer Kapitulation Russlands gleich.</p><p>Verantwortungslose, größenwahnsinnige Typen wollen den Krieg mit Russland und glauben tatsächlich, den gewinnen zu können. Wir brauchen keine Angst vor Russland zu haben. Die bedrohen uns nicht. Wir aber bedrohen Russland und das schon mit Beginn der NATO-Osterweiterung. Die Chance gemeinsam in Frieden zu leben (von Lissabon bis Wladiwostok), die haben gewissenlose westliche Hasardeure im US- Auftrag verspielt.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> R. Binde</p><p><strong>4. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag,</p><p>unverantwortlich und zum Unwohl des ,, Deutschen Volkes ” sind Merzens Forderungen.</p><p>In bester Gesellschaft mit Pistorius, der mit der Ukraine einen Drohnen und Raketenpakt vor Russlands Haustür abgeschlossen hat und dem, wie kann man einen Wadenbeißer, Hetzer und Kriegstreiber höflich betiteln? Belassen wir es einfach bei Kiesewetter, der eine Stunde Null und die Auflösung des russischen Staates fordert. Alle bewegen sich fernab des Friedensgebotes, ,, Das deutsche Volk bekennt sich zum Willen dem Frieden der Welt zu dienen “. Zudem haben Merz und Pistorius noch einen Amtseid abgelegt.</p><p>Diese drei Figuren in erster Reihe spielen mit dem Feuer und gefährden durch ihre eigentlich Grundgesetz fernen Handlungen den Frieden in Deutschland und Europa.</p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Thomas Stöbe</p><p><strong>5. Leserbrief</strong></p><p>Guten Tag,</p><p>Deutschland rüstet massiv zum Krieg gegen Russland – warum ?</p><p>Hat Russland Deutschland angegriffen? was hat Russland Deutschland angetan? Nichts! 0,0 nichts!</p><p>Das heisst : Deutschland will den Krieg gegen Russland und sie fürhrrn ihn schon, mit der Lieferung von langstreckenwaffen, mit deutsch-ukrainischen Drohnen joint ventures , mit Ptoduktionsstäätten in Deutschland!</p><p>Neuer grosser Krieg EU gegen Russland – die Amis freuts , sie liefern Waffen gegen Geld und der Eurasische Kontinent wird wieder mit Tod und Zerstörung überzogen, zwei US rRivalen “eingedämmt”, – diese Politik muss gestoppt werden. </p><p>Nie wieder Faschismus! Nie wiieder Krieg! – so heisst der historische Aufeuf, denn das verkürzte “Nie wieder” heisst gar nichts, nie wieder WAS? </p><p>Ich wiederhole : was hat Russland Deutschland angetan? Für Leute wie Kiesewetter natürlich die Kapitulation Deutschlands im 2.Weltkrieg.</p><p>Ich verstehe sehr gut, dass Herr Vad bei Lanz laut wird gegenüber diesem katastrophalen Zeitgenossen.</p><p>mit freundlichen Grüssen<br></br> Theresia Forsthofer</p><p><strong>6. Leserbrief</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Klöckner,</p><p>ich danke Ihnen für Ihre klare unmissverständliche Kommentierung zur Geostrategie des Bundeskanzlers, die Ukraine im Rahmen eines EU-Sonderstatus inklusive einer Beistandsklausel enger an die die europäische Gemeinschaft zu binden. Es kann als gesichert unterstellt werden, dass Friedrich Merz durchaus bewusst sein dürfte, dass ein solcher Schritt seitens Russlands als unerhörte Provokation und als ein völlig inakzeptables Überschreiten deutlich aufgezeigter roter Linien verstanden werden würde mit weitreichenden zu erwartenden verheerenden militärischen Konsequenzen für Zentraleuropa! Es ist für mich mit meinen 77 Jahren unfassbar, dass ein deutscher Regierungschef im Alleingang, ohne Einbindung des Parlaments, mit einem Brandbeschleuniger in der Hinterhand dabei ist, möglicherweise die Büchse der Pandora zu öffnen. Wo bleibt der Aufschrei der christlichen Kirchen? Wo bleiben unsere Volksvertreter als oberster Souverän des Deutschen Volkes? Und, last not least, wo bleiben die Mainstream-Medien als „Vierte Gewalt“? </p><p>Heute, am 23. Mai 2026, begehen wir den 77. Geburtstag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. In der Präambel zum Grundgesetz vom 23.5.1949 heißt es unter anderem: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben“.</p><p>Und, so frage ich, welche juristische Konsequenz erwächst aus dem Amtseid eines Bundeskanzlers, Schaden von ihm ( dem Volke -eigene Anmerkung) abzuwenden, wenn sehenden Auges die Gefahr eines Flächenbrandes gegeben ist?</p><p>Viel ist darüber gerätselt worden, wie es möglich sein konnte, dass im August des Jahres 1914 weite Kreise fast euphorisch –“ Weihnachten sind wir wieder zu Hause“ – in den Ersten Weltkrieg gezogen sind. Heute, 112 Jahre später und nach einem verheerenden Zweiten Weltkrieg, sehen wir das drohende Unheil heraufziehen, doch der „einfache“ Bürger scheint machtlos. Freunde des Friedens werden als“ Putinknechte“ diffamiert und gesellschaftlich ausgegrenzt. Kriegstüchtigkeit ist das Gebot im Hier und Jetzt, anstatt des Strebens nach Friedfertigkeit und Diplomatie. Doch es gibt einen winzigen Hoffnungsschimmer am politischen Horizont: Heute vor genau 15 Monaten, am 23. Februar 2025, wurde der 21. Deutsche Bundestag gewählt. Das BSW erhielt laut amtlichem endgültigem Ergebnis 4,981 % der Zweitstimmen und verfehlte mit rund 9500 Stimmen den Einzug in den 21. Deutschen Bundestag. Bislang hat das Bundesverfassungsgericht noch nicht über eine Klage des BSW auf Neuauszählung entschieden. Aufgrund von teils nachgewiesenen Zählfehlern dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch bei einer Neuauszählung der Stimmen das BSW die Fünf-Prozent-Hürde knacken und in den 21. Deutschen Bundestag einziehen und damit die politischen Karten neu mischen.</p><p>Mit freundlichem Gruß<br></br> Wilfried Böckmann</p><p><strong>7.Leserbrief</strong></p><p>Ja – so, wie es scheint, wollen Merz und seine agressiven ‘Brüder und Schwestern im Geiste’ den Krieg nach Europa holen, mit bestmöglicher Unterstützung der EU-‘Knallchargen’. Dieser Kanzler-Diabolo ist der Super-GAU für die BRD – innen- und außenpolitisch. Völlig verantwortungslos gegenüber dem Volk, völlig ungebunden an seinen Amtseid, völlig inkompetent, stets Demokratie-beschwörend, aber selbst demokratiefeindlich und sich maßlos selbst überschätzend. Das Grundgesetz in seinen innersten Werten großzügig missachtend. Rechtsbruch statt Rechtsstaatlichkeit willkürlich fördernd. Wenn es das Kruger-Dunning-Syndrom nicht bereits gäbe – für diesen GröKaZ müsste es ‘erfunden’ werden – größtmögliche Selbstüberschätzung bei totaler Inkompetenz. Man ist geneigt, diesem ‘Ausnahme-Politiker’ zusätzlich noch ein gehöriges Maß an Bosheit, Kungelei mit Seinesgleichen und gezielter Volksverachtung zu unterstellen.</p><p>Selbstredend maßt sich dieser ‘Herrscher’ ohne irgendwelche Skrupel an, das steuerzahlende Volk für seinen gefährlichen Rüstungswahn kräftig bluten zu lassen und die korrupte, Deutschland stets genussvoll beleidigende Ukraine devot und untertänigst mit Geld zuzuschütteten, dafür den Sozialstaat zu schleifen und dabei seine Günstlinge aus der Finanz-, Versicherungs- und Rüstungsindustrie bestmöglich zu ‘pampern’. Wissend, dass er nach seiner – wie auch immer befristeten Amtszeit – in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird – allenfalls noch als abschreckendes Beispiel eines unfähigen Kanzlers dienend. Devise: ‘Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert’. (…) </p><p>Anonym</p><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten</strong></p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.</p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:</p><ul> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#90fcf5e3f5e2f2e2f9f5f6f5d0fef1f3f8f4f5fefbe3f5f9e4f5febef4f5">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de</a> für Kommentare zum Inhalt von Beiträgen.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#670f0e0910020e1402270906040f0302090c14020e130209490302">hinweise(at)nachdenkseiten.de</a> wenn Sie Links zu Beiträgen in anderen Medien haben.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#c8bea1acada7a0a1a6bfada1bbad88a6a9aba0acada6a3bbada1bcada6e6acad">videohinweise(at)nachdenkseiten.de</a> für die Verlinkung von interessanten Videos.</li> <li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/cdn-cgi/l/email-protection#92e0f7f6f3f9e6fbfdfcd2fcf3f1faf6f7fcf9e1f7fbe6f7fcbcf6f7">redaktion(at)nachdenkseiten.de</a> für Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.</li> </ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „<a href="https://www.nachdenkseiten.de/?page_id=47939">Gebrauchsanleitung</a>“.</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151143 Westend-Verleger Markus J. Karsten: „Gibt es eine legitime Forderung von rechts?“ https://www.nachdenkseiten.de/?p=151264 Fri, 29 May 2026 14:05:36 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151264 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2025/05/Hotel-Eden-Spiez-Flavio-del-Ponte_HD35.jpg" /><h1>Westend-Verleger Markus J. Karsten: „Gibt es eine legitime Forderung von rechts?“</h1><h2>By Ein Artikel von: Marcus Klöckner</h2><article id="content"> <div> <p>Nachdem eine Gruppe von Autoren in einem Offenen Brief den Westend Verlag wegen einer angeblichen „Neuausrichtung“ in Richtung rechts kritisiert, geht Verleger Markus J. Karsten in die Offensive. Im Interview mit den <em>NachDenkSeiten</em> spricht er von einer „dürftigen Argumentation“ der Kritiker und sagt, im Kern gehe es um eine Frage, die nicht gestellt werde, nämlich: „Gibt es eigentlich eine legitime Forderung von ‚rechts‘?“ Karsten, der den Verlag gegründet hat und seit über 22 Jahren führt, sagt, er empfinde die Kritik als „Ansporn“. „Was soll denn Verlagsarbeit anderes sein? Ich will wissen, wie andere ticken und welche Prioritäten sie bei welchen Problemen setzen, und auch, wo sie mich kritisieren.“ Im Interview kritisiert Karsten den <em>Spiegel</em>. Das Magazin habe über den <a href="https://norberthaering.de/propaganda-zensur/westend-offener-brief/">Offenen Brief</a> berichtet, ohne den Verlag vorab für eine Stellungnahme zu kontaktieren. Andere Medien zitierten unvollständig, so Karsten. Von <strong>Marcus Klöckner</strong>.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151264"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Westend_Verleger_Markus_J_Karsten_Gibt_es_eine_legitime_Forderung_von_rechts_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151264-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529_Westend_Verleger_Markus_J_Karsten_Gibt_es_eine_legitime_Forderung_von_rechts_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Westend_Verleger_Markus_J_Karsten_Gibt_es_eine_legitime_Forderung_von_rechts_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p><strong>Der <em>Spiegel</em> hat diese Woche einen Artikel unter der Überschrift <a href="https://www.spiegel.de/kultur/westend-verlag-offener-brief-gegen-verlag-wegen-nius-buchs-a-db59a586-bd3d-436c-a470-6d3fc42e4886"><em>Offener Brief gegen Westend Verlag wegen »Nius«-Buchs</em></a> veröffentlicht. In dem Beitrag geht es um ein Schreiben, das Autoren Ihres Verlages verfasst bzw. unterzeichnet haben. Eine angebliche „Neuausrichtung“ des Verlagsprogramms wird kritisiert. Was auffällt: Von Verlagsseite kommt niemand in dem Beitrag zu Wort. Hat der <em>Spiegel</em> Sie vor Veröffentlichung des Artikels kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten?</strong></p><p>Markus J. Karsten: Nein.</p><p><strong>Wie erklären Sie sich, dass das Magazin Sie nicht kontaktiert hat? Und: Was halten Sie davon? </strong></p><p>Vermutlich dachte man, dass es die erwartete Skandalisierung schmälern würde. Was soll man davon halten?</p><p><strong>Wie sieht es mit anderen Medien aus, die berichtet haben oder berichten wollen? Gab es da Presseanfragen beim Verlag? </strong></p><p>Ja, es gab einige, die journalistisch sauber gearbeitet haben und uns um Stellungnahmen baten.</p><p><strong>Lassen Sie uns auf die Ebene der Argumente gehen. In dem Brief heißt es: </strong></p><p><em><strong>Wir haben „Westend“ als Ort geschätzt, an dem sehr unterschiedliche Überzeugungen aufeinanderstießen, die allerdings in aller Regel von demokratischem Geist und dem Willen nach Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse geprägt waren. Wir haben im Sinne der Meinungsfreiheit selbstverständlich auch akzeptiert, dass Sie das Portfolio Ihres Verlages um Autoren wie Wolfgang Kubicki und Ulf Poschardt erweitert haben. Mit der Veröffentlichung des von Pauline Voss und Julian Reichelt herausgegebenen Bandes „Links – Deutsch / Deutsch – Links“ haben Sie nun das Spektrum Ihrer Veröffentlichungen bis hin zur extremen Rechten erweitert. Dieses Buch ragt nicht nur dadurch heraus, dass Sie damit Ihren Verlag den Führungspersonen eines Portals zur Verfügung stellen, das Tag für Tag große Teile des demokratischen Spektrums verunglimpft. Der Band enthält zudem Texte von Autorinnen und Autoren, deren Positionen der AfD nahestehen, einer aus unserer Sicht demokratiebedrohenden Partei.</strong></em></p><p><strong>Das ist der Kern des Briefs. Beim Lesen fällt auf: Einerseits sprechen die Unterzeichner davon, dass sie „unterschiedliche Überzeugungen“ schätzen, andererseits gibt es dann doch einen „Stein des Anstoßes“. Wie argumentativ tragfähig ist aus Ihrer Sicht das Vorgetragene? </strong></p><p>Zunächst muss man sagen, dass einer der Herausgeber des inkriminierten Buches einer der bekanntesten und reichweitenstärksten Journalisten Deutschlands ist, daran dürfte kein Zweifel bestehen. Die Frage, ob unter seinem Namen ein Buch erscheinen darf, überwiegt ganz offensichtlich andere, auch weltpolitisch brisante Fragen, beispielsweise die, ob es sich in Gaza um einen Genozid handelt oder nicht. Die Beantwortung dieser Frage dürfte bei den Unterzeichnern nicht ohne Zerwürfnisse möglich sein. Oder auch die Frage im Umgang mit dem Ukrainekrieg. Den Zusammenhalt bildet aber: Man kann ja für Meinungsfreiheit sein, wenn es unbedingt sein muss, aber wir bestimmen, ob sie auch „befördert“ werden darf, sprich ausgesprochen. Auch das Thema „Kriegstüchtigkeit“, eine originär linke Thematik, also die Frage, ob Menschen, die Krieg befürworten, aber selber nicht hingehen müssen, andere in den Tod schicken dürfen, möchte ich in diesem Kreis mal diskutiert sehen. </p><p><strong>Sehen Sie weitere Schwachstellen in der Argumentation? </strong></p><p>Jenseits der dürftigen Argumentation dreht es sich doch im Kern um die Frage, die nicht gestellt wird: Gibt es eigentlich eine legitime Forderung von „rechts“? Was bedeutet, welche Position darf überhaupt geäußert werden? Wer entscheidet darüber? Ein bockiges Nichtzurkenntnisnehmenwollen grundsätzlich abweichender Positionen wird umso hartnäckiger betrieben, je effektloser es ist – wie man wohl ganz objektiv feststellen muss. Die Leidtragenden sind die Schutzlosen und Schwächsten.</p><p>Es nicht angenehm zu realisieren, dass man es sich offenbar zu leicht gemacht hat. Ich empfinde das für mich selbst als Ansporn. Was soll denn Verlagsarbeit anderes sein? Ich will wissen, wie andere ticken und welche Prioritäten sie bei welchen Problemen setzen, und auch, wo sie mich kritisieren. Das habe ich wortwörtlich so auch der <a href="https://www.zeit.de/feuilleton/literatur/2026-05/westend-verlag-protest-gregor-gysi-ulrike-herrmann-publikation-julian-reichelt-nius"><em>ZEIT</em></a> geantwortet, die es aber vorzog, lieber ein bisschen etwas über Westend zusammenzugooglen, um dann die Welt mit diesem Geraune zu beglücken. Welcher Ressortleiter lässt so etwas zu? Hinzu kommt, dass ich unvollständig zitiert werde, es wurde sich das „rausgegrabbelt“, was in den kindlichen Untertassenhorizont passte. </p><p><strong>Wie sah denn Ihre vollständige Antwort aus? </strong></p><p>Die komplette Antwort auf die Frage der <em>ZEIT</em> lautete: „Rechte Gesellschaftskritik, linke Gesellschaftskritik, ich weiß nicht mehr, ob man mit diesen Zuschreibungen weiterkommt, auch wenn ich mit dieser Infragestellung bereits eine Todsünde begehe. Linkssein ist ja ganz schön, aber werden andere davon satt? Ganz offensichtlich haben die Bücher der Briefeschreiber in den vergangenen Jahren nur äußerst begrenzt dazu geführt, Nöte zu mildern oder gar zu verhindern. Die Armutsquote bei Kindern hat zu Zeiten der Ampelkoalition deutlich zugelegt. Es ging also in die andere Richtung. Ist <em>NIUS</em> daran schuld…? Wenn wir in unseren Büchern die Zustände in Moria oder Gaza anprangern – ist das linke oder rechte Gesellschaftskritik? Wo ist „die Linke“ im Fall EU gegen Baud und jetzt Dogru? Immerhin: Gysi ist Erstunterzeichner. Ich ebenfalls. Also auch eine Allianz.“ Ich glaube, die Redakteurin hat noch nie von Baud und Dogru gehört. </p><p><strong>Die Unterzeichner reden davon, dass das Portal <em>Nius</em> „Tag für Tag große Teile des demokratischen Spektrums verunglimpft.“ Ein Beweis für die Aussage taucht in dem Brief nicht auf. Reden wir offen: Die öffentliche Atmosphäre ist von, sagen wir: „Ausschluss“ geprägt. X möchte nicht mit Y reden, Z möchte nicht, dass Y auf der Bühne steht. Die Verengung des Meinungskorridors ist seit langem Programm. Das hat sehr viel mit Macht, mit Herrschaft und dem damit verbundenen Kampf um die Definitionshoheit zu tun. Flankiert wird dieser Kampf von Akteuren, die vom hohen Ross des Moralapostels aus glauben, für die Allgemeinheit bestimmen zu können, wo die roten Linien des Sagbaren liegen und wer ein legitimer Sprecher sein darf und wer nicht. Die Selbstinszenierung lautet immer: „Wir sind die Guten. Wir sind die guten Demokraten. Und die anderen, das sind die Feinde der Demokratie.“ Bemerkenswert scheint mir: Als Menschen aus unserer Mitte aufgrund der Coronamaßnahmen alleine in Krankenhäusern und Heimen sterben mussten, haben die guten Demokraten geschwiegen. Jetzt, wo das gesamte Land „kriegstüchtig“ werden soll, schweigen sie auch – oder noch schlimmer, unterstützen den Kurs. Wie sehen Sie das? </strong></p><p>Ja, die <em>Berliner Zeitung</em> hatte mich in <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/westend-verlag-wehrt-sich-gegen-autoren-grosse-worte-mit-wenig-grundierung-10038074">einem Interview</a> zu dem Vorwurf der Unterzeichner und Unterzeichnerinnen befragt, wonach die Autoren kritisieren, dass in diesem Buch Texte von Autoren abgedruckt seien, „deren Positionen der AfD nahestehen“. Nun, von den Beiträgern, wie es richtig heißen müsste, stehen einige den Parteien nahe, die in den Parlamenten die zum Himmel schreiende Coronapolitik durchgedrückt haben, die beschlossen haben, dass Abermilliarden für Tötungsmaterial ausgegeben oder Waffen in Kriegsgebiete geschickt werden, Sozialstaatsabbau betrieben und würdelos den Beanstandungen des BSW zur Auszählung der Bundestagswahl keinen Raum gegeben haben. Doppelmoral also. Ein leider nach wie vor unterbelichtetes Phänomen, was nicht verwundert, da dadurch die eigene Dürftigkeit kaschiert wird.</p><p><strong>Sie wissen es: In dieser Zeit ist immer wieder von „Medienkompetenz“ die Rede. Vor allem Vertreter großer Medien betonen unaufhörlich, wie wichtig es sei, Propaganda und Manipulation zu durchschauen – freilich meinen sie dabei nicht ihre eigene Arbeit. </strong></p><p>In Sachen Baud haben wir ein Paradebeispiel einer konzertierten Aktion. Ist den Initiatoren und den eingespannten Redakteuren, etwa vom <a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/wegen-rechter-bucher-aus-nius-umfeld-32-autorinnen-und-autoren-verlassen-westend-verlag-15627668.html"><em>Tagesspiegel</em></a>, ihr Vorgehen nicht peinlich? Dort heißt das Buch von Jaques Baud „Putin – Herr des Geschehens“, statt „Putin – Herr des Geschehens?“. Passte halt besser ins eigene Weltbild, das Fragezeichen wegzulassen. In dem Buch steht keine einzige russische Quelle. Ist diesen Leuten nicht bewusst, dass es genau dieser eklatante Mangel an Wahrhaftigkeit ist, gepaart mit der bereits genannten Doppelmoral, weswegen ihnen keiner mehr zuhören will? Manipulationen, wohin das Auge reicht – worauf die <em>NDS</em> seit Jahren nicht müde werden hinzuweisen. Es wundert mich im Nachhinein nicht, dass sich die Initiatoren dieses Briefes schon immer mit ihnen schwertaten.</p><p><strong>Sie haben den <em>Tagesspiegel</em> erwähnt. Das Blatt hat ja auch <a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/wegen-rechter-bucher-aus-nius-umfeld-32-autorinnen-und-autoren-verlassen-westend-verlag-15627668.html">über den Offenen Brief berichtet</a>.</strong></p><p>In der Tat. In dem Artikel heißt es: „Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Briefes gehören unter den vielen anderen Gregor Gysi, Ulrike Herrmann, Simone Schollack oder Andrea Ypsilanti, deren Bücher seit Jahren von Westend veröffentlicht werden.“</p><p>Richtig, und daran besteht kein Zweifel, müsste es heißen „deren Bücher VOR Jahren von Westend veröffentlicht wurden: Gysi 2015, Schmollack 2017 und Ypsilanti 2018. Es ist ja nicht so, dass wir ständig Bücher dieser Autoren veröffentlichen. Das mag man vielleicht jetzt nur als kleine Ungenauigkeit ansehen, aber Unschärfen dieser Art, bei unterschiedlichen Themen, sind immer wieder in Medien zu finden.</p><p>Was ich noch sagen möchte: Mit Andrea Ypsilanti verbindet mich übrigens eine langjährige Freundschaft. Ihr nehme ich auch ab, dass sie nicht nur über Migration spricht, sondern sich auch tatsächlich einsetzt für Menschen, die hier landen und sich problembeladen mit den hiesigen Verhältnissen zurechtfinden müssen. Jedenfalls: Wie kann man so manipulierend auftreten und glauben, das fiele dem Leser nicht auf? So sägt man doch nur noch das letzte Stückchen Ast ab, auf dem man sitzt, und der bereits halb abgerissen ist.</p><p>Noch ein Wort zu dem Begriff „kritisch“. Eines der pseudolinken Lieblingsworte: Wo bitteschön, wo ist eine sich selbst als links bezeichnende Linke durch kritisches Nachfragen aufgefallen, sagen wir seit 2016? Aber, ich wiederhole mich. Und es bleibt dabei, wie in alle Richtungen schon immer und immer wieder kommuniziert: Unsere Türen stehen seit jeher jederzeit offen.</p><p><small>Titelbild: © privat</small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2025/05/Hotel-Eden-Spiez-Flavio-del-Ponte_HD35.jpg" /><h1>Westend-Verleger Markus J. Karsten: „Gibt es eine legitime Forderung von rechts?“</h1><h2>By Ein Artikel von: Marcus Klöckner</h2><article id="content"> <div> <p>Nachdem eine Gruppe von Autoren in einem Offenen Brief den Westend Verlag wegen einer angeblichen „Neuausrichtung“ in Richtung rechts kritisiert, geht Verleger Markus J. Karsten in die Offensive. Im Interview mit den <em>NachDenkSeiten</em> spricht er von einer „dürftigen Argumentation“ der Kritiker und sagt, im Kern gehe es um eine Frage, die nicht gestellt werde, nämlich: „Gibt es eigentlich eine legitime Forderung von ‚rechts‘?“ Karsten, der den Verlag gegründet hat und seit über 22 Jahren führt, sagt, er empfinde die Kritik als „Ansporn“. „Was soll denn Verlagsarbeit anderes sein? Ich will wissen, wie andere ticken und welche Prioritäten sie bei welchen Problemen setzen, und auch, wo sie mich kritisieren.“ Im Interview kritisiert Karsten den <em>Spiegel</em>. Das Magazin habe über den <a href="https://norberthaering.de/propaganda-zensur/westend-offener-brief/">Offenen Brief</a> berichtet, ohne den Verlag vorab für eine Stellungnahme zu kontaktieren. Andere Medien zitierten unvollständig, so Karsten. Von <strong>Marcus Klöckner</strong>.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151264"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Westend_Verleger_Markus_J_Karsten_Gibt_es_eine_legitime_Forderung_von_rechts_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151264-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529_Westend_Verleger_Markus_J_Karsten_Gibt_es_eine_legitime_Forderung_von_rechts_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Westend_Verleger_Markus_J_Karsten_Gibt_es_eine_legitime_Forderung_von_rechts_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p><strong>Der <em>Spiegel</em> hat diese Woche einen Artikel unter der Überschrift <a href="https://www.spiegel.de/kultur/westend-verlag-offener-brief-gegen-verlag-wegen-nius-buchs-a-db59a586-bd3d-436c-a470-6d3fc42e4886"><em>Offener Brief gegen Westend Verlag wegen »Nius«-Buchs</em></a> veröffentlicht. In dem Beitrag geht es um ein Schreiben, das Autoren Ihres Verlages verfasst bzw. unterzeichnet haben. Eine angebliche „Neuausrichtung“ des Verlagsprogramms wird kritisiert. Was auffällt: Von Verlagsseite kommt niemand in dem Beitrag zu Wort. Hat der <em>Spiegel</em> Sie vor Veröffentlichung des Artikels kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten?</strong></p><p>Markus J. Karsten: Nein.</p><p><strong>Wie erklären Sie sich, dass das Magazin Sie nicht kontaktiert hat? Und: Was halten Sie davon? </strong></p><p>Vermutlich dachte man, dass es die erwartete Skandalisierung schmälern würde. Was soll man davon halten?</p><p><strong>Wie sieht es mit anderen Medien aus, die berichtet haben oder berichten wollen? Gab es da Presseanfragen beim Verlag? </strong></p><p>Ja, es gab einige, die journalistisch sauber gearbeitet haben und uns um Stellungnahmen baten.</p><p><strong>Lassen Sie uns auf die Ebene der Argumente gehen. In dem Brief heißt es: </strong></p><p><em><strong>Wir haben „Westend“ als Ort geschätzt, an dem sehr unterschiedliche Überzeugungen aufeinanderstießen, die allerdings in aller Regel von demokratischem Geist und dem Willen nach Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse geprägt waren. Wir haben im Sinne der Meinungsfreiheit selbstverständlich auch akzeptiert, dass Sie das Portfolio Ihres Verlages um Autoren wie Wolfgang Kubicki und Ulf Poschardt erweitert haben. Mit der Veröffentlichung des von Pauline Voss und Julian Reichelt herausgegebenen Bandes „Links – Deutsch / Deutsch – Links“ haben Sie nun das Spektrum Ihrer Veröffentlichungen bis hin zur extremen Rechten erweitert. Dieses Buch ragt nicht nur dadurch heraus, dass Sie damit Ihren Verlag den Führungspersonen eines Portals zur Verfügung stellen, das Tag für Tag große Teile des demokratischen Spektrums verunglimpft. Der Band enthält zudem Texte von Autorinnen und Autoren, deren Positionen der AfD nahestehen, einer aus unserer Sicht demokratiebedrohenden Partei.</strong></em></p><p><strong>Das ist der Kern des Briefs. Beim Lesen fällt auf: Einerseits sprechen die Unterzeichner davon, dass sie „unterschiedliche Überzeugungen“ schätzen, andererseits gibt es dann doch einen „Stein des Anstoßes“. Wie argumentativ tragfähig ist aus Ihrer Sicht das Vorgetragene? </strong></p><p>Zunächst muss man sagen, dass einer der Herausgeber des inkriminierten Buches einer der bekanntesten und reichweitenstärksten Journalisten Deutschlands ist, daran dürfte kein Zweifel bestehen. Die Frage, ob unter seinem Namen ein Buch erscheinen darf, überwiegt ganz offensichtlich andere, auch weltpolitisch brisante Fragen, beispielsweise die, ob es sich in Gaza um einen Genozid handelt oder nicht. Die Beantwortung dieser Frage dürfte bei den Unterzeichnern nicht ohne Zerwürfnisse möglich sein. Oder auch die Frage im Umgang mit dem Ukrainekrieg. Den Zusammenhalt bildet aber: Man kann ja für Meinungsfreiheit sein, wenn es unbedingt sein muss, aber wir bestimmen, ob sie auch „befördert“ werden darf, sprich ausgesprochen. Auch das Thema „Kriegstüchtigkeit“, eine originär linke Thematik, also die Frage, ob Menschen, die Krieg befürworten, aber selber nicht hingehen müssen, andere in den Tod schicken dürfen, möchte ich in diesem Kreis mal diskutiert sehen. </p><p><strong>Sehen Sie weitere Schwachstellen in der Argumentation? </strong></p><p>Jenseits der dürftigen Argumentation dreht es sich doch im Kern um die Frage, die nicht gestellt wird: Gibt es eigentlich eine legitime Forderung von „rechts“? Was bedeutet, welche Position darf überhaupt geäußert werden? Wer entscheidet darüber? Ein bockiges Nichtzurkenntnisnehmenwollen grundsätzlich abweichender Positionen wird umso hartnäckiger betrieben, je effektloser es ist – wie man wohl ganz objektiv feststellen muss. Die Leidtragenden sind die Schutzlosen und Schwächsten.</p><p>Es nicht angenehm zu realisieren, dass man es sich offenbar zu leicht gemacht hat. Ich empfinde das für mich selbst als Ansporn. Was soll denn Verlagsarbeit anderes sein? Ich will wissen, wie andere ticken und welche Prioritäten sie bei welchen Problemen setzen, und auch, wo sie mich kritisieren. Das habe ich wortwörtlich so auch der <a href="https://www.zeit.de/feuilleton/literatur/2026-05/westend-verlag-protest-gregor-gysi-ulrike-herrmann-publikation-julian-reichelt-nius"><em>ZEIT</em></a> geantwortet, die es aber vorzog, lieber ein bisschen etwas über Westend zusammenzugooglen, um dann die Welt mit diesem Geraune zu beglücken. Welcher Ressortleiter lässt so etwas zu? Hinzu kommt, dass ich unvollständig zitiert werde, es wurde sich das „rausgegrabbelt“, was in den kindlichen Untertassenhorizont passte. </p><p><strong>Wie sah denn Ihre vollständige Antwort aus? </strong></p><p>Die komplette Antwort auf die Frage der <em>ZEIT</em> lautete: „Rechte Gesellschaftskritik, linke Gesellschaftskritik, ich weiß nicht mehr, ob man mit diesen Zuschreibungen weiterkommt, auch wenn ich mit dieser Infragestellung bereits eine Todsünde begehe. Linkssein ist ja ganz schön, aber werden andere davon satt? Ganz offensichtlich haben die Bücher der Briefeschreiber in den vergangenen Jahren nur äußerst begrenzt dazu geführt, Nöte zu mildern oder gar zu verhindern. Die Armutsquote bei Kindern hat zu Zeiten der Ampelkoalition deutlich zugelegt. Es ging also in die andere Richtung. Ist <em>NIUS</em> daran schuld…? Wenn wir in unseren Büchern die Zustände in Moria oder Gaza anprangern – ist das linke oder rechte Gesellschaftskritik? Wo ist „die Linke“ im Fall EU gegen Baud und jetzt Dogru? Immerhin: Gysi ist Erstunterzeichner. Ich ebenfalls. Also auch eine Allianz.“ Ich glaube, die Redakteurin hat noch nie von Baud und Dogru gehört. </p><p><strong>Die Unterzeichner reden davon, dass das Portal <em>Nius</em> „Tag für Tag große Teile des demokratischen Spektrums verunglimpft.“ Ein Beweis für die Aussage taucht in dem Brief nicht auf. Reden wir offen: Die öffentliche Atmosphäre ist von, sagen wir: „Ausschluss“ geprägt. X möchte nicht mit Y reden, Z möchte nicht, dass Y auf der Bühne steht. Die Verengung des Meinungskorridors ist seit langem Programm. Das hat sehr viel mit Macht, mit Herrschaft und dem damit verbundenen Kampf um die Definitionshoheit zu tun. Flankiert wird dieser Kampf von Akteuren, die vom hohen Ross des Moralapostels aus glauben, für die Allgemeinheit bestimmen zu können, wo die roten Linien des Sagbaren liegen und wer ein legitimer Sprecher sein darf und wer nicht. Die Selbstinszenierung lautet immer: „Wir sind die Guten. Wir sind die guten Demokraten. Und die anderen, das sind die Feinde der Demokratie.“ Bemerkenswert scheint mir: Als Menschen aus unserer Mitte aufgrund der Coronamaßnahmen alleine in Krankenhäusern und Heimen sterben mussten, haben die guten Demokraten geschwiegen. Jetzt, wo das gesamte Land „kriegstüchtig“ werden soll, schweigen sie auch – oder noch schlimmer, unterstützen den Kurs. Wie sehen Sie das? </strong></p><p>Ja, die <em>Berliner Zeitung</em> hatte mich in <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/westend-verlag-wehrt-sich-gegen-autoren-grosse-worte-mit-wenig-grundierung-10038074">einem Interview</a> zu dem Vorwurf der Unterzeichner und Unterzeichnerinnen befragt, wonach die Autoren kritisieren, dass in diesem Buch Texte von Autoren abgedruckt seien, „deren Positionen der AfD nahestehen“. Nun, von den Beiträgern, wie es richtig heißen müsste, stehen einige den Parteien nahe, die in den Parlamenten die zum Himmel schreiende Coronapolitik durchgedrückt haben, die beschlossen haben, dass Abermilliarden für Tötungsmaterial ausgegeben oder Waffen in Kriegsgebiete geschickt werden, Sozialstaatsabbau betrieben und würdelos den Beanstandungen des BSW zur Auszählung der Bundestagswahl keinen Raum gegeben haben. Doppelmoral also. Ein leider nach wie vor unterbelichtetes Phänomen, was nicht verwundert, da dadurch die eigene Dürftigkeit kaschiert wird.</p><p><strong>Sie wissen es: In dieser Zeit ist immer wieder von „Medienkompetenz“ die Rede. Vor allem Vertreter großer Medien betonen unaufhörlich, wie wichtig es sei, Propaganda und Manipulation zu durchschauen – freilich meinen sie dabei nicht ihre eigene Arbeit. </strong></p><p>In Sachen Baud haben wir ein Paradebeispiel einer konzertierten Aktion. Ist den Initiatoren und den eingespannten Redakteuren, etwa vom <a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/wegen-rechter-bucher-aus-nius-umfeld-32-autorinnen-und-autoren-verlassen-westend-verlag-15627668.html"><em>Tagesspiegel</em></a>, ihr Vorgehen nicht peinlich? Dort heißt das Buch von Jaques Baud „Putin – Herr des Geschehens“, statt „Putin – Herr des Geschehens?“. Passte halt besser ins eigene Weltbild, das Fragezeichen wegzulassen. In dem Buch steht keine einzige russische Quelle. Ist diesen Leuten nicht bewusst, dass es genau dieser eklatante Mangel an Wahrhaftigkeit ist, gepaart mit der bereits genannten Doppelmoral, weswegen ihnen keiner mehr zuhören will? Manipulationen, wohin das Auge reicht – worauf die <em>NDS</em> seit Jahren nicht müde werden hinzuweisen. Es wundert mich im Nachhinein nicht, dass sich die Initiatoren dieses Briefes schon immer mit ihnen schwertaten.</p><p><strong>Sie haben den <em>Tagesspiegel</em> erwähnt. Das Blatt hat ja auch <a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/wegen-rechter-bucher-aus-nius-umfeld-32-autorinnen-und-autoren-verlassen-westend-verlag-15627668.html">über den Offenen Brief berichtet</a>.</strong></p><p>In der Tat. In dem Artikel heißt es: „Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Briefes gehören unter den vielen anderen Gregor Gysi, Ulrike Herrmann, Simone Schollack oder Andrea Ypsilanti, deren Bücher seit Jahren von Westend veröffentlicht werden.“</p><p>Richtig, und daran besteht kein Zweifel, müsste es heißen „deren Bücher VOR Jahren von Westend veröffentlicht wurden: Gysi 2015, Schmollack 2017 und Ypsilanti 2018. Es ist ja nicht so, dass wir ständig Bücher dieser Autoren veröffentlichen. Das mag man vielleicht jetzt nur als kleine Ungenauigkeit ansehen, aber Unschärfen dieser Art, bei unterschiedlichen Themen, sind immer wieder in Medien zu finden.</p><p>Was ich noch sagen möchte: Mit Andrea Ypsilanti verbindet mich übrigens eine langjährige Freundschaft. Ihr nehme ich auch ab, dass sie nicht nur über Migration spricht, sondern sich auch tatsächlich einsetzt für Menschen, die hier landen und sich problembeladen mit den hiesigen Verhältnissen zurechtfinden müssen. Jedenfalls: Wie kann man so manipulierend auftreten und glauben, das fiele dem Leser nicht auf? So sägt man doch nur noch das letzte Stückchen Ast ab, auf dem man sitzt, und der bereits halb abgerissen ist.</p><p>Noch ein Wort zu dem Begriff „kritisch“. Eines der pseudolinken Lieblingsworte: Wo bitteschön, wo ist eine sich selbst als links bezeichnende Linke durch kritisches Nachfragen aufgefallen, sagen wir seit 2016? Aber, ich wiederhole mich. Und es bleibt dabei, wie in alle Richtungen schon immer und immer wieder kommuniziert: Unsere Türen stehen seit jeher jederzeit offen.</p><p><small>Titelbild: © privat</small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> Nachdem eine Gruppe von Autoren in einem Offenen Brief den Westend Verlag wegen einer angeblichen „Neuausrichtung“ in Richtung rechts kritisiert, geht Verleger Markus J. Karsten in die Offensive. Im Interview mit den NachDenkSeiten spricht er von einer... Nachdem eine Gruppe von Autoren in einem Offenen Brief den Westend Verlag wegen einer angeblichen „Neuausrichtung“ in Richtung rechts kritisiert, geht Verleger Markus J. Karsten in die Offensive. Im Interview mit den NachDenkSeiten spricht er von einer „dürftigen Argumentation“ der Kritiker und sagt, im Kern gehe es um eine Frage, die nicht gestellt werde, nämlich:Weiterlesen Redaktion NachDenkSeiten 12:43 151264 Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (12) https://www.nachdenkseiten.de/?p=151098 Fri, 29 May 2026 13:00:48 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151098 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/junge-berlin.jpg" /><h1>Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (12)</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><article id="content"> <div> <p>In dieser 12. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ führen uns die Erinnerungen der Leser an den Mittelrhein, in die stickige Luft der Luftschutzbunker, zum Brennnesselsammeln als Gemüseersatz, auf einen Friedhof für russische Zwangsarbeiter und in das zerbombte Hamburg, in dem ein Familienvater die wohl glücklichste Überraschung seines Lebens erfährt. Zuletzt geht es nach Griechenland auf die Insel Rhodos, wo eine griechische Familie nur knapp den Krieg überlebt und dem Hungertod entgeht und dieses Schicksal mit einem deutschen Besatzungssoldaten teilt.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151098"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_12_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151098-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_12_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_12_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Anlässlich des Gedenktages am 8. Mai hatten wir <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150104">hier</a> unsere Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, kurze Schlaglichter und Eindrücke ihrer eigenen Erinnerungen (oder der ihrer Eltern) an die Schrecken des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit aufzuschreiben und uns zu senden. Wir bedanken uns von Herzen für die vielen und berührenden Beiträge!</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150403">ersten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150464">zweiten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150486">dritten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150605">vierten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150632">fünften Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150671">sechsten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150740">siebenten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150816">achten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150812">neunten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150802">zehnten Teil</a> sowie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151038">elften Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><strong>Fliegeralarm, Bomber, Bunker</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Müller, verehrte NachDenkSeiten-Redaktion,</p><p>verbunden mit großem Dank für Ihre unverzichtbare Arbeit übermittele ich Ihnen im Anhang meinen bescheidenen Beitrag zu Ihrem Aufruf anlässlich des 8. Mai.</p><p>Mit allen guten Wünschen</p><p>Im September 1941, als der Krieg schon in vollem Gange war, wurde ich in einem kleinen Ort am Mittelrhein, unweit der gegen Ende des Krieges heißumkämpften Remagener Brücke, geboren. Mein Heimatort war zu unser aller Glück nie ein wichtiges Kriegsziel für die alliierten Truppen. So haben meine gesamte Familie und ich, im Gegensatz zu Millionen anderer Mitmenschen, weder nahe Angehörige zu beklagen gehabt noch Vertreibung, Bombardierungen oder den Verlust von Besitztümern, wir waren ohnehin Habenichtse, erleiden müssen.</p><p>Dennoch haben sich einige meiner Erinnerungen, die bis in das Jahr 1945 zurückreichen, unauslöschlich in mein Gedächtnis eingegraben. Es sind wenige, aus heutiger Sicht banale Begebenheiten, und doch wurden sie für mich als Kind offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes unvergesslich. Ich weiß allerdings nicht mehr, mit welchen Gefühlen sie verbunden waren, Panik, Angst, Nichtbegreifen? Ich bin mir jedoch sicher, dass sie im Zusammenhang mit dem bewussten Miterleben der folgenden Nachkriegsjahre ihre Spuren in meiner Psyche hinterlassen haben. Aber das wäre ein Thema für die Tiefenpsychologie.</p><p>Drei Schlüsselworte sind aus der Zeit des letzten Kriegsjahres nie mehr aus meinem Gedächtnis verschwunden: Fliegeralarm, Bomber, Luftschutzbunker. Hieß es Fliegeralarm, heulten die Sirenen und auf dem Arm meines Vaters, begleitetet von meiner Mutter, versuchten wir im Laufschritt, als in der Dunkelheit der Nacht schon das sich nahende Dröhnen, wie ich heute weiß, britischer und amerikanischer Bombergeschwader zu hören war, einen einige hundert Meter entfernten Luftschutzbunker zu erreichen. Ich war zu dieser Zeit das einzige Kind in der Familie, meine ältere Schwester war zum sogenannten Landdienst irgendwo in Niedersachsen verpflichtet, ein Bruder war ein Jahr vor meiner Geburt an Diphtherie verstorben, einer Infektionskrankheit, die zu dieser Zeit überall grassierte.</p><p>Mehr als alle anderen Begleiterscheinungen, welche die mit den für mich als Kind nicht zu deutenden, sich nachts immer wiederholenden, rheinaufwärts nach Süden fliegenden Bombergeschwadern verbunden waren, sind die Bunkeraufenthalte, die wie eine Filmszene, auch mit allen Sinnes- und Gefühlswahrnehmungen, im wahrsten Sinne lebhaft in meiner Erinnerung verhaftet sind. Überfüllt mit mir fremden Menschen, stickiger Luft, von Karbidlampen, die notdürftig etwas Licht in die Dunkelheit des Erdstollens brachten, von den Erwachsenen rüde zurechtgewiesen, wenn ich meinem kindlichen Bedürfnis nach Bewegung versuchte nachzugeben, dies auch, um wohl die albtraumhafte Umgebung aushalten zu können. Ich habe im Lauf meines Lebens immer wieder von diesem Erleben geträumt und bis heute habe ich den säuerlichen, essigartigen Geruch der Eichenstämme, mit denen der Bunker zu seiner Stützung verbaut war, in der Nase. Und obwohl noch ein sehr junges Kind, konnte ich seitdem mit dem Begriff Albtraum konkrete Dinge in Verbindung bringen.</p><p>In den letzten Kriegsmonaten beherrschte ein Versorgungsmangel unseren Alltag und ich nahm wahr, dass es für meine Mutter schwierig wurde, Essen auf den Tisch zu bringen, weil es an allem fehlte. Um Gemüse zu ersetzen, ging ich mit meiner Mutter in die Feldflur in der Umgebung unserer Wohnung, um Brennnesseln und andere Wildkräuter zu sammeln, die als Gemüseersatz genutzt wurden. Nach dem Fall der Remagener Brücke waren inzwischen amerikanische Truppen auf beiden Seiten des Rheins so weit vorgerückt, dass auch die Umgebung meines Heimatortes unter Artilleriebeschuss geriet. Als wir eines Tages beim Brennnesselsammeln in die Feuerzone der Artillerieattacken gerieten, war auch diese Nahrungsquelle verschlossen. Ich erinnere mich, dass es in dieser Phase des Krieges lebensgefährlich war, sich außerhalb des Hauses zu bewegen.</p><p>Die Zeit der Bombergeschwader war vorüber, neben dem Artilleriebeschuss waren aber einzeln agierende Jagdflugzeuge eine große Bedrohung für jeden, der sich im Freien aufhielt und bewegte, weil sie im Tiefflug unterschiedslos auf alles schossen, was sie ins Visier bekamen. Lange Zeit bewahrte meine Mutter zwei Geschosshülsen auf, die von einem solchen Angriff stammten. Meine Mutter, ich und eine Nachbarin mit einem ebenfalls noch kleinen Kind konnten uns im allerletzten Augenblick unter einer Eisenbahnbrücke in Sicherheit bringen, als wir von einem Jagdflugzeug beschossen wurden. Auch dieser Augenblick hat sich mir unauslöschlich eingeprägt, dazu wird die Panik und Todesangst der beiden Mütter beigetragen haben.</p><p>Diese wenigen Erinnerungsbruchstücke waren und sind für mich von Bedeutung, aber in der Gesamtheit der furchtbaren Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges von völliger Belanglosigkeit.</p><p>Etwas anders empfinde ich das an einem Ort, den ich gelegentlich aufsuche. Seit Jahrzehnten lebe ich inzwischen im Gebiet der Schwäbischen Alb. Bei meinen Wanderungen auf der Schwäbischen Alb, nahe der Stadt Münsingen, besuche ich häufig einen Friedhof, auf dem 542 namenlose russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen, die in der Region zu Tode kamen, beigesetzt sind. Nur zwei Gräber tragen Namenstafeln. Sie tragen die Namen zweier Brüder, die zum Zeitpunkt ihres Todes im März 1945 acht und vier Jahre alt waren. Sie waren die Kinder einer Zwangsarbeiterin und kamen bei einem Luftangriff auf die Stadt Reutlingen ums Leben. Zwei Gefühle beherrschen mich, wenn ich an diesen Gräbern stehe, eine tiefe Traurigkeit, wenn ich daran denke, dass diesen Kindern, eines mit dem gleichen Geburtsjahr wie ich, die Perspektiven für ein ganzes Leben genommen wurden. Für das andere Gefühl, was mich erfasst, wenn maßgebliche Politiker, auch an die heranwachsende Jugend gerichtet, von Kriegstüchtigkeit schwadronieren, da fehlt mir jedes Wort.</p><p>Herbert Löhr</p><p><strong>Die sorglosen Jahre waren für immer vorbei </strong></p><p>Ich lese regelmäßig in den <em>NachDenkSeiten</em> und fühlte mich direkt angesprochen, als es darum ging, welche Geschichten man in Bezug auf Krieg kennt – also den „Aufruf zum 8. Mai”. </p><p>Meine Mutter, Jahrgang ‘36, lebte mit ihrer Mutter und den zwei Geschwistern bis 1943 in Hamburg. Der Vater war als einfacher Soldat im Krieg. Das Haus in der Ritterstraße existiert nicht mehr, aber es war in Hamburg ganz in der Nähe von „Planten und Blomen“. </p><p>Meine Mutter wurde im „Michel“ getauft und in Hamburg eingeschult. Sie hatte einen sehr lieben Lehrer, welcher aus dem Zweiten oder sogar dem Ersten Weltkrieg versehrt zurückgekommen war. Er hatte nur noch ein Bein, aber auch kein Holzbein, sondern nur ein umgeschlagenes Hosenbein. Dieser Lehrer, Herr Imo, hat mit den Kindern seiner Klasse das Verhalten bei Bombenangriffen geübt, wie man atmen sollte, damit man mit der Angst besser umgehen kann. Laut meiner Mutter war der Lehrer herzensgut. Sie konnte diese Atemübung auch mit 85 Jahren noch anschaulich vorführen. </p><p>Kurz bevor eine der schlimmsten Bombennächte in Hamburg stattfand, beschloss meine Großmutter, mit ihren Kindern nach Heide zur Familie zu fahren. Sie hatte ein ungutes Gefühl entwickelt, eine ihrer Nachbarinnen, Frau Katschmarek, hatte den Feindsender gehört und erzählt, dass die schlimmsten Bombenangriffe noch bevorstünden. Heide ist nicht weit weg, trotzdem bot das Städtchen mehr Sicherheit.</p><p>Das Mietshaus in Hamburg wurde ganz kurze Zeit später komplett zerbombt, vernichtet. Es erging ein Telegramm durch die Stadt Hamburg an die Front zum Vater Johannes Eggers, worin stand, dass seine Frau und die drei Kinder bei einem Bombenangriff verstorben sind.</p><p>Mein Opa bekam Fronturlaub und reiste sofort nach Heide, wo seine Mutter und andere Angehörige wohnten, er musste und sollte sich um die Bestattung seiner Frau und der drei Kinder kümmern. </p><p>Wie erstaunt und glücklich, ja fassungslos, war er, als bei seiner Ankunft in Heide in der Louisenstraße seine drei Kinder auf der Straße spielten.</p><p>Das Telegramm, welches mein Großvater an der Front erhielt, mit der Nachricht, dass es seine Familie nicht mehr gibt, hing Jahrzehnte bei meiner Mutter gerahmt an der Wand. </p><p>Bei jedem meiner Besuche stand ich davor und versuchte, mir vorzustellen, wie es meinem Opa ergangen ist, als er das zu lesen bekam, aber auch, was meine Oma fühlte, als sie davon hörte, dass sie kein Zuhause mehr hat, aber dafür ihre Kinder und sich selbst gerettet hatte.</p><p>Meine Mutter beschrieb die kurzen Kinderjahre in Hamburg als ihre schönste Zeit. Vor dem Krieg hatte die Familie in Waltershof einen Schrebergarten mit Laube, dort wuchs allerlei, was man auch einkochen konnte, z.B. Erdbeeren und Rhabarber. Der Vater hatte ein selbstgebautes Ruderboot und die Kinder durften manchmal mitkommen zum Angeln. Es gab eine Buddelkiste und rings die anderen Kinder, die solche Annehmlichkeiten nicht besaßen, kamen zum Spielen. Auch hatte der Vater eine auskömmliche Arbeit auf der Werft und sogar zwei Wochen Urlaub.</p><p>Es gab während des Krieges in Hamburg einigermaßen genug an Unterstützung, auch wenn das Leben für die Oma trotzdem schwer genug war. </p><p>In Heide jedoch änderte sich das sehr zum Negativen. Oder meine Mutter konnte sich besser erinnern. Sie empfand es als schwierig, mitanzusehen und mitzuerleben, wie ihre Mutter mit quasi nichts ihre Kinder durchbringen musste, beschrieb die Zeit als entsetzlich.</p><p>Die Zeiten änderten sich, als der Vater wieder nach Hause kam und für seine Familie sorgen konnte, aber die sorglosen Jahre waren für immer vorbei. </p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Frauke Marohn</p><p><strong>„In 10 Tagen Hitler kaputt“</strong></p><p>Liebe Redaktion der NachDenkSeiten,</p><p>der Aufruf hat eine Erzählung meines Vaters wieder in Erinnerung gerufen, die mich immer noch sehr berührt.</p><p>Ich hoffe, dass Sie auch an den Erinnerungen der Menschen interessiert sind, die in ganz Europa das Grauen des Krieges erlebt haben und das Ende als Erlösung.</p><p>Mein Vater ist griechischer Staatsangehöriger, Jahrgang 1929, geboren auf Rhodos. Er erlebte als 16-jähriger Junge in einer ganz besonderen Situation das Ende des Krieges.</p><p>Seine Familie war gegen Ende des Krieges dem Hungertod sehr nah. Seit dem Winter 1944 gab es immer weniger Lebensmittel, sowohl für die Besatzer als auch für die Bevölkerung.</p><p>Die Insel war seit 1943 von der Wehrmacht besetzt. Bis dahin stand sie unter italienischer Besatzung. Als der Nachschub für die deutsche Soldaten bereits gegen Ende 1944 immer schwieriger wurde, fingen sie an, alles zu beschlagnahmen, was die griechische Bevölkerung an landwirtschaftlichen Produkten und Tieren besaßen. Die Soldaten durchsuchten die Häuser der Dorfbewohner und nahmen, was sie fanden, Mehl und Olivenöl zum Beispiel. Manche Familien konnten ihre Vorräte verstecken, andere nicht, oder sie hatten gar keine mehr. </p><p>Die Familie meines Vaters gehörte zu den ärmsten Familien des Dorfes. Das Dorf heißt Archipolis und liegt in der Mitte der Insel Rhodos. Irgendwann gab es für sie nur Wildkräuter und Knollen aus einer bestimmten Pflanze zum Essen. Mein Vater sammelte für die Familie. Sein Vater war kränklich und schwach. Es gab noch einen jüngeren Bruder und fünf Schwestern. Die zwei älteren Schwestern hatten Angst, auf die Felder zu gehen. Sie hatten Angst, Soldaten zu begegnen. Eine Garnison mit deutschen Soldaten war ca. 3 km entfernt vom Dorf. </p><p>Er erzählte mir, dass er irgendwann keine Kräfte mehr hatte. Er fühle noch die Verzweiflung und die Ohnmacht, als sein Vater ihn anflehte, auf die Felder zu gehen und Knollen auszugraben. Den Satz seines Vaters, „Du musst was tun, sonst werden wir alle sterben” und diese letzten Tage des Krieges werde er nie vergessen. Er meinte: „Wir haben einfach auf den Tod gewartet.”</p><p>Es war bereits Anfang Mai 1945. Der Krieg war zu Ende, aber im Dorf gab es kein Radio, um Gewissheit darüber zu erlangen. Die Stadt Rhodos war 45 km entfernt.</p><p>Obwohl die Wehrmacht Athen bereits Oktober 1944 verlassen hat, blieben Rhodos und die Inseln der Ägäis noch unter deutscher Besatzung. Der Rückzug war schwierig, da die Alliierten das Meer kontrollierten.</p><p>Für die Dorfbewohner war das Ende des Krieges, als die ersten Hilfslieferungen des Roten Kreuzes auch das Dorf erreichten. Gerade rechtzeitig, damit die Familie meines Vaters nicht sterben musste.</p><p>Jahre später las ich in einer Erzählung eines Zeitzeugen aus der Stadt Rhodos über einen deutschen Soldaten, der gegen Ende April 1945, ähnlich wie mein Vater, durch das Ausgraben von Knollen zu überleben versuchte. Der Soldat tauchte eines Tages im Hof der Familie des Zeitzeugen auf, unbewaffnet nur mit einer Gartenhacke auf den Schultern, und bat um Erlaubnis, Knollen ausgraben zu dürfen.</p><p>Er sah sehr hungrig und erschöpft aus, beschrieb ihn der Zeitzeuge. Er grub nur so viel aus, wie er brauchte. Beim Weggehen bedankte er sich und sagte in dürftigem Griechisch „In 10 Tagen Hitler kaputt”. Er behielt recht, so der Zeitzeuge. Nach 10 Tagen kapitulierte Deutschland. Die Kapitulation für die Ägäis wurde aber erst am 08.05.1945 auf der Insel Symi vom General Wagner unterschrieben.</p><p>Mein Vater sprach oft von den Erlebnissen in dieser Zeit. Seine Erzählungen beendete er immer mit dem Wunsch, niemand soll je wieder Krieg erleben dürfen. Ich denke manchmal an diesen Soldaten aus der Erzählung des Zeitzeugen. Ich hoffe vom Herzen, er hat überlebt und den gleichen Wunsch seiner Familie hinterlassen.</p><p>Herzliche Grüße<br></br> Evi Tsakiri</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151156">dreizehnten Teil</a> und hier den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151209">vierzehnten Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><small>Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%D0%9D%D0%B5%D0%BC%D0%B5%D1%86%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D0%BC%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D1%87%D0%B8%D0%BA_%D0%BD%D0%B0_%D1%80%D0%B0%D0%B7%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B0%D1%85_%D0%B2_%D0%B3.%D0%91%D0%B5%D1%80%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B5.jpg">wikicommons</a></small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/junge-berlin.jpg" /><h1>Leserbeiträge „Erinnerungen gegen den Krieg“ – Aufruf zum 8. Mai (12)</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><article id="content"> <div> <p>In dieser 12. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ führen uns die Erinnerungen der Leser an den Mittelrhein, in die stickige Luft der Luftschutzbunker, zum Brennnesselsammeln als Gemüseersatz, auf einen Friedhof für russische Zwangsarbeiter und in das zerbombte Hamburg, in dem ein Familienvater die wohl glücklichste Überraschung seines Lebens erfährt. Zuletzt geht es nach Griechenland auf die Insel Rhodos, wo eine griechische Familie nur knapp den Krieg überlebt und dem Hungertod entgeht und dieses Schicksal mit einem deutschen Besatzungssoldaten teilt.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151098"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_12_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151098-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_12_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Leserbeitraege_Erinnerungen_gegen_den_Krieg_Aufruf_zum_8_Mai_Teil_12_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Anlässlich des Gedenktages am 8. Mai hatten wir <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150104">hier</a> unsere Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, kurze Schlaglichter und Eindrücke ihrer eigenen Erinnerungen (oder der ihrer Eltern) an die Schrecken des Krieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit aufzuschreiben und uns zu senden. Wir bedanken uns von Herzen für die vielen und berührenden Beiträge!</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150403">ersten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150464">zweiten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150486">dritten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150605">vierten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150632">fünften Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150671">sechsten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150740">siebenten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150816">achten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150812">neunten Teil</a>, den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=150802">zehnten Teil</a> sowie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151038">elften Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><strong>Fliegeralarm, Bomber, Bunker</strong></p><p>Sehr geehrter Herr Müller, verehrte NachDenkSeiten-Redaktion,</p><p>verbunden mit großem Dank für Ihre unverzichtbare Arbeit übermittele ich Ihnen im Anhang meinen bescheidenen Beitrag zu Ihrem Aufruf anlässlich des 8. Mai.</p><p>Mit allen guten Wünschen</p><p>Im September 1941, als der Krieg schon in vollem Gange war, wurde ich in einem kleinen Ort am Mittelrhein, unweit der gegen Ende des Krieges heißumkämpften Remagener Brücke, geboren. Mein Heimatort war zu unser aller Glück nie ein wichtiges Kriegsziel für die alliierten Truppen. So haben meine gesamte Familie und ich, im Gegensatz zu Millionen anderer Mitmenschen, weder nahe Angehörige zu beklagen gehabt noch Vertreibung, Bombardierungen oder den Verlust von Besitztümern, wir waren ohnehin Habenichtse, erleiden müssen.</p><p>Dennoch haben sich einige meiner Erinnerungen, die bis in das Jahr 1945 zurückreichen, unauslöschlich in mein Gedächtnis eingegraben. Es sind wenige, aus heutiger Sicht banale Begebenheiten, und doch wurden sie für mich als Kind offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes unvergesslich. Ich weiß allerdings nicht mehr, mit welchen Gefühlen sie verbunden waren, Panik, Angst, Nichtbegreifen? Ich bin mir jedoch sicher, dass sie im Zusammenhang mit dem bewussten Miterleben der folgenden Nachkriegsjahre ihre Spuren in meiner Psyche hinterlassen haben. Aber das wäre ein Thema für die Tiefenpsychologie.</p><p>Drei Schlüsselworte sind aus der Zeit des letzten Kriegsjahres nie mehr aus meinem Gedächtnis verschwunden: Fliegeralarm, Bomber, Luftschutzbunker. Hieß es Fliegeralarm, heulten die Sirenen und auf dem Arm meines Vaters, begleitetet von meiner Mutter, versuchten wir im Laufschritt, als in der Dunkelheit der Nacht schon das sich nahende Dröhnen, wie ich heute weiß, britischer und amerikanischer Bombergeschwader zu hören war, einen einige hundert Meter entfernten Luftschutzbunker zu erreichen. Ich war zu dieser Zeit das einzige Kind in der Familie, meine ältere Schwester war zum sogenannten Landdienst irgendwo in Niedersachsen verpflichtet, ein Bruder war ein Jahr vor meiner Geburt an Diphtherie verstorben, einer Infektionskrankheit, die zu dieser Zeit überall grassierte.</p><p>Mehr als alle anderen Begleiterscheinungen, welche die mit den für mich als Kind nicht zu deutenden, sich nachts immer wiederholenden, rheinaufwärts nach Süden fliegenden Bombergeschwadern verbunden waren, sind die Bunkeraufenthalte, die wie eine Filmszene, auch mit allen Sinnes- und Gefühlswahrnehmungen, im wahrsten Sinne lebhaft in meiner Erinnerung verhaftet sind. Überfüllt mit mir fremden Menschen, stickiger Luft, von Karbidlampen, die notdürftig etwas Licht in die Dunkelheit des Erdstollens brachten, von den Erwachsenen rüde zurechtgewiesen, wenn ich meinem kindlichen Bedürfnis nach Bewegung versuchte nachzugeben, dies auch, um wohl die albtraumhafte Umgebung aushalten zu können. Ich habe im Lauf meines Lebens immer wieder von diesem Erleben geträumt und bis heute habe ich den säuerlichen, essigartigen Geruch der Eichenstämme, mit denen der Bunker zu seiner Stützung verbaut war, in der Nase. Und obwohl noch ein sehr junges Kind, konnte ich seitdem mit dem Begriff Albtraum konkrete Dinge in Verbindung bringen.</p><p>In den letzten Kriegsmonaten beherrschte ein Versorgungsmangel unseren Alltag und ich nahm wahr, dass es für meine Mutter schwierig wurde, Essen auf den Tisch zu bringen, weil es an allem fehlte. Um Gemüse zu ersetzen, ging ich mit meiner Mutter in die Feldflur in der Umgebung unserer Wohnung, um Brennnesseln und andere Wildkräuter zu sammeln, die als Gemüseersatz genutzt wurden. Nach dem Fall der Remagener Brücke waren inzwischen amerikanische Truppen auf beiden Seiten des Rheins so weit vorgerückt, dass auch die Umgebung meines Heimatortes unter Artilleriebeschuss geriet. Als wir eines Tages beim Brennnesselsammeln in die Feuerzone der Artillerieattacken gerieten, war auch diese Nahrungsquelle verschlossen. Ich erinnere mich, dass es in dieser Phase des Krieges lebensgefährlich war, sich außerhalb des Hauses zu bewegen.</p><p>Die Zeit der Bombergeschwader war vorüber, neben dem Artilleriebeschuss waren aber einzeln agierende Jagdflugzeuge eine große Bedrohung für jeden, der sich im Freien aufhielt und bewegte, weil sie im Tiefflug unterschiedslos auf alles schossen, was sie ins Visier bekamen. Lange Zeit bewahrte meine Mutter zwei Geschosshülsen auf, die von einem solchen Angriff stammten. Meine Mutter, ich und eine Nachbarin mit einem ebenfalls noch kleinen Kind konnten uns im allerletzten Augenblick unter einer Eisenbahnbrücke in Sicherheit bringen, als wir von einem Jagdflugzeug beschossen wurden. Auch dieser Augenblick hat sich mir unauslöschlich eingeprägt, dazu wird die Panik und Todesangst der beiden Mütter beigetragen haben.</p><p>Diese wenigen Erinnerungsbruchstücke waren und sind für mich von Bedeutung, aber in der Gesamtheit der furchtbaren Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges von völliger Belanglosigkeit.</p><p>Etwas anders empfinde ich das an einem Ort, den ich gelegentlich aufsuche. Seit Jahrzehnten lebe ich inzwischen im Gebiet der Schwäbischen Alb. Bei meinen Wanderungen auf der Schwäbischen Alb, nahe der Stadt Münsingen, besuche ich häufig einen Friedhof, auf dem 542 namenlose russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen, die in der Region zu Tode kamen, beigesetzt sind. Nur zwei Gräber tragen Namenstafeln. Sie tragen die Namen zweier Brüder, die zum Zeitpunkt ihres Todes im März 1945 acht und vier Jahre alt waren. Sie waren die Kinder einer Zwangsarbeiterin und kamen bei einem Luftangriff auf die Stadt Reutlingen ums Leben. Zwei Gefühle beherrschen mich, wenn ich an diesen Gräbern stehe, eine tiefe Traurigkeit, wenn ich daran denke, dass diesen Kindern, eines mit dem gleichen Geburtsjahr wie ich, die Perspektiven für ein ganzes Leben genommen wurden. Für das andere Gefühl, was mich erfasst, wenn maßgebliche Politiker, auch an die heranwachsende Jugend gerichtet, von Kriegstüchtigkeit schwadronieren, da fehlt mir jedes Wort.</p><p>Herbert Löhr</p><p><strong>Die sorglosen Jahre waren für immer vorbei </strong></p><p>Ich lese regelmäßig in den <em>NachDenkSeiten</em> und fühlte mich direkt angesprochen, als es darum ging, welche Geschichten man in Bezug auf Krieg kennt – also den „Aufruf zum 8. Mai”. </p><p>Meine Mutter, Jahrgang ‘36, lebte mit ihrer Mutter und den zwei Geschwistern bis 1943 in Hamburg. Der Vater war als einfacher Soldat im Krieg. Das Haus in der Ritterstraße existiert nicht mehr, aber es war in Hamburg ganz in der Nähe von „Planten und Blomen“. </p><p>Meine Mutter wurde im „Michel“ getauft und in Hamburg eingeschult. Sie hatte einen sehr lieben Lehrer, welcher aus dem Zweiten oder sogar dem Ersten Weltkrieg versehrt zurückgekommen war. Er hatte nur noch ein Bein, aber auch kein Holzbein, sondern nur ein umgeschlagenes Hosenbein. Dieser Lehrer, Herr Imo, hat mit den Kindern seiner Klasse das Verhalten bei Bombenangriffen geübt, wie man atmen sollte, damit man mit der Angst besser umgehen kann. Laut meiner Mutter war der Lehrer herzensgut. Sie konnte diese Atemübung auch mit 85 Jahren noch anschaulich vorführen. </p><p>Kurz bevor eine der schlimmsten Bombennächte in Hamburg stattfand, beschloss meine Großmutter, mit ihren Kindern nach Heide zur Familie zu fahren. Sie hatte ein ungutes Gefühl entwickelt, eine ihrer Nachbarinnen, Frau Katschmarek, hatte den Feindsender gehört und erzählt, dass die schlimmsten Bombenangriffe noch bevorstünden. Heide ist nicht weit weg, trotzdem bot das Städtchen mehr Sicherheit.</p><p>Das Mietshaus in Hamburg wurde ganz kurze Zeit später komplett zerbombt, vernichtet. Es erging ein Telegramm durch die Stadt Hamburg an die Front zum Vater Johannes Eggers, worin stand, dass seine Frau und die drei Kinder bei einem Bombenangriff verstorben sind.</p><p>Mein Opa bekam Fronturlaub und reiste sofort nach Heide, wo seine Mutter und andere Angehörige wohnten, er musste und sollte sich um die Bestattung seiner Frau und der drei Kinder kümmern. </p><p>Wie erstaunt und glücklich, ja fassungslos, war er, als bei seiner Ankunft in Heide in der Louisenstraße seine drei Kinder auf der Straße spielten.</p><p>Das Telegramm, welches mein Großvater an der Front erhielt, mit der Nachricht, dass es seine Familie nicht mehr gibt, hing Jahrzehnte bei meiner Mutter gerahmt an der Wand. </p><p>Bei jedem meiner Besuche stand ich davor und versuchte, mir vorzustellen, wie es meinem Opa ergangen ist, als er das zu lesen bekam, aber auch, was meine Oma fühlte, als sie davon hörte, dass sie kein Zuhause mehr hat, aber dafür ihre Kinder und sich selbst gerettet hatte.</p><p>Meine Mutter beschrieb die kurzen Kinderjahre in Hamburg als ihre schönste Zeit. Vor dem Krieg hatte die Familie in Waltershof einen Schrebergarten mit Laube, dort wuchs allerlei, was man auch einkochen konnte, z.B. Erdbeeren und Rhabarber. Der Vater hatte ein selbstgebautes Ruderboot und die Kinder durften manchmal mitkommen zum Angeln. Es gab eine Buddelkiste und rings die anderen Kinder, die solche Annehmlichkeiten nicht besaßen, kamen zum Spielen. Auch hatte der Vater eine auskömmliche Arbeit auf der Werft und sogar zwei Wochen Urlaub.</p><p>Es gab während des Krieges in Hamburg einigermaßen genug an Unterstützung, auch wenn das Leben für die Oma trotzdem schwer genug war. </p><p>In Heide jedoch änderte sich das sehr zum Negativen. Oder meine Mutter konnte sich besser erinnern. Sie empfand es als schwierig, mitanzusehen und mitzuerleben, wie ihre Mutter mit quasi nichts ihre Kinder durchbringen musste, beschrieb die Zeit als entsetzlich.</p><p>Die Zeiten änderten sich, als der Vater wieder nach Hause kam und für seine Familie sorgen konnte, aber die sorglosen Jahre waren für immer vorbei. </p><p>Mit freundlichen Grüßen<br></br> Frauke Marohn</p><p><strong>„In 10 Tagen Hitler kaputt“</strong></p><p>Liebe Redaktion der NachDenkSeiten,</p><p>der Aufruf hat eine Erzählung meines Vaters wieder in Erinnerung gerufen, die mich immer noch sehr berührt.</p><p>Ich hoffe, dass Sie auch an den Erinnerungen der Menschen interessiert sind, die in ganz Europa das Grauen des Krieges erlebt haben und das Ende als Erlösung.</p><p>Mein Vater ist griechischer Staatsangehöriger, Jahrgang 1929, geboren auf Rhodos. Er erlebte als 16-jähriger Junge in einer ganz besonderen Situation das Ende des Krieges.</p><p>Seine Familie war gegen Ende des Krieges dem Hungertod sehr nah. Seit dem Winter 1944 gab es immer weniger Lebensmittel, sowohl für die Besatzer als auch für die Bevölkerung.</p><p>Die Insel war seit 1943 von der Wehrmacht besetzt. Bis dahin stand sie unter italienischer Besatzung. Als der Nachschub für die deutsche Soldaten bereits gegen Ende 1944 immer schwieriger wurde, fingen sie an, alles zu beschlagnahmen, was die griechische Bevölkerung an landwirtschaftlichen Produkten und Tieren besaßen. Die Soldaten durchsuchten die Häuser der Dorfbewohner und nahmen, was sie fanden, Mehl und Olivenöl zum Beispiel. Manche Familien konnten ihre Vorräte verstecken, andere nicht, oder sie hatten gar keine mehr. </p><p>Die Familie meines Vaters gehörte zu den ärmsten Familien des Dorfes. Das Dorf heißt Archipolis und liegt in der Mitte der Insel Rhodos. Irgendwann gab es für sie nur Wildkräuter und Knollen aus einer bestimmten Pflanze zum Essen. Mein Vater sammelte für die Familie. Sein Vater war kränklich und schwach. Es gab noch einen jüngeren Bruder und fünf Schwestern. Die zwei älteren Schwestern hatten Angst, auf die Felder zu gehen. Sie hatten Angst, Soldaten zu begegnen. Eine Garnison mit deutschen Soldaten war ca. 3 km entfernt vom Dorf. </p><p>Er erzählte mir, dass er irgendwann keine Kräfte mehr hatte. Er fühle noch die Verzweiflung und die Ohnmacht, als sein Vater ihn anflehte, auf die Felder zu gehen und Knollen auszugraben. Den Satz seines Vaters, „Du musst was tun, sonst werden wir alle sterben” und diese letzten Tage des Krieges werde er nie vergessen. Er meinte: „Wir haben einfach auf den Tod gewartet.”</p><p>Es war bereits Anfang Mai 1945. Der Krieg war zu Ende, aber im Dorf gab es kein Radio, um Gewissheit darüber zu erlangen. Die Stadt Rhodos war 45 km entfernt.</p><p>Obwohl die Wehrmacht Athen bereits Oktober 1944 verlassen hat, blieben Rhodos und die Inseln der Ägäis noch unter deutscher Besatzung. Der Rückzug war schwierig, da die Alliierten das Meer kontrollierten.</p><p>Für die Dorfbewohner war das Ende des Krieges, als die ersten Hilfslieferungen des Roten Kreuzes auch das Dorf erreichten. Gerade rechtzeitig, damit die Familie meines Vaters nicht sterben musste.</p><p>Jahre später las ich in einer Erzählung eines Zeitzeugen aus der Stadt Rhodos über einen deutschen Soldaten, der gegen Ende April 1945, ähnlich wie mein Vater, durch das Ausgraben von Knollen zu überleben versuchte. Der Soldat tauchte eines Tages im Hof der Familie des Zeitzeugen auf, unbewaffnet nur mit einer Gartenhacke auf den Schultern, und bat um Erlaubnis, Knollen ausgraben zu dürfen.</p><p>Er sah sehr hungrig und erschöpft aus, beschrieb ihn der Zeitzeuge. Er grub nur so viel aus, wie er brauchte. Beim Weggehen bedankte er sich und sagte in dürftigem Griechisch „In 10 Tagen Hitler kaputt”. Er behielt recht, so der Zeitzeuge. Nach 10 Tagen kapitulierte Deutschland. Die Kapitulation für die Ägäis wurde aber erst am 08.05.1945 auf der Insel Symi vom General Wagner unterschrieben.</p><p>Mein Vater sprach oft von den Erlebnissen in dieser Zeit. Seine Erzählungen beendete er immer mit dem Wunsch, niemand soll je wieder Krieg erleben dürfen. Ich denke manchmal an diesen Soldaten aus der Erzählung des Zeitzeugen. Ich hoffe vom Herzen, er hat überlebt und den gleichen Wunsch seiner Familie hinterlassen.</p><p>Herzliche Grüße<br></br> Evi Tsakiri</p><p><em>Hier können Sie den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151156">dreizehnten Teil</a> und hier den <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151209">vierzehnten Teil</a> der Zusendungen unserer Leser nachlesen.</em></p><p><small>Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%D0%9D%D0%B5%D0%BC%D0%B5%D1%86%D0%BA%D0%B8%D0%B9_%D0%BC%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D1%87%D0%B8%D0%BA_%D0%BD%D0%B0_%D1%80%D0%B0%D0%B7%D0%B2%D0%B0%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B0%D1%85_%D0%B2_%D0%B3.%D0%91%D0%B5%D1%80%D0%BB%D0%B8%D0%BD%D0%B5.jpg">wikicommons</a></small></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> In dieser 12. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ führen uns die Erinnerungen der Leser an den Mittelrhein, in die stickige Luft der Luftschutzbunker, zum Brennnesselsammeln als Gemüseersatz, auf einen Friedhof für russische Zwangsarbeiter u... In dieser 12. Folge der Reihe „Erinnerungen gegen den Krieg“ führen uns die Erinnerungen der Leser an den Mittelrhein, in die stickige Luft der Luftschutzbunker, zum Brennnesselsammeln als Gemüseersatz, auf einen Friedhof für russische Zwangsarbeiter und in das zerbombte Hamburg, in dem ein Familienvater die wohl glücklichste Überraschung seines Lebens erfährt. Zuletzt geht es nachWeiterlesen Redaktion NachDenkSeiten 14:55 151098 Schlafwandelt Deutschland in den Atomkrieg? https://www.nachdenkseiten.de/?p=151219 Fri, 29 May 2026 11:05:27 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151219 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/260529-V0ScF6P087583wTI.jpg" /><h1>Schlafwandelt Deutschland in den Atomkrieg?</h1><h2>By Ein Artikel von Éva Péli</h2><article id="content"> <div> <p>Wie nah steht Europa am nuklearen Abgrund? Während die offizielle Sicherheitspolitik Gefahren verharmlost, warnen Diplomaten und Wissenschaftler eindringlich vor der aktuellen Eskalationsdynamik. Auf Einladung der BSW-Europaabgeordneten Ruth Firmenich und Michael von der Schulenburg analysierten Politiker und Wissenschaftler in Berlin den Kriegskurs der EU.<br></br> <strong>Éva Péli</strong> fasst die Analysen zusammen und verdeutlicht, warum der sicherheitspolitische Kurs der Bundesregierung Deutschland existenziellen Gefahren aussetzt.<br></br> <span id="more-151219"></span><br></br> Dass die USA ihre Pläne zur Stationierung neuer atomar bestückbarer Mittelstreckenraketen in Deutschland vorerst auf Eis gelegt haben, ist nach Ansicht des renommierten Atomphysikers Theodore Postol „zwar eine gute Nachricht, aber keine Entwarnung“. Der Wissenschaftler, der in seiner aktiven Zeit selbst an der strategischen Planung von Atomkriegen beteiligt war, betonte, dass diese Entscheidung keineswegs auf rationaler Einsicht beruhe. Die Gefahr bleibt präsent, zumal die Bundesregierung laut der BSW-Außenpolitikerin Sevim Dağdelen bereits eigene Alternativen erwägt. Dağdelen bezeichnet den Aufbau von Raketenkapazitäten als „gefährliches Vabanquespiel“.</p><p>Durch die Veranstaltung führte Michael von der Schulenburg als Moderator; gemeinsam mit Sevim Dağdelen, Theodore Postol und Ivana Nikolić Hughes legte er die reale Gefahr einer nuklearen Eskalation aus physikalischer und völkerrechtlicher Sicht offen, gefolgt von einer Fragerunde mit dem Publikum.</p><p><strong>Verlust der Vernunft</strong></p><p>Zu Beginn unterstrich der ehemalige hochrangige UN-Diplomat Michael von der Schulenburg die Dringlichkeit der Lage. Angesichts von weltweit rund 15.000 Atomwaffen schwebe die Welt in einer größeren Gefahr als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders kritisch bewertete der erfahrene Vermittler in Konflikten die aktuelle europäische Außenpolitik:</p><blockquote><p>„Wir Europäer kratzen ständig an den roten Linien und provozieren. Wir gehen immer weiter und hängen uns immer tiefer in diesen Krieg hinein.“</p></blockquote><p>Er verwies auf Debatten über Drohnenlieferungen, die strategische Kontrolle der Ostsee oder theoretische Planspiele, Kaliningrad im Handstreich zu nehmen: „Dass es da heißt, man könne mit 22.000 Soldaten Kaliningrad einfach überrennen – all das würde ganz sicher zu einem Atomkrieg führen.“</p><p>Ein Vergleich zur Kubakrise fiel düster aus: „Es ist heute viel gefährlicher als damals“, stellte der Diplomat fest. Während man 1962 mit John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow und Papst Johannes XXIII. noch Staatsmänner gehabt habe, die – teilweise gegen den Widerstand ihrer eigenen Militärs – zum Frieden fähig waren, fehle es heute an einem solchen diplomatischen Korrektiv.</p><p>Auf ein historisches Detail, das im öffentlichen Bewusstsein kaum präsent ist, machte von der Schulenburg aufmerksam: Deutschland hatte zuletzt im Jahr 1939 eine explizite Militärstrategie, bevor Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kürzlich eine solche wieder vorstellte. Die Ankündigung, die Bundeswehr bis zum Jahr 2039 zur stärksten konventionellen Armee Europas auszubauen, bewertete der ehemalige UN-Diplomat als ein brandgefährliches Spiel. Da Russland darin als ausgemachter Feind benannt werde, wirke dieses Vorhaben wie eine direkte Provokation. Schulenburg warnte davor, dass genau jene Gefahr, die durch die Aufrüstung abgewendet werden solle, durch dieses aggressive Vorgehen erst heraufbeschworen werde.</p><p><strong>Eskalationsrisiken statt Abschreckung</strong></p><p>Eine fundamentale Dekonstruktion der aktuellen Berliner Regierungsstrategie stellt die sicherheitspolitische Analyse von Sevim Dağdelen (BSW) dar. Sie ordnet das Handeln der Bundesregierung nicht als Reaktion auf externe Bedrohungen ein, sondern als Teil einer bewussten, offensiven Transformation Deutschlands. In ihrer Rede bezeichnete die BSW-Außenpolitikerin das Vorgehen als „ungeheuerliches, absolut verantwortungsloses Vabanquespiel“ und stellte die zentrale Frage in den Raum: „Riskiert Berlin einen Atomkrieg gegen Russland und zulasten ganz Europas?“</p><p>Sie kritisierte, dass Deutschland seine Rolle als Stabilitätsfaktor im Zentrum Europas zugunsten einer untergeordneten, aber risikoreichen Rolle in der NATO-Struktur aufgegeben habe. „Die geplante massive Aufrüstung und die Einbindung der Ukraine in EU-Beistandsstrukturen dienen als Katalysator, um Deutschland als konventionelle Militärmacht in eine geostrategische Arbeitsteilung mit den USA zu zwingen“, urteilte die frühere Bundestagsabgeordnete.</p><p>Nach ihrer Auffassung werde Deutschland damit gezielt als „zentraler logistischer und operativer Stützpunkt“ instrumentalisiert. Besonders kritisch bewertete sie den Erwerb sogenannter Deep-Strike-Systeme. Diese Waffen, die Angriffe auf militärische Infrastrukturen weit im russischen Hinterland ermöglichen, bezeichnete sie als strategischen Fehler, der die Schwelle für eine nukleare Eskalation systematisch absenke.</p><p><strong>Völkerrechtliche Erosion</strong></p><p>Einen zentralen Teil ihrer Argumentation widmete die BSW-Außenpolitikerin dem Bruch völkerrechtlicher Normen. Dağdelen erinnerte nachdrücklich an den Zwei-plus-Vier-Vertrag, der Deutschland völkerrechtlich zur Abwesenheit von atomaren, biologischen und chemischen Waffen verpflichtet. „Die heutige deutsche Politik unterläuft diese Verträge systematisch, indem sie ‚nukleare Teilhabe‘ und Deep-Strike-Fähigkeiten als Sicherheitsgarantien verkauft, die in Wahrheit das Zielgebiet Deutschland bei einer Eskalation nur noch vulnerabler machen“, so Dağdelen.</p><p>Sie prangerte in diesem Zusammenhang eine „völkerrechtliche Schizophrenie“ an: Während die Bundesregierung auf dem Papier internationale Standards bekräftige, werde durch die Stationierung von US-Atomwaffen und die Ablehnung des Vertrags über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) die diplomatische Architektur der Krisenprävention de facto ausgehöhlt.</p><p>Besonders scharf ins Gericht ging die Außenpolitikerin mit der Debatte um eigene deutsche Atomwaffen. „Allein die Tatsache dieser Enttabuisierung zeigt, wie irre die politischen Eliten geworden sind. Die eigene Atombombe wäre nach der konventionellen Raketenrüstung der letzte große Dammbruch“, warnte Dağdelen. Dass führende Vertreter der Union – wie etwa Johann Wadephul – „insgeheim längst darauf zielen“, nannte sie einen völkerrechtlichen Skandal, da der Atomwaffenbesitz im „Fundament unserer Wiedervereinigung“, dem Zwei-plus-Vier-Vertrag, „unumstößlich ausgeschlossen“ sei.</p><p><strong>Soziale Kosten des „Vabanquespiels“</strong></p><p>Dağdelen stellte auch den Zusammenhang zwischen Aufrüstung und sozialer Stabilität her. Sie kritisierte, dass die „Zeitenwende“ als ein „soziales Umverteilungsprogramm von unten nach oben“ fungiere.</p><blockquote><p>„Das ist nichts anderes als ein einseitig erklärter sozialer Krieg gegen die eigene Bevölkerung, um diese Aufrüstung zu finanzieren! Wir erleben eine systematische Entwertung der öffentlichen Daseinsvorsorge, um eine Militärstrategie zu finanzieren, die unsere Sicherheit in Wahrheit untergräbt.“</p></blockquote><p>Sie mahnte, dass Deutschland als „Frontstaat“ sich selbst die „ökonomische und soziale Luft zum Atmen“ nehme. Ihre Schlussfolgerung fiel drastisch aus: „Unsere Politiker sind entweder so fundamental schlecht informiert oder so skrupellos, dass sie dem deutschen Volk einen historischen Bärendienst erweisen. Sie bringen Sie alle in tödliche Gefahr und führen potenziell dazu, dass Deutschland zum logischen Auslöser einer globalen nuklearen Katastrophe wird.“</p><p>Mit Blick auf die mediale Berichterstattung zeigte sich die frühere Bundestagsabgeordnete fassungslos über die Normalisierung des Unvorstellbaren. „Nach dem Beginn des Krieges im Jahr 2022 gab es in den großen deutschen Tageszeitungen tatsächlich ernsthafte Artikel und Anleitungen, wie man sich im eigenen Vorgarten einen ‚Ein-Mann-Bunker‘ baut“, erinnerte Dağdelen. Sie bezeichnete diese Berichterstattung als „absurd, infantil und völlig verblödet“.</p><blockquote><p>„Den Menschen wird ernsthaft suggeriert, mit einem Betonrohr im Vorgarten sei die eigene Sicherheit im nuklearen Ernstfall gewährleistet! Diese Akteure haben jeden Verstand verloren. Und diesen Treibern des Krieges gilt es jetzt mit aller Entschlossenheit in den Arm zu fallen.“</p></blockquote><p>Dağdelen schloss ihren Appell mit der Mahnung vor der Logik der gegenseitigen Hochrüstung. Sie betonte, dass Extremisten auf beiden Seiten des Konflikts wie „kommunizierende Röhren“ funktionierten und sich gegenseitig in eine Eskalationsspirale trieben. „Deshalb ist es unsere historische Aufgabe, diesen Teufelskreis zu durchbrechen: Deeskalation statt Säbelrasseln, Diplomatie statt Konfrontation!“</p><p><strong>Diplomatie als Überlebensnotwendigkeit</strong></p><p>Ivana Nikolić Hughes, Wissenschaftlerin an der Columbia University und Präsidentin der <em>Nuclear Age Peace Foundation</em>, ergänzte die Debatte um die völkerrechtliche Dimension. Sie betonte, dass der Fortbestand der Menschheit untrennbar mit der Integrität der UN-Rüstungskontrollarchitektur verbunden ist, und lieferte eine kritische Bestandsaufnahme der zentralen Vertragswerke.</p><p><strong>Von Kennedy zu heute</strong></p><p>Sie erinnerte an die historischen Lehren der Kubakrise. Der Teilweise Teststoppvertrag (PTBT) von 1963, initiiert von John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow, sei „die Einsicht in den nuklearen Abgrund“ gewesen, die als „Motor für konkrete Deeskalation“ fungierte. Der PTBT setzte damals ein globales Zeichen gegen die radiologische Verseuchung der Biosphäre durch Tests in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser.</p><p>Der darauf aufbauende Atomwaffensperrvertrag (NVV), heute eines der zentralen Rüstungskontrollabkommen, ruhe auf der Nichtverbreitung, der friedlichen Nutzung der Kernenergie und – als zentralem Versprechen – der nuklearen Abrüstung durch die fünf anerkannten Atommächte. „Dass diese Mächte ihre rechtliche Verpflichtung zur vollständigen Abschaffung der Arsenale seit Jahrzehnten ignorieren, markiert die Trägheit und das wiederholte Scheitern der heutigen Diplomatie“, konstatierte die Abrüstungsexpertin. Mit Verweis auf die jüngst „krachend gescheiterte“ 11. Überprüfungskonferenz in New York unterstrich sie, wie weit die heutige geopolitische Realität hinter den 1968 ausgehandelten Anspruch zurückfällt.</p><p><strong>Der Umfassende Teststoppvertrag (CTBT) als unvollendetes Projekt</strong></p><p>Der 1996 ausgearbeitete Umfassende Teststoppvertrag (CTBT), der jegliche Form von Kernwaffenexplosionen verbieten soll, befindet sich nach Einschätzung der Wissenschaftlerin in einem gefährlichen „diplomatischen Schwebezustand“. Obwohl er von 177 Staaten ratifiziert wurde, blockieren Schlüsselstaaten wie die USA, China, der Iran und Israel sein Inkrafttreten. Die Rücknahme der russischen Ratifizierung im Jahr 2023 kritisierte Hughes scharf, betonte jedoch gleichzeitig die Verantwortung der westlichen Führungsmächte:</p><blockquote><p>„Eine wirksame Rüstungskontrolle erfordert Vorbildfunktion. Wenn die USA den Vertrag unterzeichnen, aber den Ratifizierungsprozess im Senat nicht abschließen, schwächen sie das gesamte internationale Regelwerk.“</p></blockquote><p><strong>Das Verbot als humanitärer Imperativ</strong></p><p>Als „Spitze der Pyramide“ der internationalen Rüstungskontrolle bezeichnete Hughes den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (TPNW), der 2017 verabschiedet wurde und 2021 in Kraft trat. Dieser Vertrag stellt eine völkerrechtliche Absage an den Besitz, die Entwicklung, die Lagerung und explizit die bloße Androhung des Einsatzes von Atomwaffen dar.</p><p>Hughes hob hervor, dass der TPNW über die reine Rüstungskontrolle hinausgehe und humanitäre Bestimmungen zur Opferhilfe und Umweltsanierung enthalte – eine notwendige Anerkennung des Leids der indigenen Bevölkerung in ehemaligen Testgebieten wie den Marshallinseln, Kiribati oder Kasachstan. Dass Deutschland seine Beobachterrolle bei den Staatenkonferenzen unter Verweis auf NATO-Verpflichtungen aufgegeben hat, bewertete die Abrüstungsexpertin als einen bedauerlichen Rückschritt in der diplomatischen Verantwortungsübernahme.</p><p><strong>Abschreckung als tödliches Risiko</strong></p><p>Neben der diplomatischen Analyse untermauerte die Wissenschaftlerin ihre Forderung mit den physikalischen Konsequenzen eines nuklearen Konflikts, die jede militärische Abschreckungslogik ad absurdum führen:</p><ul> <li><strong>Jenseits von Hiroshima:</strong> Während die 1945 eingesetzten Atombomben physikalisch limitiert waren, basieren moderne Wasserstoffbomben auf Kernfusion – mit einer „nach oben hin praktisch unbegrenzten“ Sprengkraft.</li> <li><strong>Der Nukleare Winter:</strong> Basierend auf Studien der Rutgers University verdeutlichte Hughes, dass Rußmassen aus städtischen Feuerstürmen bei einem regionalen Atomkrieg (etwa zwischen Indien und Pakistan) die globale Temperatur um 10 bis 15 Grad Celsius senken würden. Dies würde den Zusammenbruch der globalen Landwirtschaft und den Hungertod von über zwei Milliarden Menschen bedeuten. Ein Konflikt zwischen den USA und Russland würde, bei Einsatz von nur einem Drittel der Arsenale, über fünf Milliarden Todesopfer fordern.</li> <li><strong>Die Illusion der Bunker:</strong> Der Vorstellung, eine nukleare Apokalypse könne in privaten Schutzbunkern überdauert werden, erteilte die Expertin eine klare Absage. Durch die Zerstörung der Ozonschicht um 70 Prozent wäre die Erdoberfläche biologisch unbewohnbar und die Vegetation durch ungefilterte UV-Strahlung vollständig vernichtet.</li> </ul><p>Das Fazit der Wissenschaftlerin bleibt ein eindringlicher Appell:</p><blockquote><p>„Wir wissen, wie man diese Waffen verschrottet. Wir haben über 70 Staaten, die den Verbotsvertrag bereits ratifiziert haben. Die notwendige Handlungsmaxime für die deutsche Zivilgesellschaft muss sein, den Druck auf die Regierung zu erhöhen, zumindest als Beobachter an der kommenden Überprüfungskonferenz teilzunehmen, um den diplomatischen Dialog nicht vollends abreißen zu lassen.“</p></blockquote><p><strong>„Nackte Wahrheit“ als Abschreckung</strong></p><p>Der Physiker und ehemalige Berater des US-Militärs Theodore Postol untermauerte diesen dringlichen Appell mit physikalischen Fakten über die Folgen eines Atomwaffeneinsatzes (ausführlicher dazu <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=140714">hier</a>). Seine Ausführungen waren geprägt von der sachlichen Härte eines Insiders, der lange Jahre an der strategischen Planung von Atomkriegen beteiligt war. Der Experte verzichtete auf diplomatische Floskeln und legte den Fokus auf die mathematisch-physikalische Unausweichlichkeit einer nuklearen Eskalation.</p><p>Offen bekannte der US-Physiker, dass es das Ziel seines Vortrags gewesen sei, „mit der nackten Wahrheit eine Heidenangst einzujagen“. Er betonte, dass seine drastische Darstellung der physikalischen Folgen von Kernwaffenexplosionen keinem Selbstzweck diene, sondern der Vermittlung der unmittelbaren Realität nuklearer Gewalt geschuldet sei.</p><blockquote><p>„Wenn man die Wahrheit und die einfachen Fakten kennt, wird eines klar: Kein vernünftiger Mensch würde jemals Atomwaffen einsetzen. Ein politischer Führer, der angemessen und umfassend informiert ist, würde niemals Atomwaffen gegen einen anderen, ebenfalls atomar bewaffneten Staat einsetzen. So einfach ist das, denn das wäre unweigerlich kollektiver Selbstmord.“</p></blockquote><p>Eindringlich plädierte der ehemalige Berater des US-Militärs in Berlin für eine Rückkehr zur rationalen Interessenabwägung. Er widersprach der Darstellung, Russland strebe nach einer militärischen Expansion in Richtung Westen. Stattdessen konstatierte der Atomphysiker:</p><blockquote><p>„Was sie von Deutschland wollen, ist, in Ruhe gelassen zu werden. Lasst sie in Ruhe, und sie werden euch in Ruhe lassen.“</p></blockquote><p>Für Postol ist die aktuelle Politik der Bundesregierung daher nicht nur unnötig, sondern gefährlich: Indem Deutschland sich als Frontstaat inszeniere und die russische Seite permanent provoziere, werde ein Sicherheitsdilemma konstruiert, das keinen rationalen Nutzen für Deutschland habe, sondern das Land lediglich ins Zentrum eines potenziellen nuklearen Schlagabtauschs rücke.</p><p><strong>Die Gefahr des Systemversagens</strong></p><p>Nicht in einer geplanten nuklearen Aggression, sondern im „Systemversagen“ liege nach der Analyse des ehemaligen Professors am MIT die zentrale Bedrohung. Die existenzielle Gefahr bestehe darin, dass Akteure Signale falsch interpretieren oder Situationen missverstehen. Dies könne zu einem „versehentlichen Ersteinsatz“ führen, der sich aufgrund der unkontrollierbaren Eskalationsdynamik und der Vernichtungsmacht der Waffen unmittelbar verselbstständige.</p><p>Mit Blick auf die geplante Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland warnte der Physiker eindringlich: „Die geplante Verkürzung der nuklearen Vorwarnzeit gegen Russland gewinnt für Deutschland keinen Krieg. Sie verursacht diesen Krieg erst.“ Er argumentierte, dass ein „unter massivem Zeitdruck stehender, nervöser Gegner“ in einer Krisensituation dazu gezwungen sei, präventiv zu handeln, weil ihm die Zeit für eine rationale Verifizierung fehle. „Jeder Politiker, der das Gegenteil behauptet, lügt oder ist gefährlich uninformiert.“</p><p><strong>Plädoyer für Abrüstung</strong></p><p>Radikal kritisierte Postol die aktuelle sicherheitspolitische Ausrichtung: „Was wir also tun sollten, ist genau das Gegenteil der aktuellen Politik.“ Statt durch die Stationierung weiterer Waffen oder die Erhöhung der Sprengkopfzahl den Gegner weiter einzuschüchtern, müsse man anerkennen, dass bereits eine minimale nukleare Kapazität beim Gegenüber als hinreichende Abschreckung fungiere.</p><p>Seine Handlungsmaxime für die Zukunft lautet: „Wir müssen unsere strategischen Systeme so gestalten, dass es mathematisch und praktisch äußerst unwahrscheinlich wird, dass jemand unter Zeitdruck einen fatalen Fehler begeht.“ Als „einzig moralische Aufgabe“ eines Atomwaffenplaners identifizierte der Insider den aktiven Widerstand gegen eine Politik, die den Gegner in die Enge treibe.</p><p>Abschließend appellierte der Wissenschaftler an die Verantwortung der Zivilgesellschaft, den politischen Entscheidungsträgern bei derartigen „katastrophalen Fehlentscheidungen“ entgegenzutreten: „Unsere Aufgabe muss es sein, einen gemeinsamen Konsens zu finden: die Einigung, dass kein vernünftiger Mensch diese Waffen jemals einsetzen darf. Und diese Waffen so sicher wie möglich zu machen – und sie natürlich letztendlich ganz abzuschaffen.“</p><p><strong>Appell zur diplomatischen Umkehr</strong></p><p>Zum Abschluss der Berliner Debatte unterstrich Michael von der Schulenburg die Verantwortung der Zivilgesellschaft in einer Zeit, in der das politische Handeln in Berlin den Kontakt zur diplomatischen Realität verloren zu haben scheint. Sein Plädoyer war ein direkter Appell an den gesellschaftlichen Zusammenhalt als notwendiges Gegengewicht zum militärischen Eskalationskurs.</p><p>„Wir haben heute gesehen“, so der ehemalige UN-Diplomat, „dass die technische Logik der atomaren Abschreckung – so wie sie uns von der Politik verkauft wird – in Wahrheit eine Logik der Selbstzerstörung ist.“ Die systematische Dämonisierung des russischen Gegenübers, die jegliche Verhandlungsgrundlage im Keim ersticke, kritisierte von der Schulenburg: „Wenn wir den Dialog mit Russland verweigern, nehmen wir uns selbst die einzige Versicherung, die wir in einer nuklear bewaffneten Welt haben: das Gespräch.“ Er warnte eindringlich davor, dass die Politik die „strategische Geduld“ Russlands fälschlicherweise als Schwäche interpretiere, was zu einer gefährlichen Fehleinschätzung der Lage führe.</p><p>Sein Aufruf an die Anwesenden war unmissverständlich: „Wir müssen auf jeder gesellschaftlichen Ebene den Faden des Gesprächs suchen. Es gibt auch in Russland Menschen, die unsere Sorgen teilen und die wissen, dass ein Atomkrieg keine Gewinner kennt. Diese Stimmen müssen wir stärken.“</p><p><strong>Die historische Aufgabe</strong></p><p>Mit einer Einordnung, welche die historische Dringlichkeit des Augenblicks betonte, schloss der ehemalige UN-Diplomat. Schulenburg verwies darauf, dass die heutige Krise kein Naturereignis sei, sondern das Ergebnis bewusster politischer Entscheidungen, die ebenso bewusst rückgängig gemacht werden könnten:</p><blockquote><p>„Es ist unsere historische Aufgabe, diesen Teufelskreis zu durchbrechen: Deeskalation statt Säbelrasseln, Diplomatie statt Konfrontation.“</p></blockquote><p>Der erfahrene Vermittler forderte die Bürger dazu auf, den politischen Druck zu erhöhen und den „nuklearen Wahnsinn“ nicht länger hinzunehmen.</p><blockquote><p>„Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass wir in einem Land leben, das zum logischen Auslöser einer globalen Katastrophe aufgebaut wird. Wir müssen den Mut haben, die Waffenruhe und den Frieden zur obersten Prämisse unseres politischen Handelns zu machen.“</p></blockquote><p><small>Titelbild: © Eva Peli</small><img alt="" decoding="async" height="1" src="https://vg07.met.vgwort.de/na/0efb6b4a646e4811b3d77ace02e4066e" width="1"></img></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/260529-V0ScF6P087583wTI.jpg" /><h1>Schlafwandelt Deutschland in den Atomkrieg?</h1><h2>By Ein Artikel von Éva Péli</h2><article id="content"> <div> <p>Wie nah steht Europa am nuklearen Abgrund? Während die offizielle Sicherheitspolitik Gefahren verharmlost, warnen Diplomaten und Wissenschaftler eindringlich vor der aktuellen Eskalationsdynamik. Auf Einladung der BSW-Europaabgeordneten Ruth Firmenich und Michael von der Schulenburg analysierten Politiker und Wissenschaftler in Berlin den Kriegskurs der EU.<br></br> <strong>Éva Péli</strong> fasst die Analysen zusammen und verdeutlicht, warum der sicherheitspolitische Kurs der Bundesregierung Deutschland existenziellen Gefahren aussetzt.<br></br> <span id="more-151219"></span><br></br> Dass die USA ihre Pläne zur Stationierung neuer atomar bestückbarer Mittelstreckenraketen in Deutschland vorerst auf Eis gelegt haben, ist nach Ansicht des renommierten Atomphysikers Theodore Postol „zwar eine gute Nachricht, aber keine Entwarnung“. Der Wissenschaftler, der in seiner aktiven Zeit selbst an der strategischen Planung von Atomkriegen beteiligt war, betonte, dass diese Entscheidung keineswegs auf rationaler Einsicht beruhe. Die Gefahr bleibt präsent, zumal die Bundesregierung laut der BSW-Außenpolitikerin Sevim Dağdelen bereits eigene Alternativen erwägt. Dağdelen bezeichnet den Aufbau von Raketenkapazitäten als „gefährliches Vabanquespiel“.</p><p>Durch die Veranstaltung führte Michael von der Schulenburg als Moderator; gemeinsam mit Sevim Dağdelen, Theodore Postol und Ivana Nikolić Hughes legte er die reale Gefahr einer nuklearen Eskalation aus physikalischer und völkerrechtlicher Sicht offen, gefolgt von einer Fragerunde mit dem Publikum.</p><p><strong>Verlust der Vernunft</strong></p><p>Zu Beginn unterstrich der ehemalige hochrangige UN-Diplomat Michael von der Schulenburg die Dringlichkeit der Lage. Angesichts von weltweit rund 15.000 Atomwaffen schwebe die Welt in einer größeren Gefahr als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders kritisch bewertete der erfahrene Vermittler in Konflikten die aktuelle europäische Außenpolitik:</p><blockquote><p>„Wir Europäer kratzen ständig an den roten Linien und provozieren. Wir gehen immer weiter und hängen uns immer tiefer in diesen Krieg hinein.“</p></blockquote><p>Er verwies auf Debatten über Drohnenlieferungen, die strategische Kontrolle der Ostsee oder theoretische Planspiele, Kaliningrad im Handstreich zu nehmen: „Dass es da heißt, man könne mit 22.000 Soldaten Kaliningrad einfach überrennen – all das würde ganz sicher zu einem Atomkrieg führen.“</p><p>Ein Vergleich zur Kubakrise fiel düster aus: „Es ist heute viel gefährlicher als damals“, stellte der Diplomat fest. Während man 1962 mit John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow und Papst Johannes XXIII. noch Staatsmänner gehabt habe, die – teilweise gegen den Widerstand ihrer eigenen Militärs – zum Frieden fähig waren, fehle es heute an einem solchen diplomatischen Korrektiv.</p><p>Auf ein historisches Detail, das im öffentlichen Bewusstsein kaum präsent ist, machte von der Schulenburg aufmerksam: Deutschland hatte zuletzt im Jahr 1939 eine explizite Militärstrategie, bevor Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kürzlich eine solche wieder vorstellte. Die Ankündigung, die Bundeswehr bis zum Jahr 2039 zur stärksten konventionellen Armee Europas auszubauen, bewertete der ehemalige UN-Diplomat als ein brandgefährliches Spiel. Da Russland darin als ausgemachter Feind benannt werde, wirke dieses Vorhaben wie eine direkte Provokation. Schulenburg warnte davor, dass genau jene Gefahr, die durch die Aufrüstung abgewendet werden solle, durch dieses aggressive Vorgehen erst heraufbeschworen werde.</p><p><strong>Eskalationsrisiken statt Abschreckung</strong></p><p>Eine fundamentale Dekonstruktion der aktuellen Berliner Regierungsstrategie stellt die sicherheitspolitische Analyse von Sevim Dağdelen (BSW) dar. Sie ordnet das Handeln der Bundesregierung nicht als Reaktion auf externe Bedrohungen ein, sondern als Teil einer bewussten, offensiven Transformation Deutschlands. In ihrer Rede bezeichnete die BSW-Außenpolitikerin das Vorgehen als „ungeheuerliches, absolut verantwortungsloses Vabanquespiel“ und stellte die zentrale Frage in den Raum: „Riskiert Berlin einen Atomkrieg gegen Russland und zulasten ganz Europas?“</p><p>Sie kritisierte, dass Deutschland seine Rolle als Stabilitätsfaktor im Zentrum Europas zugunsten einer untergeordneten, aber risikoreichen Rolle in der NATO-Struktur aufgegeben habe. „Die geplante massive Aufrüstung und die Einbindung der Ukraine in EU-Beistandsstrukturen dienen als Katalysator, um Deutschland als konventionelle Militärmacht in eine geostrategische Arbeitsteilung mit den USA zu zwingen“, urteilte die frühere Bundestagsabgeordnete.</p><p>Nach ihrer Auffassung werde Deutschland damit gezielt als „zentraler logistischer und operativer Stützpunkt“ instrumentalisiert. Besonders kritisch bewertete sie den Erwerb sogenannter Deep-Strike-Systeme. Diese Waffen, die Angriffe auf militärische Infrastrukturen weit im russischen Hinterland ermöglichen, bezeichnete sie als strategischen Fehler, der die Schwelle für eine nukleare Eskalation systematisch absenke.</p><p><strong>Völkerrechtliche Erosion</strong></p><p>Einen zentralen Teil ihrer Argumentation widmete die BSW-Außenpolitikerin dem Bruch völkerrechtlicher Normen. Dağdelen erinnerte nachdrücklich an den Zwei-plus-Vier-Vertrag, der Deutschland völkerrechtlich zur Abwesenheit von atomaren, biologischen und chemischen Waffen verpflichtet. „Die heutige deutsche Politik unterläuft diese Verträge systematisch, indem sie ‚nukleare Teilhabe‘ und Deep-Strike-Fähigkeiten als Sicherheitsgarantien verkauft, die in Wahrheit das Zielgebiet Deutschland bei einer Eskalation nur noch vulnerabler machen“, so Dağdelen.</p><p>Sie prangerte in diesem Zusammenhang eine „völkerrechtliche Schizophrenie“ an: Während die Bundesregierung auf dem Papier internationale Standards bekräftige, werde durch die Stationierung von US-Atomwaffen und die Ablehnung des Vertrags über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) die diplomatische Architektur der Krisenprävention de facto ausgehöhlt.</p><p>Besonders scharf ins Gericht ging die Außenpolitikerin mit der Debatte um eigene deutsche Atomwaffen. „Allein die Tatsache dieser Enttabuisierung zeigt, wie irre die politischen Eliten geworden sind. Die eigene Atombombe wäre nach der konventionellen Raketenrüstung der letzte große Dammbruch“, warnte Dağdelen. Dass führende Vertreter der Union – wie etwa Johann Wadephul – „insgeheim längst darauf zielen“, nannte sie einen völkerrechtlichen Skandal, da der Atomwaffenbesitz im „Fundament unserer Wiedervereinigung“, dem Zwei-plus-Vier-Vertrag, „unumstößlich ausgeschlossen“ sei.</p><p><strong>Soziale Kosten des „Vabanquespiels“</strong></p><p>Dağdelen stellte auch den Zusammenhang zwischen Aufrüstung und sozialer Stabilität her. Sie kritisierte, dass die „Zeitenwende“ als ein „soziales Umverteilungsprogramm von unten nach oben“ fungiere.</p><blockquote><p>„Das ist nichts anderes als ein einseitig erklärter sozialer Krieg gegen die eigene Bevölkerung, um diese Aufrüstung zu finanzieren! Wir erleben eine systematische Entwertung der öffentlichen Daseinsvorsorge, um eine Militärstrategie zu finanzieren, die unsere Sicherheit in Wahrheit untergräbt.“</p></blockquote><p>Sie mahnte, dass Deutschland als „Frontstaat“ sich selbst die „ökonomische und soziale Luft zum Atmen“ nehme. Ihre Schlussfolgerung fiel drastisch aus: „Unsere Politiker sind entweder so fundamental schlecht informiert oder so skrupellos, dass sie dem deutschen Volk einen historischen Bärendienst erweisen. Sie bringen Sie alle in tödliche Gefahr und führen potenziell dazu, dass Deutschland zum logischen Auslöser einer globalen nuklearen Katastrophe wird.“</p><p>Mit Blick auf die mediale Berichterstattung zeigte sich die frühere Bundestagsabgeordnete fassungslos über die Normalisierung des Unvorstellbaren. „Nach dem Beginn des Krieges im Jahr 2022 gab es in den großen deutschen Tageszeitungen tatsächlich ernsthafte Artikel und Anleitungen, wie man sich im eigenen Vorgarten einen ‚Ein-Mann-Bunker‘ baut“, erinnerte Dağdelen. Sie bezeichnete diese Berichterstattung als „absurd, infantil und völlig verblödet“.</p><blockquote><p>„Den Menschen wird ernsthaft suggeriert, mit einem Betonrohr im Vorgarten sei die eigene Sicherheit im nuklearen Ernstfall gewährleistet! Diese Akteure haben jeden Verstand verloren. Und diesen Treibern des Krieges gilt es jetzt mit aller Entschlossenheit in den Arm zu fallen.“</p></blockquote><p>Dağdelen schloss ihren Appell mit der Mahnung vor der Logik der gegenseitigen Hochrüstung. Sie betonte, dass Extremisten auf beiden Seiten des Konflikts wie „kommunizierende Röhren“ funktionierten und sich gegenseitig in eine Eskalationsspirale trieben. „Deshalb ist es unsere historische Aufgabe, diesen Teufelskreis zu durchbrechen: Deeskalation statt Säbelrasseln, Diplomatie statt Konfrontation!“</p><p><strong>Diplomatie als Überlebensnotwendigkeit</strong></p><p>Ivana Nikolić Hughes, Wissenschaftlerin an der Columbia University und Präsidentin der <em>Nuclear Age Peace Foundation</em>, ergänzte die Debatte um die völkerrechtliche Dimension. Sie betonte, dass der Fortbestand der Menschheit untrennbar mit der Integrität der UN-Rüstungskontrollarchitektur verbunden ist, und lieferte eine kritische Bestandsaufnahme der zentralen Vertragswerke.</p><p><strong>Von Kennedy zu heute</strong></p><p>Sie erinnerte an die historischen Lehren der Kubakrise. Der Teilweise Teststoppvertrag (PTBT) von 1963, initiiert von John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow, sei „die Einsicht in den nuklearen Abgrund“ gewesen, die als „Motor für konkrete Deeskalation“ fungierte. Der PTBT setzte damals ein globales Zeichen gegen die radiologische Verseuchung der Biosphäre durch Tests in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser.</p><p>Der darauf aufbauende Atomwaffensperrvertrag (NVV), heute eines der zentralen Rüstungskontrollabkommen, ruhe auf der Nichtverbreitung, der friedlichen Nutzung der Kernenergie und – als zentralem Versprechen – der nuklearen Abrüstung durch die fünf anerkannten Atommächte. „Dass diese Mächte ihre rechtliche Verpflichtung zur vollständigen Abschaffung der Arsenale seit Jahrzehnten ignorieren, markiert die Trägheit und das wiederholte Scheitern der heutigen Diplomatie“, konstatierte die Abrüstungsexpertin. Mit Verweis auf die jüngst „krachend gescheiterte“ 11. Überprüfungskonferenz in New York unterstrich sie, wie weit die heutige geopolitische Realität hinter den 1968 ausgehandelten Anspruch zurückfällt.</p><p><strong>Der Umfassende Teststoppvertrag (CTBT) als unvollendetes Projekt</strong></p><p>Der 1996 ausgearbeitete Umfassende Teststoppvertrag (CTBT), der jegliche Form von Kernwaffenexplosionen verbieten soll, befindet sich nach Einschätzung der Wissenschaftlerin in einem gefährlichen „diplomatischen Schwebezustand“. Obwohl er von 177 Staaten ratifiziert wurde, blockieren Schlüsselstaaten wie die USA, China, der Iran und Israel sein Inkrafttreten. Die Rücknahme der russischen Ratifizierung im Jahr 2023 kritisierte Hughes scharf, betonte jedoch gleichzeitig die Verantwortung der westlichen Führungsmächte:</p><blockquote><p>„Eine wirksame Rüstungskontrolle erfordert Vorbildfunktion. Wenn die USA den Vertrag unterzeichnen, aber den Ratifizierungsprozess im Senat nicht abschließen, schwächen sie das gesamte internationale Regelwerk.“</p></blockquote><p><strong>Das Verbot als humanitärer Imperativ</strong></p><p>Als „Spitze der Pyramide“ der internationalen Rüstungskontrolle bezeichnete Hughes den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (TPNW), der 2017 verabschiedet wurde und 2021 in Kraft trat. Dieser Vertrag stellt eine völkerrechtliche Absage an den Besitz, die Entwicklung, die Lagerung und explizit die bloße Androhung des Einsatzes von Atomwaffen dar.</p><p>Hughes hob hervor, dass der TPNW über die reine Rüstungskontrolle hinausgehe und humanitäre Bestimmungen zur Opferhilfe und Umweltsanierung enthalte – eine notwendige Anerkennung des Leids der indigenen Bevölkerung in ehemaligen Testgebieten wie den Marshallinseln, Kiribati oder Kasachstan. Dass Deutschland seine Beobachterrolle bei den Staatenkonferenzen unter Verweis auf NATO-Verpflichtungen aufgegeben hat, bewertete die Abrüstungsexpertin als einen bedauerlichen Rückschritt in der diplomatischen Verantwortungsübernahme.</p><p><strong>Abschreckung als tödliches Risiko</strong></p><p>Neben der diplomatischen Analyse untermauerte die Wissenschaftlerin ihre Forderung mit den physikalischen Konsequenzen eines nuklearen Konflikts, die jede militärische Abschreckungslogik ad absurdum führen:</p><ul> <li><strong>Jenseits von Hiroshima:</strong> Während die 1945 eingesetzten Atombomben physikalisch limitiert waren, basieren moderne Wasserstoffbomben auf Kernfusion – mit einer „nach oben hin praktisch unbegrenzten“ Sprengkraft.</li> <li><strong>Der Nukleare Winter:</strong> Basierend auf Studien der Rutgers University verdeutlichte Hughes, dass Rußmassen aus städtischen Feuerstürmen bei einem regionalen Atomkrieg (etwa zwischen Indien und Pakistan) die globale Temperatur um 10 bis 15 Grad Celsius senken würden. Dies würde den Zusammenbruch der globalen Landwirtschaft und den Hungertod von über zwei Milliarden Menschen bedeuten. Ein Konflikt zwischen den USA und Russland würde, bei Einsatz von nur einem Drittel der Arsenale, über fünf Milliarden Todesopfer fordern.</li> <li><strong>Die Illusion der Bunker:</strong> Der Vorstellung, eine nukleare Apokalypse könne in privaten Schutzbunkern überdauert werden, erteilte die Expertin eine klare Absage. Durch die Zerstörung der Ozonschicht um 70 Prozent wäre die Erdoberfläche biologisch unbewohnbar und die Vegetation durch ungefilterte UV-Strahlung vollständig vernichtet.</li> </ul><p>Das Fazit der Wissenschaftlerin bleibt ein eindringlicher Appell:</p><blockquote><p>„Wir wissen, wie man diese Waffen verschrottet. Wir haben über 70 Staaten, die den Verbotsvertrag bereits ratifiziert haben. Die notwendige Handlungsmaxime für die deutsche Zivilgesellschaft muss sein, den Druck auf die Regierung zu erhöhen, zumindest als Beobachter an der kommenden Überprüfungskonferenz teilzunehmen, um den diplomatischen Dialog nicht vollends abreißen zu lassen.“</p></blockquote><p><strong>„Nackte Wahrheit“ als Abschreckung</strong></p><p>Der Physiker und ehemalige Berater des US-Militärs Theodore Postol untermauerte diesen dringlichen Appell mit physikalischen Fakten über die Folgen eines Atomwaffeneinsatzes (ausführlicher dazu <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=140714">hier</a>). Seine Ausführungen waren geprägt von der sachlichen Härte eines Insiders, der lange Jahre an der strategischen Planung von Atomkriegen beteiligt war. Der Experte verzichtete auf diplomatische Floskeln und legte den Fokus auf die mathematisch-physikalische Unausweichlichkeit einer nuklearen Eskalation.</p><p>Offen bekannte der US-Physiker, dass es das Ziel seines Vortrags gewesen sei, „mit der nackten Wahrheit eine Heidenangst einzujagen“. Er betonte, dass seine drastische Darstellung der physikalischen Folgen von Kernwaffenexplosionen keinem Selbstzweck diene, sondern der Vermittlung der unmittelbaren Realität nuklearer Gewalt geschuldet sei.</p><blockquote><p>„Wenn man die Wahrheit und die einfachen Fakten kennt, wird eines klar: Kein vernünftiger Mensch würde jemals Atomwaffen einsetzen. Ein politischer Führer, der angemessen und umfassend informiert ist, würde niemals Atomwaffen gegen einen anderen, ebenfalls atomar bewaffneten Staat einsetzen. So einfach ist das, denn das wäre unweigerlich kollektiver Selbstmord.“</p></blockquote><p>Eindringlich plädierte der ehemalige Berater des US-Militärs in Berlin für eine Rückkehr zur rationalen Interessenabwägung. Er widersprach der Darstellung, Russland strebe nach einer militärischen Expansion in Richtung Westen. Stattdessen konstatierte der Atomphysiker:</p><blockquote><p>„Was sie von Deutschland wollen, ist, in Ruhe gelassen zu werden. Lasst sie in Ruhe, und sie werden euch in Ruhe lassen.“</p></blockquote><p>Für Postol ist die aktuelle Politik der Bundesregierung daher nicht nur unnötig, sondern gefährlich: Indem Deutschland sich als Frontstaat inszeniere und die russische Seite permanent provoziere, werde ein Sicherheitsdilemma konstruiert, das keinen rationalen Nutzen für Deutschland habe, sondern das Land lediglich ins Zentrum eines potenziellen nuklearen Schlagabtauschs rücke.</p><p><strong>Die Gefahr des Systemversagens</strong></p><p>Nicht in einer geplanten nuklearen Aggression, sondern im „Systemversagen“ liege nach der Analyse des ehemaligen Professors am MIT die zentrale Bedrohung. Die existenzielle Gefahr bestehe darin, dass Akteure Signale falsch interpretieren oder Situationen missverstehen. Dies könne zu einem „versehentlichen Ersteinsatz“ führen, der sich aufgrund der unkontrollierbaren Eskalationsdynamik und der Vernichtungsmacht der Waffen unmittelbar verselbstständige.</p><p>Mit Blick auf die geplante Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland warnte der Physiker eindringlich: „Die geplante Verkürzung der nuklearen Vorwarnzeit gegen Russland gewinnt für Deutschland keinen Krieg. Sie verursacht diesen Krieg erst.“ Er argumentierte, dass ein „unter massivem Zeitdruck stehender, nervöser Gegner“ in einer Krisensituation dazu gezwungen sei, präventiv zu handeln, weil ihm die Zeit für eine rationale Verifizierung fehle. „Jeder Politiker, der das Gegenteil behauptet, lügt oder ist gefährlich uninformiert.“</p><p><strong>Plädoyer für Abrüstung</strong></p><p>Radikal kritisierte Postol die aktuelle sicherheitspolitische Ausrichtung: „Was wir also tun sollten, ist genau das Gegenteil der aktuellen Politik.“ Statt durch die Stationierung weiterer Waffen oder die Erhöhung der Sprengkopfzahl den Gegner weiter einzuschüchtern, müsse man anerkennen, dass bereits eine minimale nukleare Kapazität beim Gegenüber als hinreichende Abschreckung fungiere.</p><p>Seine Handlungsmaxime für die Zukunft lautet: „Wir müssen unsere strategischen Systeme so gestalten, dass es mathematisch und praktisch äußerst unwahrscheinlich wird, dass jemand unter Zeitdruck einen fatalen Fehler begeht.“ Als „einzig moralische Aufgabe“ eines Atomwaffenplaners identifizierte der Insider den aktiven Widerstand gegen eine Politik, die den Gegner in die Enge treibe.</p><p>Abschließend appellierte der Wissenschaftler an die Verantwortung der Zivilgesellschaft, den politischen Entscheidungsträgern bei derartigen „katastrophalen Fehlentscheidungen“ entgegenzutreten: „Unsere Aufgabe muss es sein, einen gemeinsamen Konsens zu finden: die Einigung, dass kein vernünftiger Mensch diese Waffen jemals einsetzen darf. Und diese Waffen so sicher wie möglich zu machen – und sie natürlich letztendlich ganz abzuschaffen.“</p><p><strong>Appell zur diplomatischen Umkehr</strong></p><p>Zum Abschluss der Berliner Debatte unterstrich Michael von der Schulenburg die Verantwortung der Zivilgesellschaft in einer Zeit, in der das politische Handeln in Berlin den Kontakt zur diplomatischen Realität verloren zu haben scheint. Sein Plädoyer war ein direkter Appell an den gesellschaftlichen Zusammenhalt als notwendiges Gegengewicht zum militärischen Eskalationskurs.</p><p>„Wir haben heute gesehen“, so der ehemalige UN-Diplomat, „dass die technische Logik der atomaren Abschreckung – so wie sie uns von der Politik verkauft wird – in Wahrheit eine Logik der Selbstzerstörung ist.“ Die systematische Dämonisierung des russischen Gegenübers, die jegliche Verhandlungsgrundlage im Keim ersticke, kritisierte von der Schulenburg: „Wenn wir den Dialog mit Russland verweigern, nehmen wir uns selbst die einzige Versicherung, die wir in einer nuklear bewaffneten Welt haben: das Gespräch.“ Er warnte eindringlich davor, dass die Politik die „strategische Geduld“ Russlands fälschlicherweise als Schwäche interpretiere, was zu einer gefährlichen Fehleinschätzung der Lage führe.</p><p>Sein Aufruf an die Anwesenden war unmissverständlich: „Wir müssen auf jeder gesellschaftlichen Ebene den Faden des Gesprächs suchen. Es gibt auch in Russland Menschen, die unsere Sorgen teilen und die wissen, dass ein Atomkrieg keine Gewinner kennt. Diese Stimmen müssen wir stärken.“</p><p><strong>Die historische Aufgabe</strong></p><p>Mit einer Einordnung, welche die historische Dringlichkeit des Augenblicks betonte, schloss der ehemalige UN-Diplomat. Schulenburg verwies darauf, dass die heutige Krise kein Naturereignis sei, sondern das Ergebnis bewusster politischer Entscheidungen, die ebenso bewusst rückgängig gemacht werden könnten:</p><blockquote><p>„Es ist unsere historische Aufgabe, diesen Teufelskreis zu durchbrechen: Deeskalation statt Säbelrasseln, Diplomatie statt Konfrontation.“</p></blockquote><p>Der erfahrene Vermittler forderte die Bürger dazu auf, den politischen Druck zu erhöhen und den „nuklearen Wahnsinn“ nicht länger hinzunehmen.</p><blockquote><p>„Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass wir in einem Land leben, das zum logischen Auslöser einer globalen Katastrophe aufgebaut wird. Wir müssen den Mut haben, die Waffenruhe und den Frieden zur obersten Prämisse unseres politischen Handelns zu machen.“</p></blockquote><p><small>Titelbild: © Eva Peli</small><img alt="" decoding="async" height="1" src="https://vg07.met.vgwort.de/na/0efb6b4a646e4811b3d77ace02e4066e" width="1"></img></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151219 Bla, bla, bla. Von Bildung quatschen, aber viel lieber Kampfpanzer kaufen … https://www.nachdenkseiten.de/?p=151186 Fri, 29 May 2026 08:00:14 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151186 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2701982001.jpg" /><h1>Bla, bla, bla. Von Bildung quatschen, aber viel lieber Kampfpanzer kaufen …</h1><h2>By Ein Artikel von Ralf Wurzbacher</h2><article id="content"> <div> <p>Ein schäbiges Spiel um eine Reform der Bundesausbildungsförderung steht nach monatelanger Hängepartie vor der finalen Entscheidung. Einiges spricht dafür, dass die Koalition das Projekt mindestens verschiebt oder vielleicht auch ganz abbläst. Ein besseres BAföG, während drumherum der Sozialstaat in Schutt und Asche zerfällt, das geht nun wirklich nicht – mit dieser Regierung. Ein Kommentar von <strong>Ralf Wurzbacher</strong>.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151186"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Bla_bla_bla_Von_Bildung_quatschen_aber_viel_lieber_Kampfpanzer_kaufen_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151186-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529_Bla_bla_bla_Von_Bildung_quatschen_aber_viel_lieber_Kampfpanzer_kaufen_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Bla_bla_bla_Von_Bildung_quatschen_aber_viel_lieber_Kampfpanzer_kaufen_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Im Koalitionsvertrag von Union und SPD steht geschrieben: „Wir wollen das BAföG in einer großen Novelle modernisieren. Die Wohnkostenpauschale erhöhen wir zum Wintersemester 2026/27 einmalig auf 440 Euro pro Monat und überprüfen diese regelmäßig. Die Freibeträge werden dynamisiert. Den Grundbedarf für Studierende passen wir …“ Bla, bla, bla. Alles nur Gerede! Seit vergangenem Wochenende steht praktisch fest: Die versprochene Reform der Bundesausbildungsförderung wird es nicht geben – zumindest nicht planmäßig, vielleicht auch gar nicht.</p><p>Der in einem Interview mit dem <em>Münchner Merkur</em> gesagte Satz von Unionsfraktionschef Jens Spahn war der letzte Sargnagel für das letzte verbliebene Regierungsprojekt, das die Bezeichnung „sozial“ verdient gehabt hätte. <a href="https://www.merkur.de/politik/spahn-ueber-buergergeld-empfinden-die-menschen-zurecht-als-ungerecht-zr-94319662.html">„Staatliche Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld, BAföG werden wir absehbar nicht erhöhen können“</a>, lautete die Ansage des CDU-Manns. Dass Union und SPD über Kürzungen beim Wohngeld sowie beim Elterngeld verhandeln, wusste man bereits. Und dass beim Bürgergeld – ab 1. Juli Grundsicherungsgeld – nach zuletzt zwei Nullrunden 2027 eine dritte folgen könnte, erscheint nicht ganz abwegig. Aber was hatte plötzlich das BAföG in der Aufzählung zu suchen?</p><p><strong>Kanzlerblockade</strong></p><p>Wobei „plötzlich“ dann doch das falsche Wort ist. Monatelang hatten Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) über die Finanzierung des Vorhabens gestritten, derweil das Zeitfenster für einen geregelten Gesetzgebungsprozess immer enger wurde. Schon mit der Nichteinigung vor Ostern galt der Vollzug bis zur Sommerpause als gefährdet. Trotzdem dauerte es noch einen Monat länger, bis schließlich Ende April im Zuge der Haushaltsaufstellung eine <a href="https://www.forschung-und-lehre.de/politik/bafoeg-finanzierungsstreit-beigelegt-7675">Vereinbarung</a> verkündet wurde. Das Finanzressort (BMF) und das Forschungsressort (BMFTR) würden sich die fälligen Kosten teilen, hieß es da.</p><p>Aber danach passierte wiederum: nichts! So, als wäre nicht höchste Eile geboten, landete der seit Ende Dezember 2025 vorliegende Gesetzentwurf aus dem Hause Bär einfach nicht auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts. Wie die <em>NachDenkSeiten</em> bei der SPD-Fraktion in Erfahrung brachten, hätte die Ministerrunde sich eigentlich am zurückliegenden Mittwoch damit befassen sollen, was dann aber doch nicht passierte. Irgendwie war das ja auch zu erwarten nach dem, was Spahn wenige Tage davor abgelassen hatte, von wegen: „Man kann nur so viel Geld ausgeben, wie man einnimmt.“ Genauso lautet bekanntlich das Mantra von Friedrich Merz (CDU), des Bundeskanzlers, neben dem, dass „der Sozialstaat von heute nicht mehr finanzierbar“ sei. Wer sich gefragt haben mag, ob Spahn im Alleingang vorgeprescht ist, kann sich inzwischen sicher sein: Er agierte mit Rückendeckung seines Chefs.</p><p><strong>Leopard hat Vorrang</strong></p><p>Worum geht es? Zum kommenden Wintersemester sollte die Wohnpauschale für außerhalb des Elternhauses lebende Studierende von 380 auf 440 Euro angehoben werden. Das ist lange überfällig und dennoch bei Weitem unzureichend. Im Schnitt werden heute für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft im Schnitt 512 Euro aufgerufen, vielerorts deutlich mehr, in München sind es 800 Euro. Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) würde die Umsetzung der Pläne im laufenden Jahr 67 Millionen Euro kosten. Das entspricht nicht einmal zweieinhalb Kampfpanzern des Typs Leopard 2A8, wovon einer allein mit <a href="https://www.investmentweek.com/waffen-gigant-auf-ketten-was-der-leopard-2a8-und-sein-erbe-wirklich-kosten/">über 28 Millionen Euro</a> zu Buche schlägt. Wobei die Bundeswehr davon 123 Stück bestellt hat.</p><p>Man kann nur so viel Geld ausgeben, wie man einnimmt? Für die Hochrüstung der deutschen Truppe zur „konventionell stärksten Armee Europas“ (Merz) werden Hunderte Milliarden Euro verpulvert, aus einem „Sondervermögen“, das die Regierung nicht „einnimmt“, sondern etlichen folgenden Generationen als Schuldenberg hinterlässt. 67 Millionen Euro sind dagegen Kleckerkram. Aber es geht um Grundsätzliches, eben um die Abwicklung des deutschen Sozialstaatsmodells. Ein besseres BAföG passt da einfach nicht ins Bild.</p><p><strong>Nicht ernst gemeint</strong></p><p>Das Regierungsprogramm von Union und SPD sieht eine schrittweise Erhöhung des BAföG-Grundbedarfs auf das Niveau der neuen Grundsicherung vor. Ursprünglich wollte man das in zwei Stufen bis zum Wintersemester 2028/29 vollziehen und die Leistungen von da an mit der allgemeinen Preis- und Lohnentwicklung automatisch aufwachsen lassen. Gemäß der „Einigung“ von vor vier Wochen wollte man die Umsetzung auf drei Etappen bis zum Sommersemester 2029 strecken. Erklärtes Ziel war es einmal, damit die Attraktivität des BAföG zu steigern und den Kreis der Leistungsempfänger auszuweiten. Heute beziehen nur zwischen elf und zwölf Prozent aller Studierenden die staatliche Hilfe. Bis zu 70 Prozent der Anspruchsberechtigten stellen keinen Antrag, und davon ahnen sehr viele gar nicht, dass ihnen Unterstützung überhaupt zusteht.</p><p>Meinte die Regierung ihre guten Vorsätze ernst, müsste sie mit deutlich steigenden Ausgaben kalkulieren, weil künftig mithin Hunderttausende mehr zu versorgen wären. Aber sie meint es nicht ernst. Gemäß den Eckwerten des Bundeshaushalts sind (oder waren) fürs BAföG Mehrausgaben von insgesamt 462 Millionen Euro von 2027 bis 2029 veranschlagt. Davor wurde stets ein Mehraufwand von einer Milliarde Euro gehandelt. Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zeigte man sich nach der sogenannten Einigung skeptisch, ob der Mitteleinsatz „wenigstens für die Reformpläne des Koalitionsvertrags“ reiche. „Wenn ja, dann sicher nur bei gleichbleibender Gefördertenquote“, beschied damals Vorstandsmitglied Andreas Keller. Das hätte System: Schon fürs laufende Jahr war der BAföG-Posten um 250 Millionen Euro gekürzt worden – <a href="https://www.jmwiarda.de/blog/2025/08/01/weniger-bafoeg-mehr-fragezeichen">„wegen Anpassung an Bedarf“</a>.</p><p><strong>Niedergang mit System</strong></p><p>Aber selbst der Eindruck eines sozialen Fortschritts geht den Regierenden schon zu weit. Wenn in allen Bereichen der Daseinsvorsorge – Rente, Gesundheit, Pflege, Familien- und Behindertenpolitik – der Rotstift angesetzt wird, darf das BAföG nicht aus der Reihe tanzen. Für schäbige Neiddebatten sind gerade Merz und Spahn immer zu haben. Motto: Wenn wir schon beim Wohngeld „sparen“, muss auch Student seinen Beitrag leisten. Aber wie? Ein Drittel aller Hochschüler in Deutschland lebt in Armut, jene, die allein oder in einer WG wohnen, zu <a href="https://www.der-paritaetische.de/fileadmin//user_upload/Seiten/Presse/docs/240605_expertise_bafoeg_final.pdf">über 80 Prozent</a>. Das BAföG wurde in Jahrzehnten systematisch entwertet und genügt längst nicht mehr der Anforderung, damit ein Studium zu finanzieren. Gerade Union und SPD stehen mit diversen GroKos für den Niedergang. Und so wird es weitergehen.</p><p>Lina Seitzl, Bildungsexpertin aus Reihen der SPD-Bundestagsfraktion, will das nicht wahrhaben. „Für uns ist klar: Der Koalitionsvertrag gilt“, erklärte sie am Donnerstag gegenüber den <em>NachDenkSeiten</em>. „Wir setzen darauf, dass die BAföG-Reform noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht wird.“ Wie soll das hinhauen? Es gibt bisher kein grünes Licht vom Kabinett. Es verbleiben noch drei Sitzungswochen des Parlaments, in denen die zuständigen Ausschüsse beraten und Sachverständige anhören müssen. Und dann hätte den Bundestagsbeschluss auch noch der Bundesrat bei seiner letzten Sitzung am 10. Juli „zur Kenntnis zu nehmen“, sofern die Länderkammer nicht Einspruch erhebt und dem miesen Spiel die Krone aufsetzt.</p><p><strong>Dobrindt besorgt</strong></p><p>Unbestätigten Hinweisen zufolge soll sich jetzt sogar das Innenministerium von Alexander Dobrindt (CSU) fürs BAföG interessieren und Bedenken geäußert haben wegen gewisser Regelungsdetails, die das ihm zugeordnete Bundesverwaltungsamt betreffen. Wohl deshalb blieb das Thema im Kabinett außen vor. Rhetorisch gefragt: Hätte das nicht früher auffallen können? Sogar dem <em>Spiegel</em> stößt die Hinhaltetaktik übel auf. Die Betroffenen sähen „ein unwürdiges, monatelanges Gezerre um einige wenige Entlastungen, um sie dann nach einer Einigung doch wieder infrage zu stellen“, kommentierte das Magazin am Mittwoch (hinter Bezahlschranke). „Schneller kann man Vertrauen kaum verspielen.“ Überschrieben ist der Beitrag mit „Aus für mehr BAföG?“. Womit immerhin ein Fragezeichen bleibt.</p><p>„Wir wollen in Bildung und die junge Generation investieren.“ Wer glaubt solchen Sprüchen noch, wenn die Politik lieber im ganzen Land Kasernen hochzieht, statt die kaputten Klos in den Schulen herzurichten? Gefragt nach den Spahn-Äußerungen, plapperte am Mittwoch eine Sprecherin des Forschungsministeriums auf der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=W5YIXmqvZw4">Bundespressekonferenz</a> (ab Minute 20) eine Sprachformel nach, die ihr Haus schon seit Wochen an Journalisten ausgibt. Zitat:</p><p>„Das BMFTR hat unmittelbar nach Beginn der Legislaturperiode Arbeiten für die Erstellung eines Referentenentwurfs für ein 30. BAföG-Änderungsgesetz aufgenommen und diesen dann vorgelegt, um den Koalitionsvertrag umzusetzen, und steht hierzu mit allen Beteiligten im Austausch. Diesen laufenden Abstimmungen können wir nicht vorweggreifen, dafür bitten wir um Verständnis.“ Nicht zu vergessen: „Die Belange junger Menschen in Studium und schulischer Ausbildung haben für das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hohe Priorität.“ Bla, bla, bla …</p><p><small>Titelbild: Juergen Nowak / Shutterstock</small><img alt="" decoding="async" height="1" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/b44ac3b65d62483cac0e4f604f6d93e4" title="" width="1"></img></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/shutterstock_2701982001.jpg" /><h1>Bla, bla, bla. Von Bildung quatschen, aber viel lieber Kampfpanzer kaufen …</h1><h2>By Ein Artikel von Ralf Wurzbacher</h2><article id="content"> <div> <p>Ein schäbiges Spiel um eine Reform der Bundesausbildungsförderung steht nach monatelanger Hängepartie vor der finalen Entscheidung. Einiges spricht dafür, dass die Koalition das Projekt mindestens verschiebt oder vielleicht auch ganz abbläst. Ein besseres BAföG, während drumherum der Sozialstaat in Schutt und Asche zerfällt, das geht nun wirklich nicht – mit dieser Regierung. Ein Kommentar von <strong>Ralf Wurzbacher</strong>.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151186"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Bla_bla_bla_Von_Bildung_quatschen_aber_viel_lieber_Kampfpanzer_kaufen_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151186-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529_Bla_bla_bla_Von_Bildung_quatschen_aber_viel_lieber_Kampfpanzer_kaufen_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Bla_bla_bla_Von_Bildung_quatschen_aber_viel_lieber_Kampfpanzer_kaufen_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Im Koalitionsvertrag von Union und SPD steht geschrieben: „Wir wollen das BAföG in einer großen Novelle modernisieren. Die Wohnkostenpauschale erhöhen wir zum Wintersemester 2026/27 einmalig auf 440 Euro pro Monat und überprüfen diese regelmäßig. Die Freibeträge werden dynamisiert. Den Grundbedarf für Studierende passen wir …“ Bla, bla, bla. Alles nur Gerede! Seit vergangenem Wochenende steht praktisch fest: Die versprochene Reform der Bundesausbildungsförderung wird es nicht geben – zumindest nicht planmäßig, vielleicht auch gar nicht.</p><p>Der in einem Interview mit dem <em>Münchner Merkur</em> gesagte Satz von Unionsfraktionschef Jens Spahn war der letzte Sargnagel für das letzte verbliebene Regierungsprojekt, das die Bezeichnung „sozial“ verdient gehabt hätte. <a href="https://www.merkur.de/politik/spahn-ueber-buergergeld-empfinden-die-menschen-zurecht-als-ungerecht-zr-94319662.html">„Staatliche Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld, BAföG werden wir absehbar nicht erhöhen können“</a>, lautete die Ansage des CDU-Manns. Dass Union und SPD über Kürzungen beim Wohngeld sowie beim Elterngeld verhandeln, wusste man bereits. Und dass beim Bürgergeld – ab 1. Juli Grundsicherungsgeld – nach zuletzt zwei Nullrunden 2027 eine dritte folgen könnte, erscheint nicht ganz abwegig. Aber was hatte plötzlich das BAföG in der Aufzählung zu suchen?</p><p><strong>Kanzlerblockade</strong></p><p>Wobei „plötzlich“ dann doch das falsche Wort ist. Monatelang hatten Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) über die Finanzierung des Vorhabens gestritten, derweil das Zeitfenster für einen geregelten Gesetzgebungsprozess immer enger wurde. Schon mit der Nichteinigung vor Ostern galt der Vollzug bis zur Sommerpause als gefährdet. Trotzdem dauerte es noch einen Monat länger, bis schließlich Ende April im Zuge der Haushaltsaufstellung eine <a href="https://www.forschung-und-lehre.de/politik/bafoeg-finanzierungsstreit-beigelegt-7675">Vereinbarung</a> verkündet wurde. Das Finanzressort (BMF) und das Forschungsressort (BMFTR) würden sich die fälligen Kosten teilen, hieß es da.</p><p>Aber danach passierte wiederum: nichts! So, als wäre nicht höchste Eile geboten, landete der seit Ende Dezember 2025 vorliegende Gesetzentwurf aus dem Hause Bär einfach nicht auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts. Wie die <em>NachDenkSeiten</em> bei der SPD-Fraktion in Erfahrung brachten, hätte die Ministerrunde sich eigentlich am zurückliegenden Mittwoch damit befassen sollen, was dann aber doch nicht passierte. Irgendwie war das ja auch zu erwarten nach dem, was Spahn wenige Tage davor abgelassen hatte, von wegen: „Man kann nur so viel Geld ausgeben, wie man einnimmt.“ Genauso lautet bekanntlich das Mantra von Friedrich Merz (CDU), des Bundeskanzlers, neben dem, dass „der Sozialstaat von heute nicht mehr finanzierbar“ sei. Wer sich gefragt haben mag, ob Spahn im Alleingang vorgeprescht ist, kann sich inzwischen sicher sein: Er agierte mit Rückendeckung seines Chefs.</p><p><strong>Leopard hat Vorrang</strong></p><p>Worum geht es? Zum kommenden Wintersemester sollte die Wohnpauschale für außerhalb des Elternhauses lebende Studierende von 380 auf 440 Euro angehoben werden. Das ist lange überfällig und dennoch bei Weitem unzureichend. Im Schnitt werden heute für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft im Schnitt 512 Euro aufgerufen, vielerorts deutlich mehr, in München sind es 800 Euro. Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) würde die Umsetzung der Pläne im laufenden Jahr 67 Millionen Euro kosten. Das entspricht nicht einmal zweieinhalb Kampfpanzern des Typs Leopard 2A8, wovon einer allein mit <a href="https://www.investmentweek.com/waffen-gigant-auf-ketten-was-der-leopard-2a8-und-sein-erbe-wirklich-kosten/">über 28 Millionen Euro</a> zu Buche schlägt. Wobei die Bundeswehr davon 123 Stück bestellt hat.</p><p>Man kann nur so viel Geld ausgeben, wie man einnimmt? Für die Hochrüstung der deutschen Truppe zur „konventionell stärksten Armee Europas“ (Merz) werden Hunderte Milliarden Euro verpulvert, aus einem „Sondervermögen“, das die Regierung nicht „einnimmt“, sondern etlichen folgenden Generationen als Schuldenberg hinterlässt. 67 Millionen Euro sind dagegen Kleckerkram. Aber es geht um Grundsätzliches, eben um die Abwicklung des deutschen Sozialstaatsmodells. Ein besseres BAföG passt da einfach nicht ins Bild.</p><p><strong>Nicht ernst gemeint</strong></p><p>Das Regierungsprogramm von Union und SPD sieht eine schrittweise Erhöhung des BAföG-Grundbedarfs auf das Niveau der neuen Grundsicherung vor. Ursprünglich wollte man das in zwei Stufen bis zum Wintersemester 2028/29 vollziehen und die Leistungen von da an mit der allgemeinen Preis- und Lohnentwicklung automatisch aufwachsen lassen. Gemäß der „Einigung“ von vor vier Wochen wollte man die Umsetzung auf drei Etappen bis zum Sommersemester 2029 strecken. Erklärtes Ziel war es einmal, damit die Attraktivität des BAföG zu steigern und den Kreis der Leistungsempfänger auszuweiten. Heute beziehen nur zwischen elf und zwölf Prozent aller Studierenden die staatliche Hilfe. Bis zu 70 Prozent der Anspruchsberechtigten stellen keinen Antrag, und davon ahnen sehr viele gar nicht, dass ihnen Unterstützung überhaupt zusteht.</p><p>Meinte die Regierung ihre guten Vorsätze ernst, müsste sie mit deutlich steigenden Ausgaben kalkulieren, weil künftig mithin Hunderttausende mehr zu versorgen wären. Aber sie meint es nicht ernst. Gemäß den Eckwerten des Bundeshaushalts sind (oder waren) fürs BAföG Mehrausgaben von insgesamt 462 Millionen Euro von 2027 bis 2029 veranschlagt. Davor wurde stets ein Mehraufwand von einer Milliarde Euro gehandelt. Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zeigte man sich nach der sogenannten Einigung skeptisch, ob der Mitteleinsatz „wenigstens für die Reformpläne des Koalitionsvertrags“ reiche. „Wenn ja, dann sicher nur bei gleichbleibender Gefördertenquote“, beschied damals Vorstandsmitglied Andreas Keller. Das hätte System: Schon fürs laufende Jahr war der BAföG-Posten um 250 Millionen Euro gekürzt worden – <a href="https://www.jmwiarda.de/blog/2025/08/01/weniger-bafoeg-mehr-fragezeichen">„wegen Anpassung an Bedarf“</a>.</p><p><strong>Niedergang mit System</strong></p><p>Aber selbst der Eindruck eines sozialen Fortschritts geht den Regierenden schon zu weit. Wenn in allen Bereichen der Daseinsvorsorge – Rente, Gesundheit, Pflege, Familien- und Behindertenpolitik – der Rotstift angesetzt wird, darf das BAföG nicht aus der Reihe tanzen. Für schäbige Neiddebatten sind gerade Merz und Spahn immer zu haben. Motto: Wenn wir schon beim Wohngeld „sparen“, muss auch Student seinen Beitrag leisten. Aber wie? Ein Drittel aller Hochschüler in Deutschland lebt in Armut, jene, die allein oder in einer WG wohnen, zu <a href="https://www.der-paritaetische.de/fileadmin//user_upload/Seiten/Presse/docs/240605_expertise_bafoeg_final.pdf">über 80 Prozent</a>. Das BAföG wurde in Jahrzehnten systematisch entwertet und genügt längst nicht mehr der Anforderung, damit ein Studium zu finanzieren. Gerade Union und SPD stehen mit diversen GroKos für den Niedergang. Und so wird es weitergehen.</p><p>Lina Seitzl, Bildungsexpertin aus Reihen der SPD-Bundestagsfraktion, will das nicht wahrhaben. „Für uns ist klar: Der Koalitionsvertrag gilt“, erklärte sie am Donnerstag gegenüber den <em>NachDenkSeiten</em>. „Wir setzen darauf, dass die BAföG-Reform noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht wird.“ Wie soll das hinhauen? Es gibt bisher kein grünes Licht vom Kabinett. Es verbleiben noch drei Sitzungswochen des Parlaments, in denen die zuständigen Ausschüsse beraten und Sachverständige anhören müssen. Und dann hätte den Bundestagsbeschluss auch noch der Bundesrat bei seiner letzten Sitzung am 10. Juli „zur Kenntnis zu nehmen“, sofern die Länderkammer nicht Einspruch erhebt und dem miesen Spiel die Krone aufsetzt.</p><p><strong>Dobrindt besorgt</strong></p><p>Unbestätigten Hinweisen zufolge soll sich jetzt sogar das Innenministerium von Alexander Dobrindt (CSU) fürs BAföG interessieren und Bedenken geäußert haben wegen gewisser Regelungsdetails, die das ihm zugeordnete Bundesverwaltungsamt betreffen. Wohl deshalb blieb das Thema im Kabinett außen vor. Rhetorisch gefragt: Hätte das nicht früher auffallen können? Sogar dem <em>Spiegel</em> stößt die Hinhaltetaktik übel auf. Die Betroffenen sähen „ein unwürdiges, monatelanges Gezerre um einige wenige Entlastungen, um sie dann nach einer Einigung doch wieder infrage zu stellen“, kommentierte das Magazin am Mittwoch (hinter Bezahlschranke). „Schneller kann man Vertrauen kaum verspielen.“ Überschrieben ist der Beitrag mit „Aus für mehr BAföG?“. Womit immerhin ein Fragezeichen bleibt.</p><p>„Wir wollen in Bildung und die junge Generation investieren.“ Wer glaubt solchen Sprüchen noch, wenn die Politik lieber im ganzen Land Kasernen hochzieht, statt die kaputten Klos in den Schulen herzurichten? Gefragt nach den Spahn-Äußerungen, plapperte am Mittwoch eine Sprecherin des Forschungsministeriums auf der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=W5YIXmqvZw4">Bundespressekonferenz</a> (ab Minute 20) eine Sprachformel nach, die ihr Haus schon seit Wochen an Journalisten ausgibt. Zitat:</p><p>„Das BMFTR hat unmittelbar nach Beginn der Legislaturperiode Arbeiten für die Erstellung eines Referentenentwurfs für ein 30. BAföG-Änderungsgesetz aufgenommen und diesen dann vorgelegt, um den Koalitionsvertrag umzusetzen, und steht hierzu mit allen Beteiligten im Austausch. Diesen laufenden Abstimmungen können wir nicht vorweggreifen, dafür bitten wir um Verständnis.“ Nicht zu vergessen: „Die Belange junger Menschen in Studium und schulischer Ausbildung haben für das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hohe Priorität.“ Bla, bla, bla …</p><p><small>Titelbild: Juergen Nowak / Shutterstock</small><img alt="" decoding="async" height="1" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/b44ac3b65d62483cac0e4f604f6d93e4" title="" width="1"></img></p> </div> </article><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> Ein schäbiges Spiel um eine Reform der Bundesausbildungsförderung steht nach monatelanger Hängepartie vor der finalen Entscheidung. Einiges spricht dafür, dass die Koalition das Projekt mindestens verschiebt oder vielleicht auch ganz abbläst. Ein schäbiges Spiel um eine Reform der Bundesausbildungsförderung steht nach monatelanger Hängepartie vor der finalen Entscheidung. Einiges spricht dafür, dass die Koalition das Projekt mindestens verschiebt oder vielleicht auch ganz abbläst. Ein besseres BAföG, während drumherum der Sozialstaat in Schutt und Asche zerfällt, das geht nun wirklich nicht – mit dieser Regierung. Ein Kommentar vonWeiterlesen Redaktion NachDenkSeiten 11:00 151186 Schrödingers Russe und die Lüge der Aufrüstungsdebatte https://www.nachdenkseiten.de/?p=151183 Fri, 29 May 2026 07:00:46 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151183 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/260529_Greenpeace-titel.jpg" /><h1>Schrödingers Russe und die Lüge der Aufrüstungsdebatte</h1><h2>By Ein Artikel von: Jens Berger</h2><article id="content"> <div> <p>Die neue Greenpeace-Studie <a href="https://www.greenpeace.de/publikationen/Europa_allein_zu_Haus.pdf">„Europa allein zu Haus?“</a> räumt mit einer der derzeit wirkungsmächtigsten Erzählungen auf: Europa sei – erst recht ohne Beistand der USA – Russland militärisch hoffnungslos unterlegen und müsse deshalb in einem historischen Kraftakt aufrüsten. Beides ist falsch, wie die nackten Zahlen eindrucksvoll belegen. Man muss den Studienautoren dankbar sein, dass sie die allgegenwärtige Propaganda in diesem Punkt widerlegen. Leider hinterfragt die Studie jedoch nicht die militärische Logik als solche, sondern geht implizit davon aus, dass ein Krieg zwischen den Machtblöcken unterhalb der nuklearen Schwelle führbar wäre. Von <strong>Jens Berger</strong>.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151183"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Schroedingers_Russe_und_die_Luege_der_Aufruestungsdebatte_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151183-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529_Schroedingers_Russe_und_die_Luege_der_Aufruestungsdebatte_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Schroedingers_Russe_und_die_Luege_der_Aufruestungsdebatte_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Wenn es in den klassischen Medien oder der Politik um die Frage der sicherheitspolitischen Bedrohung durch Russland geht, muss ich immer an das Bild von „Schrödingers Russen“ denken. Einerseits ist die russische Armee und die hinter ihr stehende Volkswirtschaft so schwach, dass es selbst der im Vergleich ja kleinen Ukraine – freilich mit Unterstützung der NATO-Staaten – gelingen soll, Russland zu besiegen. Andererseits ist Russland jedoch so mächtig, dass es schon in wenigen Monaten oder Jahren in der Position sein soll, die übermächtige und schon heute bis an die Zähne bewaffnete NATO erfolgreich zu überfallen, sodass schon bald russische Panzer durch das Brandenburger Tor fahren. Schrödingers Russe steckt seit Jahren in einem Abnutzungskrieg ohne Landgewinn im Donbass fest, soll aber gleichzeitig binnen Tagen in Berlin stehen? Ohne quantenphysikalische Gedankenexperimente sind diese beiden Bilder nicht zusammenzubringen. Aber dieser eklatante Widerspruch scheint ja niemanden zu interessieren.</p><p>Vielleicht helfen ja in der Tat die nackten Zahlen, um hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Und Greenpeace liefert diese Zahlen. Die NATO ist in allen „militärischen Schlüsselkategorien“ Russland heute haushoch überlegen. Und das sogar ohne die NATO-Führungsmacht USA, deren Zuverlässigkeit im Bündnisfall ja in letzter Zeit immer wieder infrage gestellt wird. Einzig und allein bei der Zahl der Atomwaffen und ihrer Trägersysteme wären die NATO-Staaten ohne die USA gegenüber Russland zahlenmäßig im Nachteil. Aber selbst die rund 400 einsatzbereiten Atomwaffen, die Großbritannien und Frankreich in ihrem Arsenal haben, sollten als Abschreckung ja eigentlich reichen.</p><div><a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/260529_Greenpeace-01.png"><img alt="" decoding="async" src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/260529_Greenpeace-01.png"></img><span></span></a></div><p>Das ist der Status Quo und es ist wichtig, ihn zu kennen. Denn nur wenn rein theoretisch eine faktische Überlegenheit Russland bestehen würde, würden die zurzeit exekutierten Aufrüstungsprogramme in gigantischer Größenordnung überhaupt – wenn auch nur oberflächlich – einen Sinn ergeben. Bezieht man den Status Quo aber mit ein, kann nicht mehr die Rede davon sein, dass man eine Lücke schließt, sondern es geht darum, die ohnehin bereits bestehende materielle Überlegenheit gegenüber Russland noch weiter auszubauen. Und auch hier geben die nackten Zahlen Klarheit. Die europäischen NATO-Staaten plus Kanada gaben 2025 rund 626 Milliarden US-Dollar für ihre Streitkräfte aus – Russland 190 Milliarden. Selbst kaufkraftbereinigt erreicht Russland nicht das Niveau der europäischen NATO-Staaten. Die gesamte NATO liegt mit 1.581 Milliarden US-Dollar ohnehin in einer anderen Liga. Die bereits vorhandene Überlegenheit wird also von Jahr zu Jahr größer. Mit einer reinen Abschreckungsrhetorik lässt sich das nicht erklären. </p><p>Das kritisiert Greenpeace zu Recht. Aus der Abschreckungslogik kann oder will sich jedoch auch Greenpeace nicht befreien. So kritisiert die Neuauflage der Studie nicht primär die Aufrüstung als solche, sondern vor allem die Ineffizienz und Planungslosigkeit, mit der diese betrieben wird. Das ist – wenn man denn in diesem Rahmen argumentieren will – natürlich auch richtig. Es ist ökonomisch natürlich hochgradig ineffizient, wenn die europäischen NATO-Staaten 19 verschiedene Kampfpanzer-Systeme oder 28 verschiedene 152- bzw. 155mm-Artilleriesysteme entwickeln, beschaffen, warten und betreiben. Zum Vergleich: Die USA haben ein Kampfpanzersystem und zwei Artilleriesysteme dieser Klasse. Und nein, hier geht es nicht um ein „Hofreiter’sches“ Quartettspiel mit Rüstungsgütern. Es geht darum, dass die NATO-Staaten sich ja verpflichtet haben, einen bestimmten Prozentsatz ihres BIPs – was Greenpeace übrigens zu Recht im Kern scharf kritisiert – in die Rüstung zu stecken.</p><p>Dieser Kritikpunkt ist wichtig. Man muss halt definieren, was man eigentlich erreichen will. Will man eine militärische Abschreckung, so sollte z.B. ein klar festgelegtes Ziel definiert werden, auf das man dann möglichst effizient hinarbeiten kann. Dann besteht aus ökonomischer Sicht auch erst der Anreiz, effizient vorzugehen und möglichst wenig Geld auszugeben. Die derzeit praktizierte Politik, nicht das Ziel, sondern die Ausgaben festzulegen und dann einfach nach nationalen Interessen drauflos zu wurschteln, ist ökonomisch unsinnig und ineffizient. Der Verdacht liegt nahe, dass die Politik die irrwitzige Aufrüstung auch als Standortpolitik betreibt. Um es mal zuzuspitzen: Wer so agiert, gibt immens viel Geld für einen geringen Nutzen aus. Dies ist nicht nur friedenspolitisch kontraproduktiv, sondern ein politischer Offenbarungseid, wenn man bedenkt, für wie viele sinnvolle Dinge keine staatlichen Gelder zur Verfügung stehen, und dann auch noch im Hinterkopf behält, dass ja jeder Euro, der sinnlos für Rüstungsgüter verschleudert wird, über Steuern und Abgaben der Volkswirtschaft entzogen werden muss. </p><p>Wie bereits erwähnt – wenn man in dieser Abschreckungslogik argumentieren will, muss man Greenpeace zweifelsohne recht geben. Besser wäre es jedoch, diese „Logik“ als solche zu hinterfragen. Wenn wir über die militärischen Kräfteverhältnisse zwischen der NATO und Russland sprechen, impliziert dies, dass ein direkter Krieg zwischen diesen beiden Blöcken unterhalb der nuklearen Schwelle führbar wäre. Das ist eine brandgefährliche Fehlannahme. Im Zeitalter der Atombombe ist der wahre Feind nicht der vermeintliche Gegner, sondern der Krieg selbst. Daher sollte man eigentlich auch überhaupt nicht über die Sinnhaftigkeit von Rüstungsausgaben debattieren, sondern die militärische Logik als solche hinterfragen. Doch davon sind wir leider Lichtjahre entfernt; so weit, dass offenbar noch nicht einmal die eigentlich ja löbliche Arbeit von Greenpeace diesen Gedanken als zentrales Leitmotiv aufgreift. Und das ist dann auch wieder schade. </p><p><small>Titelbild: Screenshot Greenpeace.de</small><img alt="" decoding="async" height="1" src="https://vg07.met.vgwort.de/na/b0d6c54acbfe4b4fb985548f4087ffa7" width="1"></img></p> </div> </article><div> <p>Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe Leser, um Ihre Unterstützung.<br></br>Herzlichen Dank!</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2026/05/260529_Greenpeace-titel.jpg" /><h1>Schrödingers Russe und die Lüge der Aufrüstungsdebatte</h1><h2>By Ein Artikel von: Jens Berger</h2><article id="content"> <div> <p>Die neue Greenpeace-Studie <a href="https://www.greenpeace.de/publikationen/Europa_allein_zu_Haus.pdf">„Europa allein zu Haus?“</a> räumt mit einer der derzeit wirkungsmächtigsten Erzählungen auf: Europa sei – erst recht ohne Beistand der USA – Russland militärisch hoffnungslos unterlegen und müsse deshalb in einem historischen Kraftakt aufrüsten. Beides ist falsch, wie die nackten Zahlen eindrucksvoll belegen. Man muss den Studienautoren dankbar sein, dass sie die allgegenwärtige Propaganda in diesem Punkt widerlegen. Leider hinterfragt die Studie jedoch nicht die militärische Logik als solche, sondern geht implizit davon aus, dass ein Krieg zwischen den Machtblöcken unterhalb der nuklearen Schwelle führbar wäre. Von <strong>Jens Berger</strong>.</p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.</em><br></br> <span id="more-151183"></span><br></br> </p><p>Podcast: <a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Schroedingers_Russe_und_die_Luege_der_Aufruestungsdebatte_NDS.mp3" onclick="return powerpress_pinw('https://www.nachdenkseiten.de/?powerpress_pinw=151183-podcast');" rel="nofollow" target="_blank" title="Play in new window">Play in new window</a> | <a download="260529_Schroedingers_Russe_und_die_Luege_der_Aufruestungsdebatte_NDS.mp3" href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/260529_Schroedingers_Russe_und_die_Luege_der_Aufruestungsdebatte_NDS.mp3" rel="nofollow" title="Download">Download</a></p><p>Wenn es in den klassischen Medien oder der Politik um die Frage der sicherheitspolitischen Bedrohung durch Russland geht, muss ich immer an das Bild von „Schrödingers Russen“ denken. Einerseits ist die russische Armee und die hinter ihr stehende Volkswirtschaft so schwach, dass es selbst der im Vergleich ja kleinen Ukraine – freilich mit Unterstützung der NATO-Staaten – gelingen soll, Russland zu besiegen. Andererseits ist Russland jedoch so mächtig, dass es schon in wenigen Monaten oder Jahren in der Position sein soll, die übermächtige und schon heute bis an die Zähne bewaffnete NATO erfolgreich zu überfallen, sodass schon bald russische Panzer durch das Brandenburger Tor fahren. Schrödingers Russe steckt seit Jahren in einem Abnutzungskrieg ohne Landgewinn im Donbass fest, soll aber gleichzeitig binnen Tagen in Berlin stehen? Ohne quantenphysikalische Gedankenexperimente sind diese beiden Bilder nicht zusammenzubringen. Aber dieser eklatante Widerspruch scheint ja niemanden zu interessieren.</p><p>Vielleicht helfen ja in der Tat die nackten Zahlen, um hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Und Greenpeace liefert diese Zahlen. Die NATO ist in allen „militärischen Schlüsselkategorien“ Russland heute haushoch überlegen. Und das sogar ohne die NATO-Führungsmacht USA, deren Zuverlässigkeit im Bündnisfall ja in letzter Zeit immer wieder infrage gestellt wird. Einzig und allein bei der Zahl der Atomwaffen und ihrer Trägersysteme wären die NATO-Staaten ohne die USA gegenüber Russland zahlenmäßig im Nachteil. Aber selbst die rund 400 einsatzbereiten Atomwaffen, die Großbritannien und Frankreich in ihrem Arsenal haben, sollten als Abschreckung ja eigentlich reichen.</p><div><a href="https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/260529_Greenpeace-01.png"><img alt="" decoding="async" src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/260529_Greenpeace-01.png"></img><span></span></a></div><p>Das ist der Status Quo und es ist wichtig, ihn zu kennen. Denn nur wenn rein theoretisch eine faktische Überlegenheit Russland bestehen würde, würden die zurzeit exekutierten Aufrüstungsprogramme in gigantischer Größenordnung überhaupt – wenn auch nur oberflächlich – einen Sinn ergeben. Bezieht man den Status Quo aber mit ein, kann nicht mehr die Rede davon sein, dass man eine Lücke schließt, sondern es geht darum, die ohnehin bereits bestehende materielle Überlegenheit gegenüber Russland noch weiter auszubauen. Und auch hier geben die nackten Zahlen Klarheit. Die europäischen NATO-Staaten plus Kanada gaben 2025 rund 626 Milliarden US-Dollar für ihre Streitkräfte aus – Russland 190 Milliarden. Selbst kaufkraftbereinigt erreicht Russland nicht das Niveau der europäischen NATO-Staaten. Die gesamte NATO liegt mit 1.581 Milliarden US-Dollar ohnehin in einer anderen Liga. Die bereits vorhandene Überlegenheit wird also von Jahr zu Jahr größer. Mit einer reinen Abschreckungsrhetorik lässt sich das nicht erklären. </p><p>Das kritisiert Greenpeace zu Recht. Aus der Abschreckungslogik kann oder will sich jedoch auch Greenpeace nicht befreien. So kritisiert die Neuauflage der Studie nicht primär die Aufrüstung als solche, sondern vor allem die Ineffizienz und Planungslosigkeit, mit der diese betrieben wird. Das ist – wenn man denn in diesem Rahmen argumentieren will – natürlich auch richtig. Es ist ökonomisch natürlich hochgradig ineffizient, wenn die europäischen NATO-Staaten 19 verschiedene Kampfpanzer-Systeme oder 28 verschiedene 152- bzw. 155mm-Artilleriesysteme entwickeln, beschaffen, warten und betreiben. Zum Vergleich: Die USA haben ein Kampfpanzersystem und zwei Artilleriesysteme dieser Klasse. Und nein, hier geht es nicht um ein „Hofreiter’sches“ Quartettspiel mit Rüstungsgütern. Es geht darum, dass die NATO-Staaten sich ja verpflichtet haben, einen bestimmten Prozentsatz ihres BIPs – was Greenpeace übrigens zu Recht im Kern scharf kritisiert – in die Rüstung zu stecken.</p><p>Dieser Kritikpunkt ist wichtig. Man muss halt definieren, was man eigentlich erreichen will. Will man eine militärische Abschreckung, so sollte z.B. ein klar festgelegtes Ziel definiert werden, auf das man dann möglichst effizient hinarbeiten kann. Dann besteht aus ökonomischer Sicht auch erst der Anreiz, effizient vorzugehen und möglichst wenig Geld auszugeben. Die derzeit praktizierte Politik, nicht das Ziel, sondern die Ausgaben festzulegen und dann einfach nach nationalen Interessen drauflos zu wurschteln, ist ökonomisch unsinnig und ineffizient. Der Verdacht liegt nahe, dass die Politik die irrwitzige Aufrüstung auch als Standortpolitik betreibt. Um es mal zuzuspitzen: Wer so agiert, gibt immens viel Geld für einen geringen Nutzen aus. Dies ist nicht nur friedenspolitisch kontraproduktiv, sondern ein politischer Offenbarungseid, wenn man bedenkt, für wie viele sinnvolle Dinge keine staatlichen Gelder zur Verfügung stehen, und dann auch noch im Hinterkopf behält, dass ja jeder Euro, der sinnlos für Rüstungsgüter verschleudert wird, über Steuern und Abgaben der Volkswirtschaft entzogen werden muss. </p><p>Wie bereits erwähnt – wenn man in dieser Abschreckungslogik argumentieren will, muss man Greenpeace zweifelsohne recht geben. Besser wäre es jedoch, diese „Logik“ als solche zu hinterfragen. Wenn wir über die militärischen Kräfteverhältnisse zwischen der NATO und Russland sprechen, impliziert dies, dass ein direkter Krieg zwischen diesen beiden Blöcken unterhalb der nuklearen Schwelle führbar wäre. Das ist eine brandgefährliche Fehlannahme. Im Zeitalter der Atombombe ist der wahre Feind nicht der vermeintliche Gegner, sondern der Krieg selbst. Daher sollte man eigentlich auch überhaupt nicht über die Sinnhaftigkeit von Rüstungsausgaben debattieren, sondern die militärische Logik als solche hinterfragen. Doch davon sind wir leider Lichtjahre entfernt; so weit, dass offenbar noch nicht einmal die eigentlich ja löbliche Arbeit von Greenpeace diesen Gedanken als zentrales Leitmotiv aufgreift. Und das ist dann auch wieder schade. </p><p><small>Titelbild: Screenshot Greenpeace.de</small><img alt="" decoding="async" height="1" src="https://vg07.met.vgwort.de/na/b0d6c54acbfe4b4fb985548f4087ffa7" width="1"></img></p> </div> </article><div> <p>Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe Leser, um Ihre Unterstützung.<br></br>Herzlichen Dank!</p> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> Die neue Greenpeace-Studie „Europa allein zu Haus?“ räumt mit einer der derzeit wirkungsmächtigsten Erzählungen auf: Europa sei – erst recht ohne Beistand der USA – Russland militärisch hoffnungslos unterlegen und müsse deshalb in einem historischen Kr... Die neue Greenpeace-Studie „Europa allein zu Haus?“ räumt mit einer der derzeit wirkungsmächtigsten Erzählungen auf: Europa sei – erst recht ohne Beistand der USA – Russland militärisch hoffnungslos unterlegen und müsse deshalb in einem historischen Kraftakt aufrüsten. Beides ist falsch, wie die nackten Zahlen eindrucksvoll belegen. Man muss den Studienautoren dankbar sein, dass sieWeiterlesen Redaktion NachDenkSeiten 7:11 151183 Hinweise des Tages https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179 Fri, 29 May 2026 06:35:03 +0000 https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179 <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1> Hinweise des Tages</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p>Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br></br> <span id="more-151179"></span><br></br> Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.</p><p>Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p><ol> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h01">Für Kallas ist Diplomatie mit Russland eine “Falle”</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h02">Ukraine: Hälfte der Geberländer steigt aus Prager Initiative aus</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h03">Der Krieg, der niemals endet</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h04">Ukraine, Rüstung, Wehrpflicht und die Nationale Sicherheit – Fragen an die Regierung</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h05">Geteilte Werte: Wadephul kann sich nicht zu einer Verurteilung israelischer Entführungen, Misshandlungen und Folter durchringen</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h06">Trump droht Unterhändler Oman</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h07">Die stille Achse – vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein Bündnis?</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h08">Exklusiv: Wie Bundesregierung und EU den deutschen Rechtsstaat aushöhlen</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h09">EU plant Chinazölle à la Trump</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h10">Antiqua et nova – und das deutsche Nichts. Gastbeitrag von Axel Fersen: Warum der Vatikan in der KI Frage weiter denkt als das Bundeskanzleramt</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h11">Krankenhausreform: Diese Gesundheitsreform macht krank </a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h12">„Rot-Rot-Grün – was sonst?“</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h13">CDU und NGO-Förderung: Die Schattenstruktur des Armin Laschet</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h14">Pandemievertrag liegt ein weiteres Jahr auf Eis</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h15">Zu guter Letzt: Von taz bis Axel Springer sind’s nur 3 Minuten mit dem Rad, und man muss nur kurz Rudi Dutschke überfahren – easy.</a></li> </ol><p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.</em></p><ol> <li><a name="h01"></a><strong>Für Kallas ist Diplomatie mit Russland eine “Falle”</strong><br></br> Sie soll unsere Chefdiplomatin sein, doch mit Diplomatie hat sie es offenbar nicht so. Nachdem die EU-Außenbeauftragte Kallas den wichtigen Handelspartner China mit einem Krebsgeschwür verglichen hatte, stellte sie mögliche Gespräche mit Russland nun als “Falle” dar. „Es ist eine Falle, in die Russland uns locken will“, sagte Kallas bei einem EU-Treffen auf Zypern. Die russische Taktik sehe vor, dass man darüber diskutiere, wer mit Russland spreche, und Russland dann auswähle, wer geeignet sei. Sie betonte auch, dass es aus ihrer Sicht erst einmal eine Verhandlungsstrategie brauche, bevor man über Personen rede. – Kallas hat allerdings keine solche Strategie vorgelegt. Statt auf Russland zuzugehen, hat sie Maximalforderungen vorgelegt, die auf eine Zerschlagung Russlands hinauslaufen würden. Auch eine(n) Russland-Gesandte(n) hat sie bisher nicht nominiert. Sie verweigert ihren Job – und spricht dann von einer “Falle”…<br></br> Quelle: <a href="https://lostineu.eu/fuer-kallas-ist-diplomatie-mit-russland-eine-falle/">Lost in Europe</a> <p>dazu: <strong>#hausaufgaben</strong><br></br> Beim informellen Treffen der EU-Außenminister auf Zypern deutet Kallas an, dass sie Gespräche mit Russland derzeit nicht unterstützt; sie warnt vor einer “Falle” Russlands. Sie meinte auch, es müsste in der EU zunächst über eine Verhandlungsstrategie entschieden werden, bevor über einen Verhandlungsführer gesprochen werden könne. Nach mehr als 4 Jahren Krieg muss die EU nun also über eine Verhandlungsstrategie diskutieren. Früher gings nicht. #hausaufgaben<br></br> Quelle: <a href="https://x.com/gerhard_mangott/status/2059915837847310565">Gerhard Mangott via Twitter/X</a> </p></li> <li><a name="h02"></a><strong>Ukraine: Hälfte der Geberländer steigt aus Prager Initiative aus</strong><br></br> Das Programm sicherte der Ukraine die Hälfte ihrer Artilleriemunition – doch warum steigen jetzt neun Geberländer gleichzeitig aus?<br></br> Die wichtigste Munitionspipeline der Ukraine bröckelt. Neun von ehemals 18 Geberländern haben sich seit dem Amtsantritt von Tschechiens Premier Andrej Babiš im Dezember aus der Prager Artillerie-Initiative zurückgezogen, wie der tschechische Präsident Petr Pavel gegenüber der Financial Times erklärte.<br></br> Das Programm koordiniert seit 2024 die Lieferung großkalibriger Geschosse an Kiew und hat bislang bisher 4,4 Millionen Schuss geliefert – laut Pavel bis zu 50 Prozent der gesamten schweren Artilleriemunition für die ukrainischen Streitkräfte.<br></br> Die Botschaft ist eindeutig: Wer die Hälfte der Munition liefert, lässt sich nicht einfach ersetzen. Doch genau das steht nun im Raum. Babiš hatte im Wahlkampf gedroht, die gesamte Initiative zu stoppen, und begründet den Kurswechsel mit leeren Kassen.<br></br> “Wir haben kein Geld, also erhalten wir Geld von anderen Ländern und liefern dann [die Munition]”, sagte er der FT. Tschechien solle logistisches Drehkreuz bleiben, aber keinen Cent mehr aus dem eigenen Haushalt beisteuern.<br></br> Quelle: <a href="https://www.telepolis.de/article/Ukraine-Haelfte-der-Geberlaender-steigt-aus-Prager-Initiative-aus-11310410.html">Telepolis</a> </li> <li><a name="h03"></a><strong>Der Krieg, der niemals endet</strong><br></br> Erinnerungen an Flucht und Vertreibung aus Schlesien verdeutlichen die Schrecken des Krieges, den heutige Politiker wieder riskieren.<br></br> „Geflüchtete“: vertrieben, verarmt, oft beraubt und misshandelt und auch am Zielort nicht unbedingt willkommen — das ist ein Schicksal, das auch vielen Deutschen widerfahren ist. Nach der Kapitulation der Wehrmacht 1945 mussten sich viele Schlesier und Bewohner anderer Ostgebiete auf den dornenreichen Weg nach Westen machen. Wer, wie der Autor, noch Erinnerung an die 40er-Jahre des 20. Jahrhunderts hat, kann davon berichten: von Hunger und Entbehrung, von permanenter Angst, von Heimatverlust und von den Abstoßungsreaktionen seitens der „Gastgebergesellschaft“. Auch Russen und Polen spielen in dieser Erzählung eine oft unrühmliche Rolle, selbst wenn man ihre Aversion gegen Deutsche menschlich verstehen kann. Aber nicht um Schuldzuweisung in die eine oder andere Richtung geht es dem Autor. Vielmehr will er das Bewusstsein schärfen für die Schrecken des Krieges, den zeitengewendete Staatenlenker und Medien heute wieder als probates Mittel der Politik zu rehabilitieren versuchen. Der Artikel wirft auch ein Licht auf ein kollektives Trauma, das noch mindestens zwei Generationen nach den unmittelbar Betroffenen weiterwirkt. Ein Beitrag zur Sonderausgabe „Wehrdienst und Militarisierung“.<br></br> Quelle: <a href="https://www.manova.news/artikel/der-krieg-der-niemals-endet">Wolfang Bittner auf Manova</a> </li> <li><a name="h04"></a><strong>Ukraine, Rüstung, Wehrpflicht und die Nationale Sicherheit – Fragen an die Regierung</strong><br></br> Auf den Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine hat die Politik mit umfassenden Maßnahmen reagiert. Der Autor fragt, auf welcher Grundlage sie konzipiert wurden.<br></br> Ich habe als Projektingenieur gearbeitet. Berufsbedingt denkt man in Kategorien von Analyse, Motivation, Strategie, Umsetzungskonzept und den davon abgeleiteten Maßnahmen.<br></br> Auf den Einmarsch der russischen Armee hat die Politik mit Maßnahmen reagiert, die tief und langfristig in unser Leben eingreifen.<br></br> Meine Fragen betreffen die anderen Kategorien.<br></br> Die Informationen darüber sind dürftig oder fehlen. Anstelle verifizierbarer Fakten und nüchterner Diskussion stehen meist Behauptungen, emotional aufgeladene Meinungen, pauschale Verweise auf russische Desinformation oder unbelegte Hinweise auf Geheimdienstinformationen im Raum. Sehr gut möglich, dass es sie gibt und die Behauptungen korrekt sind. Aber beeinflusst das Fehlen von Beweisen die Glaubwürdigkeit von Politik und Medien? Ja, das tut es!<br></br> Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Verkünder unbelegter Botschaften davon ausgehen, dass die daraus resultierenden Konsequenzen von der Öffentlichkeit widerspruchslos hingenommen werden. Tatsächlich funktioniert das auch ganz gut. Vielleicht auch deswegen, weil zu wenig nachgehakt wird.<br></br> Ungefährlich ist das nicht: Die Gefahr, dass wir in einen Krieg hineinstolpern, den, wie schon „Die Schlafwandler“ von 1914, am Ende keiner gewollt hat, ist real.<br></br> Quelle: <a href="https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/ukraine-ruestung-wehrpflicht-und-die-nationale-sicherheit-fragen-an-die-regierung/">Overton Magazin</a> </li> <li><a name="h05"></a><strong>Geteilte Werte: Wadephul kann sich nicht zu einer Verurteilung israelischer Entführungen, Misshandlungen und Folter durchringen</strong><br></br> Ein weiteres Mal hat Israel vor aller Welt sein wahres Gesicht gezeigt. In internationalen Gewässern überfiel die israelische Marine die „Global Sumud Flotilla“, enterte die Schiffe und entführte die Besatzungen nach Israel. Schon auf den Schiffen, auf die die Gefangen zum Weitertransport nach Israel gesperrt wurden, waren die Entführten Folter ausgesetzt. Bis auf eine Schicht wurde ihnen die Kleidung abgenommen und das bei einer Nacht auf See. Wasser und Nahrungsmittel wurden nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt, die Container, in denen man sie gefangen hielt, waren so überfüllt, dass nicht alle gleichzeitig liegen konnten.<br></br> In Israel angekommen erfolgte dann der Versuch einer Demütigung vor aller Welt:<br></br> Quelle: <a href="https://www.unsere-zeit.de/geteilte-werte-4814817/%20">unsere zeit</a> <p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.W.:</strong> Wie soll man es nennen? Doppelmoral? Oder vielleicht besser ohne jegliche Moral? Ich hoffe, diese Frage ist in Deutschland nicht auch schon strafbewährt.</em></p> <p>dazu: <strong>«Sie haben mich geboxt, getasert, mir in den Hals getreten»</strong><br></br> Ein Schweizer beschreibt im Gespräch mit Infosperber, wie er von israelischen Militärs gefoltert wurde. Das EDA weicht aus. […]<br></br> Nathan Hausheer, wie sind Sie zur Flotilla-Mission gestossen?<br></br> Die Situation in Gaza ist katastrophal. Und die Schweizer Regierung ist mitschuldig, wie auch die Schweizer Industrie. Sie genehmigen Verkäufe von Militärgütern an Rüstungsunternehmen in Israel. Diese Güter werden eingesetzt, um Kinder, Frauen, Zivilisten zu töten. Wir haben die moralische Pflicht, etwas dagegen zu tun. Die Schweiz versteckt sich hinter einer vorgetäuschten Neutralität, lässt aber weiterhin Militärgüter nach Israel liefern und kauft selbst viel Militärausrüstung. Diese Mitschuld darf nicht weitergehen. Ich habe diese Mission als Möglichkeit gesehen, wenigstens etwas zu tun. Und die palästinensische Sache sichtbarer zu machen.<br></br> Quelle: <a href="https://www.infosperber.ch/freiheit-recht/menschenrechte/sie-haben-mich-geboxt-getasert-mir-in-den-hals-getreten/">Infosperber</a></p> <p>dazu auch: <strong>Israel kündigt Zusammenarbeit mit Guterres auf</strong><br></br> Israel hat die Zusammenarbeit mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres aufgekündigt. Anlass sei die Entscheidung, Israel wegen Vorwürfen der sexualisierten Gewalt in Konfliktgebieten auf eine schwarze Liste zu setzen, schrieb der israelische UNO-Botschafter Danny Danon heute im Onlinedienst X. Israel werde den Kontakt zum Büro von Guterres bis zum Ablauf seiner Amtszeit Ende des Jahres abbrechen.<br></br> Quelle: <a href="https://orf.at/stories/3431704/">ORF</a> </p></li> <li><a name="h06"></a><strong>Trump droht Unterhändler Oman</strong><br></br> USA greifen erneut Iran an und bereiten amphibische Landeoperation vor. Washington dementiert Durchbruch bei Gesprächen.<br></br> In der Nacht zu Donnerstag haben US-Streitkräfte erneut Ziele in der Nähe der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas angegriffen. Nach Angaben eines namentlich nicht genannten US-Beamten gegenüber Reuters wurden zudem vier iranische Angriffsdrohnen – nach Lage der Dinge über iranischem oder unmittelbar angrenzendem Luftraum – abgeschossen. Auch soll eine Bodenstation zerstört worden sein, von der aus eine fünfte Drohne abgefeuert werden sollte. Der US-Angriff auf iranisches Staatsgebiet sei »zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten«, hieß es in der Begründung. Es war bereits die zweite US-Angriffsserie binnen einer Woche. Die Feuerpause gilt formal seit dem 8. April.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523352.nahostkonflikt-trump-droht-unterh%C3%A4ndler-oman.html">junge Welt</a> </li> <li><a name="h07"></a><strong>Die stille Achse – vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein Bündnis?</strong><br></br> Wie Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei und Katar inmitten des Iran-Kriegs eine neue Sicherheitsarchitektur sondieren – und was Bennett im Februar bereits benannt hatte. Es gilt, das im Auge zu behalten.<br></br> Am 7. April 2026 verkündete der amerikanische Präsident 90 Minuten vor seiner eigenen Deadline einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran. Die Entscheidung fiel nach einem Telefonat mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef Asim Munir. Acht Tage später, am 15. April, brach Sharif mit seinem Außenminister Ishaq Dar, der zu den Vermittlern in Islamabad gehört hatte, zu einer viertägigen Reise auf. Drei Stationen: Riad, Antalya, Doha. Drei strategische Partner. Vier Tage. Während der Westen die zweite Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran beobachtete, vollzog sich im Hintergrund eine Konsultationsbewegung, die in westlichen Mainstream-Medien als Kontext-Randnotiz behandelt wurde – und die genau jene Achse umfasst, die der ehemalige israelische Premierminister Naftali Bennett im Februar bereits namentlich benannt hatte: Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei. Das vierte Land – Katar – saß bei keinem der Treffen formell mit am Tisch und ist trotzdem Teil der Bewegung.<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/die-stille-achse-vier-hauptstaedte-eine-bewegung-ein-buendnis/">Globalbridge</a> </li> <li><a name="h08"></a><strong>Exklusiv: Wie Bundesregierung und EU den deutschen Rechtsstaat aushöhlen</strong><br></br> Rechtsstaat adé: Wer als deutscher Staatsbürger EU-sanktioniert ist und dagegen klagen will, darf einen Anwalt nur bezahlen, wenn eine staatliche Bundesbehörde dem zustimmt. […]<br></br> Die aktuelle Regierungspressekonferenz und die Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der AfD zeichnen das Bild eines Sanktionsregimes, das sich zunehmend von rechtsstaatlichen Standards entkoppelt: vage Tatbestandsmerkmale, vertrauliche Beweispakete, fehlende Waffengleichheit, Ausweitung auf Familienangehörige, fehlerhafte Grundlagendaten und eine Verantwortungsdiffusion zwischen Brüssel, AA und BMF. Während Gerichte erste Maßnahmen kassieren und juristische Gutachten gravierende Bedenken anmelden, hält die Bundesregierung an Aufbau und Praxis des Sanktionsregimes nicht nur fest – sie arbeitet aktiv daran, künftige Sanktionsentscheidungen noch einfacher durchsetzbar zu machen.<br></br> Quelle: <a href="https://ostdeutscheallgemeine.com/article/das-eu-sanktionsregime-wie-der-deutsche-rechtsstaat-endgueltig-ins-wanken-geraet-10038878">Florian Warweg auf Ostdeutsche Allgemeine</a> <p>dazu: <strong>Sippenhaftung: Sanktionierung von Hüseyin Doğru</strong><br></br> Weiterhin keine Reaktion erfolgte dagegen von der Deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion in der Gewerkschaft Verdi, deren Mitglied Doğru ist. Und bis auf sehr wenige Ausnahmen weigern sich deutsche Zeitungen und Sender, über die Drangsalierung eines Journalistenkollegen zu berichten. Dieser vorauseilende Gehorsam gegenüber dem Wahrheitsregime von EU und Bundesregierung könnte die Kolleginnen und Kollegen noch einmal teuer zu stehen kommen. Denn mit Doğru wird ein Präzedenzfall geschaffen, um in Zeiten russophober Kriegsertüchtigung und genozidaler Staatsräson abweichende Stimmen als vermeintliche Desinformation zu sanktionieren und auf Linie zu zwingen.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523326.sippenhaftung.html">junge Welt</a> </p></li> <li><a name="h09"></a><strong>EU plant Chinazölle à la Trump</strong><br></br> Vor der für heute angekündigten Debatte der EU-Kommission über drastisch verschärfte Zollmaßnahmen der EU gegen China sendet Berlin stark widersprüchliche Signale. Einerseits hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei einem Besuch in Beijing für eine Fortsetzung der Wirtschaftskooperation und für Kooperation statt Konfrontation geworben – im Interesse des für viele deutsche Unternehmen nach wie vor höchst wichtigen Chinageschäfts. Zugleich besucht eine Bundestagsdelegation Taiwan, wo sie sich nicht nur für den Ausbau der zivilen Wirtschaftsbeziehungen einsetzt; von einer Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz (KI) war die Rede. Taiwans Präsident Lai Ching-te dringt zugleich auf den Ausbau der Rüstungskooperation, zu der bereits im vergangenen Jahr erste Schritte unternommen wurden. Die Volksrepublik hat mittlerweile ein erstes deutsches Rüstungsunternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt; sie wirft ihm vor, in Waffenlieferungen an Taiwan involviert zu sein. Die Zollmaßnahmen, die die EU plant, orientieren sich an US-Vorbildern und umfassen unter anderem Zölle zum angeblichen Schutz der „nationalen Sicherheit“.<br></br> Quelle: <a href="https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10420">German Foreign Policy</a> </li> <li><a name="h10"></a><strong>Antiqua et nova – und das deutsche Nichts. Gastbeitrag von Axel Fersen: Warum der Vatikan in der KI Frage weiter denkt als das Bundeskanzleramt</strong><br></br> Es ist ein bemerkenswerter Befund: Während in Washington, London, Paris, Tokio und Singapur staatliche Institutionen entstanden sind, die sich systematisch mit den Risiken hochentwickelter Künstlicher Intelligenz befassen, und während die katholische Kirche mit der Note Antiqua et nova vom 28. Januar 2025 eine philosophisch wie ethisch dichte, hundertsiebzehn Abschnitte umfassende Analyse der KI Risiken vorgelegt hat, liest sich die Antwort der deutschen Bundesregierung wie ein Werbeprospekt: Deutschland werde „KI Nation“ — so der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Regierung vom April 2025 —, KI sei eine Schlüsseltechnologie, die Hightech Agenda Deutschland vom Juli 2025 setze auf „massive Investitionen“ und der Bundesminister für Digitalisierung verkünde aus Dubai, Deutschland nehme die Technologie „at full speed“ an. Von Risiken ist kaum die Rede. Von einem deutschen AI Safety Institute, von systematischer Risikoforschung: nichts<br></br> Dass ausgerechnet der Vatikan in dieser Frage gegenwärtig schärfer denkt als das Bundeskanzleramt, ist mehr als eine Pointe. Es ist ein Alarmsignal.<br></br> Quelle: <a href="https://www.blog-der-republik.de/antiqua-et-nova-und-das-deutsche-nichts-gastbeitrag-von-axel-fersen/">Blog der Republik</a> </li> <li><a name="h11"></a><strong>Krankenhausreform: Diese Gesundheitsreform macht krank</strong><br></br> Bundesweite Proteste gegen Pläne der Regierung, die Arbeitsbedingungen und Versorgungsqualität per Kürzungskurs verschlechtern<br></br> Schichtbetrieb. In der Gesundheitsfabrik. Das schreit nach einer wohlverdienten Pause. Freiwillig verzichtet haben darauf am Donnerstag rund 70 Beschäftigte des Sana-Klinikums in Berlin-Lichtenberg. Sie wollten und mussten statt dessen protestieren, weil die lang und breit angekündigte Gesundheitsreform droht, sie vollends zu überlasten und ihre Löhne dauerhaft zu schmälern. »Was ist ein Skandal? Spar’n am Personal«, skandierten sie und zeigten der Bundesregierung kollektiv die roten Karte. »NEIN«, stand auf selbigen in fetten Lettern: »zu höheren Zuzahlungen und weniger Leistungen«, zu Lohndumping, Arbeitsverdichtung, Personalabbau, schließlich »zu einseitiger Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durch Beschäftigte und Versicherte«.<br></br> Die Reform gleiche einem »politisch geplanten Ausbrennen der Beschäftigten«, brachte Sophia Köbele, Kinderkrankenschwester und Betriebsrätin, die Wut der Belegschaft auf den Punkt. Bei einem Personalkostendeckel wären die Kliniken »dazu gezwungen, ihre Ausgaben dauerhaft auf dem Rücken der Beschäftigten zu drücken«.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523325.krankenhausreform-diese-gesundheitsreform-macht-krank.html">junge Welt</a> </li> <li><a name="h12"></a><strong>„Rot-Rot-Grün – was sonst?“</strong><br></br> Nicht wenige Menschen, die vor zwei Wochen die Stellungnahme der Linksfraktion im sächsischen Landtag lasen, dürften sich im Anschluss gefragt haben: Ist das echt oder Satire? […]<br></br> Dem allergrößten Teil der Bevölkerung dürften solche Manöver am verlängerten Rücken vorbeigehen. Die AfD hingegen kann sich freuen. Das Brandmauergebaren treibt ihr die Wähler zu, die in der Partei ein Gegenstück zum sonstigen Einheitsbrei sehen. Weder Grüne noch „Linke“ können ansatzweise erklären, wie es antifaschistische Positionen stärken soll, wenn sie sich ihr Abstimmungsverhalten von der AfD diktieren lassen – oder sich gar für ihre eigenen Anträge entschuldigen. Die wahren Adressaten der parlamentarischen Kasperei sitzen ohnehin auf den Regierungsbänken.<br></br> Quelle: <a href="https://www.unsere-zeit.de/rot-rot-gruen-was-sonst-4814792/">unsere zeit</a> </li> <li><a name="h13"></a><strong>CDU und NGO-Förderung: Die Schattenstruktur des Armin Laschet</strong><br></br> Das Abrahams Accords Institute bekommt Millionen aus öffentlichen Fördermitteln – obwohl es Projekte kaum umsetzt. Subventioniert die Bundesregierung mit Steuergeldern die politische Netzwerkarbeit eines prominenten Bundestagsabgeordneten?<br></br> „Hart erarbeitete Steuergelder sind für Schulen, Polizei und Investitionen in unsere Infrastruktur da – und nicht zur Finanzierung linker NGOs“, erklärte der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß kürzlich. Seit dem Frühjahr 2025 hat die Unionsfraktion offenbar Nichtregierungsorganisationen (NGOs) den Kampf angesagt. Startschuss war eine schriftliche Anfrage an die scheidende Bundesregierung mit 551 Fragen zur Finanzierung und Gemeinnützigkeit zahlreicher Organisationen. Von „Schattenstrukturen“ war die Rede. Der zentrale Vorwurf: Es gebe Konstrukte, „die mit staatlichen Geldern indirekt Politik betreiben“ würden. Belege für ihre Vorwürfe lieferten die Unionspolitiker*innen nicht.<br></br> Quelle: <a href="https://fragdenstaat.de/artikel/exklusiv/2026/05/die-schattenstruktur-des-armin-laschet/">Frag den Staat</a> </li> <li><a name="h14"></a><strong>Pandemievertrag liegt ein weiteres Jahr auf Eis</strong><br></br> Man hat nichts gehört von der Weltgesundheitsversammlung, die in der letzten Woche in Genf getagt hat. Das liegt daran, dass WHO und Regierungen den Misserfolg in Sachen Globaler Pandemievertrag lieber beschweigen und die Medien das mitmachen. Es gab keine Einigung auf ein System des Informationsaustauschs über neue Erreger mit verpflichtendem Vorteilsausgleich, den sogenannten PABS-Annex.<br></br> Quelle: <a href="https://norberthaering.de/news/wha-pabs-pandemievertrag/">Norbert Häring</a> <p>dazu auch: <strong>Planspiel für die Weltherrschaft</strong><br></br> Es gibt Kreise, die gerne Planspiele veranstalten, etwa zum Thema Pandemie, die Namen tragen wie »Event 201« oder »Dark Winter«. Wer über eventuell mit solchen Simulationsübungen verknüpfte Pläne zur Ausweitung von Macht und Reichtum berichtet, wird gerne als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt. Versetzen wir uns einmal in die Lage dieser Kreise und durchdenken ein solches Planspiel.<br></br> Quelle: <a href="https://www.hintergrund.de/politik/welt/planspiel-fuer-die-weltherrschaft/">Hintergrund</a> </p></li> <li><a name="h15"></a><strong>Zu guter Letzt: Von taz bis Axel Springer sind’s nur 3 Minuten mit dem Rad, und man muss nur kurz Rudi Dutschke überfahren – easy.</strong><br></br> <div data-provider="X (Twitter)" data-provider-slug="twitter"><div><p><strong>Externer Inhalt</strong></p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) übertragen.</p></div><div><blockquote> <p dir="ltr" lang="de">Von taz bis Axel Springer sind's nur 3 Minuten mit dem Rad, und man muss nur kurz Rudi Dutschke überfahren – easy. <a href="https://t.co/ctyDfjwYyB">pic.twitter.com/ctyDfjwYyB</a></p> <p>— Jakob Reimann (@Jakob_Reimann) <a href="https://x.com/Jakob_Reimann/status/2059934626349453646?ref_src=twsrc%5Etfw">May 28, 2026</a></p></blockquote></div></div> <p>dazu auch: <strong>Linker Journalist des Tages: Nicholas Potter </strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523332.html">junge Welt</a></p></li> </ol> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> <img src="https://www.nachdenkseiten.de/upload/banner/nds-socialmedia.jpg" /><h1> Hinweise des Tages</h1><h2>By Ein Artikel von: Redaktion</h2><div> <p>Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br></br> <span id="more-151179"></span><br></br> Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.</p><p>Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p><ol> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h01">Für Kallas ist Diplomatie mit Russland eine “Falle”</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h02">Ukraine: Hälfte der Geberländer steigt aus Prager Initiative aus</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h03">Der Krieg, der niemals endet</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h04">Ukraine, Rüstung, Wehrpflicht und die Nationale Sicherheit – Fragen an die Regierung</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h05">Geteilte Werte: Wadephul kann sich nicht zu einer Verurteilung israelischer Entführungen, Misshandlungen und Folter durchringen</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h06">Trump droht Unterhändler Oman</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h07">Die stille Achse – vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein Bündnis?</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h08">Exklusiv: Wie Bundesregierung und EU den deutschen Rechtsstaat aushöhlen</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h09">EU plant Chinazölle à la Trump</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h10">Antiqua et nova – und das deutsche Nichts. Gastbeitrag von Axel Fersen: Warum der Vatikan in der KI Frage weiter denkt als das Bundeskanzleramt</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h11">Krankenhausreform: Diese Gesundheitsreform macht krank </a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h12">„Rot-Rot-Grün – was sonst?“</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h13">CDU und NGO-Förderung: Die Schattenstruktur des Armin Laschet</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h14">Pandemievertrag liegt ein weiteres Jahr auf Eis</a></li> <li><a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=151179#h15">Zu guter Letzt: Von taz bis Axel Springer sind’s nur 3 Minuten mit dem Rad, und man muss nur kurz Rudi Dutschke überfahren – easy.</a></li> </ol><p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.</em></p><ol> <li><a name="h01"></a><strong>Für Kallas ist Diplomatie mit Russland eine “Falle”</strong><br></br> Sie soll unsere Chefdiplomatin sein, doch mit Diplomatie hat sie es offenbar nicht so. Nachdem die EU-Außenbeauftragte Kallas den wichtigen Handelspartner China mit einem Krebsgeschwür verglichen hatte, stellte sie mögliche Gespräche mit Russland nun als “Falle” dar. „Es ist eine Falle, in die Russland uns locken will“, sagte Kallas bei einem EU-Treffen auf Zypern. Die russische Taktik sehe vor, dass man darüber diskutiere, wer mit Russland spreche, und Russland dann auswähle, wer geeignet sei. Sie betonte auch, dass es aus ihrer Sicht erst einmal eine Verhandlungsstrategie brauche, bevor man über Personen rede. – Kallas hat allerdings keine solche Strategie vorgelegt. Statt auf Russland zuzugehen, hat sie Maximalforderungen vorgelegt, die auf eine Zerschlagung Russlands hinauslaufen würden. Auch eine(n) Russland-Gesandte(n) hat sie bisher nicht nominiert. Sie verweigert ihren Job – und spricht dann von einer “Falle”…<br></br> Quelle: <a href="https://lostineu.eu/fuer-kallas-ist-diplomatie-mit-russland-eine-falle/">Lost in Europe</a> <p>dazu: <strong>#hausaufgaben</strong><br></br> Beim informellen Treffen der EU-Außenminister auf Zypern deutet Kallas an, dass sie Gespräche mit Russland derzeit nicht unterstützt; sie warnt vor einer “Falle” Russlands. Sie meinte auch, es müsste in der EU zunächst über eine Verhandlungsstrategie entschieden werden, bevor über einen Verhandlungsführer gesprochen werden könne. Nach mehr als 4 Jahren Krieg muss die EU nun also über eine Verhandlungsstrategie diskutieren. Früher gings nicht. #hausaufgaben<br></br> Quelle: <a href="https://x.com/gerhard_mangott/status/2059915837847310565">Gerhard Mangott via Twitter/X</a> </p></li> <li><a name="h02"></a><strong>Ukraine: Hälfte der Geberländer steigt aus Prager Initiative aus</strong><br></br> Das Programm sicherte der Ukraine die Hälfte ihrer Artilleriemunition – doch warum steigen jetzt neun Geberländer gleichzeitig aus?<br></br> Die wichtigste Munitionspipeline der Ukraine bröckelt. Neun von ehemals 18 Geberländern haben sich seit dem Amtsantritt von Tschechiens Premier Andrej Babiš im Dezember aus der Prager Artillerie-Initiative zurückgezogen, wie der tschechische Präsident Petr Pavel gegenüber der Financial Times erklärte.<br></br> Das Programm koordiniert seit 2024 die Lieferung großkalibriger Geschosse an Kiew und hat bislang bisher 4,4 Millionen Schuss geliefert – laut Pavel bis zu 50 Prozent der gesamten schweren Artilleriemunition für die ukrainischen Streitkräfte.<br></br> Die Botschaft ist eindeutig: Wer die Hälfte der Munition liefert, lässt sich nicht einfach ersetzen. Doch genau das steht nun im Raum. Babiš hatte im Wahlkampf gedroht, die gesamte Initiative zu stoppen, und begründet den Kurswechsel mit leeren Kassen.<br></br> “Wir haben kein Geld, also erhalten wir Geld von anderen Ländern und liefern dann [die Munition]”, sagte er der FT. Tschechien solle logistisches Drehkreuz bleiben, aber keinen Cent mehr aus dem eigenen Haushalt beisteuern.<br></br> Quelle: <a href="https://www.telepolis.de/article/Ukraine-Haelfte-der-Geberlaender-steigt-aus-Prager-Initiative-aus-11310410.html">Telepolis</a> </li> <li><a name="h03"></a><strong>Der Krieg, der niemals endet</strong><br></br> Erinnerungen an Flucht und Vertreibung aus Schlesien verdeutlichen die Schrecken des Krieges, den heutige Politiker wieder riskieren.<br></br> „Geflüchtete“: vertrieben, verarmt, oft beraubt und misshandelt und auch am Zielort nicht unbedingt willkommen — das ist ein Schicksal, das auch vielen Deutschen widerfahren ist. Nach der Kapitulation der Wehrmacht 1945 mussten sich viele Schlesier und Bewohner anderer Ostgebiete auf den dornenreichen Weg nach Westen machen. Wer, wie der Autor, noch Erinnerung an die 40er-Jahre des 20. Jahrhunderts hat, kann davon berichten: von Hunger und Entbehrung, von permanenter Angst, von Heimatverlust und von den Abstoßungsreaktionen seitens der „Gastgebergesellschaft“. Auch Russen und Polen spielen in dieser Erzählung eine oft unrühmliche Rolle, selbst wenn man ihre Aversion gegen Deutsche menschlich verstehen kann. Aber nicht um Schuldzuweisung in die eine oder andere Richtung geht es dem Autor. Vielmehr will er das Bewusstsein schärfen für die Schrecken des Krieges, den zeitengewendete Staatenlenker und Medien heute wieder als probates Mittel der Politik zu rehabilitieren versuchen. Der Artikel wirft auch ein Licht auf ein kollektives Trauma, das noch mindestens zwei Generationen nach den unmittelbar Betroffenen weiterwirkt. Ein Beitrag zur Sonderausgabe „Wehrdienst und Militarisierung“.<br></br> Quelle: <a href="https://www.manova.news/artikel/der-krieg-der-niemals-endet">Wolfang Bittner auf Manova</a> </li> <li><a name="h04"></a><strong>Ukraine, Rüstung, Wehrpflicht und die Nationale Sicherheit – Fragen an die Regierung</strong><br></br> Auf den Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine hat die Politik mit umfassenden Maßnahmen reagiert. Der Autor fragt, auf welcher Grundlage sie konzipiert wurden.<br></br> Ich habe als Projektingenieur gearbeitet. Berufsbedingt denkt man in Kategorien von Analyse, Motivation, Strategie, Umsetzungskonzept und den davon abgeleiteten Maßnahmen.<br></br> Auf den Einmarsch der russischen Armee hat die Politik mit Maßnahmen reagiert, die tief und langfristig in unser Leben eingreifen.<br></br> Meine Fragen betreffen die anderen Kategorien.<br></br> Die Informationen darüber sind dürftig oder fehlen. Anstelle verifizierbarer Fakten und nüchterner Diskussion stehen meist Behauptungen, emotional aufgeladene Meinungen, pauschale Verweise auf russische Desinformation oder unbelegte Hinweise auf Geheimdienstinformationen im Raum. Sehr gut möglich, dass es sie gibt und die Behauptungen korrekt sind. Aber beeinflusst das Fehlen von Beweisen die Glaubwürdigkeit von Politik und Medien? Ja, das tut es!<br></br> Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Verkünder unbelegter Botschaften davon ausgehen, dass die daraus resultierenden Konsequenzen von der Öffentlichkeit widerspruchslos hingenommen werden. Tatsächlich funktioniert das auch ganz gut. Vielleicht auch deswegen, weil zu wenig nachgehakt wird.<br></br> Ungefährlich ist das nicht: Die Gefahr, dass wir in einen Krieg hineinstolpern, den, wie schon „Die Schlafwandler“ von 1914, am Ende keiner gewollt hat, ist real.<br></br> Quelle: <a href="https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/ukraine-ruestung-wehrpflicht-und-die-nationale-sicherheit-fragen-an-die-regierung/">Overton Magazin</a> </li> <li><a name="h05"></a><strong>Geteilte Werte: Wadephul kann sich nicht zu einer Verurteilung israelischer Entführungen, Misshandlungen und Folter durchringen</strong><br></br> Ein weiteres Mal hat Israel vor aller Welt sein wahres Gesicht gezeigt. In internationalen Gewässern überfiel die israelische Marine die „Global Sumud Flotilla“, enterte die Schiffe und entführte die Besatzungen nach Israel. Schon auf den Schiffen, auf die die Gefangen zum Weitertransport nach Israel gesperrt wurden, waren die Entführten Folter ausgesetzt. Bis auf eine Schicht wurde ihnen die Kleidung abgenommen und das bei einer Nacht auf See. Wasser und Nahrungsmittel wurden nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt, die Container, in denen man sie gefangen hielt, waren so überfüllt, dass nicht alle gleichzeitig liegen konnten.<br></br> In Israel angekommen erfolgte dann der Versuch einer Demütigung vor aller Welt:<br></br> Quelle: <a href="https://www.unsere-zeit.de/geteilte-werte-4814817/%20">unsere zeit</a> <p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.W.:</strong> Wie soll man es nennen? Doppelmoral? Oder vielleicht besser ohne jegliche Moral? Ich hoffe, diese Frage ist in Deutschland nicht auch schon strafbewährt.</em></p> <p>dazu: <strong>«Sie haben mich geboxt, getasert, mir in den Hals getreten»</strong><br></br> Ein Schweizer beschreibt im Gespräch mit Infosperber, wie er von israelischen Militärs gefoltert wurde. Das EDA weicht aus. […]<br></br> Nathan Hausheer, wie sind Sie zur Flotilla-Mission gestossen?<br></br> Die Situation in Gaza ist katastrophal. Und die Schweizer Regierung ist mitschuldig, wie auch die Schweizer Industrie. Sie genehmigen Verkäufe von Militärgütern an Rüstungsunternehmen in Israel. Diese Güter werden eingesetzt, um Kinder, Frauen, Zivilisten zu töten. Wir haben die moralische Pflicht, etwas dagegen zu tun. Die Schweiz versteckt sich hinter einer vorgetäuschten Neutralität, lässt aber weiterhin Militärgüter nach Israel liefern und kauft selbst viel Militärausrüstung. Diese Mitschuld darf nicht weitergehen. Ich habe diese Mission als Möglichkeit gesehen, wenigstens etwas zu tun. Und die palästinensische Sache sichtbarer zu machen.<br></br> Quelle: <a href="https://www.infosperber.ch/freiheit-recht/menschenrechte/sie-haben-mich-geboxt-getasert-mir-in-den-hals-getreten/">Infosperber</a></p> <p>dazu auch: <strong>Israel kündigt Zusammenarbeit mit Guterres auf</strong><br></br> Israel hat die Zusammenarbeit mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres aufgekündigt. Anlass sei die Entscheidung, Israel wegen Vorwürfen der sexualisierten Gewalt in Konfliktgebieten auf eine schwarze Liste zu setzen, schrieb der israelische UNO-Botschafter Danny Danon heute im Onlinedienst X. Israel werde den Kontakt zum Büro von Guterres bis zum Ablauf seiner Amtszeit Ende des Jahres abbrechen.<br></br> Quelle: <a href="https://orf.at/stories/3431704/">ORF</a> </p></li> <li><a name="h06"></a><strong>Trump droht Unterhändler Oman</strong><br></br> USA greifen erneut Iran an und bereiten amphibische Landeoperation vor. Washington dementiert Durchbruch bei Gesprächen.<br></br> In der Nacht zu Donnerstag haben US-Streitkräfte erneut Ziele in der Nähe der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas angegriffen. Nach Angaben eines namentlich nicht genannten US-Beamten gegenüber Reuters wurden zudem vier iranische Angriffsdrohnen – nach Lage der Dinge über iranischem oder unmittelbar angrenzendem Luftraum – abgeschossen. Auch soll eine Bodenstation zerstört worden sein, von der aus eine fünfte Drohne abgefeuert werden sollte. Der US-Angriff auf iranisches Staatsgebiet sei »zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten«, hieß es in der Begründung. Es war bereits die zweite US-Angriffsserie binnen einer Woche. Die Feuerpause gilt formal seit dem 8. April.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523352.nahostkonflikt-trump-droht-unterh%C3%A4ndler-oman.html">junge Welt</a> </li> <li><a name="h07"></a><strong>Die stille Achse – vier Hauptstädte, eine Bewegung, ein Bündnis?</strong><br></br> Wie Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei und Katar inmitten des Iran-Kriegs eine neue Sicherheitsarchitektur sondieren – und was Bennett im Februar bereits benannt hatte. Es gilt, das im Auge zu behalten.<br></br> Am 7. April 2026 verkündete der amerikanische Präsident 90 Minuten vor seiner eigenen Deadline einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran. Die Entscheidung fiel nach einem Telefonat mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef Asim Munir. Acht Tage später, am 15. April, brach Sharif mit seinem Außenminister Ishaq Dar, der zu den Vermittlern in Islamabad gehört hatte, zu einer viertägigen Reise auf. Drei Stationen: Riad, Antalya, Doha. Drei strategische Partner. Vier Tage. Während der Westen die zweite Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran beobachtete, vollzog sich im Hintergrund eine Konsultationsbewegung, die in westlichen Mainstream-Medien als Kontext-Randnotiz behandelt wurde – und die genau jene Achse umfasst, die der ehemalige israelische Premierminister Naftali Bennett im Februar bereits namentlich benannt hatte: Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei. Das vierte Land – Katar – saß bei keinem der Treffen formell mit am Tisch und ist trotzdem Teil der Bewegung.<br></br> Quelle: <a href="https://globalbridge.ch/die-stille-achse-vier-hauptstaedte-eine-bewegung-ein-buendnis/">Globalbridge</a> </li> <li><a name="h08"></a><strong>Exklusiv: Wie Bundesregierung und EU den deutschen Rechtsstaat aushöhlen</strong><br></br> Rechtsstaat adé: Wer als deutscher Staatsbürger EU-sanktioniert ist und dagegen klagen will, darf einen Anwalt nur bezahlen, wenn eine staatliche Bundesbehörde dem zustimmt. […]<br></br> Die aktuelle Regierungspressekonferenz und die Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der AfD zeichnen das Bild eines Sanktionsregimes, das sich zunehmend von rechtsstaatlichen Standards entkoppelt: vage Tatbestandsmerkmale, vertrauliche Beweispakete, fehlende Waffengleichheit, Ausweitung auf Familienangehörige, fehlerhafte Grundlagendaten und eine Verantwortungsdiffusion zwischen Brüssel, AA und BMF. Während Gerichte erste Maßnahmen kassieren und juristische Gutachten gravierende Bedenken anmelden, hält die Bundesregierung an Aufbau und Praxis des Sanktionsregimes nicht nur fest – sie arbeitet aktiv daran, künftige Sanktionsentscheidungen noch einfacher durchsetzbar zu machen.<br></br> Quelle: <a href="https://ostdeutscheallgemeine.com/article/das-eu-sanktionsregime-wie-der-deutsche-rechtsstaat-endgueltig-ins-wanken-geraet-10038878">Florian Warweg auf Ostdeutsche Allgemeine</a> <p>dazu: <strong>Sippenhaftung: Sanktionierung von Hüseyin Doğru</strong><br></br> Weiterhin keine Reaktion erfolgte dagegen von der Deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion in der Gewerkschaft Verdi, deren Mitglied Doğru ist. Und bis auf sehr wenige Ausnahmen weigern sich deutsche Zeitungen und Sender, über die Drangsalierung eines Journalistenkollegen zu berichten. Dieser vorauseilende Gehorsam gegenüber dem Wahrheitsregime von EU und Bundesregierung könnte die Kolleginnen und Kollegen noch einmal teuer zu stehen kommen. Denn mit Doğru wird ein Präzedenzfall geschaffen, um in Zeiten russophober Kriegsertüchtigung und genozidaler Staatsräson abweichende Stimmen als vermeintliche Desinformation zu sanktionieren und auf Linie zu zwingen.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523326.sippenhaftung.html">junge Welt</a> </p></li> <li><a name="h09"></a><strong>EU plant Chinazölle à la Trump</strong><br></br> Vor der für heute angekündigten Debatte der EU-Kommission über drastisch verschärfte Zollmaßnahmen der EU gegen China sendet Berlin stark widersprüchliche Signale. Einerseits hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei einem Besuch in Beijing für eine Fortsetzung der Wirtschaftskooperation und für Kooperation statt Konfrontation geworben – im Interesse des für viele deutsche Unternehmen nach wie vor höchst wichtigen Chinageschäfts. Zugleich besucht eine Bundestagsdelegation Taiwan, wo sie sich nicht nur für den Ausbau der zivilen Wirtschaftsbeziehungen einsetzt; von einer Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz (KI) war die Rede. Taiwans Präsident Lai Ching-te dringt zugleich auf den Ausbau der Rüstungskooperation, zu der bereits im vergangenen Jahr erste Schritte unternommen wurden. Die Volksrepublik hat mittlerweile ein erstes deutsches Rüstungsunternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt; sie wirft ihm vor, in Waffenlieferungen an Taiwan involviert zu sein. Die Zollmaßnahmen, die die EU plant, orientieren sich an US-Vorbildern und umfassen unter anderem Zölle zum angeblichen Schutz der „nationalen Sicherheit“.<br></br> Quelle: <a href="https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10420">German Foreign Policy</a> </li> <li><a name="h10"></a><strong>Antiqua et nova – und das deutsche Nichts. Gastbeitrag von Axel Fersen: Warum der Vatikan in der KI Frage weiter denkt als das Bundeskanzleramt</strong><br></br> Es ist ein bemerkenswerter Befund: Während in Washington, London, Paris, Tokio und Singapur staatliche Institutionen entstanden sind, die sich systematisch mit den Risiken hochentwickelter Künstlicher Intelligenz befassen, und während die katholische Kirche mit der Note Antiqua et nova vom 28. Januar 2025 eine philosophisch wie ethisch dichte, hundertsiebzehn Abschnitte umfassende Analyse der KI Risiken vorgelegt hat, liest sich die Antwort der deutschen Bundesregierung wie ein Werbeprospekt: Deutschland werde „KI Nation“ — so der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Regierung vom April 2025 —, KI sei eine Schlüsseltechnologie, die Hightech Agenda Deutschland vom Juli 2025 setze auf „massive Investitionen“ und der Bundesminister für Digitalisierung verkünde aus Dubai, Deutschland nehme die Technologie „at full speed“ an. Von Risiken ist kaum die Rede. Von einem deutschen AI Safety Institute, von systematischer Risikoforschung: nichts<br></br> Dass ausgerechnet der Vatikan in dieser Frage gegenwärtig schärfer denkt als das Bundeskanzleramt, ist mehr als eine Pointe. Es ist ein Alarmsignal.<br></br> Quelle: <a href="https://www.blog-der-republik.de/antiqua-et-nova-und-das-deutsche-nichts-gastbeitrag-von-axel-fersen/">Blog der Republik</a> </li> <li><a name="h11"></a><strong>Krankenhausreform: Diese Gesundheitsreform macht krank</strong><br></br> Bundesweite Proteste gegen Pläne der Regierung, die Arbeitsbedingungen und Versorgungsqualität per Kürzungskurs verschlechtern<br></br> Schichtbetrieb. In der Gesundheitsfabrik. Das schreit nach einer wohlverdienten Pause. Freiwillig verzichtet haben darauf am Donnerstag rund 70 Beschäftigte des Sana-Klinikums in Berlin-Lichtenberg. Sie wollten und mussten statt dessen protestieren, weil die lang und breit angekündigte Gesundheitsreform droht, sie vollends zu überlasten und ihre Löhne dauerhaft zu schmälern. »Was ist ein Skandal? Spar’n am Personal«, skandierten sie und zeigten der Bundesregierung kollektiv die roten Karte. »NEIN«, stand auf selbigen in fetten Lettern: »zu höheren Zuzahlungen und weniger Leistungen«, zu Lohndumping, Arbeitsverdichtung, Personalabbau, schließlich »zu einseitiger Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durch Beschäftigte und Versicherte«.<br></br> Die Reform gleiche einem »politisch geplanten Ausbrennen der Beschäftigten«, brachte Sophia Köbele, Kinderkrankenschwester und Betriebsrätin, die Wut der Belegschaft auf den Punkt. Bei einem Personalkostendeckel wären die Kliniken »dazu gezwungen, ihre Ausgaben dauerhaft auf dem Rücken der Beschäftigten zu drücken«.<br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523325.krankenhausreform-diese-gesundheitsreform-macht-krank.html">junge Welt</a> </li> <li><a name="h12"></a><strong>„Rot-Rot-Grün – was sonst?“</strong><br></br> Nicht wenige Menschen, die vor zwei Wochen die Stellungnahme der Linksfraktion im sächsischen Landtag lasen, dürften sich im Anschluss gefragt haben: Ist das echt oder Satire? […]<br></br> Dem allergrößten Teil der Bevölkerung dürften solche Manöver am verlängerten Rücken vorbeigehen. Die AfD hingegen kann sich freuen. Das Brandmauergebaren treibt ihr die Wähler zu, die in der Partei ein Gegenstück zum sonstigen Einheitsbrei sehen. Weder Grüne noch „Linke“ können ansatzweise erklären, wie es antifaschistische Positionen stärken soll, wenn sie sich ihr Abstimmungsverhalten von der AfD diktieren lassen – oder sich gar für ihre eigenen Anträge entschuldigen. Die wahren Adressaten der parlamentarischen Kasperei sitzen ohnehin auf den Regierungsbänken.<br></br> Quelle: <a href="https://www.unsere-zeit.de/rot-rot-gruen-was-sonst-4814792/">unsere zeit</a> </li> <li><a name="h13"></a><strong>CDU und NGO-Förderung: Die Schattenstruktur des Armin Laschet</strong><br></br> Das Abrahams Accords Institute bekommt Millionen aus öffentlichen Fördermitteln – obwohl es Projekte kaum umsetzt. Subventioniert die Bundesregierung mit Steuergeldern die politische Netzwerkarbeit eines prominenten Bundestagsabgeordneten?<br></br> „Hart erarbeitete Steuergelder sind für Schulen, Polizei und Investitionen in unsere Infrastruktur da – und nicht zur Finanzierung linker NGOs“, erklärte der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß kürzlich. Seit dem Frühjahr 2025 hat die Unionsfraktion offenbar Nichtregierungsorganisationen (NGOs) den Kampf angesagt. Startschuss war eine schriftliche Anfrage an die scheidende Bundesregierung mit 551 Fragen zur Finanzierung und Gemeinnützigkeit zahlreicher Organisationen. Von „Schattenstrukturen“ war die Rede. Der zentrale Vorwurf: Es gebe Konstrukte, „die mit staatlichen Geldern indirekt Politik betreiben“ würden. Belege für ihre Vorwürfe lieferten die Unionspolitiker*innen nicht.<br></br> Quelle: <a href="https://fragdenstaat.de/artikel/exklusiv/2026/05/die-schattenstruktur-des-armin-laschet/">Frag den Staat</a> </li> <li><a name="h14"></a><strong>Pandemievertrag liegt ein weiteres Jahr auf Eis</strong><br></br> Man hat nichts gehört von der Weltgesundheitsversammlung, die in der letzten Woche in Genf getagt hat. Das liegt daran, dass WHO und Regierungen den Misserfolg in Sachen Globaler Pandemievertrag lieber beschweigen und die Medien das mitmachen. Es gab keine Einigung auf ein System des Informationsaustauschs über neue Erreger mit verpflichtendem Vorteilsausgleich, den sogenannten PABS-Annex.<br></br> Quelle: <a href="https://norberthaering.de/news/wha-pabs-pandemievertrag/">Norbert Häring</a> <p>dazu auch: <strong>Planspiel für die Weltherrschaft</strong><br></br> Es gibt Kreise, die gerne Planspiele veranstalten, etwa zum Thema Pandemie, die Namen tragen wie »Event 201« oder »Dark Winter«. Wer über eventuell mit solchen Simulationsübungen verknüpfte Pläne zur Ausweitung von Macht und Reichtum berichtet, wird gerne als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt. Versetzen wir uns einmal in die Lage dieser Kreise und durchdenken ein solches Planspiel.<br></br> Quelle: <a href="https://www.hintergrund.de/politik/welt/planspiel-fuer-die-weltherrschaft/">Hintergrund</a> </p></li> <li><a name="h15"></a><strong>Zu guter Letzt: Von taz bis Axel Springer sind’s nur 3 Minuten mit dem Rad, und man muss nur kurz Rudi Dutschke überfahren – easy.</strong><br></br> <div data-provider="X (Twitter)" data-provider-slug="twitter"><div><p><strong>Externer Inhalt</strong></p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) übertragen.</p></div><div><blockquote> <p dir="ltr" lang="de">Von taz bis Axel Springer sind's nur 3 Minuten mit dem Rad, und man muss nur kurz Rudi Dutschke überfahren – easy. <a href="https://t.co/ctyDfjwYyB">pic.twitter.com/ctyDfjwYyB</a></p> <p>— Jakob Reimann (@Jakob_Reimann) <a href="https://x.com/Jakob_Reimann/status/2059934626349453646?ref_src=twsrc%5Etfw">May 28, 2026</a></p></blockquote></div></div> <p>dazu auch: <strong>Linker Journalist des Tages: Nicholas Potter </strong><br></br> Quelle: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/523332.html">junge Welt</a></p></li> </ol> </div><br><span style='font: #ff0000'>Generated by <a href='https://github.com/andreskrey/readability.php'>Readability.php</a>.</span> 151179